Studieninfo zum Fach Sport

Abschluss: Bachelor für berufliche und allgemeine Bildung (insbesondere bezogen auf das Lehramt an Berufskollegs, gemeinsam mit der FH-Münster angebotener Studiengang; führt ausschließlich in Verbindung mit einer an der FH Münster studierten beruflichen Fachrichtung zum Lehramt an Berufskollegs)

Stand: 12.11.2010


Inhalt
  1. Portrait des Fachs
  2. Anforderungsprofil an Studieninteressierte
  3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
  4. Struktur und Aufbau des Studiums
  5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
  6. Literaturhinweise



1. Portrait des Fachs


1.1 Geschichte und Methoden


Lange bevor die Sportwissenschaft als Fachdisziplin Eingang in die deutschen Universitäten fand, gab es - wenngleich in meist recht bescheidenem Umfang - das, was heute „Hochschulsport“ genannt wird: ein kleines Angebot unterschiedlicher Leibes­übungen für die Studierenden. Wie auch andere Universitäten hatte die münstersche Hochschule bis zum 1. Weltkrieg einen akademischen Fecht- und Turnlehrer ange­stellt, der sowohl Verbindungs- als auch turnwillige andere Studenten unterrichtete. Das Fechten in den Korporationen war allerdings weniger sportliche Betätigung als vielmehr Vorbereitung auf die Mensuren. Schwerpunktmäßig dem Sport – und na­türlich auch der feucht-fröhlichen Geselligkeit - widmeten sich der „Akademische Schwimm- und Ruder-Verein“ (gegr. 1891), die „Akademische Turnverbindung Westmark“ (gegr. 1902) sowie der kurzlebige „Akademische Sport-Club“ (1910-1914). Man vermisse „vielfach den gewünschten Anklang“, und „die Teilnahme am Turnen ist verhältnismäßig schwach“, hieß es um die Jahrhundertwende in Berichten aus Münsters universitärer Sportszene. Das Interesse der etwa 1.500 Studierenden an körperlichen Übungen war offenbar gering.

Das änderte sich nach dem 2. Weltkrieg. Die Begeisterung für den Sport, die sich zu Beginn der Weimarer Zeit in der Gründung einer Vielzahl von Vereinen zeigte, und der Ruf nach kräftigenden Leibesübungen erreichten auch die Hoch­schulen. National gesinnte Kreise werteten die sportliche Betätigung als ein Mittel zur Wehrertüchtigung der Jugend und als Quasi-Ersatz für die im Versailler Vertrag verbotene Wehrpflicht. Der 2. Deutsche Studententag 1920 in Göttingen forderte die Einführung einer Sportpflicht für alle Studierenden für die Dauer von zwei Semestern mit je vier Semesterwochenstunden. Von einer Abschlussprüfung sollte es abhän­gen, ob das Studium fortgesetzt werden dürfe. Dazu kam es allerdings - noch - nicht. Immerhin wurde allen Lehramtskandidaten in mehreren deutschen Staaten per Er­lass auferlegt, während zweier Semester Sport zu treiben. Seit 1925 entstanden an den Hochschulen zur Organisierung des Studentensports „Institute für Leibesübun­gen“ (IfL) als zentrale Einheiten mit hauptamtlichem Personal, so auch 1925 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; es war eines der ersten in Deutschland gegründeten Sportinstitute (Direktor: Dr. Hugo Wagner 1925-1957, mit Unterbre­chungen).

Dank der unermüdlichen Initiativen des Sprachwissenschaftlers und einflussreichen Politikers Professor Otto Hoffmann, der sich schon vor 1914 als Vorkämpfer für die Leibesübungen an der Universität hervorgetan hatte, erhielt die Studentenschaft ein nicht nur für damalige Verhältnisse vorbildliches, weiträumiges Sportgelände am Horstmarer Landweg vor den Toren der Stadt. Plätze und Gebäude waren nicht Ei­gentum des Staates, sondern gehörten der 1919 gegründeten „Gesellschaft zur För­derung der Westfälischen Wilhelms-Universität“. Sie erhielt den weitaus größten Teil ihrer Mittel von einflussreichen Ruhrindustriellen, von denen einige in besonderer Weise den Sport gefördert wissen wollten. Der Kauf des Geländes erfolgte trotz hef­tigster Proteste der münsterschen Stadtverordnetenversammlung, die sich empört dagegen wandte, in einer Zeit großer wirtschaftlicher Not bestes Ackerland zuguns­ten eines Geländes für studentische Leibesübungen zweckzuentfremden. (Erst 1946 wurden die Sportstätten dem Land NRW übereignet.) Die neuen Anlagen am Horstmarer Landweg wurden so gut ausgebaut, dass sie 1929 für die Deutschen Hochschulmeisterschaften ausgewählt wurden, die vielseitigste Sportveranstaltung, die die Münsteraner bis dahin erlebt hatten.

Die Förderergesellschaft beschaffte für die Ruderer ein kleines Bootshaus am Kanal, unterstützte den Kauf von Segelflugzeugen für die 1928 gegründete Akademische Fliegergruppe (Aka-Flieg) ebenso wie nach dem zweiten Weltkrieg die Übernahme und den Ausbau der Zaferna-Hütte im Kleinen Walsertal.

Seit 1903/04 hatte es in Münster akademische Turnlehrerkurse gegeben, die zwar von der Universität veranstaltet, aber von Vertretern der Schulbehörde geleitet wur­den. 1929 wurde das Fach „Leibesübungen und körperliche Erziehung“ in die Prü­fungsordnung für das Lehramt an höheren Schulen in Preußen aufgenommen und damit als wissenschaftlicher Studiengang an den Universitäten anerkannt. Studie­rende konnten also künftig Sport als Haupt- oder Nebenfach an Stelle irgend eines anderen Faches wählen: eine bedeutsame Aufwertung der Leibesübungen in der Schule. Die Ausbildung der zukünftigen gymnasialen Leibeserzieher und Leibeser­zieherinnen wurde dem IfL übertragen.

