Studieninfo zum Fach Informatik

Abschluss: Bachelor of Science

Stand: 09.01.2018


Inhalt
  1. Portrait des Fachs
  2. Anforderungen an Studieninteressierte
  3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
  4. Struktur und Aufbau des Studiums
  5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
  6. Literaturhinweise



1. Portrait des Fachs


1.1 Geschichte und Methoden


Informatik ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung und Speicherung von Informationen mit Hilfe von Computern. Sie ist eine junge Wissenschaft, die in den letzten Jahren dank der enormen Fortschritte in der Mikroelektronik eine überragende Bedeutung erlangt hat. Die Entwicklung immer schnellerer Computer, ständig leistungsfähigerer Speichermedien und schließlich des Internets führte dazu, dass die Informatik heute eine zentrale Rolle in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft spielt.
Als Schrittmacher der Informationstechnik erbringt die Informatik Dienstleistungen für nahezu alle Bereiche der Wirtschaft und Wissenschaft und zunehmend auch für unser Alltagsleben. Historisch betrachtet hat sich die Informatik aus der Grundlagenwissenschaft Mathematik und der Anwendungswissenschaft Elektrotechnik entwickelt. Auch heute noch vereinigt sie untrennbar die beiden Aspekte in sich: Theoretische Aufklärung der Möglichkeiten und Grenzen maschineller Informationsverarbeitung und praktische Methodik des Entwurfs und der Herstellung von informationverarbeitenden Produkten.
Aufgabe der Informatik ist es, durch Abstraktion und Modellbildung von speziellen Gegebenheiten der technischen Realisierung existierender Datenverabeitungsanlangen und von Besonderheiten spezieller Anwendungen abzusehen und dadurch zu allgemeinen Gesetzen der Informationsverarbeitung vorzustoßen sowie Lösungen für Aufgaben der Praxis zu entwickeln. Dabei spielen Untersuchungen über die Effizienz der Verfahren und über Sinn und Nutzen ihrer Anwendung in der Praxis eine wichtige Rolle.
Mit dem immer weiter verbreiteten Einsatz von Computern hat sich die Informatik zu einer Schlüssel- und Querschnittswissenschaft entwickelt, die in vielen, sehr unterschiedlichen Technologiebereichen ein wesentliches Hilfsmittel zur Erzielung von Innovationen und Fortschritten in Leistung, Produktivität und Qualität ist.
Das Potential der Informationstechnologie in allen Bereichen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft ist unüberschaubar, es ist bisher nicht annähernd erkannt, geschweige ausgeschöpft worden. Derzeit sind Techniken der Rechnervernetzung und des Internet besondere Schwerpunkte der Entwicklung. In naher Zukunft werden Computer über Sensoren und Effektoren immer enger mit ihrer Umwelt verknüpft werden, Sprachausgabe und -verarbeitung werden eine wichtige Rolle spielen und zu einem völlig neuen Umgang mit Rechnern führen.



1.2 Lehr- und Forschungsschwerpunkte


Der Studiengang Bachelor of Science in Informatik will den Studierenden grundlegende Denkweisen und Kenntnisse über informatische Sachverhalte in möglicht großer Breite und auf möglichst hohem Niveau vermitteln. Sie sollen die Fähigkeiten erwerben, die zum Verständnis und zur Bearbeitung der verschiedensten Aufgabenstellungen im Bereich der Informationsverarbeitung und -technologie erforderlich sind. Dazu dienen Lehrinhalte aus den verschiedenen Bereichen der Theoretischen, Praktischen und Angewandten Informatik. Neben der reinen Wissensvermittlung werden auch praktische Fähigkeiten im Umgang mit informationstechnischen Systemen entwickelt, unter anderem in einem größeren Softwarepraktikum, in dem ein Projekt in Teamarbeit in den Phasen Analyse, Grob- und Feinspezifikation, Codierung, Validierung, Dokumentation und Präsentation bearbeitet wird.
Im Bachelorstudium werden Grundkenntnisse erworben, die Wissensfundierung und der Erwerb grundlegender Denkmuster haben Vorrang vor einer frühzeitigen Spezialisierung. Dennoch werden auch aktuelle Themen der Forschung und Anwendung einbezogen. Ziel ist es, die Grundlage für den Berufseinstieg in einer breiten Palette von Tätigkeitsfeldern in der Informationstechnologie oder für ein weiterführendes, enger spezialisiertes Masterstudium zu legen.



