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Zeitschriftenumfrage I : Bedarf der Medizinischen Fakultät analysiert


 

Die ersten Ergebnisse der Zeitschriftenumfrage unter den rund 1.300 Wissenschaftlern der ME liegen nun vor. Die Fragebögen waren im Mai diesen Jahres an alle wissenschaftlichen Mitarbeiter der Mediznischen Einrichtungen verschickt worden, um den gesamten Zeitschriftenbedarf der Fakultät festzustellen.

Die Umfrage ist ein weiteres Mosaiksteinchen zur detaillierten Evaluierung der vorhandenen sowie der benötigten Zeitschriften. Weitere bereits durchgeführte Untersuchungen waren 1997 die Umfrage nach unverzichtbaren Zeitschriften unter den geschäftsführenden Direktoren der Institute und Kliniken, die Ermittlung der Zeitschriftenbenutzung in der Bibliothek und 1998 die Auswertung von 2.000 Fernleihbestellungen nicht vorhandener Literatur. Vor Erstellung eines umfassenden Zeitschriftenkonzeptes als Reaktion auf das wachsende Mißverhältnis zwischen Etat und Zeitschriftenpreisen ist diese Bestandsaufnahme zwingend notwendig.

548 von 1327 Wissenschaftlern haben auf diese wichtige Umfrage geantwortet - Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle für Ihre Mitarbeit! Der Rücklauf war mit 40,8% deutlich höher als bei ähnlichen Studien in der Literatur. Der angegebene Zeitschriftenbedarf beläuft sich auf 1119 verschiedene Zeitschriften mit insgesamt 7871 Nennungen. Das obige Diagramm zeigt die kumulativen Zeitschriftenwünsche über den Eingang der Antworten. Im 500ten Fragebogen werden kaum noch neue Titel genannt. Von den 1119 benötigten Zeitschriften sind 625 nicht an der Zweigbibliothek vorhanden. Eine Verbesserung dieser Situation ist ohne eine deutliche Etaterhöhung nicht vorstellbar.

Welches Zeitschriftenformat wird von den Wissenschaftler favorisiert? Die überwiegende Mehrzahl - 91% - benötigen Zeitschriften in gedruckter Form, aber bereits mehr als die Hälfte (51%) äußert den Wunsch nach online verfügbaren Zeitschriften. Diese große Akzeptanz verblüfft nur im ersten Moment, denn die Online-Versionen von Printmedien bieten gegenüber ihren traditionellen Vorbildern weitreichende Vorteile:

  • Verfügbarkeit rund um die Uhr - unabhängig von Bibliotheksöffnungszeiten
  • Zugänglichkeit vom eigenen PC - ohne das Arbeitszimmer verlassen zu müssen
  • Suchmöglichkeit, Alerting per E-Mail
  • Downloads von Text und Graphik
  • keine Seiten- und Medienlimitierung
  • Volltext-Links auf referenzierte Artikel
  • Volltext-Links auf Artikel, die diesen hier erwähnen (forward referencing)

34%, also rund ein Drittel der antwortenden Wissenschaftler würden sich bei bestimmten Titeln auch mit Fernleihkopien begnügen. Diese sollten innerhalb von 2-3 Stunden (19%), 2-3 Tagen (74%) oder 1-2 Wochen (7%) geliefert werden. Das Schnellliefersystem JASON des Landes NRW erfüllt mit einer garantierten Lieferzeit von 48-72 Stunden die beiden letztgenannten Zeitlimits. Lieferungen innerhalb von wenigen Stunden sind auch möglich, allerdings lassen sich die entsprechenden Anbieter (ZB Med Köln oder z.B. Uncover) diesen Dienst mit Preisen in Höhe von bis zu 54 DM auch sehr gut bezahlen.

57% aller benötigten Titel werden in Druckform gewünscht, 26% in elektronischer Form und 16% als Schnelllieferung. Dies läßt den Schluß zu, daß, obwohl über die Hälfte aller Antwortenden elektronischen Zeitschriften gegenüber aufgeschlossen ist, dennoch die gedruckten Versionen bevorzugt werden.


 


Dieser Aufsatz ist erschienen in der Zeitschrift  med information.


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 aktualisiert: 2004-09-16