Der Telekommunikationsanlagenverbund am Hochschulstandort Münster

Das ZIV betreibt in Kooperation mit dem UKM und der Fachhochschule Münster einen Telekommunikationsanlagenverbund (TK-Anlage), der den gesamten Hochschulstandort Münster versorgt. Einrichtungen wie das Universitätsklinikum Münster (UKM), die Fachhochschule Münster (FH)- einschl. Standort Steinfurt, die Kunstakademie Münster, das Centrum für Nanotechnologie (Centech) und diverse andere Einrichtungen werden darüber versorgt. Ursprünglich wurden über diese Tk-Anlage ISDN- und analoge Telefone sowie Faxgeräte versorgt. Mittlerweile ist die Voice over IP Technologie (VoIP) integraler Bestandteil dieser TK-Anlage.

Der gesamte Telekommunikationsanlagenverbund wird durch das ZIV administriert und konfiguriert. Anlagenveränderungen oder die Behebung von Störungen werden in erster Linie durch 3 Administratoren des ZIV durchgeführt. Durch weiteres technisches Personal der FH Münster, des UKM und des ZIV werden zur Zeit über 21.000 Nebenstellen bei Störungen und Veränderungen vor Ort betreut.

Durch die dezentrale und eng vermaschte Struktur des gesamten Systems im Stadtgebiet von Münster ist eine hohe Ausfallsicherheit gewährleistet. Mit über 600 Leitungen ist der gesamte Anlagenverbund an das öffentliche Netz angebunden. Diese Leitungen sind ebenfalls über verschiedene Standorte des Netzverbundes als auch unseres Telefondienstanbieters verteilt. Dabei werden ISDN-Leitungen als auch SIP-Trunks eingesetzt.

Zur Zeit gibt es 12 Netzknoten. 11 von diesen Knoten stehen im Stadtgebiet von Münster, ein weiterer in der FH Steinfurt. An diese Knoten sind über 100 RPM's (abgesetzte Anlageneinheiten) angebunden. Diese RPM's sind über mindestens eine Verbindungsstrecke (2MBit/s) mit den jeweiligen Hauptknoten verbunden und können ohne diesen nicht alleine funktionieren. Durch die RPM's können auch entfernte Gebäudeteile der sehr dezentral im Stadtgebiet verteilten Universität erreicht werden. Je nach Art und Ausbaustufe können ca. 200-250 Telefonteilnehmer angeschlossen werden. Die Anbindung dieser Teilanlagen wird direkt über Kupfer- Glasfaser- oder LAN-Verbindungen ermöglicht.

Weiterhin gibt es ca. 8 eigenständige Telefonanalagen von Instituten, die nicht bzw. nur über eine Quereinwahl von dem Hauptanlagenverbund erreicht werden können. Diese kleinen "Insellösungen" verfügen über eigene Telekomanschlüsse um an das öffentliche Netz angebunden zu werden. Einige dieser Anlagen werden mittelfristig per VoIP oder als RPM per neu verlegter Glasfaserleitungen an die Hauptanlagen angebunden. 

Über die TK-Anlage werden ebenso eine Vielzahl von Queranbindungen verschiedenster Art realisiert. Hierbei werden unterschiedliche Techniken und Protokolle verwendet um die entsprechenden Gegenstellen anzubinden. Sowohl analoge Querverbindungen (z.B. für Personensucheinrichtungen) als auch digitale ISDN-Leitungen mit beispielsweise QSIG- oder DPNSS-Protokollen werden verwendet. Über die digitalen Querverbindungen gibt es Verbindungen beispielsweise zum Teleport, zum Technologiehof, zu Alarmierungs- und Faxservern, zu Notfalltelefonanlagen, zu mehreren eigenständigen VoIP-Anlagen, Videokonferenzsystemen, zu einer MCU (Multipoint Control Unit - für Video- und Telefonkonferenzen), zu dem Voicemailserver und einigen weiteren Endpunkten und Teststellungen.

Routing ist im Bereich der ISDN-Anlage ein besonderes Thema. Über das Routing wird der Verkehrsfluß innerhalb der Anlage gesteuert. Anhand der Analyse von Verkehrsmessungen innerhalb des Systems wird eine bedarfsgerechte Anpassung von Innenverbindungswegen geregelt. Dies umfasst natürlich ebenso die Kontrolle des im Tagesverlauf veränderlichen Verkehrsaufkommen zu den öffentlichen Telefondienstanbietern. Durch das eng vermaschte Telefonsystem kann so durch das Routing auch bei einem Fehler- oder Wartungsfall meist ein Zweit- oder Drittweg für den Telefonverkehr verfügbar gemacht werden. Für den Teilnehmer sind daher einige Störungen oder Engpässe nicht zu erkennen.

Verschiedenste Endgeräte werden über die Telefonanlage versorgt. Neben den handelsüblichen analogen Telefonen und Faxgeräten werden auch über properitäre ISDN-Schnittstellen spezielle digitale Komforttelefone betrieben. Diese verfügen mit entsprechenden Konfigurationen über weitreichende Funktionalitäten in Gruppen oder Chef/Sekretär- Verbunden. Für spezielle Datenanwendungen sind auch noch einige ISDN-Karten in PC's oder Notebooks in Betrieb. Ein großer und wachsender Bereich neben den VoIP-Geräten sind die DECT - Telefone. Etwa 1200 DECT - Endgeräte sind in ca. 10 DECT-Systemen aktiv. Diese DECT-Systeme sind mit gebäudeweit verteilten Sendern so ausgestattet, dass sich der Teilnehmer in seinem Institut, Abteilung usw. frei bewegen kann und überall erreichbar ist.


Statistik Ports :

ca. 4900 analoge Nebenstellen

ca. 1200 DECT Geräte

ca. 2000 SIP  Engeräte

ca. 13000 digitale Nebenstellen