Blattlaus-Mumie

Forschung in der AG Tierökologie und multitrophische Interaktionen

Der Fokus unserer Forschung liegt darauf zu ergründen, nach welchen Gesichtspunkten welche Tiere die Landschaftsmatrix nutzen und wie die Tiere untereinander und mit ihrer Umwelt interagieren.

Unsere Ziele:

  • ökologische Grundlagenforschung
  • Handlungsvorschläge zum Erhalt von Biodiversität
  • Forschung in der Agrarlandschaft, im Grasland und Wald
  • Untersuchung von Arthropoden und Wirbeltieren
  • Verknüpfung von traditionellen Erfassungmethoden mir aktuellen molekularbiologischen Methoden
  • Forschung Deutschland und Europaweit

Haben wir Euer Interesse geweckt? Dann lest noch mehr über unsere einzelnen Forschungsprojekte.

INSEKTENVIELFALT IN WÄLDERN NORDRHEIN-WESTFALENS – ZUSTAND UND ENTWICKLUNG

Buchenwald
© Michael Meyer

In diesem Projekt soll sowohl auf der Basis von Altdaten als auch durch neue Untersuchungen ein besserer Überblick über die Insektenvielfalt in Nordrhein-Westfalens Wälder gewonnen werden. Hier werden sowohl naturbelassene naturnahe Wälder als auch Wirtschaftswälder in die Betrachtung einbezogen. Daraus sollen Schlüsselstrukturen für die Insektenvielfalt ermittelt und Handlungen für die Forstwirtschaft gegeben werden. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Wald und Holz NRW.

Imagefilm

Auch 2020 besteht die Möglichkeit, in diesem Projekt Abschlussarbeiten zu schreiben oder Forschungsprojekte zu absolvieren. Anfragen dazu bitte an:

Ansprechpartner: Michael Meyer, Christoph Scherber

  • Abschlussarbeiten

    Kira Kowalski (2019): Einfluss von Totholz in verschiedenen Buchenwaldaltersklassen auf das Insektenvorkommen in der Naturwaldzelle "Hellerberg" (Arnsberger Wald, Sauerland) (Bachelorarbeit)

Ein Langzeit-Fruchtfolgeexperiment

Feldversuch Harste
© Michael Meyer

Auswirkung zeitlicher Diversifizierung auf Arthropodenbiozönosen

Das Projekt läuft in Kooperation mit dem Institut für Zuckerrübenforschung in Göttingen. In einem Langzeit-Fruchtfolgeexperiment wird untersucht, wie sich der Einfluss der zeitlichen Diversität und der einzelnen Feldfrüchte auf Wirbellose, Prozessraten, und Stoffumsätze auswirken. In den letzten Jahren liegt der Fokus dabei v.a. auf bodenassoziierten Prozessen. Hierbei wird eng mit der AG Bodenökologie und Landnutzung zusammengearbeitet.
Ansprechpartner: Michael Meyer, Christoph Scherber, Ute Hamer

  • Publikationen

    Meyer, M., Ott, D., Götze, P., Koch, H.-J. & C. Scherber (2019): Crop identity and memory effects on aboveground arthropods in a long‐term crop rotation experiment, Ecology and Evolution, Vol. 9, Issue 12, 7307-7323, https://doi.org/10.1002/ece3.5302

    Scherber, C., Reininghaus, H., Brandmeier, J., Everwand, G., Gagic, V., Greiwe, T., Kormann, U.G., Meyer, M., Nagelsdiek, S., Rösch, V., Sobek-Swant, S., Thies, C. & D. Ott (2019): Insektenvielfalt und ökologische Prozesse in Agrar -und Waldlandschaften, Natur und Landschaft, 6/7, 245-254

    Poster:

    Meyer, M., Koch, H-J. & C. Scherber (2017): Influence of temporal diversification on invertebrate communities in a long-term crop-rotation experiment, Ecology across borders, Joint meeting of BES, GfÖ, NecoV and EEF, Gent, Belgien

    Meyer, M., Koch, H-J. & C. Scherber (2017): Influence of temporal diversification on invertebrate communities in a long-term crop-rotation experiment, 1st International Conference on Community Ecology, Budapest, Ungarn

    Vorträge:

    Meyer, M., Ott, D. & C. Scherber (2019): Influence of temporal diversification on aboveground arthropods. European Conference on Crop Diversification, Budapest, Ungarn

    Hamer, U., Meyer, U.-N., Meyer, M. & C. Scherber (2019): Soil microbial indicators for the assessment of temporal diversification in agroecosystems, Jahrestagung der GfÖ, Münster, Deutschland
    Meyer, M., Koch, H-J. & C. Scherber (2018): Functional groups are differentially sensitive to temporal diversification in agricultural landscapes, Jahrestagung der GfÖ, Wien, Österreich

