ZB Medizin :: med information

"... wenig ähnlich interessante Massensendungen"


Auswertung der Jubiläums-Umfrage zum ZB MED Newsletter

Einleitung
Seit genau fünf Jahren bietet die Zweigbibliothek Medizin ihren Kunden einen bundesweit einmaligen Service an: Die elektronische Zeitung ZB MED News. Diese enthält Nachrichten über die Bibliothek, das Internet und die Medizin, die aus mehr als zwei dutzend Informationsquellen herausgefiltert und jeden Freitag an die Abonennten verschickt werden. Seit der ersten Ausgabe im November 1997 wurden 275 Newsletter mit insgesamt über 700 Seiten und 2.500 Hinweisen auf Internetressourcen verschickt. Diese sind als "Wissensdatenbank" archiviert und zu durchsuchen (s.o.). Diesen Service nutzen über 1.000 Abonnenten, die nicht nur aus der Uni Münster kommen, sondern z.B. auch aus den USA, Slowenien, Tschechei, Bosnien, Österreich und der Schweiz. Der Newsletter zählt nach Untersuchungen zu den Top-Angeboten der Bibliothek. Mit einer Umfrage wurde er nun vor kurzem evaluiert.

"Manchmal etwas lang, aber
wahrscheinlich nicht vermeidbar,
wenn die Infos vollständig sein sollen."

Benutzergruppen
98 Fragebögen wurden online abgegeben. 16 Fragebögen waren mehrfach abgeschickt worden, so dass 82 Fragebögen in die Auswertung aufgenommen werden konnten. Die Mehrheit der Antwortenden gehörte zum wissenschaftlichen Personal der Medizinischen Fakultät (MF) (49%), gefolgt von den Bediensteten des UKM (18%). Jeder Achte war Angehöriger einer nicht-medizinischen Fakultät (12%). Lediglich 11% der Abonnenten waren Studenten (4,9% Klinik, 6,1% Vorklinik), und jeder 40. gehörte zum nicht-wissenschaftlichen Personal der MF. Nur 7,3% waren externe Nutzer, die weder zum UKM noch zur WWU gehörten. 92,4% der Antwortenden ließen sich den Newsletter an eine "uni-muenster"-Adresse zuschicken. Beim gesamten Abonnentenstamm betrug dieser Wert 85,3%, was zeigt, dass Subskribenten aus der WWU überproportional an der Umfrage teilgenommen haben.

Benutzung
Fast drei Viertel (70%) waren über die Homepage der ZB Med auf den Newsletter aufmerksam geworden, 15% über die Bibliothekszeitung „med info“ und immerhin jeder Neunte (11%) über eine Empfehlung. Drei Abonnenten hatten zum Newsletter durch ein von der Bibliothek verteiltes Merkblatt gefunden und einer über die Umfrage selber.
Wie nicht anders zu erwarten, ließen sich fast alle den Newsletter durch Subskription per E-Mail zuschicken (97,5%), zwei hatten ihn bisher noch nicht bekommen, dagegen las ihn keiner auf der Homepage. Es ist zu vermuten, dass die Art und Weise der Umfrage nur die „Stammkundschaft“ des Newsletters erreicht hatte, nicht jedoch die „Laufkundschaft“, die auf den Newsletter nur sporadisch über die Homepage zugreift oder von Suchmaschinen dorthin geleitet wird.
Die Subskribenten ließen sich den Newsletter nicht nur zuschicken, sondern waren auch sehr disziplinierte Leser: Mehr als die Hälfte (61%) las den Newsletter immer, ein Viertel fast immer. 15% lasen ihn nur gelegentlich und lediglich einer las ihn nur selten. Die Suchmaschine des Newsletters wurde von ganz wenigen regelmäßig genutzt (12,2%), die Mehrheit benötigte dieses Werkzeug nur sporadisch.

Zufriedenheit
Genau die Hälfte (50%) war mit dem Newsletter sehr zufrieden, weitere 42,7% zufrieden und 7,3% verteilten ein indifferentes „geht so“. Keiner war unzufrieden. Eine Zufriedenheitsquote von über 92% ist ein absolutes Top-Ergebnis und übertrifft sogar noch deutlich die bei der letzten Umfrage vor vier Jahren ermittelten Werte.
Am zufriedensten waren die Leser mit der Regelmäßigkeit des Newsletters (72% sehr zufrieden / 22% zufrieden / 6% geht so / 0% unzufrieden) und seiner Aktualität (62/31/7/0). Dagegen existiert in Punkto Vollständigkeit (30/52/18/0) und Wichtigkeit der Infos (28/52/18/1) noch Verbesserungsbedarf. Eine wichtige Erkenntnis aus der Umfrage - wenn auch schwer zu verwirklichen.