Der allgemeine Hochschulsport expandierte nach dem Regierungsantritt der Natio­nalsozialisten gewaltig, denn gemäß der reichseinheitlichen Hochschul-Sportordnung von 1934 wurde die seit 1925 ja schon für Lehramtsstudierende geltende Sportpflicht bis zum dritten Semester auf alle Studierenden ausgeweitet. Wehr- und gelände­sportliche Angebote wie Übungen an der Hindernisbahn, Gepäckmärsche, Kleinkali­berschießen, Segelfliegen und Geländesportlager standen an prominenter Stelle des Ausbildungsprogramms. Am Sportplatz wurde in Verbindung mit dem Wehrkreis­kommando und finanziell unterstützt von den Vereinigten Stahlwerken der bereits bestehende Kleinkaliberschießstand ausgebaut.

Im September 1933 übernahm das neu eingerichtete SA-Hochschulamt unter der Leitung eines SA-Sturmführers bis zur Einführung der Wehrpflicht 1935 die wehr­sportliche Ausbildung. Das bedeutete für die Studierenden: praktischer SA-Dienst an den Wochenenden, theoretischer Unterricht an einem Abend sowie wöchentliches Training für das SA-Sportabzeichen. SA-Sport und IfL arbeiteten in enger Koopera­tion.

Wettkämpfe der verschiedenen Uni-Mannschaften gegen münstersche Vereine, die Wehrmacht und den Reichsarbeitsdienst wurden vermehrt durchgeführt, getreu der Zielsetzung der nationalsozialistischen Sportführung, das Sporttreiben für die Festi­gung der deutschen Volksgemeinschaft zu nutzen.
Im Laufe der Kriegsjahre litt der Sportbetrieb zunehmend unter kriegsbedingten Ein­schränkungen, obwohl die Anlagen von Bombenschäden weitgehend verschont blie­ben. Noch im Juli 1944, als das Zentrum von Münster schon nahezu völlig in Schutt und Asche lag, wurde der Reichssportwettkampf des Bundes Deutscher Mädel (BDM) mit einem Leichtathletik-Dreikampf auf dem Sportgelände am Horstmarer Landweg ausgetragen.

Bei der Wiederaufnahme des Universitätsbetriebes nach dem zweiten Weltkrieg wurden dem IfL wiederum der Hochschulsport und die Ausbildung im Fach Leibeser­ziehung zugewiesen, nachdem Universitätsorgane zunächst Willens waren, sich vom IfL zu trennen. Alte akademische Vorurteile verbanden sich mit der Überzeugung, dass Sport und Leibeserziehung allzu eng mit dem Nazi-Regime verbunden gewe­sen waren. Nur auf Grund der Intervention der sportfreundlichen britischen Militärre­gierung blieb das Institut erhalten. Aus der Sportpflicht für alle Studierenden wurde allerdings wieder der freiwillige allgemeine Studentensport.

Die Zahl der Lehramtsstudierenden nahm in den folgenden Jahren beträchtlich zu, besonders seit den frühen 70er Jahren, von knapp 500 (1955) auf weit über 2.000. Unzureichende Lehr- und Raumkapazitäten verhinderten nicht selten die sachge­rechte Durchführung des Studienganges Leibeserziehung bzw. Sport. Studierende und Lehrende wurden gelegentlich mit unzumutbaren Bedingungen konfrontiert. Die 1968 einsetzende studentische Protestbewegung brachte in den Folgejahren nicht nur überfällige Reformen auf den Weg, sondern führte auch am Horstmarer Landweg zu konfliktreichen Vorkommnissen (wie z.B. Vorlesungen wurden gestört oder abgebrochen).

Die akademische Etablierung der Sportwissenschaft der Bundesrepublik und ihre Differenzierung in unterschiedliche Teildisziplinen führten zur Einrichtung von Hoch­schullehrerstellen ab den späten 1960er Jahren. An der Universität Münster wurden Mitte der 70er Jahre zunächst drei Professuren geschaffen: Sportpädagogik (Prof. Dr. Hans Langenfeld), Sportpsychologie (Prof. Dr. Willi Essing), Biomechanik und Bewegungslehre (Prof. Dr. Klaus Nicol). Allerdings verzögerte die direktoriale Struk­tur des IfL (Direktor: Gerhard Nacke-Erich 1957-1977) die Integration der Hoch­schullehrer in eine gemeinsame Einrichtung für Sportwissenschaft und Sport.

Erst bei der Zusammenführung der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe Abteilung Münster mit der Westfälischen Wilhelms-Universität im Jahre 1980 ent­stand aus dem IfL und dem Seminar für Leibeserziehung der PH (Prof. Dr. Egon Steinkamp, Prof. Dr. Ulrich Garske, Prof.’ Dr. Sabine Kröner) der Fachbereich Sport­wissenschaft, in den alle Sportprofessuren sowie der allgemeine Hochschulsport integriert wurden.

Heute wird der allgemeine Sport für Studierende und alle anderen Angehörigen der münsterschen Hochschulen von der Zentralen Betriebseinheit Hochschulsport und dem Sportreferat des ASTA organisiert.

Die Münsteraner Sportwissenschaft ist seit 1998 Teil des Fachbereiches 07: Psychologie und Sportwissenschaft und besteht aus zwei Instituten:

1) Institut für Sportwissenschaft mit den Arbeitsbereichen:

  • Sportdidaktik (Prof. Dr. Nils Neuber)
  • Sportpädagogik/Sportgeschichte (Prof. Dr. Michael Krüger)
  • Trainingswissenschaft (Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn)
  • Sportpsychologie (Prof. Dr. Bernd Strauß)
  • Bewegungswissenschaft (Prof. Dr. Heiko Wagner).

