Archiv der Kategorie: Studenten

Umfrage zu ClinicalKey Student: 5. Features und Verbesserungswünsche

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 27.-31. Mai 2019 und wurde über die Email-Semesterverteiler an alle Studierenden der Human- und Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät Münster verteilt – insgesamt wohl an die 3.000 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus 14 Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 534 Studierende beantworteten die Umfrage, was einen Recall von mindestens 15% bedeutete. 36 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 498 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach der Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, Wichtigkeit und den Vor- bzw. Nachteilen von ClinicalKey Student gefragt und dies verglichen mit denen der Konkurrenzprodukte Amboss, Thieme eRef, via medici und des Goldstandards „gedruckte Lehrbücher“.

Positive Eigenschaften von ClinicalKey Student
90% der Studierenden fanden es sehr gut oder gut, dass es mit der App möglich war, die Elsevier-Lehrbücher offline zu lesen – das war der Spitzenwert unter allen abgefragten Features. Weitere sechs Eigenschaften folgten mit einigen Abstand, aber untereinander mehr oder weniger auf gleichen Level: Buchlayout (80%), Lernkarten (77%), OneNote-Export (76%), Bildersuche (75%), App (73%, unten siehe mehr dazu) und Notizen teilen (68%). Lediglich die Vorlesefunktion (48%) und das Fehlen von IMPP-Fragen (5%) wurden deutlich abgewertet.

War die Zufriedenheit der Nutzer mit der „alten“ App iPublish Central noch magere 48%, so kam die neue App Study Tools ClinicalKey MedEd von Elsevier auf 73% Zufriedenheit. Der Switch auf diese App wurde von den Nutzern als deutlicher Gewinn wahrgenommen, was sich auch in den Freitextkommentaren niederschlug. Dieser generell positive Aspekt war jedoch von einigen Wermutstropfen getrübt, die Nutzer legten direkt auch den Finger in die Wunde, da die Fremd-App mit dem Elsevier-Angebot nicht seamless funktionierte. Man muss sich fragen, ob Elsevier sich hier einen Gefallen getan hat, bei der App wieder auf einen Fremdanbieter zu setzen und sich die eigene App-Entwicklung zu sparen. Allein schon der Name der App! Viele konnten Sie nicht im Store finden. Es wird an diesem Beispiel (mal wieder) deutlich, dass proprietäre Apps – siehe Amboss, siehe Thieme Campus – deutliche Vorteile besitzen können. Dass die Entwicklung einer proprietären App nicht automatisch ein Erfolg wird, zeigt die Thieme eRef-App, die ein gut beleumdetes Produkt (Thieme Campus App) durch eine schlechte und fehlerbehaftete App abgelöst hat.

Negative Eigenschaften von ClinicalKey Student
Die meisten abgefragten Features von ClinicalKey Student erhielten – wie oben gezeigt – eine sehr gute Bewertung, was sich auch bei der Negativliste zeigte (Abbildung oben): Bis auf zwei wurde keine Eigenschaft schlechter als 5% gewertet – ein hervorragender Wert. Die Vorlesefunktion wurde allerdings als verbesserungswürdig angesehen – 13% bewerteten dieses Feature mit schlecht oder sehr schlecht. Die Unausgereiftheit des Vorlesens spiegelte sich auch in den Kommentaren wieder.

Wesentlich „schlimmer“ wurde dagegen wahrgenommen, dass man mit ClinicalKey Student nicht kreuzen kann. Sage und schreibe 69% – mehr als zwei Drittel – aller Studierenden fanden das schlecht oder sehr schlecht. Nun kann man von einem Löwen nicht verlangen, neben einem guten Jäger auch ein guter Pflanzenfresser zu sein. Aber beides zu vereinen, verschafft einer Spezies im Überlebenskampf gewisse Vorteile (weshalb es heute mehr Füchse als Löwen gibt). In diesem Beispiel sind ClinicalKey Student, die gedruckten Bücher und die eRef die Löwen, während Amboss und via medici die Füchse sind. Alleine diese beiden Ressourcen vereinen das Lernen mit dem Kreuzen und treffen so – wie wir an der obigen Abwertung gesehen haben – den Nerv der Nutzer.