Weitere Informationsquellen
19,5%, also fast jeder Fünfte, gab Hinweise auf weitere Informationsquellen, die er gerne im Newsletter lesen würde. (Vier Antwortende (4,9%) nutzen dieses Feld, um ihre Zufriedenheit mit der Themenauswahl bzw. ihre Ratlosigkeit zusätzliche Themen betreffend zu äußern.) Unter den vermißten Informationen wurden insbesondere Zeitungen (25%), fachspezifische Infos (19%) sowie Forschungsförderung und Hochschulpolitik (19%) hervorgehoben. Jeweils einmal desideriert wurden Stellenanzeigen, Kongreßkalender, WWU-interne Veranstaltungen, Leitlinien, Neuerscheinungen und eine Liste aller e-Journals.

1. Zeitungen, Fernsehen
Die Beschränkung bei den Zeitungen auf ZEIT und Süddeutsche Zeitung wurde von mehreren Nutzern kritisiert. Es wurde eine Ausweitung auf weitere deutsche (FAZ, FR, Spiegel) bzw. ausländische Titel empfohlen. Diese Anregung nimmt die ZB Med gerne auf, gibt aber zu bedenken, dass nicht alle Zeitungen (fachspezifische) Inhaltsverzeichnisse mit Link auf den Artikelvolltext per E-Mail verschicken. FAZ, NZZ und FR bieten keine derartigen Dienste an, so dass Artikel aus diesen Quellen nur sehr umständlich aufgenommen werden könnten.
Dank der Umfrage werden aber nunmehr auch der SPIEGEL, die New York Times (NYT) und das Folio der Neuen Zürcher Zeitung beobachtet und relevante Artikel in den Newsletter aufgenommen. Bei der NYT ist zwar eine - kostenlose - Registrierung erforderlich, um Zugriff auf den Volltext zu bekommen, aber im Gegensatz zu den deutschsprachigen Zeitungen, die alle mehr oder weniger auf den gleichen Nachrichtenfundus zugreifen, sind hier doch deutliche andere Schwergewichte zu finden. Auf TV-Sendungen werden wir - wie gewünscht - ebenfalls verstärkt hinweisen.

"Den Umfang reduzieren und auf
die Kernpunkte konzentrieren!"

Generell spricht (außer der zusätzlichen Arbeit) nichts von Seiten der ZB Med gegen die Aufnahme weiterer Informationsquellen. Der wachsende Umfang ist natürlich ein kritischer Punkt, denn auch wenn anhand des Inhaltsverzeichnisses und der neuen Gliederung die einzelnen Nachrichten des Newsletters schnell aufgefunden werden können, schwindet die Übersichtlichkeit mit der Länge. Ein Leser wies in diesem Zusammenhang auf folgendes hin: „Der Newsletter sollte sich auf die Kernproblematik beschränken und nicht versuchen, ein allabdeckendes Medizin-Portal zu werden. Der Umfang darf nicht zu lang werden, sonst liest ihn niemand mehr.“
Aufgrund der Problematik liegt es nahe, den Newsletter aufzuteilen in einen Programmdienst für TV- und Radio-Sendungen, einen Pressespiegel, einen Bibliotheks-, einen Internet- sowie einen Münsteraner Universitäts-Newsletter. Doch dieser Service wäre nicht alleine zu leisten, man bräuchte dazu z.B. die Unterstützung aus anderen Bibliotheken, die diesen Service dann im Gegenzug in ihr Angebot aufnehmen könnten.

2. WWU-Interna
Weiterhin wurde desideriert: Ein elektronischer Kalender zu Veranstaltungen / Gastvorträgen am UKM / an den nat.-wiss. Fakultäten der WWU, Infos zu Habilitations- und Berufungsvorträgen und die allerwichtigsten Meldungen des Zentrums für Informationsverarbeitung (ZIV). Hierzu läßt sich feststellen, dass man, um auch nur einigermaßen vollständig zu sein - und nur dann macht es Sinn -, einen unvertretbar großen Aufwand betreiben müßte. Gottseidank wird diese Arbeit aber bereits von anderer Stelle hervorragend geleistet: Der ehemals gelbe IZKF-Newsletter ist seit einem Jahr online und kann unter http://medweb.uni-muenster.de/institute/izkf/events/event_index.htm eingesehen werden (E-Mailverteiler unter izkf.muenster@mednet.uni-muenster.de). Die ZIV-Infos kann man sich ebenfalls zuschicken lassen (http://listserv.uni-muenster.de/mailman/listinfo/hotnews-verteiler).

3. Forschungsförderung, Politik
Es werden bereits jetzt im Newsletter Hinweise auf Forschungsförderungs-Programme gegeben, aber die Anregung wird zu einer verstärkten Aufnahme von Informationen aus diesem wichtigen und eng umgrenzten Gebiet führen. Dagegen stellt die Hochschulpolitik bzw. kritische gesundheits- und forschungspolitische Inhalte ein zu weites Feld dar, um es in toto abdecken zu können. Einzelne zentrale Meldungen werden aber weiterhin im Newsletter ihren Platz finden.