2) Institut für Sportkultur und Weiterbildung:

  • Sportsoziologie (Prof. Dr. Dieter H. Jütting)
  • Sportmana­gement (Prof. Dr. Dieter H. Jütting)

Hinzu kommt das Institut für Sportmedizin (Prof. Dr. Klaus Völker), das der medizini­schen Fakultät zugeordnet ist. Mehr als 30 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeit zeichnen sich für die Ausbildung der insgesamt 2000 Studierenden verant­wortlich. Zur Zeit werden die Studiengänge Primarstufe, Sekundarstufe I und II (ab dem 1. Oktober 2003: Grund-, Haupt- und Realschullehrer so wie Gymnasial-, Berufs- und Kollegschullehrer) sowie ein Promotionsstudiengang angeboten. Neue modularisierte Lehrmatsausbildungsgänge für Bachelorabschlüsse, die die Mobilität der Studierenden fördern und die internationale Vergleichbarkeit sichern sollen, sind ab dem WS 2005/2006 eingeführt worden.



1.2 Lehr- und Forschungsschwerpunkte


Gegenstand des Studiums der Sportwissenschaft ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Sport in Theorie und Praxis. Dies spiegelt sich in den unterschiedlichen Teildisziplinen und Arbeisbereichen wieder.

Sportsoziologie: Prof. Dr. Dieter H. Jütting

Sportsoziologische Fragestellungen wurden in Münster systematisch ab 1975 mit der Berufung von Sabine Kröner an die Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe be­arbeitet. 1980 wurde diese Einrich­tung in die Westfälische Wilhelms-Universität in­tegriert, der Fachbe­reich Sportwissenschaft gegründet und darin das Institut für Geistes- und Sozialwissenschaften des Sports errichtet. In diesem Institut widmeten sich ne­ben Sabine Kröner weitere Mitarbeiterinnen (z. B. Gabriele Sobiech, Ulrike Henkel) und Mitarbeiter (z. B. Horst Hübner, Peter Lichtenauer) sportsoziologischen Frage­stellungen.


1990 wurde das Institut für Sportkultur und Weiterbildung errichtet und Dieter H. Jütting dafür berufen. Daneben wurde das Institut mit einer Hochschuldozentur (Horst Hübner), einer wissenschaftlichen Angestelltenstelle (Peter Lichtenauer) und zu­nächst einer (zuerst Burkhard Strob, z. Z. Bernd Schulze), später mit einer weiteren halben C1-Assistentur (z. Z. Ulrike Müller) ausgestattet. Im Laufe der Jahre konnten einige Mitarbeiterstellen aus Bundesmitteln sowie mit Hilfe von Drittmit­teleinwerbungen geschaffen werden. Das Programm des Institut, für das sich zeit­gleich ein Förderkreis aus Privatpersonen (aus Wissenschaft, Politik und Sportorga­nisationen) und juristischen Personen (Sportvereine, Landessportbund Nordrhein-Westfalen, Wirtschaftsunternehmen) gründete, ist auf den nicht-schulischen Sport im weitesten Sinne ausgerichtet. Es soll durch anwendungsorientierte Forschung und praxisdienliche Beratung und Weiterbildung eine im Wissenschaftssystem institutio­nalisierte Antwort auf den Wandel der Praxis sein.

Die Forschungsarbeiten waren zunächst nur auf das deutsche und sind gegenwärtig darüber hinaus auch auf internationale Sportvereins- und Sportverbandssysteme ausgerichtet (z. B. empirische Studien zu Sportvereinen auf kommunaler Ebene oder Mitgliedsvereinen von Sportverbänden, Praxisberatung und Innovationsbegleitung von Sportvereinen, internationale Sportverbände). Daneben werden empirische Stu­dien zum Freizeit-, Sportverhalten (z. B. Bürgerbefragungen auf kommunaler Ebene, Befragungen zur Laufbewegung und zum Amateurfußball) und zur Arbeit in Sportor­ganisationen (Freiwilligenarbeit, Ehrenamtlichkeit, Erwerbsarbeit) durchgeführt.
Für Beratungs- und Weiterbildungsaufgaben, die meistens mit Partnern aus der Praxis durchgeführt werden, wurden besondere Angebotsformen entwickelt (z. B. die Som­mer-Universität, Weiterbildungsstudiengang: Qualifizieren, sich engagieren, öffentli­che Abendvorträge, Weiterbildungsmessen).
Das ISW gibt zur Kommunikation mit seinen Partnern einen Informationsdienst heraus (FISW-Transfer) und Dieter H. Jütting ist Herausgeber der Buchreihe „Edition Global-Lokale Sportkultur“ im Waxmann Verlag (Münster, New York, München, Ber­lin).
Sportgeschichte/ Sportpädagogik: Prof. Dr. Michael Krüger

Der Arbeitsbereich Sportpädagogik besteht seit Mitte der 1970er Jahre, als am da­maligen Institut für Leibesübungen (IfL) der Universität Münster ein Lehrstuhl für Sportpädagogik (C 4-Professur) und zwei C 3-Professuren für Sportpsychologie so­wie für Biomechanik und Bewe­gungslehre eingerichtet wurden. Damit erhielt das be­reits seit 1929 in die Prüfungsordnung für das Lehramt an höheren Schulen in Preu­ßen eingeführte Fach „Leibesübungen und körperliche Erziehung“ einen wissen­schaftlich-akademischen Rang. Erster Lehrstuhlinhaber, zugleich Institutsdirektor und Dekan dieses in Deutschland nach Köln zweitgrößten Hochschulinstituts für Lei­besübungen und Sport, wurde 1974 Prof. Dr. Hans Langenfeld. Er widmete sich ins­besondere Fragen der historischen Sportpädagogik. Unter ihm erwarb sich Münster den Ruf ei­nes Zentrums der sporthistorischen Forschung in Deutschland.

