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„Paper of the Month“ Mai 2018: PD Dr. Astrid Jeibmann aus dem Institut für Neuropathologie

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Mai 2018 wurde PD Dr. Astrid Jeibmann aus dem Institut für Neuropathologie für die Publikation:: Gadolinium-based contrast agents induce gadolinium deposits in cerebral vessel walls, while the neuropil is not affected: an autopsy study in der Zeitschrift Acta Neuropathologica [Volltext] ausgezeichnet.

Kürzlich veröffentlichte Studien konnten zeigen, dass nach mehrmaliger Gabe von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln im Rahmen der MRT-Bildgebung Gadolinium-Ablagerungen in verschiedenen Bereichen des Gehirns auftraten, am stärksten sichtbar im Nucleus dentatus des Kleinhirns. Auch wenn bisher keine klinischen Korrelate bekannt sind, gibt es eine intensive Debatte, ob diese Ablagerungen schädlich sein können.

Das Ziel der Studie war es, die Gadolinium-Verteilung im Gehirngewebe von Patienten, die mehrfache Injektionen Gadolinium-haltiger Kontrastmittel erhielten, im niedrigen Mikrometerbereich zu untersuchen und mögliche pathologische Gewebeveränderungen durch Gadolinium-Ablagerungen zu untersuchen. Wir konnten mit einer analytischen Methode, die die Untersuchung ortsaufgelöster Elementverteilungen ermöglicht (LA-ICP-MS) Gadolinium-Ablagerungen in den Gefäßwänden kleiner Blutgefäße im Nucleus dentatus bei allen Patienten nachweisen, die Gadolinium-haltige Kontrastmittel erhalten haben, während wir diese in der Kontrollgruppe nicht nachweisen konnten. Es konnten bei keinem der Patienten signifikante pathologischen Veränderungen des Gehirngewebes gefunden werden.

Wir konnten zeigen, dass Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn auf die Blutgefäßwände beschränkt sind, das Neuropil nicht betroffen ist und Reaktionen auf zellulärer Ebene nicht nachweisbar sind.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker