Meldungen 2023

IStG - Bibliotheksstipendium 2024

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster (IStG) vergibt für das Förderjahr 2024 Stipendien zur Unterstützung von Arbeiten im Bereich der historischen Städteforschung.

Die Ausschreibung richtet sich an Doktorand*innen aus dem In- und Ausland und bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit den Beständen der Forschungsbibliothek des IStG auseinanderzusetzen. Der Forschungsaufenthalt kann am Beginn eines Promotionsvorhabens stehen, er kann aber auch dazu dienen, ein bestehendes Projekt zu Ende zu führen.

Der Spezialisierung des IStG entsprechend werden Bewerbungen mit Forschungsprojekten zur historischen Städteforschung aus den unterschiedlichen Bereichen dieses interdisziplinären Forschungsfeldes (Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte etc.) gefördert. Besonders willkommen sind innovative Forschungsvorhaben, die sich intensiv mit den Schwerpunkten der Institutsarbeit und den Beständen der Forschungsbibliothek auseinandersetzen: Vergleichende Städteforschung, Stadtplanung und Stadtmorphologie, historische Kartografie, thematische Kartografie, bildliche Stadtdarstellungen (Ansichtskarten, Stadtansichten).

Die Forschungsstipendien werden für maximal 4 Monate gewährt, die Höhe des Stipendiums beträgt 1.300 € monatlich. Das IStG ist ein attraktiver Ort für konzentriertes Forschen und kreatives Schreiben: Wir stellen Ihnen einen Arbeitsplatz zur Verfügung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IStG unterstützen Sie gern bei der Literatur- und Quellenrecherche.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 15.03.2024!

© Verlag Heinrich Höhne GmbH Hamburg (IStG, Sammlung Sieckmann, Inv.-Nr. 5422, Format 8,8 x 13,7 cm.)

Das IStG und die IStG-Bibliothek machen Winterpause!

Liebe Besucherinnen und Besucher!
Vom 22. Dezember 2023 bis zum 5. Januar 2024 bleiben das Institut und unsere Institutsbibliothek geschlossen. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachtsfeiertage sowie einen "guten Rutsch" ins Jahr 2024 und freuen uns, Sie ab dem 8. Januar 2024 wieder in unseren Räumlichkeiten zu begrüßen!

Das Bild zeigt: Postkarte Hamburger Rathaus, gelaufen am 19.12.1914 als Feldpostkarte aus Bahrenfeld.
Verlag Heinrich Höhne GmbH Hamburg.
Weihnachtsgrüße Dietrich Kramers an seinen Bruder an der Front
Die Karte zeigt eine Collage aus einer gezeichneten weihnachtlichen Szene, in die im Hintergrund das Hamburger Rathaus und das Hotel Moser, gesehen aus der Richtung Kleine Alster / Reesendammbrücke, montiert sind. Das Hamburger Rathaus wurde von 1886 bis 1897 im Stil der Neorenaissance errichtet. Das Hotel Moser, das nicht erhalten ist, stand an der Ecke Alter Wall / Rathausmarkt.
Die am 19.12.1914 gelaufene Karte ist eine der wenigen Feldpostkarten aus dem Bestand des IStG. Der Absender Dietrich Kramer wünscht in diesem ersten Kriegswinter seinem Bruder ein fröhliches und gesundes Weihnachtsfest. Dietrich Kramer war im Kriegsbekleidungsamt Bahrenfeld, damals noch ein Stadtteil Altonas, in der Betriebsabteilung 5, Kompanie 2, tätig. Er schreibt seinem Bruder, dem Reserve-Gefreiten Jäger Kramer, Reservejägerbtl. Nr. 9, 18. Reservedivision, 9. Armeekorps, 1. Kompanie, der als Mitglied des Lauenburgischen Jäger-Bataillons in Nordostfrankreich stationiert war.
(IStG, Sammlung Sieckmann, Inv.-Nr. 5422, Format 8,8 x 13,7 cm.)

 

Verleihung des Gustav-Engel-Preises 2023 an Dr. Anna Krabbe

Am 25.11.2023 wird in Bielefeld der Gustav-Engel-Preis 2023 an Dr. Anna Krabbe verliehen. Die Ehrung, die durch den Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V. zur Förderung des geschichtswissenschaftlichen Nachwuchses ermöglicht wird, findet um 15:30 Uhr im Großen Saal des Neuen Rathauses zu Bielefeld (Niederwall 23) statt. Die Preisträgerin wird einen Vortrag halten über "'Seelenmörder' oder Miteinwohner? - Das Zusammenleben von evangelischer Bevölkerung und religiösen Gemeinschaften im 16. Jahrhundert in Herford", wobei Ergebnisse aus der am IStG verfassten und von Prof. Dr. Werner Freitag betreuten Dissertration präsentiert werden.

Buchvorstellung und Verleihung des Nachwuchspreises des Kreisheimat- und Geschichtsvereins Beckum-Warendorf e.V. 2023

Am 16. November 2023 um 18 Uhr wird in der Stadtbücherei Ahlen (Südmauer 21) die Publikation „Münsterland – Jahrbuch des Kreises Warendorf 2024“ der Öffentlichkeit vorgestellt, in der die Ersterwähnung von Ahlen und Beckum des Jahres 1224 im Mittelpunkt steht, aber ebenso zahlreiche weitere Aspekte zur Regionalgeschichte behandelt werden. Vor der Präsentation dieses 400-seitigen Werkes aus der Feder von 41 Autorinnen und Autoren wird der Nachwuchspreis des Kreisheimat- und Geschichtsvereins Beckum-Warendorf e.V. 2023 verliehen, der in diesem Jahr an die Schülerin Janne Weber vergeben wird sowie an Nikola Böcker, Andreas May und Christian Schaepers – ehemals Studierende von Prof. Dr. Werner Freitag, „deren Fach- bzw. Abschlussarbeiten sich in hervorragender Weise mit Aspekten der Orts- und Kreisgeschichte beschäftigen“. Deren Arbeiten entstanden im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Prof. Freitag zum Thema „Die Altkreise Beckum und Warendorf um 1900“, die 2019/20 in Kooperation mit dem Kreisarchiv Warendorf (Dr. Knut Langewand) durchführt worden war. So beschäftigte sich Frau Böcker mit dem Ostbeverner Kriegerverein um 1900, Herr Schaepers setzte sich mit der Brotversorgungspolitik des Warendorfer Rates im 17. Jahrhundert auseinander und Herr May zeichnete anhand der vorliegenden Archivalien die „Daseinsvorsorge und Leistungsverwaltung“ für Beckum um 1900 nach.