Sportgeschichte bildet auch unter seinem Nachfolger Prof. Dr. Michael Krüger, der seit dem Sommersemester 1999 in Münster lehrt, einen Schwerpunkt in Forschung und Lehre des Arbeitsbereichs. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte und Pädagogik des olympischen Sports. Diese Thematik spielt auch in den Lehrangeboten eine wichtige Rolle. Neben Seminaren und Vorlesungen, in denen unterschiedlichste As­pekte des olympischen Sport behandelt werden, stehen auch Projekte und Exkursio­nen auf dem Programm. Beispielsweise wurde im Jahr der Jahrhundertspiele von Sydney 2000 in Verbindung mit der Stadt Münster eine öffentliche Ringvorlesung zur Geschichte und den Perspektiven der Olympischen Spiele durchgeführt. Zu den Olympischen Spielen 2004 wird eine 14tägige Studienfahrt nach Griechenland ange­boten.
Grundsätzlich wird im Arbeitsbereich Sportpädagogik/ Sportgeschichte versucht, alle Themen aufzugreifen, die – im weitesten Sinn – mit Fragen und Problemen der Bil­dung und Erziehung im und durch Bewegung, Gymnastik, Turnen, Spiel und Sport zusammen hängen. Traditionell stehen dabei der Schulsport und der Sportunterricht im Mittelpunkt. Darüber hinaus geht es aber auch um die Pädagogik des Sports in Vereinen und Verbänden sowie um pädagogische Aspekte des Sporttreibens in an­deren Organisationen und Institutionen. In neuerer Zeit gilt die Aufmerksamkeit nicht mehr nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch anderen „Zielgruppen“, die sich mit je unterschiedlichen Zielen und Motiven sportlich betätigen. Bearbeitet werden ethische, philosophische und anthropologische sowie vergleichende Aspekte des Sports und der Sporterziehung in Geschichte und Gegenwart; und dies sowohl in eher theoretischer als auch anwendungsorientierter Perspektive. Beispiele sind an­thro­pologische Grundformen der Leibeserziehung und des Sports wie Körper und Kör­perlichkeit, Bewegung, Spiel, Gesundheit, Leistung und Wettkampf, aber auch Prob­leme wie Doping, Kinderleistungssport und der Sport mit Sondergruppen.
Alle Themen und Schwerpunkte des Arbeitsbereichs Sportpädagogik sind in beson­derer Weise interdisziplinär angelegt; d. h., es ist wichtig und nötig, mit anderen Fä­chern und Disziplinen innerhalb und außerhalb des IfS und der Sportwissenschaft zusammen zu arbeiten.
Im Arbeitsbereich sind im Augenblick tätig: Prof. Dr. Michael Krüger (Leiter), Dr. An­nette R. Hofmann (Wiss. Assistentin), Kai Reinhart (Wiss. Angestellter) sowie Silke Nielsen (Sekretariat).

Trainingswissenschaft: Prof. Dr. Wolfgang I. Schöllhorn

Der Lehrstuhl am Arbeitsbereich Trainingswissenschaft wurde nach dem Ausschei­den von Prof. Joch im Jahr 2000 durch die Annahme des Rufes von Wolfgang I. Schöllhorn besetzt. Dem Arbeitsbereich gehören eine Sekretärin und 4 Doktoranden an. Dem Arbeitsbereich sind eine C1 Stelle und eine ½ BAT IIa- Stelle mit einer hal­ben Sekretariatsstelle zugeordnet. Der Arbeitsbereich Trainingswissenschaft be­schäftigt sich in erster Linie mit einer systemischen Betrachtung von menschlicher Leistung und ihrer Manipula­tion. Dabei steht vor allem die Entwicklung von Diagno­semethoden und alternativen Interventionstechniken in Schule, Verein und Therapie im Zentrum des Interesses.

Forschungsprojekte des BISP und BMBF befassen sich mit der Entwicklung eines Biomechanikmoduls im Rahmen eines Kooperationsverbunds deutscher Universitä­ten zur Entwicklung elektronischer Medien in Bewegungs- und Trainingswissenschaft (eBuT), der Vertiefung von Grundlagen des neu entwickelten Lernansatzes des diffe­renziellen Lernens (BISP) und der Entwicklung eines neuen Ansatzes zur Taktik­analyse in Mannschaftssportarten (BISP). Im Detail befassen sich Meike Alichmann mit ökologischen Einflüssen auf Kraftentwicklung, Jörg Jäger mit Taktikanalyse in Mannschaftssportarten mittels Mustererkennungsverfahren, Hagen Schaper mit Sig­nalanalyse biomechanischer Messdaten und Klaus Tschismar mit einer Lehr-Lern­softwareentwicklung in der Biomechanik. Unter Mitarbeit von Christiane Bohn wird derzeit die Optimierung einer Sprintprothese untersucht.
Unter Leitung von Wolfgang I. Schöllhorn wurde im Rahmen des EU-geförderten Erasmus-Programms ein Austauschnetz mit den Universitäten in Barcelona, Wien und Amsterdam aufgebaut, das StudentInnen neben der zukunftsweisenden Aus­landserfahrung einen für die eigene Studienleistung anrechenbaren Austausch er­laubt.
Der Arbeitsbereich Trainingswissenschaft war unter Mithilfe von Christiane Bohn jüngst Ausrichter des international hochklassig besetzten European Workshop On Movement Science (EWOMS) mit TeilnehmerInnen aus mehr als 15 Ländern und 4 Kontinenten.