Was würden Sie gerne an ClinicalKey Student verbessern wollen?
63 der 498 Antwortenden (13%) machten zu dieser Frage Angaben. Mehrere bemängelten, dass es ziemlich umständlich sei, Bücher in die App hinzufügen. Und in der Tat ist dies ein (weiterer) gravierender Nachteil der nicht-proprietären App: Man muss erst im Browser ein Buch in das Bookshelf legen, bevor es in der App erscheint – das ist unlogisch und weit weg von einer modernen, intuitiv zu bedienenden App. Von dieser erwartet man, dass sie autonom funktioniert. Ein weiterer Minuspunkt, der auffiel: Einmal im Bookshelf konnten Büchern nicht wieder daraus entfernt werden – das ist wieder nicht autonom und belegt ausserdem unnötig Speicherplatz.

Die Möglichkeit, Lernkarten zu erstellen, wurde auch in den Kommentaren immer wieder positiv hervorgehoben, gleichzeitig wurde aber auch auf die offensichtliche Unausgegorenheit dieser Funktion hingewiesen: Kein Export von Lernkarten, keine Einbindung von Fotos möglich, keine Möglichkeit einen extermen Editor oder den Apple Pencil zu benutzen, kein Zugriff aufs Clipboard, kein spaced repetition.

Häufig wurde sich auch das Offline-Buch im 1:1 identischen Buchlayout gewünscht und eine grössere Auswahl an Büchern, besonders in der Vorklinik.

Weitere Verbesserungswünsche: Eine Windows-App, da unter Windows sonst keine Offline-Lesen möglich ist. Bücher als DRM-freie PDF nutzen können. Rein/Rauszoomen in der App, ganze Seite auf dem Screen. Angabe von Seitenzahlen.

Vier sagten, sie würden nichts verbessern wollen.

Soll die Bibliothek ClinicalKey Student lizenzieren?
Diese Frage konnte durch das Verschieben eines Schiebereglers mit den Extremwerten „nie im Leben“ (0%) und „auf jeden Fall“ (100%) beantwortet werden. Der Mittelwert lag bei 70% (+-22%), dabei gab es kaum Unterschiede zwischen Studierenden der Vorklinik (74%) und denen der Klinik (69%) und gar keine zwischen Human- und Zahnmedizinern. Zählt man die Antworten, die auf der obigen Skala 50% oder mehr angegeben hatten, kommt man sogar auf 75%, welche die Lizenzierung von ClinicalKey Student durch die Bibliothek befürworteten. 14% waren unentschieden „weiß nicht“ und 11% – also jeder neunte – war dagegen „auf keinen Fall“.

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Umfrage zu ClinicalKey Student: 4. Portfolio Wichtigkeit vs. Zufriedenheit

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 27.-31.Mai 2019 und wurde über die Email-Semesterverteiler an alle Studierenden der Human- und Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät Münster verteilt – insgesamt wohl an die 3.000 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus 14 Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 534 Studierende beantworteten die Umfrage, was einen Recall von mindestens 15% bedeutete. 36 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 498 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach der Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, Wichtigkeit und den Vor- bzw. Nachteilen von ClinicalKey Student gefragt und dies verglichen mit denen der Konkurrenzprodukte Amboss, Thieme eRef, via medici und des Goldstandards „gedruckte Lehrbücher“.

Portfolio Wichtigkeit vs. Zufriedenheit
Trägt man die Wichtigkeit der einzelnen Lerntools gegen deren Zufriedenheit auf, erhält man ein so genanntes „Aktions-Portfolio“, das es ermöglicht, die Ressourcen in vier Gruppen zu unterscheiden und diesen bestimmte Aktionen zuzuordnen:

  1. Begeistern: Bei den Tools im Quadrant rechts oben (hohe Wichtigkeit und Zufriedenheit) handelt es sich um die so genannten Cash-Cows. Es sind Ressourcen mit hoher Wichtigkeit und hoher Zufriedenheit, die a) weiter zu lizenzieren und b) weiter zu bewerben sind.
  2. Bewahren: Bei den Low Performern – Ressourcen mit niedriger Wichtigkeit und hoher Zufriedenheit – (Quadrant links oben) ist Zurückhaltung angebracht, weil sie derzeit nur unterdurchschnittlich zum Erfolg beitragen.
  3. Nicht handeln: In Ressourcen mit niedriger Wichtigkeit und niedriger Zufriedenheit (Quadrant links unten) sollte nicht mehr weiter investiert werden.
  4. Verbessern: Diejenigen Ressourcen, die eine hohe Wichtigkeit aber eine niedrige Zufriedenheit verzeichnen (Quadrant rechts unten), sind Ressourcen mit Potenzial, da sie für die Nutzer wichtig sind, aber noch deutlich verbessert werden können – zu Begeisterung weckenden Cash Cows.