Alle Interessierten sind am 16. November herzlich in die Stadtbücherei Ahlen eingeladen. Weitere Informationen können der Homepage des Kreisheimat- und Geschichtsvereins Beckum-Warendorf e.V. unter folgendem Link entnommen werden:

www.kreisheimatverein-beckum-warendorf.de
 

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Freitags-Kolloquium im Wintersemester 2023/24

Am 10.11.2023 findet der erste Termin des Freitags-Kolloquiums im Wintersemester 2023/24 zum Thema "Junge Städteforschung" statt. Es tragen vor:

Raphael Longoni (Darmstadt)   
Baukonjunktur zwischen Alltag und Krise – Zur Finanzierung kommunaler Infrastrukturen Freiburgs i. Ü. im Spätmittelalter

Die lückenlos überlieferten Bauausgaben der Kommunalverwaltung von Freiburg (Schweiz) verzeichnen 1402-1550 grosse Schwankungen und einen allgemeinen Expansionstrend. Der Beitrag fragt daher nach den Gründen für den Verlauf. Dabei wird die Bautätigkeit im sich entwickelnden Staatshaushalt situiert, der insbesondere gegenüber politischen Krisen hochsensibel war.

Moritz Müller (Halle)    
Soziale Schichtung und die sozialräumliche Segregation Halles im 19. Jahrhundert

Liselore Durousset (Erkner)   
Sozialräumliche Transformation der Wirtschaftsräume im Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg (1980er-2000er)

Im Rahmen des Projektes zur sozialräumlichen Transformation im Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg 1980-2000 widmet sich das sozial-, wirtschafts- und kulturhistorische Promotionsvorhaben den Industrie- und Gewerbegebieten. Bei ihrer Transformation spielten mehrere Prozesse eine bedeutende Rolle: der wirtschaftliche Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft, der Systemwechsel von einer Zentralplanwirtschaft zur Marktwirtschaft mit der Privatisierungswelle vieler Unternehmen und Neuverteilung des Eigentums im Osten, das Ende der politischen und ökonomischen Sonderstellung des Westteils sowie die Globalisierung. Im Vortrag werden die empirische Methode sowie Analysenkriterien des Projekts vorgestellt und diskutiert. Sind sie für die Erforschung eines solch breiten Untersuchungsgegenstandes in Anbetracht der Herausforderungen der Zeitgeschichtsforschung passend?

Der zweite Termin im Wintersemester wird am 19.01.2024 zum Thema "Archäologie und vergleichende Städtegeschichte. Gründung und Stadtumbau im archäologischen Befund" stattfinden. Es tragen vor:
Michaela Jansen (Osnabrück)

Jonathan Scheschkewitz (Ulm)

Ulrich Müller (Kiel)

Mathias Austermann (Dortmund)


Alle Interessierten sind herzlich um 14 Uhr c.t. bis 18 Uhr in den Seminarraum des IStG (Königsstraße 46, 48143 Münster) eingeladen.

Forschungskolloquium zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Victoria Gierok (Oxford) wird am 9. November im Rahmen des "Forschungskolloquiums zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte" um 14-16 Uhr im Raum F041 (Fürstenberghaus) zum Thema "The Impact of the Thirty Years' War on Urban Germany" vortragen.

Bibliotheks-Stipendiat Filip Vukuša

Seit 1. September 2023 ist Filip Vukuša (Bielefeld) als Bibliotheks-Stipendiat am IStG und forscht bis Ende November für sein Dissertationsprojekt „(Re)Constructing Urban Medieval Social Networks: A Comparative Study of 14th Century Populations of Zadar and Rab“.

Bibliotheksschließung 04.-05.10.2023

Am Donnerstag, 5. Oktober 2023 und Freitag 06. Oktober 2023 bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Bei dringendem Bedarf melden Sie sich bitte per Email: biblistg@uni-muenster.de

© istg

TAGUNG: DEN FRIEDEN GEWONNEN – Städte nach 1648 im Vergleich

Am 28. und 29. September findet anlässlich der Feierlichkeiten "375 Jahre Westfälischer Frieden" in der Rüstkammer des Historischen Rathauses der Stadt Münster die Tagung "Den Frieden gewonnen - Städte nach 1648 im Vergleich" statt. Diese ist eine gemeinsame Initiative des Exzellenzclusters Religion und Politik der Uni Münster, des Instituts für vergleichende Städtegeschichte sowie des Stadtarchivs Münster.