Sportpsychologie: Prof. Dr. Bernd Strauss

1973 wurde erstmals mit Willi Essing ein Professor für Sportpsy­chologie an die Uni­versität Münster berufen. Nach der Pensionie­rung von Willi Essing im Jahre 1997 er­hielt ein Jahr später Bernd Strauß den Ruf auf diese Sportpsychologie-Professur. Im Laufe der letzten 5 Jahre konnten einige Mitarbeiterstellen aus Landesmitteln sowie mit Hilfe von Drittmit­teleinwerbungen geschaffen werden. So gehören zu dem Ar­beitsbereich Sportpsy­chologie z. Z. zwei BATIIa-Stellen. In jüngster Zeit wurden von Mit­gliedern des Arbeits­bereichs Sportpsychologie mehrere drittelmittelgeförderten Projekte eingeworben (u. a. ein DFG-Projekt: „Unterschiede in der Wahrnehmungs-Handlungskopplung zwischen sportlichen Experten und Novizen“; DFG-Projekt: „Visuelle Informationsaufnahme und Aufmerksamkeit im Sport“; BISp, 2002-2003: „Expertise im Bad­minton“; GUVV, 2003-2005: „Unfälle im Schul­sport“). Zum Arbeitsbereich gehören neben zahlreichen studentischen Hilfskräften auch Stipendi­aten (z. Z. Rouwen Canal-Bruland; Studienstiftung des deutschen Volkes) und mit Frau Schröer-Hüls eine Sek­retariatskraft.

Der Arbeitsbereich Sportpsychologie beschäftigt sich thematisch besonders mit so­zialpsychologischen Aspekten des Sports (wie z. B. Selbstkonzepte von Sportlern und Zuschauern, Risikowahrnehmung im Schulsport, Einfluss von Beobachtern auf Leistungen, Urteilsverzerrungen, Heimvorteil), Expertiseforschung im Sport (z. B. kognitive Stra­tegien von Athleten und Trainern, Wahrnehmung und motorische Kontrolle) sowie mit Fragen der Diagnostik und Forschungsmethodologie in der Sportpsychologie.

Bernd Strauß ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher sowie wissenschaftlicher Zeitschriftenbeiträge. U. a. gibt er die Reihe „Sportpsychologie“ im Hogrefe-Verlag heraus.

Mitglieder des Arbeitsbereichs Sportpsychologie engagieren sich außerhalb und in­nerhalb der Universität in zahlreichen Funktionen. So ist z. B. Bernd Strauß von 2001 bis 2006 Dekan des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaft und war von 2001 bis 2004 Geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift „psychologie und sport“ sowie von 1997 bis 2003 Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp). Maike Tietjens war z. B. von 2001 bis 2004 Gleichstellungsbeauftragte des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaft und von 1999 bis 2005 Mitglied im Vor­stand der asp.

Sportmedizin: Prof. Dr. Klaus Völker

Die Sportmedizin in Münster ging aus einer sportmedizinischen Unter­suchungsstelle, gegründet Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, hervor. Dem ersten Leiter, Prof. Klaus, gelang es, 1961 die Sportmedi­zin als eigenständiges Institut in die Medi­zinische Fakultät zu installie­ren und eine Professur für Sportmedizin zu erlangen. Von 1973 bis 1976 leitete Prof. Schmidt und von 1979 bis 1993 Prof. Zipf das Institut. Nach einem kommissarischen Interregnum durch Prof. Jerosch von 1993 bis 1997 übernahm Prof. Völker 1997 das Institut.
Neben der Professur verfügt das Institut aus Landesmitteln über zwei C1-Assisten­tenstellen (PD Dr. Frank Mooren und Dr. Lothar Thorwesten), eine akademische Oberratstelle (Dr. Albert Fromme) sowie sechs nichtwissenschaftliche Mitarbeiter­stellen. Eine wechselnde Zahl von wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie wissen­schaftlichen und studentischen Hilfskräften aus Drittmittelprojekten ergänzen die In­stitutsmannschaft
Ärztliche Aufgaben werden vom Institut für Sportmedizin in folgendem Rahmen wahrgenommen: Lizenziertes Untersuchungszentrum des Bundesausschusses Leistungssport sowie Poliklinische Ambulanz für Patienten mit belastungsinduzierten Beschwerdebildern. Die Lehre wird überwiegend für den Bereich der Sportwissen­schaften erbracht, nur zu einem geringen Anteil im Rahmen des Medizinstudiums. Neben klassischen leistungsphysiologischen und präventiv medizinischen Inhalten, in Form von Vorlesungen und Seminaren im Grund- und Hauptstudium, wird als sporttherapeutische Zusatzqualifikation ein Lehrgang zur Betreuung von Herzsport­gruppen (S-Lizens) angeboten. Die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in verschiedenen Bereichen. Neben klassischen leistungsphysiologischen Fragen liegt ein Schwerpunkt auf dem Bereich der Prävention, Therapie und Rehabilitation durch Bewegung und Sport. Ein schnell expandierender Bereich widmet sich der molekula­ren Sportbiologie; erweitert und ergänzt wird das Spektrum durch den Bereich „Sen­somotorische Funktionsdiagnostik“. Finanziert werden die Forschungsprojekte aus Landesmitteln, universitären Förderungsfonds, Mitteln des Bundesinstituts für Sport­wissenschaft sowie der Industrie.
Mitglieder des Arbeitsbereiches sind innerhalb und außerhalb der Universität enga­giert. Prof. Völker ist ständiges Mitglied der Klinikumskonferenz des UKM, stellver­tretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention und des Gesundheitsausschusses des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen, Vorsitzender der Kommission „Freizeit-, Breiten- und Alterssport“ und Mitglied des Wissenschaftsrates der DGSP. Dr. Thorwesten ist Mitglied des „Board of Directors“ der International Society of Biomechanics in Sports ISBS. Dr. Fromme engagiert sich im kommunalen Bereich, wie im Stadtsportbund Münster und in der Gesundheits­konferenz der Stadt Münster.

Bewegungswissenschaft: Prof. Dr. Heiko Wagner

Der Arbeitsbereich Bewegungswissenschaft vertritt zwei Forschungs- und Lehrbereiche:
- die Biomechanik, naturwissenschaftlich, physikalisch geprägt und
- die Bewegungslehre als eine motorisch orientierte Fachwissenschaft.

Obwohl diese Integration in den gemeinsamen Arbeitsbereich Bewegungswissenschaft auf den ersten Blick schwierig erscheint, so ist sie doch eine logische Konsequenz aus der modernen Entwicklung beider Bereiche, da die motorische Kontrolle und die biomechanischen Eigenschaften des Muskel-Skelett-Systems eng miteinander verbunden sind.