Amboss und gedruckte Lehrbücher sind im Cash-Cow-Quadranten rechts oben. Da wollen alle Anbieter hin aber nicht alle haben das Zeug dazu.

Cash Cows
Mit Amboss und den gedruckten Lehrbüchern gehören zwei Ressourcen eindeutig zu den so genannten „Cash Cows“ im Quadranten rechts oben. Beide weisen eine sehr hohe Zufriedenheit und Wichtigkeit auf und begeistern so die Nutzer. Hier wird die Bibliothek weiter investieren, um das hohe Niveau zu halten. Diese beiden einzigen Cash-Cows gilt es weiter zu stärken und ihren Wert den Nutzern gegenüber weiter zu kommunizieren.

Ressourcen ohne Potential
Bei der vorherigen Umfrage war die Thieme eRef noch eine Ressource mit Potenzial im Verbesserungsquadranten rechts unten (71% Wichtigkeit und 43% Zufriedenheit). In dieser Umfrage weist die eRef fast den gleichen Wert für die Zufriedenheit aus (42%), aber eine deutlich geringere Wichtigkeit (49%), was sie in den Quadranten links unten katapultiert – Ressourcen ohne Potenzial. War Nutzerschaft zuvor noch tief enttäuscht, so hat sie sich jetzt bereits von der Anwendung abgewendet, wie auch anschliessende Tiefeninterviews zeigten. Laut der Theorie (s.o.) sollte damit nicht weiter in die eRef investiert werden.

Low Performer
via medici und ClinicalKey Student sind beides Ressourcen mit niedriger Wichtigkeit und hoher Zufriedenheit (Quadrant links oben). Nach der reinen Lehre gehören beide zu den Low Performern, die derzeit nur unterdurchschnittlich zum Erfolg beitragen. Es gilt jedoch zu beachten, dass beide keine langfristig verfügbaren „sicheren“ Ressourcen darstellten. via medici wird von den Studierenden monatsweise privat abonniert, ClinicalKey Student stand vor der Umfrage lediglich nur sechs Wochen zur Verfügung, was beides aufgrund fehlender Gewöhnung und Sicherheit etc pp zu einer Abwertung geführt haben könnte.

Portfolio Human- vs. Zahnmedizin
Stellt man die Human- den Zahnmedizinern im Aktionsportfolio gegenüber, so liegen die xy-Werte meist relativ nahe beieinander mit allem, was auch schon zuvor gesagt wurde. Die eRef und ClinicalKey Student stiessen bei den Zahnmedizinern auf größere Zufriedenheit, die Lehrbücher auf weniger, bei via medici ist es fast identisch und bei Amboss ergeben sich die größten Unterschiede – vermutlich aufgrund der fehlenden zahnmedizinischen Inhalte.

Portfolio Vorklinik vs. Klinik
Die Gegenüberstellung von Vorklinikern und klinischen Semestern im Aktionsportfolio zeigt die unterschiedliche Wahrnehmung und Präferierung dieser beiden Gruippen. Im Verlaufe des Studiums ändert sich Zufriedenheit/Wichtigkeit der Cash-Cows „Amboss“ und „gedruckte Lehrbücher“ kaum, während via medici, ClinicalKey Student und die eRef deutlich weniger wichtig werden (und im Falle der eRef auch deutlich schlechter bewertet).

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Was fordern Hochschulgruppen von der Bibliothek ?

Die Wahlen zum 62. Studierendenparlament (StuPa) an der Universität Münster enden heute. Bei der letzten Wahl 2018 lag die Wahlbeteiligung bei 19,91%, so hoch wie seit Jahren nicht …

Einige ausgewählte Forderungen einzelner antretender Listen beziehen sich auch auf die Bibliothekssituation:

So plädiert die Liberale Hochschulgruppe LHG (2018: 21,4%) für längere ULB-Öffnungszeiten, da Studierende durch Nebenjob, ehrenamtliche Tätigkeiten und Vorlesungen stark ausgelastet seien, so dass die Studierenden die ULB nutzen können, wenn sie Zeit haben. Vorrangig abends und am Wochenende sollte die Bibliothek länger geöffnet sein, in den ‚heißen‘ Phasen (Klausuren / Hausarbeiten) bis 02:00 Uhr.