4. Personalisierte Newsletter
Auch Wünsche wie der folgende „Alle Neuigkeiten zu meinem Arbeitsgebiet - Radiologie“ oder „eine Sortierung nach Erkrankungen oder Fachrichtungen“ können entweder nur durch zusätzliche Fachgebiets-Newsletter befriedigt werden oder durch eine Personalisierung à la "myYahoo". Beides überschreitet momentan sowohl die Kapazitäten der ZB Med als auch die Wünsche der Mehrheit der Leser. Denn 52,4% möchten erstaunlicherweise keinen (fachlich) personalisierten Newsletter, u.a. weil man den Seitenblick auf andere Fächer so sehr schätzt. Trotzdem wird die Bibliothek auch diejenigen im Auge behalten, die sich einen fachspezifischen Newsletter gewünscht haben (28%). Durch die Anschaffung eines professionellen Content Management Systems hat die Unibibliothek jedenfalls die ersten Voraussetzungen dafür geschaffen.

Erscheinungsfrequenz
Mehr als drei Viertel aller Antwortenden waren mit der wöchentlichen Erscheinungsfrequenz zufrieden, lediglich jeder Siebte würde den Newsletter gerne etwas seltener - nur alle zwei Wochen - bekommen; jeder Sechzehnte sogar nur einmal im Monat. Bis auf einen Einzigen verlangte dagegen keiner eine häufigere Erscheinungsweise.

"Layout könnte verbessert werden.
Vielleicht Versendung als PDF-File?"

Deutsch oder Englisch?
Der Newsletter wird aus den unterschiedlichsten Ressourcen zusammengestellt, u.a. auch aus drei anglo-amerikanischen Review-Diensten. In diesem Punkt waren die Abonnenten sehr aufgeschlossen gegenüber dieser lingua franca der Wissenschaft: 43,2% antworteten, dass der Newsletter ruhig komplett auf Englisch sein könnte. Mehr als doppelt so viele, 88,8%, hatten nichts gegen den jetzigen englischsprachigen Anteil von ca. 20%. Nur jeder Neunte befürwortete einen ausschließlich deutschsprachigen Informationsdienst.

Nutzen des Newsletters
Über drei Viertel aller Befragten empfanden den Newsletter als hilfreich für Ihre Informationssuche bzw. um auf dem Laufenden zu bleiben, 3 von 10 sogar als sehr hilfreich. 16 Abonnenten waren gemischter Meinung (19,8%) und 3 fanden ihn eher nicht förderlich.

Wichtigkeit der Ressourcen
Die Mehrheit unterstrich die Wichtigkeit von 13 der 17 benutzten Informationsressourcen. Lediglich die Internetquellen für Patienten/Krankenversorgung, TV/Radio und der US-amerikanische Scout-Report stießen auf weniger als 40% bzw. 50% Zustimmung (Abb. unten). An der Spitze der Beachtung standen mit jeweils mehr als 80% als eine Art doppeltes Triumvirat zum einen die Internetquellen für die Forschung, Bibliotheksneuigkeiten und e-Journals, zum anderen drei wichtige Ressourcen zur Literatursuche.

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Weitere Anregungen

  • Links auf medzinische Angebote findet man überall, Software-Vorschläge schweifen zu weit ab.
  • Grundsätzliche Richtung bisher ist sehr gut - kann nur verbessert, aber sollte nicht grundsätzlich verändert werden.
  • Bitte weitermachen wie bisher. Vielen Dank!
  • Ich schaffe es bei weitem nicht, alles zu lesen, möchte den Newsletter aber nicht missen! Weiter so!
  • In längeren Abständen, z.B. viertel- oder halbjährlich, auf Recherche- und Bedienungstools, die über Homepage oder in der ZB Med erreichbar sind, hinweisen/erklären.
  • Ich finde die Hinweise auf Artikel aus Zeit und SZ gut. Vielen Dank auf jeden Fall auch schon für den jetzigen Newsletter.
  • Ich bin zufrieden, für diesen Newsletter genügen mir die Infos.

Durchgeführte Verbesserungen
Als Konsequenz aus den Umfrageergebnissen wurden Nachrichten vom Spiegel und der New York Times aufgenommen, eine Kolumne für interessante Benutzerfragen unter dem Titel "Ich hätte da mal eine Frage..." eingerichtet und das Layout übersichtlicher gestaltet. In Zukunft sollen Recherchetipps, Beschreibung von Katalogen und Datenbanken sowie Hinweise auf ausgewählte TV-Sendungen folgen. Die Versendung als PDF-Datei ist aufgrund der nur umständlich manuell einzubettenden Links nicht vorgesehen. Ob


 


Dieser Aufsatz ist erschienen in der Zeitschrift  med information.


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 aktualisiert: 2004-09-16