Das Programm zur Tagung kann unter folgendem Link abgerufen werden:

Flyer zur Tagung "Den Frieden gewonnen"

Die historische Friedensforschung – und dies gilt insbesondere für diejenige zum Westfälischen Frieden – hat sich bislang vornehmlich mit den Prozessen und Faktoren beschäftigt, die zum Abschluss von Friedensvereinbarungen bzw. -verträgen geführt haben. Weit weniger im Fokus standen diejenigen Vorgänge, die auf einen solchen Friedensschluss folgten: Wie wurden Friedensvereinbarungen also wahrgenommen, inwieweit und in welcher Weise wurden sie umgesetzt? Welche Probleme waren damit und mit den Folgen des Krieges gerade auf lokaler Ebene verbunden, und wie wurde versucht, mit diesen umzugehen? Die Tagung setzt sich mit solchen Fragen auseinander, indem der Fokus auf die besonderen Bedingungen und Entwicklungen in städtischen Gesellschaften gerichtet wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit nach dem Westfälischen Frieden, jedoch in vergleichender Perspektive, indem weitere Nachkriegszeiten im frühneuzeitlichen West- und Mitteleuropa in den Blick genommen werden. Drei Problemkomplexe, in denen sich der ambivalente Charakter solcher Übergangszeiten vom Krieg zu einem (dauerhafteren) Frieden besonders gut greifen lässt, stehen dabei im Mittelpunkt: (1) Konfliktlagen, die als kennzeichnend für städtische Nachkriegsgesellschaften der Frühen Neuzeit erscheinen (2) die vielfältigen Fragen, die mit dem Problem der Integration und Desintegration zusammenhängen und (3) die Art und Weise, wie sich Entwicklungen der Nachkriegszeit auf den städtischen Raum auswirkten und sich in diesem manifestierten.
 

© Verein für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V.

Einladung zur Buchpräsentation

Der Verein für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V. lädt am 24.09.2023 - 11 Uhr - zur Präsentation des Buches "Soest - Geschichte der Stadt, Band 4: Soest im langen 19. Jahrhundert" in das Burghofmuseum Soest ein.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link!

Josef Sudbrock 2005
© IStG

Trauer um Josef Sudbrock
Das IStG trauert um Josef Sudbrock, der am 15.08.2023 im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Josef Sudbrock stand dem IStG von 2001 bis 2007 als Verwaltungsvorstand vor und verantwortete in dieser Zeit gemeinsam mit Prof. Peter Johanek die Neuaufstellung des IStG sowie den Umzug in die erweiterten Räumlichkeiten an der Königsstraße. 2007 wurde er zum Ehrenmitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte gewählt.

Josef Sudbrock, der 1965 in den Landschaftsverband Westfalen-Lippe eingetreten war, prägte von 1974 bis 1987 als Kulturdezernent den Kulturraum Westfalen. Als Erster Landesrat verantwortete er bis 1999 den Haushalt des LWL, wobei er u.a. die Umgestaltung des ehemaligen Heeresverpflegungshauptamtes in Münster-Coerde in die „Speicherstadt“ vorangetrieben hat. Mit der ihm eigenen Kreativität, Klarheit und Durchsetzungsstärke und mit überaus großem Engagement führte Sudbrock nach seiner Pensionierung das IStG in eine neue Zeit. Unter schwierigen Bedingungen legte er durch den Umbau zur gGmbH, die Einbindung neuer Träger und die Akquirierung neuer Projekte den Grundstein für den Fortbestand des Instituts. Wichtige Vorhaben, die mit Josef Sudbrock verbunden bleiben werden, sind der „Dehio – Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Westfalen“ (2011/2016) sowie “Die Speicherstadt Münster. Konversion und Denkmalschutz“ (2009). Das IStG wird Josef Sudbrock ein ehrendes Andenken bewahren.
 

Petr Bártík & Fabian Voß
© IStG

FELLOWS am IStG
Die Mitarbeiter*innen des IStG freuen sich sehr, in diesem Sommer neue Gäste, aktuell einen Praktikanten und einen Bibliotheksstipendiaten, begrüßen zu können. Weitere Wissenschaftler weden in den nächsten Wochen folgen.

Petr Bártík ist Doktorand am Lehrstuhl für Historische Hilfswissenschaften und Archivwesen an der Universität Hradec Králové (Tschechische Republik). Zudem arbeitet er als GIS-Analytiker im Ostböhmischen Museum Hradec Králové.
Im Rahmen seines Studiums spezialisierte er sich auf die Stadtgeschichte der böhmischen Königsstädte, insbesondere auf deren historische Topographie sowie Geographie. In seiner Dissertation liegt der Fokus auf der Erforschung eines der beiden Hauptplätze im historischen Zentrum von Hradec Králové, auf seiner Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte und den Menschen, die dieses Gebiet bewohnten.
Als Mitglied des wissenschaftlichen Teams des Ostböhmischen Museums nimmt Petr Bártík zusammen mit der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik an dem Projekt Historic spa sites as a cultural, urban and landscape-forming phenomenon teil, für das historische Atlanten zu den Städten Mariánské Lázně (Marienbad), Františkovy Lázně (Franzensbad) und Karlovy Vary (Karlsbad) veröffentlicht werden sollen.
Petr Bártík absolviert vom 7.8. bis 5.9.2023 sein ERASMUS+ Praktikum am IStG und unterstützt dabei das Projekt HiSMaComp.

Fabian Voß ist Doktorand am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Paderborn.
Im Rahme seines Masterstudiums spezialisierte er sich auf die Geschichte der Europäischen Vormoderne aus kultur- und politikgeschichtlicher Sicht. Hierbei spielten Buch- und italienische Architekturgeschichte eine besondere Rolle.
Sein Dissertationsvorhaben mit dem Arbeitstitel Papstherrschaft im Raumentwurf. Die Architekturbücher Domenico Fontanas (1543–1607) und das Rom Sixtus V. greift diese Teilbereiche auf. Möglichkeiten zur Erschließung italienischer Bibliotheken und Archive ergaben sich aus Stipendien der Stiftung der deutschen Wirtschaft und des Historischen Instituts in Rom.
Ausgehend von Fontanas Publikationen fragt Fabian Voß nach den Erzähl- und Bildstrategien, die diese zum Werbemittel für Papst Sixtus V. (1585–1590), vor allem aber für den päpstlichen Hofarchitekten selbst machten. Den politischen Reformprozessen, die Fontana anspricht und an denen er führend beteiligt war, geht die Arbeit darüber hinaus anhand archivalischer Quellen nach. Aus ihnen ergibt sich das Bild einer veritablen päpstlichen Baupolitik, deren Organisation Fontana kommissarisch leitete.
Als Bibliotheksstipendiat forscht Fabian Voß vom 15.7. bis 15.9. am IStG zur politischen Funktion und Karriere Fontanas vor dem Hintergrund der Erweiterung des römischen Judenghettos (1589). Dazu stellt er diese in den weiteren Kontext einer kalkulierenden ‚Toleranzpolitik‘ des nachtridentinischen Papsttums.
 