Tatsächlich hat die ULB von Montag bis Freitag von 8-22 Uhr geöffnet, am Wochenende nur bis 20 Uhr (in den Klausurenphasen aber ebenfalls bis 22 Uhr). Die Zweigbibliothek Medizin hingegen hat recht komfortabel täglich von 8-24 Uhr geöffnet.

Der RCDS (2018: 17,5%) fordert in Bezug auf universitäre Bibliotheken ebenfalls längere Öffnungszeiten speziell in der Klausurenphase, des Weiteren eine Ausstattung mit Einzel-, Gruppen- und Steharbeitsplätzen sowie Ruheräumen und eine zuverlässige Klimatisierung.

Nun, die Zweigbibliothek Medizin bietet 30 Einzelarbeitskabinen, 50 ruhige Arbeitsplätze, zwei Gruppenarbeitsräume und einen Ruheraum an. Projektioniert ist eine weitere Aufstockung der Anzahl der Einzelarbeitsplätze. Die Forderung nach einer Klimaanlage begleitet die ZB Medizin seit Anbeginn, und tatsächlich sind die Einbauarbeiten jüngst begonnen worden.

Die Liste (2018: 11,1%) schlägt vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung vor, die durch die Onlineverfügbarkeit freigewordenen Bibliotheksräume in Wohnraum umzuwandeln, da Café und sanitäre Einrichtungen schon vorhanden seien und Diskussionen um längere Öffnungszeiten, ausleihbare Ladekabel und Getränke diesseits von H2O sich darob erübrigen würden.

Nun, tatsächlich frei werdende Bibliotheksflächen werden ‚umgewidmet‘, dass heisst, es werden in der Zweigbibliothek Medizin weitere Arbeitsplätze innerhalb des Lernortes Bibliothek geschaffen.

Weitere im bisherigen StuPa vertretene Hochschulgruppen:

CampusGrün (CG) (2018: 24,7%)
Juso Hochschulgruppe (Juso-HSG) (2018: 19,2%)
SDS.dieLinke (2018: 4%)
Demokratische Internationale Liste (DIL) (2018: 2,1%]

Grafik © stupa.ms

Umfrage zu ClinicalKey Student: 3. Wichtigkeit und Zufriedenheit

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 27.-31.Mai 2019 und wurde über die Email-Semesterverteiler an alle Studierenden der Human- und Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät Münster verteilt – insgesamt wohl an die 3.000 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus 14 Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 534 Studierende beantworteten die Umfrage, was einen Recall von mindestens 15% bedeutete. 36 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 498 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach der Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, Wichtigkeit und den Vor- bzw. Nachteilen von ClinicalKey Student gefragt und dies verglichen mit denen der Konkurrenzprodukte Amboss, Thieme eRef, via medici und des Goldstandards „gedruckte Lehrbücher“.

Wichtigkeit
Wie die obige Abbildung zeigt, sind den Studierenden die gedruckten Lehrbüchern mit 76% (sehr wichtig und wichtig) weiterhin am Wichtigsten, überaus knapp gefolgt von Amboss (75%). Mit großem Abstand folgt eRef mit 49%, via medici (32%) und ClinicalKey Student (29%) belegten nahezu gleichauf die beiden letzten Plätze.

Wichtigkeit nach Studiengang
Besonders interessant der (scheinbare) Widerspruch zwischen Nutzung und Wichtigkeit: Nur 27% der Zahnmediziner nutzten Amboss intensiv, aber fast doppelt so viele (52%) gaben an, es wäre sehr wichtig bzw. wichtig. Das Wissen um die Ressource ist da, aber für die Nutzung war keine Zeit oder kein Bedarf? Ein ähnlicher Befund zeigte sich Anfang des Jahres, als auch die höheren Semester die hohe Wichtigkeit von Anatomie-Apps betonten, obwohl sie selber keine Anatomie mehr lernen müssen. Die Wichtigkeit wird hier wohl nicht vom aktuellen Nutzen her gewichtet, sondern von einem möglichen bzw. vergangenen Nutzen her.