Biomechanik der motorischen Kontrolle
Der Arbeitsbereich Bewegungswissenschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Gegensätze zu überwinden; es soll die Biomechanik der motorischen Kontrolle untersucht werden.
Hier ergeben sich viele interessante Fragestellungen, nicht nur für die Sportwissenschaft im Speziellen sondern auch für angrenzende Fachgebiete im Allgemeinen.

Sportdidaktik: Prof. Dr. Nils Neuber

Portrait Nils Neuber 11 03Im Mittelpunkt sportdidaktischer Überlegungen steht die Inszenierung von Lehr-Lernprozessen im Sport. Der Arbeitsbereich Sportdidaktik befasst sich vorrangig mit Bewegung, Spiel und Sport im Kindes- und Jugendalter. Zentrales Anliegen ist es, Möglichkeiten und Grenzen einer Entwicklungsförderung in diesem Feld zu untersuchen. Im Sinne einer Voraussetzungs- und Wirkungsprüfung wird dabei empirischen Vorgehensweisen qualitativer und quantitativer Ausprägung der Vorrang gegeben.

Als Anwendungsfeld kommt dem Schulsport eine besondere Rolle zu. Eingebunden in die nordrhein-westfälische Schulsportentwicklung werden z.B. die Entwicklung von Schulprogrammen, die gute und gesunde Schule oder die Umsetzung der Richtlinien und Lehrpläne thematisiert. Zum anderen ist der Vereinssport ein wichtiges Anwendungsfeld, in dem z.B. Partizipation, Jugendbildung oder die Kooperation von Schulen und Sportvereinen im Rahmen der Ganztagsschule aufgegriffen werden.

In Zeiten gesellschaftlichen Wandels stellt der Umgang mit heterogenen Zielgruppen eine besondere Herausforderung dar. Im Sinne einer Sportpädagogik der Vielfalt werden dabei Kategorien, wie Geschlecht, Ethnie, soziale Herkunft oder Bewegungsstatus, aufgegriffen. Hier werden auch verstärkt Akzente in Forschung und Lehre gesetzt. Insgesamt ergeben sich für den Arbeitsbereich Sportdidaktik die folgenden Arbeits­schwerpunkte:

  • Erziehung und Bildung im Sport,

  • Planung, Durchführung und Auswertung von Sportunterricht,

  • Bewegungserziehung im Vor- und Grundschulalter,

  • Entwicklungsförderung im Jugendalter,

  • Geschlechtssensibles Unterrichten,

  • Gesundheitsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport,

  • Person und Rolle von Sportlehrkräften,

  • Entwicklung des Schul- und Vereinssports.

 

Praxis und Theorie der Sportarten und Bewegungsfelder:

In der Sportpraxis wird die Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur an ausgewählten Beispielen in Theorie und Praxis entfaltet und mit jeweils speziellen Akzentsetzungen aufgearbeitet. Hier fließen die wissenschaftlichen Erkenntnisse der sportwissenschaftlichen Teildisziplinen zusammen und werden mit den spezifischen Anforderungen der einzelnen Sportarten sowie den leiblichen, materialen und sozialen Erfahrungen bei der entsprechenden sportmotorischen Auseinandersetzung in Beziehung gesetzt. Die Sportpraxis bietet in Münster somit ein Feld, in dem Studierende den jeweiligen Sportbereich auf verschiedenen Ebenen des Theorie-Praxis-Bezuges erfahren, analysieren, reflektieren und praktizieren sollen. Im Mittelpunkt steht dabei der Erwerb von Qualifikationen, die auf eine breite Vermittlungskompetenz der jeweiligen Sportart gerichtet sind.



1.3 Studiensituation in Münster


Mit über 2.000 Studierenden ist die Fachrichtung Sportwissenschaft der Universität Münster eine der größten deutschen sportwissenschaftlichen Ausbildungseinheiten. Eine Einschreibung ist zur Zeit in drei verschiedene Bachelorstudiengänge möglich, die letztendlich auf unterschiedliche lehramtsbezogene Masterstudiengänge hinführen. Zur Zeit wird intensiv an der Beantragung der Masterstudiengängen gearbeitet. Ob es dabei auch einen außerschulischen Masterstudiengang geben wird, ist noch nicht entschieden.

Das Lehrangebot unterteilt sich in fachwissenschaftliche und fachdidaktische Anteile so wie sportpraktisch-methodische Lehrveranstaltungen.

Zu den fachwissenschaftlichen Angeboten gehören Vorlesungen, Seminare und Praktika in Bereichen wie Sportmedizin, Biomechanik, Trainingswissenschaft, Bewegungslehre, Sportmotorik, Sportpsychologie, Sportsoziologie, Sportpädagogik, Sportdidaktik, Sportgeschichte und der Sportphilosophie.

Zahlreiche Lehrangebote beschäftigen sich mit der Form des Lernens und Unterrichtens im Sport. Diese sind in speziellen Vorlesungen und Seminaren, aber auch Kooperationsveranstaltungen mit Schulen zu finden und natürlich in den sportpraktisch-methodischen Veranstaltungen, in denen der Vermittlungsaspekt einen sehr großen Stellenwert einnimmt.

Aus den unterschiedlichsten Feldern des Sports strukturiert sich das Angebot der Lehrveranstaltungen im sportpraktisch-methodischen Bereich, wobei der enge Theorie-Praxis-Bezug in Münster von jeher ein zentrales Merkmal der Ausbildung ist. Das Spektrum der Sportarten und Bewegungsfelder hat sich dabei kontinuierlich erweitert. Neben den klassischen Individualsportarten Leichtathletik, Turnen, Gymnastik/Tanz und Schwimmen sind alle großen Mannschaftssportarten: Fußball, Handball, Basketball und Volleyball vertreten. Hinzu kommen weitere Ballsportarten wie Badminton, Tennis, Hockey, Squash, Tischtennis. Auch Trampolin, Rudern und Kanu, Golfen, Rhönradturnen oder Zweikampfsportarten (z. B. Judo, Fernöstliche Kampfkünste) können stu­diert werden.