1.3 Studiensituation in Münster


Im Fachbereich Mathematik und Informatik gibt es für Studienanfänger zwei Studiengänge mit Abschlüssen im Fach Informatik:

  • Informatik mit dem Abschluss Bachelor of Science. Dieser Studiengang hat im Wintersemester 2007/08 den bisherigen Diplomstudiengang Informatik abgelöst. Zusammen mit einem anschließenden Masterstudiengang Informatik entspricht er vom Umfang her dem Diplomstudiengang.
  • Informatik im Zwei-Fächer-Modell mit dem Abschluss Bachelor of Science oder Bachelor of Arts. Dieser Studiengang führt über eines anschließendes Masterstudium zum Lehramt im Fach Informatik an Gymnasien und Gesamtschulen. Es ist nur in seltenen Ausnahmefällen sinnvoll, diesen Abschluss zu erwerben, wenn man kein Lehramt anstrebt. Neben der Informatik studiert man in diesem Studiengang noch ein weiteres Fach.

Die Anforderungen im Bachelorstudiengang Informatik im Zwei-Fächer-Modell sind eng an denen des Studiengangs mit dem Abschluss Bachelor of Science orientiert, um einen Wechsel zwischen den beiden Studiengängen nach Möglichkeit zu erleichtern. Wer im Laufe seines Studiums meint, dass ein solcher Wechsel für ihn sinnvoll sei, sollte sich unbedingt mit dem Fachstudienberater der Informatik in Verbindung setzen.
Neben diesen beiden grundständigen (als Erststudium konzipierten) Informatik-Studiengängen gibt es weitere Studiengänge, die auf ein Erststudium aufbauen:

  • Informatik mit dem Abschluss Master of Science.
  • Informatik mit dem Abschluss Master of Education.
  • Promotionsfach Informatik in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. 



2. Anforderungen an Studieninteressierte


Um erfolgreich Informatik zu studieren, sollte man fähig sein, gleichermaßen analytisch wie konstruktiv zu denken:
Mit analytischem Denken ist die Fähigkeit gemeint, Systeme zu zergliedern, in Teilsysteme zu zerlegen, deren innere Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen untereinander aufzuspüren, Details wegzuabstrahieren oder herauszuarbeiten. Naturwissenschaftler, Ingenieure, vor allem aber Mathematiker (und -innen) müssen diese Art des Denkens beherrschen. Wer in sich keinerlei Sympathie für "Formelkram", für das Hantieren mit abstrakten Objekten verspürt, der sollte seine Finger von der Informatik lassen, er oder sie wird damit nicht glücklich werden. Nicht umsonst hat jedes Informatikstudium einen nicht geringen Anteil an Mathematikvorlesungen.
Umgekehrt ist aber noch nicht jeder, der Spaß am abstrakten, der Mathematik verwandten Denken hat, automatisch auch für das Studium der Informatik prädestiniert. Dazukommen sollte noch die Begeisterung am Konstruieren, am Erschaffen neuer Systeme, am praktischen Einsatz der wahrhaft unbegrenzten Möglichkeiten, die das Medium Computer eröffnet. Dabei ist mehr notwendig, als die Fähigkeit zur handwerklich soliden Anwendung vorgegebener Konstruktions- oder Programmierschemata: Gefragt ist praktische Kreativität, die Neugier darauf, etwa einen betriebswirtschaftlichen oder mathematischen Zusammenhang in ein Softwaresystem umzuformen oder vorhandene Programme an neue Situationen anzupassen. Wer keine Lust an der praktischen Umsetzung von Ideen auf dem Computer verspürt, der wird in der Regel kein guter Informatiker werden.
Daneben sollten Sie Qualifikationen wie Sorgfalt, Geduld, Teamfähigkeit, Flexibilität und - last but not least - gute Englischkenntnisse haben.




3. Berufs- und Tätigkeitsfelder


Informatikerinnen und Informatiker finden Arbeitsplätze in einer Vielzahl von Bereichen

  • in Unternehmen, die Hard- oder Software herstellen oder vertreiben
  • in Unternehmen, die Anwendungen der Datenverarbeitung als Dinenstleistung anbieten
  • bei Anwendern, darunter Beratungsunternehmen, Verwaltung, Industrie (insbesondere Medienindustrie) und öffentlicher Dienst
  • in selbständiger Arbeit auf einem der oben genannten Gebiete
  • in Schulungsunternehmen der IT-Branche
  • im Bereich von Forschung und/oder Lehre an Einrichtungen der Industrie, Fachhochschulen und Universitäten