Zufriedenheit
Nahm Amboss noch bei der Wichtigkeit lediglich den zweiten PLatz hinter den gedruckten Lehrbüchern ein, so liess es die Bücher bei der Zufriedenheit deutlich hinter sich: Während 91% aller Antwortenden mit Amboss sehr zufrieden bzw. zufrieden waren, kamen die Bücher „nur“ auf 83%. Auch dies immer noch ein Spitzenwert, denn der Nächstplatzierte – via medici – musste sich mit 68% Zufriedenheit zufrieden geben, knapp vor ClinicalKey Student (64%). Im überraschend niedrigen Wert für via medici ist wohl eingepreist, dass die Nutzer es bezahlen müssen. Es handelte sich um die einzige kostenpflichtige Ressource in der Umfrage. Würde via medici auch als Campuslizenz angeboten werden, würde die Zufriedenheit wahrscheinlich noch deutlich höher sein. Der schlechte Wert für eRef (42%) lag vermutlich an der schlechten App, deren Fehler – auch 2 Monate nachdem Thieme Besserung gelobt hatte – wohl noch nicht behoben sind bzw. sich ins Gedächtnis festgebrannt haben.

Zufriedenheit nach Studiengang
Am zufriedensten waren die Humanmediziner mit Amboss, gefolgt von den gedruckten Lehrbüchern und via medici (siehe obige Abbildung). Bei den Zahnmedizinern liegt Amboss vor ClinicalKey Student, gefolgt von den gedruckten Büchern, die gleichauf mit via medici sind. Die deutlichsten Unterschiede zwischen den beiden Studiengängen lag in der Bewertung der gedruckten Bücher und der eRef. Während letztere Ressource wie oben ausgeführt zahlreiche zahnmedizinische Bücher und Zeitschriften enthält, sieht es bei den gedruckten Lehrbüchern für die Zahnmediziner etwas mau aus. Immer wieder wird von den zahnmedizinischen Studierenden bemängelt, dass es zu wenige Lehrbücher für sie gibt – insbesondere verglichen mit dem Reichtum an humanmedizinischen. Dies liegt aber nicht an der Erwerbungspolitik der Bibliothek sondern schlicht und einfach an dem mangelhaften Angebot: Für viele Verlage lohnt es sich aufgrund der relativ geringen Nutzerzahl nicht, zahnmedizinische Lehrbücher herauszugeben.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

Foto: Lukiyanov at Shutterstock

Sommersemestersitzung des Bibliotheksbeirats


Teilnehmer*innen der Beiratssitzung (v.l.n.r.): S.Nortmann, L.Dröse, A.Jokiel, S.Waimann, Dr. O.Obst, K.Quante, K.Neuhaus, C.Eisenhart, K.Behnert, S.Beck, P.Stammer (nicht auf dem Foto: Dr. J.Becker)

Die Themen auf der Sitzung vom 4. Juni 2019 waren die Begrüßung neuer Beiratsmitglieder, die neuen Öffnungszeitem am Wochenende, Qualitätsverbesserungsmittel 2019.2, Sachstand zu easystudium und die Bausprojekte (Klimaanlage, Projekt 100plus, Kassenautomat). Der Beirat unterstützte einstimmig das Vorhaben der Bibliothek, die iPad-Ausleihe auch auf die klinischen Semester auszuweiten. Dr. Obst stellte die wichtigsten Ergebnisse der kürzlichen Umfragen zu den Lern-Apps und ClinicalKey Student da und berichtete über die aktuelle laufende Umfrage zu DEAL, Elsevier und Open Access.


Seit 2007 begleitet ein Beirat die Zweigbibliothek Medizin und berät diese bei neuen Dienstleistungen und Projekten. Der Beirat besteht aus dem IfAS, Dozenten und Vertretern der Fachschaften Human- und Zahnmedizin sowie der Semesterkohorten. Er tagt einmal im Semester.

Umfrage zu ClinicalKey Student: 2. Kennenlernen, Gerätepräferenz und Nutzung

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 27.-31.Mai 2019 und wurde über die Email-Semesterverteiler an alle Studierenden der Human- und Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät Münster verteilt – insgesamt wohl an die 3.000 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus 14 Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 534 Studierende beantworteten die Umfrage, was einen Recall von mindestens 15% bedeutete. 36 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 498 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach der Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, Wichtigkeit und den Vor- bzw. Nachteilen von ClinicalKey Student gefragt und dies verglichen mit denen der Konkurrenzprodukte Amboss, Thieme eRef, via medici und des Goldstandards „gedruckte Lehrbücher“.

