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Subito macht Sinn - Erste Ergebnisse der Winterumfrage

Seit Oktober 2000 ist es allen Wissenschaftlern, Ärzten und sonstigen Bediensteten der Medizinischen Fakultät möglich, Zeitschriftenartikel per Expresslieferdienst zu erhalten – kostenfrei und innerhalb von 24 Stunden wenn nötig. Keine andere medizinische Fakultät in Deutschland bietet ihren Mitgliedern eine derart schnelle und hochqualitative Artikellieferung an – die Uni Bonn fängt gerade erst an, dem Münsteraner Vorbild beim subito-Service nachzueifern.
Subito hat sich in den letzten drei Jahren als eine Art Back-Up-Mechanismus für nicht (mehr) am Ort vorhandene Zeitschriftentitel bewährt. Subito ermöglicht aber nicht nur den Zugang zu abbestellten Titeln, sondern zu allen medizinischen Titeln weltweit - schätzungsweise 13.000.
In einer großen Umfrage sollten nun erstmals Vor- und Nachteile des Systems unter allen seinen Benutzern evaluiert, ihre Literaturbedürfnisse ausgelotet sowie Verbesserungsvorschläge, Anregungen und Kritik eingeholt werden. Gleichzeitig wurden die knapp 5.000 Bestellungen des Jahres 2002 auf Verteilung der Bestellungen auf Nutzer, auf Titel, auf Monate, auf bestellte Jahrgänge, usw. untersucht.
696 subito-Nutzer wurden im Oktober 2002 per E-Mail angeschreiben und auf den Online-Fragebogen hingewiesen. 57 E-Mails kamen mit dem Vermerk „Adressat unbekannt“ zurück. Dies ist ein Schwachpunkt der Benutzerverwaltung, da keine Möglichkeit besteht herauszufinden, wenn ein registrierter Nutzer die Hochschule verläßt. 234 Fragebögen wurden ausgefüllt, so dass die Rücklaufsquote 37% betrug (wenn von den 638 positiv zugestellten E-Mails ausgegangen wird), was für eine Umfrage dieser Art sehr gut ist.

Highlights

  • 95% der Antwortenden waren mit diesen Service sehr zufrieden (46%) oder zufrieden (49%). Dabei wurde insbesondere die Einfachheit der Bestellung, die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit von subito hervorgehoben. Lediglich fünf Benutzer waren unzufrieden. Als Gründe wurden aufgeführt: Alle Zeitschriften sollten online zugänglich sein; Es wäre unklar, was bestellt werden dürfte und was nicht; Zeitschriften, die in einer Institutsbibliothek stehen, dürften nicht bestellt werden.
  • Von jedem antwortenden Benutzer wurden mit durchschnittlich 25 dreimal mehr Bestellungen durchgeführt als im Schnitt von allen registrierten Benutzern.
  • 7% der Artikel werden innerhalb von einer Stunde benötigt, 27% innerhalb von 24 Stunden, 47% innerhalb von drei Tagen und 34% in einer Woche oder länger
  • 86% benutzen PubMed als erste Adresse für ihre Literatursuche, jeder Elfte hatte dagegen PubMed noch nie benutzt.

Kosten
Dieser Service hat seinen Preis – die Kosten werden zentral von der Medizinbibliothek übernommen und aus dem Zeitschriftenetat bezahlt. Die zentrale Abrechnung wird auch von der übrigen Universität praktiziert (allerdings wird hier der Lieferdienst JASON angeboten) und hat aus der Sicht der Bibliothek folgende Vorteile:

  • Eine zentrale Hemmschwelle für die Bestellung von Literatur wird beseitigt.
  • Auch Mediziner ohne eigenes L&F- oder Drittmittelkonto können diesen Dienst nutzen.
  • Es kann zentral (und damit flexibel) entschieden werden, ob es wirtschaftlicher ist, einen Titel über subito anzubieten oder online
  • Die Bibliothek weiß zu jedem Zeitpunkt, was bestellt wird und kann darauf reagieren (wenn z.B. eine 200 € - Zeitschrift mehr als 100-mal bestellt wird, ist es günstiger, sie online anzubieten)

 

Zeitschrift

Subito-
Bestellungen

Subito-Kosten

Abo-
Kosten

1.              

The journal of arthroplasty

52

208

535

2.              

Clinical neurophysiology

38

152

657

3.              

Methods in molecular biology

30

120

2.560

4.              

Investigative radiology

24

96

872

5.              

Neuropsychologia

23

92

2.254

6.              

Annals of the New York Academy of Sciences

22

88

4.100

7.              

Quintessence International

22

88

118

8.              

Zahntechnik

21

84

35

9.              

International journal of obesity and related metabolic disorders

20

80

863

10.          

International journal of systematic bacteriology

20

80

706

Finanziell ist es deutlich wirtschaftlicher, nur sporadisch benötigte Titel über subito anzubieten als im Abo. Aus über der Hälfte der 1.600 Zeitschriften wurde nur ein einziger Artikel bestellt, aus 21% zwei Artikel, aber nur bei 10 Titeln (s.o.) wurden im Laufe des Jahres mehr als 20 Artikel bestellt. Trotzdem wurde 2002 nur einzige Zeitschrift (Zahntechnik) so oft bestellt, dass es preiswerter gewesen wäre sie zu abonnieren. Sämtliche Zeitschriften vorsorglich im Abo vorzuhalten - selbst wenn nur einmal ein Artikel benötigt wird - würde ½ Mio. € p.a. kosten - verglichen mit 24.000 € für alle subito-Bestellungen.

Fortsetzung

 


 


Dieser Aufsatz ist erschienen in der Zeitschrift  med information.


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 aktualisiert: 2004-09-16