Für Studierende der Informatik ergeben sich in allen Bereichen der Kommunikations- und Informationstechnik und in zahlreichen Branchen, die diese Techniken einsetzen, interessante und breit gefächerte Aufgabenbereiche

  • Software-Entwicklung
  • System- und Anwendungsprogrammierung
  • Schulung, Ausbildung und Consulting
  • Beschaffung, Verwaltung und Betrieb von IT-Systemen
  • Projektierung und Betreuung von Rechnernetzen
  • Planung und Realisierung von Internet-Auftritten
  • ...und viele weitere

Die Vielfalt der Tätigkeitsfelder bietet Absolventen von Informatik-Studiengängen beste Berufschancen.




4. Struktur und Aufbau des Studiums


4.1 Modulstrukturen


Die Regelstudiendauer des Bachelorstudiengangs Informatik beträgt einschließlich aller Prüfungsleistungen und der abschließenden Bachelorarbeit sechs Semester. Der Studienumfang beträgt insgesamt 180 Leistungspunkte (LP) gemäß dem European Credit Transfer System (ECTS) bzw. ca. 110 - 120 Semesterwochenstunden (SWS).

Der Studiengang ist in erster Linie als Vollzeitstudiengang ausgelegt. Es ist aber zumindest prinzipiell möglich, das Studium als Teilzeitstudium über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren zu organisieren.

Im Studium müssen insgesamt 180 Leistungspunkte erworben werden. Etwa ein Drittel des dafür nötigen Arbeitsaufwands entfällt dabei auf Präsenzzeiten in Vorlesungen, Seminaren, Übungen und Praktika. Zwei Drittel des Arbeitsaufwands entfallen auf das Selbststudium.

Das Bachelorstudium umfasst die folgenden Module:

  1. Informatik I: Grundlagen der Programmierung (12 LP)
  2. Informatik II: Algorithmen und Datenstrukturen (9 LP)
  3. Theoretische Grundlagen der Informatik (12 LP)
  4. Softwareentwicklung (6 LP)
  5. Softwarepraktikum (9 LP)
  6. Rechnerstrukturen und Betriebssysteme (15 LP)
  7. Datenbanken (7 LP)
  8. Wahlpflichtmodul Praktische Informatik (6 LP)
  9. Wahlpflichtmodul Formale Methoden (6 LP)
  10. Projektseminar (10 LP)
  11. Bachelorarbeit und -seminar (15 LP)
  12. Mathematische Grundlagen der Informatik (20 LP)
  13. Allgemeine Studien (13 LP)
  14. Nebenfach (mehrere Module, 40 LP)

Mathematische Grundlagen
Ein wichtiges Element ist die Einbeziehung der mathematischen Grundlagen. Je nachdem, ob als Nebenfach Mathematik oder ein nichtmathematisches Fach gewählt wird, unterscheidet sich das Curriculum, da auch bei nichtmathematischem Nebenfach eine Einbeziehung der mathematischen Grundlagen des Fachs Informatik unerlässlich ist.

Nebenfach
Der Studiengang beinhaltet neben der Informatik und ihren mathematischen Grundlagen ein Nebenfach. Als Nebenfach wählbar sind die Fächer Biologie, Chemie, Mathematik sowie Physik. Der Umfang des Nebenfachs beträgt 40 Leistungspunkte. Auf Antrag können weitere Nebenfächer, z.B. BWL, VWL oder Philosophie, im Einzelfall studiert werden.

Allgemeine Studien
Für den Bereich "Allgemeine Studien" sind 13 Leistungspunkte vorgesehen. In diesem Bereich sollen nicht fachbezogene Kompetenzen erworben und vertieft werden.

Den idealtypischen Studienverlauf finden Sie unter: https://www.uni-muenster.de/FB10/Studium/studiengaenge/idealtyp_studienverlaeufe/bsc_informatik.shtml

 



4.2 Studienbegleitende Prüfungen


Es liegen keine Informationen vor.



4.3 Praktika


Es liegen keine Informationen vor.



4.4 Sonstige Anforderungen


Es liegen keine Informationen vor.




5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung


Lupe Die Prüfungsordnung finden Sie unter
http://zsb.uni-muenster.de/material/m555b_3.htm.



6. Literaturhinweise


Peter Rechenberg: Was ist Informatik? Eine allgemeinverständliche Einführung
3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2000; 356 S.
Hanser Fachbuchverlag
ISBN-Nr. 3446213198