Das Angebot kennenlernen
Auf die Frage „Wodurch haben Sie von unserem Testangebot ClinicalKey Student erfahren?“ waren mehrere Antworten möglich, gewählt werden konnte unter per Email, auf der Homepage der ZB Med, von Kommilitonen, Plakate / Präsentation in der ZB Med, durch diese Umfrage und Sonstiges. Wie die obige Abbildung zeigt, haben die allermeisten durch eine Email über den Semesterverteiler von dem Testangebot für ClinicalKey Student erfahren. Mit weitem Abstand folgen die übrigen Optionen. Jeder Achte (12%) wurde durch Kommilitonen auf das Angebot aufmerksam gemacht, jeder Neunte (11%) durch Flyer/Plakate/Vorträge in der Bibliothek, jeder Elfte (9%) durch die Homepage der Bibliothek. Erstaunlicherweise lernte jeder Zehnte (10%) das Angebot erst durch die Umfrage kennen, obwohl identische Email-Verteiler für Bewerbung und Umfrage benutzt worden waren.

Zugriff
Der Zugriff auf ClinicalKey Student erfolgte vor allem mit dem iPad und dem Laptop/PC. 60% resp. 33% nutzten das Angebot mit diesen beiden Geräten (in Summe 87,5%). Die restlichen Geräte waren weit abgeschlagen und zeigen nur einen sporadische Nutzung, so benutzten nur 6 (von 11) Android-Smartphone-Nutzern ihr Gerät als alleinigen Zugang zu ClinicalKey Student, beim iPhone waren es sogar nur 5 (von 24). Die überwiegende Mehrheit griff neben ihrem Smartphone auch noch mit einem Tablet oder Laptop auf das Angebot zu.

Nutzung

Nutzung nach Studiengang
Deutlich ist in der obigen Abbildung zu sehen, dass Amboss bei den Humanmedizinern, wo fast drei Viertel (72%) es nahezu immer bzw. oft nutzten, einen ganz anderen Stellenwert besaß als bei den Zahnmedizinern mit 27%. Das ist kein Wunder, da Amboss hauptsächlich in den klinischen Semestern benutzt wurde und Amboss kaum zahnmedizinische klinische Inhalte besitzt. Bei den Zahnis wurden dafür die gedruckten Lehrbücher häufiger benutzt als bei den Humanis (66% vs. 51%) ebenso wie die eRef (41% vs. 30%), die ja mit dem eigens und zusätzlich lizenzierten Fachgebiet Zahnmedizin punkten konnte. Für via medici lag die Nutzung am engsten beisammen (13% vs. 16%), während ClinicalKey Student von den Zahnis nicht so stark genutzt wurde (14% vs. 24%) – ein Problem von Marketings / Bereitschaft neue Ressourcen zu testen?


Während die Amboss-Nutzung bei den Humanmedizinern mit der Semesterhöhe stetig ansteigt, sinkt es bei den Zahnmedizinern eher, wenn überhaupt (zu wenig Datenpunkte). Die Amboss-Nutzung im humanmedizinischen ersten Semester war bei einer früheren Umfrage mit 20% wesentlich geringer.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

Foto: Lukiyanov at Shutterstock

Impactitis – Wissenschaft und Pseudowettbewerbe

In einem Interview (Wie Pseudo-Wettbewerbe der Wissenschaft schaden) befragt Ina Lohaus für die Zeitschrift Forschung & Lehre den Neurogenetiker Björn Brembs (Regensburg) und Isabell Welpe, wissenschaftliche Leiterin des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung, zu den Chancen der Digitalisierung und dem Publizieren nach ‚Impact‘.

Wissenschaft als beste Möglichkeit den Herausforderungen der Menschheit (Zukunftsmobilität, Energieversorgung oder Krankheitsbekämpfung) zu begegnen, steht kontradiktorisch den Anstrengungen der Forschenden gegenüber, die sich nicht auf die wichtigen Fragen richten, sondern darauf in einem Prestigejournal zu publizieren.

Diese Fehlentwicklung hat ihren Ursprung in der Einführung von Kennzahlen-basierter Pseudowettbewerbe, und dies wiederum in dem Interesse der Öffentlichkeit an der Leistung der Forschung, also zu wissen, ob diese exzellent, innovativ, leistungsstark, effizient ist. Die Inszenierung von (künstlichen) Märkten qua Rankings und Zitationszahlen ist eben oftmals nicht geeignet Qualität zu messen. In der Forschung geht es um Erkenntnis, aber die künstlichen Märkte ziehen nach sich, dass Quantität vor Qualität geht, und so zu Aktivitäten ohne Relevanz für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft führt. Drittmittelanreizsysteme belohnen teure anstatt effektiver Experimente.

