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Wie nützlich ist die Apple Watch in der Medizin?

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Die Apple Watch erschien im Juni 2015 und erweiterte das Universum der Apple-Geräte um eine Armbanduhr. Es ist also ausnahmsweise mal kein neues handheld device geworden, sondern ein handwrist device.

Tragekomfort & Bedienung
Die Watch ist sehr angenehm zu tragen und man merkt nach einiger Zeit gar nicht mehr, dass man eine Armbanduhr am Handgelenk hat. Das Plastikarmband der 42mm Sport-Watch (mit 499 € die preiswerteste Watch) fühlt sich hochwertig und weich an. Die Uhr ist mit einer Größe von 42x42x11mm (gerade noch) klein genug, um nicht aufzufallen oder zu stören. Bedienfelder, Icons und Touchscreen sind (gerade noch) gross genug, um – nach einigem Üben – zuverlässig getroffen zu werden. Der Akku hielt meist 1,5 Tage, das Aufladen geschah unproblematisch über Nacht.

Fitness
Der Nutzen ist jedoch aus meiner Sicht begrenzt. Zum einen ist die Watch ein gut funktionierender Fitness-Tracker, der einen stets (mit Stupsern und anderen Signalen) daran erinnert, aufzustehen und seine Übungen zu machen. Aufgezeichnet werden Schritte, Stockwerke, Pulsfrequenz, Trainingseinheiten und verbrauchte Kalorien. Dies alles kann mit entsprechenden Fitness-Apps auf dem iPhone verfolgt und ausgewertet werden. Bewegung in gesundheitlich notwendigem Masse wird mit Hinweisen unterstützt und mit Auszeichnungen gewürdigt. Kontrolle und Belohnung funktionieren gut, wenn man es mag – bis auf die Schlafphysen – dauernd eine Uhr zu tragen und überwacht zu werden.

Weitere Apps
Die Apple Watch wird mittels der Watch App auf dem iPhone gesteuert und mit zahlreichen Apple Watch fähigen Apps verbunden. Diese Apps haben auf der Uhr meist aber nur einen begrenzten Funktionsumfang (auch wegen dem kleinen Bildschirm), aber es wird ständig besser. Hier ein kleines Ranking, welche Apps mir gefallen haben bzw. welche ich regelmässig benutzte:

  1. Anzeige der Uhrzeit: Das braucht man doch tatsächlich am häufigsten.
  2. Kalender: Die nächsten anstehenden Termine
  3. Wetter-App: 24 Std.-Übersicht über Temperaturen, Bedeckung und Regen
  4. Für eine Vielzahl von Apps lassen sich Erinnerungen auf der Watch empfangen: Seien es Termine, SMS, Tweets, metereologische Daten, Emails, etc pp
  5. Telefon: Mit der Watch kann man Telefonate starten und entgegennehmen, das ist praktisch wenn das iPhone nicht griffbereit ist.
  6. SMS schreiben/diktieren.
  7. Musik: Die Watch besitzt ausreichend Speicherplatz für eine umfangreiche Playlist, die auch ohne iPhone an Bluetooth-Geräten abgespielt werden kann.
  8. Karten-App: Navigation, Anzeige des Standortes
  9. Gar nicht oder kaum benutzt: Foto ansehen, Kamera fernsteuern, Flugtickets per Wallet-App

Für alle diese Funktionen benötigt man ein iPhone in Bluetooth-Entfernung. Besonders gut: Zeit, Datum, Temperatur, Termine lassen sich mit einem Blick direkt auf der Armbanduhr ablesen.

BGR: Die 13 besten Apps für die Apple Watch

Nützlichkeit in der Medizin
Mit der Apple Watch hat Apple Inc. sich dem ausdrücklichen Ziel verschrieben, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Das kann durch ein intelligentes Fitness-Environment geschehen, wie oben beschrieben, aber auch, indem man Ärzte und Patienten mehr zusammenbringt. Mit Hilfe von Apples ResearchKit Framework sind neuartige medizinische Anwendungen möglich, wie z.B. die der Johns Hopkins University zum Studium der Epilepsie. Lesen Sie hier weiter über The 13 Medical Apps Currently Available for Apple Watch und 10 Apple Watch medical app ideas for physicians.

Zusammenfassung
Die Apple Watch mit dem Betriebssystem 2.0 ist ein schönes Spielzeug, das manchmal richtig nützlich sein kann – auch in medizinischen Settings. Ein grosser Nachteil ist sicher, dass man das iPhone immer dabei haben muss. Ohne das iPhone ist die Watch wirklich nur eine Watch. Mit der Apple Watch 2 könnte sich das jedoch ändern: Per eSim könnte das Nachfolgemodell selber telefonieren und insgesamt selbständiger sein. Es besteht die Möglichkeit für Wissenschaftler und Ärzte der Medizinischen Fakultät eine Apple Watch einmal auszuprobieren. Bitte melden Sie sich dafür bei Dr. Oliver Obst.

Foto: (c) Apple Inc.