Stellenausschreibung: studentische Hilfskraft für den Bereich EDV und Digital Humanities gesucht!

Das Team des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (IStG) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt:

eine studentische Hilfskraft im Bereich EDV / Projektarbeit Digital Humanities
Tätigkeitsbereiche und Anforderungen:

  • First-Level-Support (EDV-Betreuung) in Zusammenarbeit mit IVV1 und der WWU IT
  • Unterstützung bei der Pflege der Webseiten des Instituts (Imperia, HTML)
  • Pflege von Forschungsdatenbanken (Datenmodellierung und Datenbankentwicklung, SQL-Kenntnisse sind von Vorteil)
  • Interesse an Themen der Digital Humanities
  • Grundlegende Programmierkenntnisse sind von Vorteil (JavaScript, PHP)
  • Bereitschaft sich in Themen wie die obigen einzuarbeiten
Wir freuen uns über Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen per E-Mail an  Dr. Angelika Lampen
Fragen beantworten wir Ihnen gerne vorab unter Tel. 0251-8327514.

 

v.l.n.r.: Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Dr. Christof Spannhoff, Prof. Dr. Thomas Zotz, Prof. Dr. Peter Johanek, Michael Pavlicic, Prof. Dr. Manfred Balzer, Dr. Martin Kroker, Dr. Angelika Lampen
© IStG

Präsentation des Bandes „Pfalzen in Westfalen“ am 21. Juni 2023 in Paderborn

Am Abend des 21. Juni 2023 wurde im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn der Band „Pfalzen in Westfalen“ feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Teil des „Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters“ ist dieser Band nach über zehnjähriger Grundlagenforschung mehrerer renommierter Historiker*innen erschienen, die eng mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster und dem Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Göttingen zusammengearbeitet haben. ...

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Freitags-Kolloquium Münster nach 1648 – Konflikte und Alltag in einer städtischen Gesellschaft im Übergang am 07.07.2023

Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3 | Domplatz 20-22, 48143 Münster | 14 Uhr c.t.

In der historischen Friedensforschung insbesondere zum Westfälischen Frieden wird bislang der Fokus auf die Frage gerichtet, wie es zu Friedensschlüssen kam und was diese ermöglichte. Dagegen sind diejenigen Vorgänge, die auf einen Friedensschluss folgten, weit weniger in den Blick geraten. Die vier Vorträge, die aus einem von Ulrike Ludwig und Philip Hoffmann-Rehnitz geleiteten studentischen Forschungsprojekt hervorgehen, untersuchen aus einer stadtgeschichtlichen Perspektive die Zeit nach dem Abschluss des Westfälischen Friedens für den Münsteraner Fall und damit für eine Stadt, der durch ihre Funktion als Kongressort bis 1648/49 eine Sonderrolle innerhalb der Städtelandschaft des Reichs zukam. Das Augenmerk wird dabei auf das städtische Binnenleben und damit auf Bereiche der Münsteraner Stadtgeschichte gerichtet, die für die Zeit nach 1648 (aber auch für die Kongresszeit) bislang noch kaum untersucht sind. Ausgangspunkt des Projekts, das in enger Kooperation mit dem Stadtarchiv Münster durchgeführt wird, ist eine Auswertung der Ratsprotokolle als eines seriellen Seismographen städtischer Konfliktlagen. Hieraus sind einzelne thematische Schwerpunkte erwachsen. Diese umfassen die städtische Finanzpolitik (mit einem Fokus auf das Gruetamt), die städtische Policey und Aufwandsgesetzgebung (v. a. zu Hochzeiten) sowie rechtliche Auseinandersetzungen wegen straffällig gewordener Soldaten. Eng verbunden ist das Projekt mit der für September 2023 geplanten und vom IStG mitorganisierten Tagung „Den Frieden gewonnen? Städte nach 1648 im Vergleich“.
Link zur Webseite der Tagung

Simon Müller | Die Münsteraner Stadtratsprotokolle als Fenster in die Nachkriegszeit
Die am 24. Oktober 1648 in den Städten Münster sowie Osnabrück unterzeichneten Westfälischen Friedensverträge versprachen dem Alten Reich und auch ganz Mitteleuropa einen ‚universalen und immerwährenden‘ Friedenszustand. Der Vortrag zeigt anhand der vormaligen Kongressstadt Münster und der dafür untersuchten Stadtratsprotokolle, dass der vermeintlich eingekehrte Friede vom Ratsgremium in der folgenden Zeit bis 1655 als durchaus unsicher wahrgenommen wurde. Der Beitrag eröffnet dabei einen fensterartigen Blick auf verschiedene (militärische) Konfliktherde, welche außerhalb und innerhalb des Stifts Münster nach 1648 auftraten und welche mit teils massiver Besorgnis vom Stadtrat diskutiert wurden. Zusätzlich erklärt der Beitrag die Herangehensweise des studentischen Forschungsprojekts.