Ähnlich werden die Daten des Journal Impact Faktor (JIF) zwischen Verlagen und dem Verkäufer des JIF (Clarivate Analytics) verhandelt, und diese sind dann u.U. mathematisch falsch berechnet oder unabhängig nicht nachvollziehbar überprüfbar Seit Jahrzehnten bekannt  korreliert der JIF negativ mit der methodischen Qualität, und die Exzellenzinitiative hat die Situation noch verschärft, da in deren Zeitraum sich die Zahl der befristet angestellten Wissenschaftler um 45 Prozent erhöht, mithin die Konkurrenz in Prestigejournals zu publizieren verschärft hat.

Der Einfluß der Digitalisierung haben die wissenschaftlichen Gesellschaften verschlafen, es herrscht eher eine Modernisierungsskepsis. Es geht darum, Lernen und Lehre neu zu denken. Es entstehen, da die örtlichen, zeitlichen und finanziellen Zugangsbarrieren sinken, neue Anbieter (sog. Ed Tech Startups), und es geht darum individuelle Studienangebote statt Standardstudiengänge anzubieten, da es die aktuell nachgefragten Kompetenzen und Fähigkeiten am Arbeitsmarkt z.T. vor fünf Jahren noch gar nicht gab. Eine konzertierte Verteidigung gegen die kontra-produktive pseudo-wettbewerbliche Steuerung der Wissenschaft ist nicht zu erkennen.

Die Begutachtung in den Zeitschriften mit hohem JIF hat wenig mit Erkenntnis oder intellektueller Tiefe zu tun, sondern allenfalls mit dem Neuigkeitswert für die Zeitschrift, wohingegen die wissenschaftliche Prüfung, Diskussion und Rezeption jedoch unabdingbar sind, um Wissen zu schaffen.

Interdisziplinäre Kenntnisse werden wichtiger und Studienabläufe müssen auf individuelle Stärken und Schwächen zugeschnitten sein, so ist es sinnvoll, mehr Interdisziplinarität und Flexibilität zuzulassen, also zum Beispiel an mehreren Hochschulen in mehreren Ländern gleichzeitig zu studieren. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob zukünftig Hochschulabschlüsse den Stellenwert haben wie heute, denn in den USA legen die beliebtesten Arbeitgeber zum Teil keinen Wert mehr auf solche Abschlüsse, sondern akquirieren Mitarbeiter nach konkreten Fähigkeiten und bestimmter Bildung.

Die Universität ist dem schnellen Wandel in Forschung und Lehre unterworfen, wenn man aber weiterhin so tut, als ob man Wahrheit und Erkenntnis in Universitäts-Rankings erkennen könne, so dürfte bereits das Meiste des traditionellen Selbstverständnisses der Universität verloren sein.

Grafik: pixabay

Umfrage zu ClinicalKey Student: 1. Teilnehmer, Tabletbesitz und Verlosung

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 27.-31.Mai 2019 und wurde über die Email-Semesterverteiler an alle Studierenden der Human- und Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät Münster verteilt – insgesamt wohl an die 3.000 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus 14 Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 534 Studierende beantworteten die Umfrage, was einen Recall von mindestens 15% bedeutete. 36 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 498 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach der Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, Wichtigkeit und den Vor- bzw. Nachteilen von ClinicalKey Student gefragt und dies verglichen mit denen der Konkurrenzprodukte Amboss, Thieme eRef, via medici und des Goldstandards „gedruckte Lehrbücher“.

Teilnehmer
Von den 498 Antwortenden waren 442 Human- und 54 Zahnmediziner. 34% im vorklinischen Semester, und 66% im klinischen Semester (Abb. oben). Insgesamt gaben 36% der Antwortenden an in der Vorklinik zu sein, 64% in der Klinik. Die Antwortquote war in den ersten sechs Semestern (bis auf das Zweite) relativ hoch, sank aber mit steigenden Semestern sukzessive ab. Insbesondere im PJ fanden die Studierenden wohl kaum Zeit zu antworten.

Tabletbesitz
Wie aus der obigen Abbildung vervorgeht, besassen 58% ein aktuelles iPad, 11% ein Android-Tablet und 3% ein Windows-Tablet. 6% der Studierenden war stolzer Besitzer eines Convertibles (2 in 1 Laptops mit Tablet). 9% waren im Besitz eines Bibliotheks-Leihgerätes und nur jeder Siebte (14%) hatte kein aktuelles Tablet.

