ZIV

  Linux-Einführung

Erste Schritte

 

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Anmelden, Kommandozeile

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Anmelden am lokalen Übungsrechner

Die Linux-Rechner im Computerlabor sind virtuelle Rechner, die unter Windows laufen.
Zum Starten

Beim Einloggen in Linux können Sie die grafische Oberfläche (voreingestellt ist Gnome) und die Sprache auswählen.

Es ist möglich, die Linuxrechner ohne Grafik, also rein zeilenorientiert, zu benutzen. Man nennt diesen Betriebsmodus auch console mode: Eine Konsole ist ein alter Begriff für einen Bildschirm, der direkt mit dem Rechner verbunden ist, und auf den das Betriebssystem Meldungen schreibt. Zu einer Konsole gehört auch eine Tastatur.

Linux stellt Ihnen 6 virtuelle Konsolen zur gleichzeitigen Nutzung zur Verfügung, die Sie mit einer der Tasten <alt>-<strg>-F1 bis <alt>-<strg>-F6 auswählen können.  Mit <alt>-<strg>-F7 gelangen Sie wieder in den Grafikmodus.

Anmelden über das Netz

Ausser auf einem lokalen Rechner können Sie auch auf dem zentralen Dialogserver »zivunix« arbeiten. Dieser läuft zwar nicht unter Linux, sondern unter AIX, die Unterschiede zwischen beiden Systemen sind aber nicht gravierend.
 
Wo? »zivunix.uni-muenster.de«
Wie? Von einem Unix-System aus mit dem Befehl »slogin zivunix«.
Von Windows aus mit der SSH-Secure-Shell, die Sie unter dieser URL finden können
oder dem Programm putty.

Kommandozeile

Die sogenannten Shells (= Schalen um den Kernel) implementieren die Kommandozeile, eine wichtige Nutzerschnittstelle. Sie erfüllt folgende Aufgaben:

Die Shell der ersten Unix-Systeme sh wurde von Stephen Bourne geschrieben, was den Namen der Linux-Shell bash (Bourne again shell) erklärt. Andere populäre Unix-Shells sind die C-Shell csh und ihre Erweiterung tcsh, die aber in dieser Vorlesung nicht behandelt werden, sowie die Korn-Shell ksh, die der bash sehr ähnlich ist.
In der Vorlesung wird ausschließlich die bash behandelt.

Editieren der Kommandozeile

Häufig vertippt man sich oder möchte ein kurz vorher eingegebenes Kommando vielleicht ein wenig verändert wiederholen. Aus diesen Gründen gibt es komfortable Möglichkeiten, einmal eingetippte Kommandos wiederzuholen und zu bearbeiten. Die bash kennt zwei Editier-Modi für die Kommandozeile: set -o emacs und set -o vi. Wir benutzen den voreingestellten emacs-Modus.

Elementare Befehle


»Linker Pfeil«
Strg-B
Cursor, ohne zu löschen, ein Zeichen nach links bewegen
»Rechter Pfeil«
Strg-F
Cursor, ohne zu löschen, ein Zeichen nach rechts bewegen
DEL Das Zeichen links vom Cursor wird gelöscht
Strg-D Das Zeichen unter dem Cursor wird gelöscht
Achtung: Wird Strg-D auf einer vollständig leeren Zeile eingegeben, so signalisiert dies der bash das Ende der Eingabe, was zum Programmende der bash und damit zur Abmeldung führt. Dieses kann durch den Befehl  set -o ignoreeof  verhindert werden.

Wort-Befehle


Esc b Ein Wort zurück bewegen
Esc f Ein Wort vor bewegen
Esc DEL
Strg-W
Das Wort links vom Cursor löschen
Esc d Das Wort unter dem Cursor löschen
Strg-Y Das zuletzt gelöschte Wort zurückholen (»yank«)

Zeilenbefehle


Strg-A Cursor am Zeilenanfang positionieren
Strg-E Cursor am Zeilenende positionieren
Strg-K Vom Cursor bis zum Zeilenende alle Zeichen löschen

Befehls-History

In einer speziellen history-Datei werden die letzten 1000 eingegebenen Befehle gespeichert. Sie können hervorgeholt, verändert und wiederholt werden

»Pfeil nach oben«
Strg-P
Die vorherige Zeile zurückholen
»Pfeil nach unten«
Strg-N
Die nächste Zeile zurückholen
Strg-R Rückwärts suchen
Esc < Die erste Zeile der History hervorholen
Esc > Die letzte Zeile der History hervorholen

Diverse andere Befehle


Strg-T Vertauscht das unter dem Cursor stehende Zeichen mit seinem linken Nachbarn
Strg-U Löscht alle Zeichen vom Zeilenanfang bis zum Cursor
Strg-V Das nächste eingegebene Zeichen wird maskiert, d. h. seiner besonderen Bedeutung beraubt
Strg-C Unterbricht das gerade laufende Kommando
Strg-S Bildschirmausgabe anhalten
Strg-Q Gehaltene Bildschirmausgabe fortsetzen

Befehls-Syntax

Unix-Befehle haben folgende, einheitliche Struktur. Bis auf den Befehlsnamen sind alle anderen Angaben optional.
Befehlsname Optionen Befehlsargumente Ein/Ausgabeumleitungen
Optionen sind durch ihre Syntax von den Befehlsargumenten unterscheidbar:
-Optionszeichen Optionsargument
Welche Optionen Optionsargumente besitzen, muss man der Befehlsbeschreibung entnehmen. Es gibt eine alternative (lange) Optionsform, die sprechendere Optionsnamen erlaubt:
--Optionsname Optionsargument
Befehlsargumente sind Dateinamen oder andere für den Befehl wichtige Informationen.
Normalerweise lesen Unix-Programme Eingaben vom Terminal und geben Ausgaben auf das Terminal aus. Diese Datenkanäle können durch Ein-/Ausgabeumleitungen geändert werden. Umleitungen werden ebenfalls syntaktisch von den Befehlsargumenten unterschieden.

Unix-Systeme unterscheiden Klein- und Großbuchstaben! In der Regel werden Unix-Befehle kleingeschrieben.

Fast alle Linux-Befehle kennen die Option --help, die zu einer ersten Kurzinformation über den Befehlsumfang führt. man befehlsname gibt dann ausführliche Erklärungen.

Erste Befehle


exit Die Sitzung beenden.
date Datum und Uhrzeit anzeigen
who Wer ist augenblicklich angemeldet?
w Wer ist augenblicklich angemeldet? Und hat wieviele Resoucen verbraucht?
info Zeilenorientiertes Hilfesystem. Probieren Sie am Anfang info info
Nachstehendes Bild zeigt die erste Seite des info-Tutorials.

info

Passwort-Änderung

Eigentlich würde der passwd-Befehl das Benutzer-Passwort ändern.
Aus technischen Gründen funktioniert dies im ZIV nicht. Bitte benutzen Sie statt dessen das Nutzerportal MeinZIV, das Ihr Passwort auf sämtliche Poolrechner (und gegebenenfalls weitere Systeme) verteilt.

Übungen

Melden Sie sich auf einem Übungsrechner an und probieren Sie die vorgestellten Befehle und die Möglichkeiten des Editierens der Kommandozeile aus.


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Zentrum für Informationsverarbeitung / © Stefan Ost, Mathias Grote / Letzte Änderung:20. August 2009