Markus Breyer | Durch das Kongressende zum Einkommenstief? Die Münsteraner Gruetamtsrechnungen als Spiegel der städtischen Finanzentwicklung
Das Münsteraner Gruetamt, das ursprünglich das städtische Monopol für den Verkauf von Braumischungen ausübte, entwickelte sich über Jahrhunderte aufgrund der finanziellen Bedeutung dieses Monopols zur wichtigsten Finanzinstitution der Stadt. Anhand des Gruetamts und dessen wichtigster Einnahme, dem Koyt- und Bieraccins, wird diskutiert, wie sich die städtischen Finanzen in der Nachkriegszeit gestalteten, welche Auswirkungen der Friedenskongress auf diese hatte und wie die städtische Politik auf die finanziellen Herausforderungen reagierte.

Luca Bröckelmann | „wegen schlechter Zeitung aus Nürnberg“. Münsteraner Hochzeitsverordnungen und städtische Policey zwischen Krieg und Frieden
Bei frühneuzeitlichen Feierregulierungen handelt es sich um eine Form des ordnungspolitischen obrigkeitlichen Handelns, die sich insbesondere durch ihre Flexibilität und Problemorientierung auszeichnete. Folglich können derartige Gesetzgebungen wie auch deren Veränderung Rückschlüsse auf das Problembewusstsein der entsprechenden Obrigkeit ermöglichen. Für Münster sind diese u. a. in Form von Hochzeitsverordnungen und speziell von Hochzeitsfeierverboten überliefert – ein solches überdauerte auch den Westfälischen Friedensschluss. Der Vortrag befragt dieses und andere während des Krieges erlassenen Verbote sowie die Versuche, sie wieder aufzuheben, auf die jeweils damit verbundene Kriegs- bzw. Friedenswahrnehmung insbesondere der städtischen Obrigkeit und auf ihre Funktion als eine Form der Problemkommunikation.

Ralf Bureck | Marodierende Soldaten oder straffällige Zivilisten? Der Münstersche Rat im Ringen um Ordnungsmacht
Für die Übergangszeit vom Dreißigjährigen Krieg zur nachfolgenden Phase des Friedens wird in der Forschung immer wieder die Frage diskutiert, wie es den aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten gelang, sich in die zivile Welt zu reintegrieren und vor welche Herausforderungen dies die zivilen Obrigkeiten stellte. Diese Problematik aufgreifend, analysiert der Vortrag anhand zweier Strafsachen des Münsterschen Ratsgerichts aus den 1650er Jahren, wie die Stadt mittels Rechtsprechung und Strafritualen auf straffällig gewordene (ehemalige) Militärangehörige reagierte und wie der Stadtrat seine Ordnungsgewalt im Zuge dessen (wieder) dar- und herzustellen suchte.

Alle Interessierten sind um 14 Uhr c.t. herzlich ins Fürstenberghaus (Vorlesungssaal F3, Domplatz 20-22, 48143 Münster) eingeladen.
 

© LWL

Ausschreibung des Museums in der Kaiserpfalz in Paderborn – Ausstellung „1250 Jahre Westfalen“

Das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn sucht zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine(n) wissenschaftliche(n) Mitarbeiter(in) zur Vorbereitung der Ausstellung „1250 Jahre Westfalen“. Bewerbungen von Interessierten – vorzugsweise aus den Bereichen Mittelalterarchäologie, Ur- und Frühgeschichte und/oder Mediävistik – können unter der Kenn-Nr. 5035 bis zum 03.07.2023 eingereicht werden an:

Dr. Martin Kroker
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Museumsleiter
Museum in der Kaiserpfalz
Am Ikenberg
33098 Paderborn
Tel.: 05251 105111
martin.Kroker@lwl.org

Die vollständige Ausschreibung kann unter folgendem Link eingesehen werden:
Ausschreibung – Ausstellung „1250 Jahre Westfalen“ im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn
 

8. Forschungskolloquium der Forschungsstelle Geschichte Kölns

Am 23. Juni 2023 findet das 8. Forschungskolloquium  der Forschungsstelle Geschichte Kölns statt. Thema ist: Dasas DFP-Projekt "Beginen in Köln" stellt sich vor: Prosoprographische Datenbank und soziale Topographie der Stadt Köln in Kooperation von Mediävistik und eHumanities.

Dabei wird das IStG durch Daniel Stracke und seinen Vortrag "Quo vaids, historische Städteforschung Eine Standortbestimmung vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung" vertreten.

Weitere Informationen können Sie dem Plakat als PDF-Datei entnehmen

© istg

Die deutschen Königspfalzen - Rezension und Präsentation

Das Ende des vergangenen Jahres erschienene Werk "Die deutschen Königspfalzen. Band 6: Nordrhein-Westfalen. Teilband 3: Westfalen" wurde jetzt von Jan Lemmer, Bochum, bei HSozKult rezensiert. Insbesondere werden die strukturellen und qualitativen Neuerungen des Bandes (Vorbemerkungen zu den Ortartikeln, erweiterte kartographische Ausstattung, Zeitstrahl der Aufenthalte, Übersichtstabellen zu Aufenthaltsorten und Herrschern sowie die von Manfred Balzer verfasste Zusammenfassung) positiv herausgehoben.

Link zur Rezension auf HSozKult

Der Band wird am 21. Juni 2023 um 18 Uhr im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn präsentiert.

Einladung zur Präsentation des Bandes als PDF-Datei
 

© khk

Öffentlicher Gesprächsabend „Wie sicher ist der Frieden? Der Westfälische Friede als völkerrechtlicher Vertrag“

Eine Veranstaltung des Käte Hamburger Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“ in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster

Vor 375 Jahren brachte der Abschluss der diplomatischen Verhandlungen zu Münster und Osnabrück dem vom Dreißigjährigen Krieg gebeutelten Kontinent den langersehnten Frieden und eine neue Völkerrechtsordnung. Heute herrscht erneut Krieg in Europa, was unseren Blick auf die historischen Geschehnisse verändert. Wir fragen uns: Wie war es damals überhaupt möglich, nach dreißig Jahren Krieg und fünf Jahren Verhandlungen zu einer Einigung zu kommen und einen Kompromiss zu finden, dem alle Parteien zustimmen konnten? Wie wurden aus Kriegsgegnern, die sich unversöhnlich gegenübergestanden hatten, gleichberechtigte Vertragspartner? Und wie gelang es, dauerhaft alle zur Einhaltung der Verträge zu verpflichten?