Tabletbesitz nach Semester
Wie die obige Abbildung zeigt, beträgt der durchschnittliche Tabletbesitz 80%. Mit anderen Worten: vier Fünftel aller Studierenden besitzen einen Tablet-Computer (oder ein 2 in 1 Gerät). Dabei schwanken die Werte pro Semester von dem niedrigsten Wert von 63% im 10. Semester bis zum Höchstwert von 95% im 6. Semester.

Tabletleihe nach dem Physikum
Auf die Frage „Würden Sie es begrüßen, wenn man sich auch nach dem Physikum ein iPad dauerhaft von der Bibliothek ausleihen könnte?“ antworteten mehr als drei Viertel mit „Ja“ (77%) und 175 mit „Weiß nicht“. Nur 6% lehnten dies ab (wobei hier die Gründe interessant gewesen wären). Untersuchte man die Antworten in den einzelnen Semestern (siehe Abb. oben), zeigte sich kein signifikanter Trend. So befürworteten sowohl niedrige als auch höhere Semester die Ausweitung der vorklinischen iPad-Ausleihe auf die Klinik durchschnittlich gleich stark.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

Verlosung
Für die Beantwortung der Umfrage waren 10 Bücher und 7 iTunes-Gutscheine ausgelobt worden sowie 2 iPads.

   
Dr. Obst überreicht den glücklichen Gewinnern jeweils ein iPad.

Foto: Lukiyanov at Shutterstock

Ab dem 1. Juni feste Meditricks-Lizenz

Wie berichtet, lief von Ende Februar bis Ende April an der Medizinischen Fakulät ein überaus erfolgreicher Meditricks-Test über Amboss.

Der Antrag auf QVM-Mittel wurde mittlerweile von der Kommission mit beratender Funktion für das Verfahren zur Vergabe der Qualitätsverbesserungsmittel – Medizin genehmigt, so dass wir Meditricks ab dem 1. Juni als Campuslizenz für ein Jahr anbieten können – übrigens als erst zweite Uni in Deutschland!

Meditricks ist dann sowohl über Amboss freigeschaltet, als auch über www.meditricks.de: Anleitungen unter https://www.meditricks.de/campuslizenz/.

Meditricks-Test: Wie geht es weiter?

Wie berichtet, lief von Ende Februar bis Ende April ein Meditricks-Test über Amboss. Wie in dem obigen Diagramm zu sehen, haben insgesamt (min.) 274 Nutzer auf die Meditricks-Videos zugegriffen. Insgesamt wurden in dem beobachteten Zeitraum 17.761 heruntergeladen/angesehen, davon 10.800 in der Testphase (61%) (es sind einige Videos für den nicht-lizenzierten Gebrauch freigeschaltet, so dass es auch eine Nutzung vor dem Test gibt).

Die Bibliothek hat daraufhin einen Antrag auf QVM-Mittel an die Kommission mit beratender Funktion für das Verfahren zur Vergabe der Qualitätsverbesserungsmittel – Medizin gestellt, um Meditricks sobald wie möglich als Campuslizenz weiter anbieten zu können. Eine Entscheidung ist allerdings frühestens im August/September zu erwarten, da nach Bewilligung noch Dekanat und Rektorat zustimmen müssen (was aber meist eine formale Sache ist).

Nutzung der Kreuztools Amboss und examen online

Seit zwei Jahren nimmt die Zahl der mit Thieme examen online gekreuzten Fragen kontinuierlich ab. Auf der obigen Abbildung sehen sie nun die Nutzung von Amboss (orange) und examen online (rot) seit dem Jahr 2015.

Zwei Entwicklungen sind bemerkenswert: Ab Mitte 2016 wird Amboss deutlich häufiger benutzt, was auf die Freischaltung der Vorklinikfragen zurückzuführen ist. Und die zweite: Ab Mai 2017 ging die examen online-Nutzung drastisch zurück, weil zum einen die Lizenz für die Klinikfragen ausgelaufen war und zum anderen viele Nutzer für die Vorklinikfragen auf Amboss gewechselt sind.

Bei beiden Diensten sieht man deutlich die eigentlichen Nutzungsphasen vor den jeweiligen Staatsexamina im Frühjar und Herbst.