    Meyer, M. (2017): Einfluss zeitlicher Diversifikation auf Arthropodencommunities sowie mikrobielle Aktivität und Streuzersetzung in einem Langzeit-Fruchtfolgeexperiment, Institutsseminar, Institut für Zuckerrübenforschung, Göttingen

  • Abschlussarbeiten

    Maren Smiatek (2016): Effects of temporal diversification on litter decomposition, microbial respiration and soil mesofauna in a long-term crop rotation experiment, Masterarbeit

    Forschungsprojekt oder Masterarbeit über "Einfluss zeitlicher Diversifikation in der Agralandschaft" hier

Das EU-Projekt DIVERSify

Feldversuch am JKI in Gievenbeck
© Jan Lehmann

Auswirkung räumlicher Diversifizierung auf Arthropoden und ökologische Prozessraten

Das Projekt DIVERSify wurde im Rahmen der EU-Forschungsförderung Horizon 2020 finanziert. Das ist Ziel ist es die Produktivität und Nachhaltigkeit europäischer Landwirtschaft zu fördern. In Münster wurden von 2017 bis 2019 Feldversuche mit Mischkulturen durchgeführt. Es wurde untersucht, ob Mischkulturen in Zukunft Monokulturen in konventioneller und ökologischer Landwirtschaft ersetzen können. Es wurde neben dem Ertrag auch die Biodiversität in den Flächen untersucht.

Ansprechpartner: Jana Brandmeier, Silvia Pappagallo, Christoph Scherber

  • Publikationen

    Poster GfÖ 2019 Münster:
    Brandmeier et al. 20-P11 Effects of crop diversity ad managment on pollinators in an intercropping experiment
    Pappagallo 20-P6 Network thinking in agroecosystem functioning and productivity

Nahrungszusammensetzung von Kleinsäugern im Landschaftskontext (SMaTI)

Feldmaus Microtus arvalis im Grünland
© Christoph Scherber

Kleinsäuger spielen eine entscheidende Rolle für zahlreiche Ökosystemprozesse in natürlichen und bewirtschafteten Ökosystemen, wie beispielsweise Samenprädation, Herbivorie und die Prädation von Wirbellosen. Ziel des SMaTI Projektes ist es, die Auswirkung der Landnutzungsintensität von Grünland und Wald auf die Nahrungswahl von Mäusen, Wühlmäusen und Spitzmäusen und mit ihnen in Verbindung stehenden Ökosystemprozessraten zu erfassen. Detaillierte Einblicke in die Ressourcennutzung der Kleinsäuger werden durch Metabarcoding von Mageninhalten und die Analyse stabiler Isotope im Muskelgewebe gewonnen und durch kamerabeobachtete Prädationsexperimente ergänzt. Das SMaTI Projekt kollaboriert eng mit dem JKI Münster und ist in die Forschungsplattform der Biodiversitätsexploratorien eingebunden.

Ansprechpartner: Julia Tiede, Christoph Scherber

Prädation von Pflanzensamen und Vielfalt von Arthropodengemeinschaften als Reaktion auf die Landnutzungsintensität (SPRINT)

In einem neuartiges Grünlandexperiment innerhalb der Biodiversitätsexploratorien zielt darauf ab, dies zu überwinden, indem eswerden die Managementintensität einzelner Faktoren der Landnutzung unter reellen landwirtschaftlichen Maßstäben großräumig experimentell erhöht oder verringert. Darüber hinaus wird der Reichtum der lokalen Pflanzenarten durch die Zugabe von Saatgut beeinflusst. Das neue Experiment dient damit als wichtiger Brückenschlag zwischen Beobachtungs- und experimentellen Grünland-Biodiversitätsstudien. In unserem Projekt SPRINT werden wir Untersuchungen innerhalb dieses Grünlandexperimentes durchführen.
Ziel ist es, die Beziehungen zwischen der Pflanzengemeinschaft und den bodenbewohnenden Arthropoden und dem Ökosystemprozess der Samen-Prädation als Reaktion auf Veränderungen der Landnutzungsintensität und der Vegetationsmerkmale untersuchen.

Kontaktperson: David Ott

KennArt - Entwicklung eines mehrstufigen Schulungssystems zur Förderung der Artenkenntnis

© Hannah Reininghaus

Die Zahl der Artenkennerinnen und Artenkenner nimmt seit einigen Jahren immer weiter ab. Mit dem Verbundprojekt „KennArt – Eine bundesweite Initiative zur Ausbildung von Artenkenner*innen“ möchten die NABU-Naturschutzstation Münsterland und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (ILÖK-AG Tierökologie) dem Abwärtstrend entgegenwirken. In den kommenden sechs Jahren soll ein mehrstufiges Schulungssystem mit Grund-, Aufbau- und Expertenkursen für verschiedene Organismengruppen mit einem Schwerpunkt auf Insekten entwickelt und bundesweit erprobt werden. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Link zur Pressemitteilung