Darüber diskutieren am 22. Juni im LWL-Museum die Historikerin Prof. Dr. Claire Gantet (Fribourg), der Historiker Prof. Dr. Christoph Kampmann (Marburg), der Rechtshistoriker Prof. Dr. Peter Oestmann (Münster) und der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Christian Hillgruber (Bonn). Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Ulrike Ludwig (Münster). Beim anschließenden Empfang gibt es die Gelegenheit, das Gespräch bei einem Imbiss zu vertiefen.

Mehr Informationen auf der Seite des Käte Hamburger Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“

© istg

Poster HiSMaComp auf der Digital History Tagung

Am Donnerstag, 25.05.23, hat das Projekt HiSMaComp an der Postersession der Digital History Tagung 2023 „Digitale Methoden in der geschichtswissenschaftlichen Praxis. Fachliche Transformationen und ihre epistemologischen Konsequenzen“ der AG Digitale Geschichtswissenschaften im VHD teilgenommen.  Das Poster „Geosemantische Kontextualisierung urbaner Räume“ erläutert das im Projekt verwandte Methodenmodell und den Workflow hinsichtlich der Verbindung von Geoinformationssystemen und Semantic Web-Methoden.  Von Publikum und Jury wurde das Poster unter die sechs besten Beiträge gewählt und wird im Rahmen des Historikertags in Leipzig als nominierter Beitrag für den "Peter Haber Preis für Digitale Geschichswissenschaft“ in einem kurzen Posterslam erneut präsentiert.

Link zum Poster auf Zenodo

© IStG

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte trauert um Dr. Peter Ilisch

 Am 29. Mai, wenige Tage nach seinem 76. Geburtstag, verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Peter Ilisch. Vielen ist er als Numismatiker bekannt; bis zu seiner Pensionierung 2012 leitete er das Münzkabinett und die Siegelsammlung des Westfälischen Landesmuseums, heute LWL-Museum für Kunst und Kultur. Ilisch, der 1974 mit einer Arbeit zu „Münzfunden und Geldumlauf in Westfalen in Mittelalter und Neuzeit“ von Peter Berghaus promoviert worden war, war zudem einer der wenigen Kenner der westfälischen Agrargeschichte und „der“ Spezialist für Kleinstadtgeschichte. Wohl auch, weil er sich Zeit seines Lebens mit seiner Heimatstadt Billerbeck verbunden wusste, forschte und publizierte er seit den 1970er Jahren zur Verfassungs-, Sozial-, Kirchen- und Wirtschaftsgeschichte westfälische Kleinstädte, besonders des Münsterlandes. Für die Debatte um den Stadttypus der Minderstadt und in Bezug auf die Präzisierung des Wigbold-Begriffs gab Ilisch der Forschung viele Anregungen. Seine zahlreichen Aufsätze zur Stadtgeschichte sind mustergültige Tiefenbohrungen: quellennah erarbeitet, gut kontextualisiert und voller überraschender Erkenntnisse. In dem von Ilisch 2022 konzipierten Sammelband „Dorf - Adel - Kirche - Wirtschaft“ (Westfalen in der Vormoderne, Bd. 36) sind einige dieser Schmuckstücke erneut publiziert und somit leicht zugänglich.

Über Jahrzehnte hinweg gehörte Ilisch zum Forscherteam des Instituts für vergleichende Städtegeschichte. Vier Atlaswerke wurden von ihm erstellt: Billerbeck (Westfälischer Städteatlas), Horstmar, Metelen und Olfen (alle Historischer Atlas westfälischer Städte). Große Verdienste erwarb sich Ilisch in der 2012 vom Institut als Drittmittelprojekt erstellten „Geschichte der Stadt Billerbeck“, für die er auf 130 Seiten BiIlerbecks Stadtgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit konzise zusammenfasste.

Bei vielen anderen Atlaswerken stand Ilisch den Autoren, Kartographen und der Historischen Kommission für Westfalen beratend zur Seite; regelmäßig nahm er am Freitagskolloquium als geschätzter Diskutant teil. Seine freundliche Art, seine Hilfsbereitschaft und seine Bescheidenheit machten ihn zu einem Menschen, den jeder gerne hatte.

Er fehlt!

Werner Freitag

© Stadtarchiv Braunschweig

Tagung "Stadtbücher- Zugang und Forschung" vom 10. bis 12. Mai 2023 in Braunschweig

In Vorbereitung des 1000-jährigen Stadtjubiläums 2031 veranstaltet das Stadtarchiv Braunschweig vom 10. bis 12. Mai 2023 gemeinsam mit dem DFG-Projekt "Index Librorum Civitatum" am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraumes am Europäischen Hansemuseum in Lübeck, dem Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster, der Universität Freiburg/Schweiz sowie dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig eine wissenschaftliche Tagung, die aktuelle auf Stadtbüchern beruhende Forschungen sowie neue Erschließungsmöglichkeiten zu dieser nicht immer leicht zugänglichen Quellengruppe zur Diskussion stellt.

Die Tagung findet im Haus der Wissenschaft Braunschweig statt. Das Tagungsprogramm und die Anmeldemodalitäten entnehmen Sie bitte dem

Flyer, der unter folgemdem Link abgerufen werden kann.

Die dreitägige Tagung wird zudem vollständig live übertragen.
Der Zugang zum Livestream erfolgt über diesen Link.