Auch neuere Trends sind wählbar, wie Rollen/Gleiten (Inliner); Rugby, Rope Skipping, und Klettern, um nur eine Auswahl zu nennen. Ergänzt wird das sportpraktisch-methodische Lehrangebot durch Exkursionen, die einen festen Platz in der Ausbildung in Münster haben. Beispielhaft zu nennen sind Skifahren, Snowboarden, Mountainbike, Rudern, Kanufahren, Segeln, Klettern, Wandern, Radtouren oder Bergwandern.

Weitere Veranstaltungen, die z. T. mit einem Zertifikat verbunden sind, wie z. B. die S-Lizenz Herzsport in der Sportmedizin, das Sporttreiben mit krebskranken Kindern oder die Zusatzqualifikation zur Erteilung des Sportförderunterrichts runden das Veranstaltungsangebot ab.

Die Fachrichtung trägt dafür Sorge, dass jeder Studierende in der Regelstudienzeit sein Studium beenden kann, wenn regulär studiert wird. Bei einem unverschuldeten Rückstand gegenüber dem normalen Studienverlauf, wie bspw. durch Verletzung, Krankheit etc., kann der Rückstand durch einen Härtefallantrag, wodurch die Studierenden im Folgesemester die fehlenden Veranstaltungen bevorzugt zugewiesen bekommen, aufgeholt werden.




2. Anforderungsprofil an Studieninteressierte


Für das Studium sollte ein generelles Interesse am Sport sowohl in Theorie als auch Praxis vorhanden sein. Dazu gehört vor allem ein breites sportmotorisches Können.




3. Berufs- und Tätigkeitsfelder


Der Bachelorstudiengang mit der Ausrichtung auf berufliche und allgemeine Bildung bereitet vorwiegend auf den Masterstudiengang mit dem Berufsziel eines Lehrberufs an Berufskollegs vor. Es soll aber auch ein Wechsel auf die Masterstudiengänge mit dem Berufsziel des Lehrers an anderen Schulformen möglich sein. Darüber hinaus ist mit dem BA-Abschluss aber auch der Einsatz in außerschulischen Berufsfeldern denkbar wie z.B. in Institutionen der Erwachsenenbildung wie der Volkshochschule, den Bildungswerken der Landessportbünde oder aber den sportverbandsinternen Aus- und Weiterbildung.




4. Struktur und Aufbau des Studiums


4.1 Modulstrukturen


Der Bachelor BABB/ FBJE umfasst eine Regelstudienzeit von 6 Semestern und beinhaltet die folgenden 6 Module:

Überblick zur Modularisierung

M 1 Einführung/ Grundlagen 5 LP (6 SWS)

- VL Grundlagen der Sportdidaktik und Sportpädagogik (2 LP, 2 SWS)
- Spiel- u. sportmotorische Kompetenzen (1 LP, 2 SWS)
- LV Grundlagen des wiss. Arbeitens/ Forschungsmethoden (2 LP, 2 SWS)

M 2 Fachwissenschaftliche Grundlagen 10 LP (6 SWS)

Pflicht: (2 SWS)
- LV Sportmedizin (4 LP)
a) Anatomie
b) Physiologie

Wahlbereich 1: (2 SWS) (3 LP)

Bewegung/Training/Gesundheit

- LV Bewegungswissenschaft
- LV Trainingswissenschaft

Wahlbereich 2: (2 SWS) (3 LP)

Individuum und Gesellschaft

- LV Sportpsychologie (2)
- LV Sportsoziologie (2)
- LV Sportgeschichte (2)

M 4 Fachwissenschaftlich-disziplinäres Modul 7+3 LP (6 SWS)

Wahlbereiche:

Sportmedizin
Sportpsychologie
Sportsoziologie
Bewegungswissenschaften
Trainingswissenschaft
Sportpädagogik/ Sportgeschichte

Modulprüfung (3 LP)

M 5 Individualsportart I 5 LP (4 SWS)

- Turnen (2 SWS)
- Gymnastik/Tanz (2 SWS)

oder

M 6 Individualsportart II 5 LP (4 SWS)

- Leichtathletik (2 SWS)
- Schwimmen (2 SWS)

M 7 Spiele I 5 LP (4 SWS)

- Rückschlagspiel (2 SWS)
- Torschussspiel (2 SWS)

oder

M 8 Spiele II 5 LP (4 SWS)

- Wurfspiel (2 SWS)
- Kleine Spiele/ Integrative Sportspielvermittlung (2 SWS)

M 9 Weitere Sportbereiche und Bewegungsfelder (2x2 SWS) 5 LP (4 SWS)

Wahlbereich M 9-1 „Fitness und Gesundheitssport“ (2): z.B.: Rückenschule, Ausdauersport, Aerobic, Walking, Wassergymnastik, Entspannung, Massage, Herzsport,... nach Angebot.

Wahlbereich M 9-2 „Trendsport, Bewegungskünste, Abenteuersport, Natursport“ (2): z.B.: Akrobatik, Inline, Trampolin, Zweikampf/Judo, Klettern, Rudern, Segeln, Kanu, Ski, Radsport,... nach Angebot.

Gesamt 40 LP (30 SWS)

Die Gesamtnote des BA FBJE Sport errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel aus den Noten aller Module.

Studierende wird empfohlen, ihre Bachelorarbeit im Laufe des dritten Studienjahres in Anbindung an das Modul 4 zu schreiben. Die Studierenden haben ein Vorschlagsrecht.



4.2 Studienbegleitende Prüfungen


Die Prüfungen werden studienbegleitend abgelegt. In den Theoriemodulen M1-M3 und den Praxismodulen M5-M10 werden die Leistungen kommulativ erbracht, d.h. die einzelnen Noten in den Prüfungen der einzelnen Veranstaltungen ergeben zusammen die Modulabschlussnote. Im Modul M4 wird erst nach Abschluss des Moduls eine vierstündige Klausur über das gesamte Modul geschrieben.



