Dr. Boris Krause


E-Mail-Adresse: bkrause[at]uni-muenster.de

Lebenslauf

Boris Krause wurde am 09. März 1982 im westfälischen Warendorf geboren. Nach dem Abitur im Jahre 2001 am Städtischen Johannes-Kepler Gymnasium in Ibbenbüren, belegte er zum Wintersemester 2001/2002 den binationalen Doppeldiplomstudiengang "Niederlande-Deutschland-Studien" am Zentrum für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Innerhalb des interdisziplinären Studiengangs verlagerte sich sein Interesse schnell hin zu volkswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Themen und Fragestellungen, wodurch er im Hauptstudium die Schwerpunktrichtung "Wirtschaft" wählte. Der einjährige Studienaufenthalt an der Radboud Universiteit Nijmegen (NL) bot ferner die Möglichkeit, sich weiter in diesem Bereich zu vertiefen. In den Jahren 2003 und 2004 war Boris Krause im Rahmen von Praktika als Projektassistent der Wirtschaftsabteilung des niederländischen Generaltkonsulats in Düsseldorf tätig. Darüber hinaus leitete er seit 2003 an den Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land am Standort Ibbenbüren regelmäßig Coachings deutscher Schülerinnen und Schüler für berufsqualifizierende Praktika in niederländischen Unternehmen. Neben seinem Studium arbeitete Boris Krause als studentische Hilfskraft bei der Sparkassenakademie des Westfälisch-Lippischen Sparkassen und Giroverbandes in Münster. Im Februar 2006 reichte Boris Krause seine Diplomarbeit ein mit dem Titel „Der Staat als Partner in der Innovationsförderung. Deutschland und die Niederlande seit 2000 im Kontext der Lissabon-Strategie“, in der die Innovationspolitik der Niederlande und Deutschland hinsichtlich Europäischer Zielsetzungen analysiert, sowie mit Hilfe einer Indikatoranalyse die Leistungsfähigkeit der beiden Länder hinsichtlich ihres Innovationspotentials gemessen und verglichen wurde. Darüber hinaus wurden in der Arbeit Handlungsperspektiven für einen grenzüberschreitenden Politikansatz im Bereich der Innovationspolitik herausgearbeitet.

Dissertationsthema

"Demografischer Wandel und verbandliche Interessenvermittlung. Strategien und Funktionen von Gewerkschaften in der Reform der Alterssicherungssysteme in Deutschland und den Niederlanden am gesetzlichen Beispiel der 'Rente mit 67' und des 'Wet VPL'"

Forschung: Wie gelingt es Gewerkschaften als zivilgesellschaftliche Organisationen unter dem exo- und endogenen Druck eines für beide Länder vergleichbaren Problemkontextes, gesellschaftspolitisch relevante Kommunikations- und Entscheidungsprozesse im Politikfeld „Alterssicherung / Demografischer Wandel“ mitzugestalten?

Ausgangspunkt war hierbei die in der Verbändeforschung problematisierte, intermediäre Stellung von Gewerkschaften zwischen Markt und Staat als Teil eines Vermittlungssystems, das der Austragung von Interessenkonflikten und der Findung von Interessenkompromissen dient. Dabei wurde entlang zweier aktueller Gesetzesbeispiele für Deutschland und die Niederlande untersucht, ob und welche unterschiedlichen Reaktionsmuster Gewerkschaften bei vergleichbarem Problemkontext ausgebildet haben und welche Erklärungsansätze dafür abgeleitet werden können.

Hierfür wurde ein Analysemodell entwickelt, auf dessen Grundlage die gewerkschaftliche Interessenvermittlungskapazität in den jeweiligen Rentenreformdiskursen entlang von Kontexten und Ressourcen aber auch ihrer inhaltlich-prozessualen Ausgestaltung empirisch erklärt und bewertet werden konnte.

Ergebnisse: In der Arbeit konnte die spezifische Einflusskapazität von DGB und FNV über unterschiedliche makro-institutionelle und politisch-kulturelle Rahmenbedingungen, organisatorische Ressourcen und Zwänge aber insbesondere aus der sich daraus ableitenden jeweiligen Ausgestaltung von vertikalen Interessenvermittlungsprozessen (Zivilgesellschaft-Staat) erklärt werden.

Diese Prozesse gingen mit einer Verlagerung der Aktivitäten hin zu einer horizontalen Interessenvermittlungsdimension (Zivilgesellschaft-Zivilgesellschaft) einher. Hierbei wurden insbesondere durch die zivilgesellschaftliche Vernetzung von Gewerkschaften alternative Mobilisierungs- und Diskursarenen geschaffen, wodurch es zu einer unterschiedlichen Funktionalisierung im Diskurs von Zivilgesellschaft kam.

Systembedingte Einflussverluste konnten hierdurch kompensiert werden. In den Niederlanden konnte schließlich eine Abmilderung des Gesetzes forciert werden.


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