Werner Freitag, Westfalen. Geschichte eines Landes, seiner Städte und Regionen in Mittelalter und Früher Neuzeit, Aschendorff Verlag Münster 2023.
© IStG & Aschendorff Verlag

Präsentation der Publikation „Westfalen. Geschichte eines Landes, seiner Städte und Regionen in Mittelalter und Früher Neuzeit“

Am Abend des 2. Mai 2023 wurde im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster die von Prof. Dr. Werner Freitag verfasste Publikation „Westfalen. Geschichte eines Landes, seiner Städte und Regionen in Mittelalter und Früher Neuzeit“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach einer Begrüßung durch Dr. Christof Spannhoff (Leiter des Mühlenhofes) und weiteren Grußworten von Dr. Angelika Lampen (Institutsleitung des IStG) stellte der Autor sein knapp 670 Seiten umfassendes Buch vor, in dem er sich in 14 Kapiteln dem Thema „Westfalen“ in der Zeit von den Sachsenkriegen bis zur Aufklärung widmet. Mit Blick auf „Städte“, Ländliche Gesellschaft“, „Alltag und Frömmigkeit“, Politische Gesellschaft“ und die „Mental Map“ nähert sich Werner Freitag der Region Westfalen und fragt danach, was diese eigentlich in Mittelalter und Früher Neuzeit ausmachte.

Prof. Dr. Werner Freitag war in seiner Funktion als Professor für Westfälische und Vergleichende Landesgeschichte an der WWU Münster von 2007 bis 2021 wissenschaftlicher Vorstand des IStG. Seine stadt- und landesgeschichtlichen Forschungen der vergangenen Jahre hat er nun in dieser Publikation versammelt und legt damit seit den 1990er Jahren erstmals wieder eine Geschichte Westfalens im ‚Alten Reich‘ vor. In dieses Projekt fließen u.a. die Forschungsergebnisse der von Prof. Freitag auch am Städteinstitut betreuten Doktorandinnen und Doktoranden sowie Materialien und zahlreiche kartographische Werke ein, die unter seiner Leitung am IStG erarbeitet worden sind.

Bibliographische Angaben
Werner Freitag, Westfalen. Geschichte eines Landes, seiner Städte und Regionen in Mittelalter und Früher Neuzeit, Aschendorff Verlag Münster 2023.
 

Bibliothek am Maifeiertag geschlossen

Liebe Bibliotheksnutzer*innen,
am 1. Mai 2023 bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen.
Wir wünschen Ihnen ein erholsames langes Wochenende!

v.l.n.r.; vorn: Prof. Günther Schauerte, Tobias Kniep, Prof. Wilfried Reininghaus, Dr. Karl Schneider, Andreas Plett, Dr. Angelika Lampen, Dr. Burkhard Beyer; hinten: Dr. Thomas Tippach, Michael Eiloff, N.N.
© IStG

Präsentation des Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 16: Bad Fredeburg (Schmallenberg)

Am 30. März 2023 wurde in Bad Fredeburg (Schmallenberg) der 16. Band des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ präsentiert, der von Wilfried Reininghaus verfasst und durch Thomas Tippach in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Westfalen sowie dem Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) herausgegeben worden ist.
Bei der feierlichen ‚Buchvorstellung‘ wurden Grußworte gesprochen von Dr. Karl Schneider (Landrat des Hochsauerlandkreises), von Michael Eiloff (Stadtvertreter und Vorsitzender des Bezirksausschusses Bad Fredeburg) sowie von Dr. Angelika Lampen (Geschäftsführerin des IStG). Dabei wurde deutlich, dass der Atlas vor allem für Kleinstädte eine besondere Bedeutung hat, denen in diesem Kontext Raum gegeben wird, sich wissenschaftlich fundiert mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. Was dies für Bad Fredeburg bedeutet, wusste Wilfried Reininghaus in einem interessanten Vortrag über „Bad Fredeburg und seine Geschichte im Spiegel des ‚Historischen Atlas westfälischer Städte‘“ zu beleuchten, der u.a. die ungewöhnlich zahlreichen Herrschaftswechsel thematisierte.
Unter folgendem Link kann ein weiterer Beitrag zur Atlaspräsentation eingesehen werden:

https://woll-magazin.de/bad-fredeburg-und-seine-geschichte/

Bibliographische Angaben
Wilfried Reininghaus, Bad Fredeburg (Schmallenberg) (Historischer Atlas westfälischer Städte 16), hg. durch Thomas Tippach in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Westfalen und dem Institut für vergleichende Städtegeschichte, Ardey Verlag Münster 2023.
 

Freitags-Kolloquium „Krieg – Alter – Hunger. Der Umgang mit existenziellen Gefährdungen als Thema der transkulturell vergleichenden Stadtforschung" am 28.04.2023

Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3 | Domplatz 20-22, 48143 Münster | 14 Uhr c.t.

Im Mittelpunkt des Workshops am 28. April 2023, der in Zusammenarbeit mit dem seit 2021 existierenden Forschungsnetzwerk MURN (Münster Urban Reseach Network) veranstaltet wird, stehen Gefährdungen als Thema einer transkulturell vergleichenden Stadtforschung. Anhand von drei Problemfeldern - Krieg, Alter und Hunger - wird der Frage nachgegangen, wie städtische Gesellschaften in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten mit solchen existientiellen Gefährdungen umgingen. Dabei soll diskutiert werden, welches Potential die Auseinandersetzung mit diesem Thema für eine interdisziplinäre und transkulturell vergleichende Stadtforschung und Stadtgeschichte besitzt. Die drei Beiträge sind als Co-Referate geplant, bei denen europäische und außereuropäische sowie unterschiedliche disziplinäre Perspektiven jeweils miteinander ins Gespräch gebracht werden.