4.3 Praktika


Im Studium müssen Praxisphasen absolviert werden. Näheres regelt die Praktikumsordnung des Zentrums für Lehrerbildung und die fachspezifischen Anhänge der Bachelorrahmenordnung.



4.4 Sonstige Anforderungen


Vor Beginn des Studiums, spätestens nach dem Ende des ersten Semesters, ist im Studiensekretariat der Fachrichtung Sportwissenschaft ein sportärztliches Attest vorzulegen, in dem die gesundheitliche Eignung für ein Sportstudium bescheinigt wird. Darüber hinaus muss im Studium das Rettungsschwimmabzeichen DLRG silber erworben und ein Erste-Hilfe-Kurs besucht werden.




5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung


Lupe Die Fachspezifische Bestimmungen finden Sie unter
http://zsb.uni-muenster.de/material/m511b_2.htm.



6. Literaturhinweise


Bücher

Borkenhagen, F. & Kuhlmann, D. (Red.) (2005). Studienführer Sportwissenschaft. Informationen und Adressen für das Studium der Sportwissenschaft. (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft). Hamburg: Czwalina. [noch nicht erschienen]

Buchmeier, W. & Zieschang, K. (1992). Sportökonomen in Beruf und Studium. Schorndorf: Hofmann.

Cachay, K. & Thiel, A. (1999). Ausbildung ins Ungewisse? Beschäftigungschancen für Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler im Gesundheitssystem. Aachen: Meyer & Meyer.

Cachay, K., Thiel, A., & Meier, H. (2001). Der organisierte Sport als Arbeitsmarkt. Eine Studie zu Erwerbspotenzialen in Sportvereinen und Sportverbänden. Schorndorf: Hofmann.

Deutscher Sportbund (DSB) (1995). Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Sport (2. Aufl.). Frankfurt/Main: DSB.

Deutscher Sportbund (DSB) (1994). Memorandum zur Förderung der Sportwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt/Main: DSB. [PDF]

Glaubitz, U. (2001). Jobs für Sportfreaks. Machen Sie Ihr Hobby zum Beruf (campus concret, 58). Frankfurt/Main, New York: Campus.

Haag, H. (1991). Einführung in das Studium der Sportwissenschaft. Berufsfeld-, Studienfach- und Wissenschaftsorientierung (Grundlagen zum Studium der Sportwissenschaft, 1). Schorndorf: Hofmann.

Hartmann-Tews, I. & Mrazek, J. (1994). Der berufliche Werdegang von Diplom-Sportlehrerinnen und Diplom-Sportlehrern. Köln: Sport und Buch Strauß.

Hartmann-Tews, I. & Mrazek, J. (2002). Berufsfeld Sport im Wandel: eine empirische Studie. Köln: Sport und Buch Strauß.

Heim, R. & Kuhlmann, D.(Hrsg.) (1995). Sportwissenschaft studieren. Eine Einführung. Wiesbaden: Limpert.

Heinemann, K., Dietrich, K., & Schubert, M. (1990). Akademikerarbeitslosigkeit und neue Formen des Erwerbsverhaltens - dargestellt am Beispiel arbeitsloser Sportlehrer. Weinheim: Deutscher Studien-Verlag.

Hossner, E.-J. (1997). Sportwissenschaftlicher Nachwuchs 2000. Strukturen - Qualifikationen - Prognosen (Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 80). Hamburg: Czwalina. [mehr Infos]

Lange, A. (1997). Arbeitsmarkt Sport. Außerschulische Berufsfelder (2. Aufl.). Bochum: Brockmeyer.

Thiele, T. & Timmermann, J.-P. (1997). Sportwissenschaftler auf dem Weg in die Arbeitswelt. Eine Studie zum beruflichen Werdegang von Absolventen des Studiengangs Diplom-Sportwissenschaft an der Universität Hamburg. Hamburg: Czwalina. [mehr Infos]

Beiträge aus Zeitschriften und Büchern

Abi-Magazin (2004). "Ich will etwas mit Sport und Fitness machen." [Schwerpunktthema]. abi-Magazin, (5). Online abrufbar unter www.abi-magazin.de/rubrik/schwerpunkt200405.jsp

Belz, M. & Volck, G. (1996). Berufsfeld Sport. Ergebnisse und Folgerungen einer Verbleibsstudie Tübinger Diplomsportpädagoginnen und -pädagogen. sportunterricht, 45, 145-156.

Buchmeier, W. & Zieschang, K. (1995). Absolventenreport Sportökonomie der Universität Bayreuth. dvs-Informationen, 10(3), 47-49. [PDF]

dvs (1998). Magisterstudium [Schwerpunktthema]. dvs-Informationen, 13(4). [PDF]

dvs (1999). Arbeitsmarkt Sport [Schwerpunktthema]. dvs-Informationen, 14(4). [PDF]

dvs (2000). Bachelor & Master [Schwerpunktthema]. dvs-Informationen, 15(3). [PDF]

dvs (2001). Qualifizieren [Schwerpunktthema]. dvs-Informationen, 16(4). [PDF]

Emrich, E. (1988). Saarbrücker Diplom-Sportlehrer in Studium und Beruf. sportunterricht, 37, 20-26.

Emrich, E. & Pitsch, W. (1994). Saarbrücker Diplom-Sportlehrer in Studium und Beruf - eine Wiederholungsstudie. sportunterricht, 43, 286-293.

Emrich, E. & Pitsch, W. (2003). ... und zum Dritten: Saarbrücker Diplom-Sportlehrer in Studium und Beruf - eine erneute Wiederholungsstudie. dvs-Informationen, 18(2), 34-40. [PDF]

Meisner, C., Messing, M., & Huber, K. (1987). Berufschancen von Diplomsportlehrern. sportpädagogik, 11(6), 11-12.