Philip Hoffmann-Rehnitz / Barbara Winckler: Die Präsenz des Kriegs in der Nachkriegszeit. Städte im Alten Reich nach 1648 und Beirut nach 1990
Der Beitrag geht in kulturvergleichender und transepochaler Weise der Frage nach, inwieweit in Städten (im Alten Reich nach 1648 sowie in Beirut nach 1990) der Krieg und damit verbundene Gefährungen nach dem Ende des Kriegs präsent blieben, in welcher Weise diese, insbesondere in visueller Form, repräsentiert wurden und inwieweit sich darin der besondere, ambivalente Charakter von Nachkriegszeiten als einer Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden widerspieglt. Die Funktion und Bedeutung, die hierbei der Stadt bzw. dem Städtischen zukommt, werden dabei in einer doppelten Hinsicht diskutiert: als Referenzobjekt der (Selbst-)Darstellung bzw. als kultureller Repräsentations- und Imaginationsraum wie auch als konkreter lebensweltlicher Erfahrungsraum.

Colin Arnaud / Syrinx von Hees: Das Alter bewältigen (13.-16. Jahrhundert): Orte für eine gefährdete Bevölkerung in Ägypten und Syrien und in Westeuropa
In deutschen, italienischen, syrischen und ägyptischen Städten etablierten sich in der gleichen Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert eine Reihe unterschiedlicher Institutionen, die direkt oder indirekt der Altersfür- oder -vorsorge dienten. Es scheint, dass Gefährdung durch Altersarmut und -pflegebedürftigkeit in der Stadtbevölkerung besonders brisant war. Wir wollen die unterschiedlichen Einrichtungen und Vertragsmöglichkeiten genauer vorstellen und miteinander vergleichen, um dann auch Unterschiede zu diskutieren: Warum etwa entwickeln sich Leibrenten und Pfründen zur Altersvorsorge in Europa, während in den Städten der Levante Privatstiftungen von großer Bedeutung sind? Welche Rolle spielen dabei Demographie und Migration, Lohnarbeit und Selbständigkeit, religiöse Vorstellungen und Frömmigkeitspraktiken?

Monique Nagel-Angermann / Ulrich Pfister: Stadt und Hunger in der Vormoderne: China und Deutschland im Vergleich
Der Beitrag nimmt mit Hunger/Hungersnöten und Versorgungskrisen eine der wichtigstenexistentiellen Gefährdungen (nicht nur) von vormodernen Städten und den Umgang mit diesen in den Blick. Im ersten Teil zu den chinesischen Städten wird ausgehend von einer kurzen Einführung zum städtischen Krisenmanagement seit dem 10. Jahrhundert das System der staatlichen und privaten Getreidespeicher vorgestellt.  Verbunden mit einer kritischen Reflexion der diesbezüglichen Quellen wird die Funktionsweise des Speichersystems für die Versorgung in den Städten während ausgewählter Hungersnöte vom 16. bis 19. Jahrhundert hinterfragt und ein Einblick in den Forschungsdiskurs gegeben. Für die deutschen Städte wird anschließend zunächst gezeigt, wie sich Versorgungskrisen identifizieren lassen, und es werden die Hauptmerkmale von Versorgungskrisen vom 16. zum 19. Jahrhundert dargestellt. Weiter wird eine Übersicht über die gängigen Instrumente der obrigkeitlichen Vorsorge und des Krisenmanagements geboten, wobei die im Unterschied zu China ausgeprägte räumliche und vertikale Zersplitterung des Umgangs mit Versorgungskrisen herausgearbeitet wird. Deren Relevanz wird anhand eines Vergleichs zwischen Bonn und Köln hinsichtlich der Versorgungkrise von 1770/72 und ihrer demographischen Folgen belegt.

Alle Interessierten sind herzlich in den Vorlesungssaal F3 im F-Haus eingeladen!

Aufzeichnungen des Freitagskolloquiums nun online

Die Aufzeichnungen des Freitagskolloquiums vom 14.04.2023 "Junge Städteforschung" sind nun bei YouTube öffentlich zugänglich. Sie können nun dort folgende Vorträge sehen:

  • Felix Lennart Rösch (Lübeck), Die Archäologie des mittelalterlichen Marktplatzes. Zur Genese eines urbanen Erfolgsmodells
  • Claudia Lemmes (Tübingen), Auf Spurensuche in Schrift und Sediment. Die Akteure des Textilgewerbes und ihre Handlungsspielräume in Waldsee im 17. Jahrhundert
  • Linus Rügge (Basel), Die Stadt Luzern und 'das Grüne': Eine Geschichte urbaner Natur im 20. Jahrhundert
Link zum YouTube-Kanal des IStG

Bibliothek während der Osterfeiertage geschlossen

Liebe Bibliotheksnutzer*innen,
an Karfreitag und Ostermontag bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen.
Wir wünschen Ihnen allen frohe Oster- und sonnige Frühlingstage!

Freitags-Kolloquium „Junge Städteforschung“ am 14.04.2023

Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3 | Domplatz 20-22, 48143 Münster | 14 Uhr c.t.

Das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Sommersemester 2023 beginnt am Freitag, 14. April 2023 mit dem Workshop „Junge Städteforschung“.

Felix Lennart Rösch (Lübeck), Die Archäologie des mittelalterlichen Marktplatzes. Zur Genese eines urbanen Erfolgsmodells
Der zentrale Marktplatz zählt zu den ikonischen Bestandteilen der mittelalterlichen Stadt. Neben Kirchturmsilhouette und Stadtbefestigung ist er ein prägendes Element, dass sich bis heute in der Topographie vieler europäischer Städte wiederfindet. Trotz vieler Einzeluntersuchungen fehlt es bislang an übergreifenden Studien zum Thema, sodass die Beschaffenheit und Organisation insbesondere von frühen Marktplätzen sowie Handels- und Kommunikationspraktiken noch vielfach im Dunkeln liegen. Im Vortrag wird die Frage nach der Entwicklung verschiedener Marktplatztypen behandelt, spezifische Infrastrukturen vorgestellt und (archäologischen) Methoden und Kriterien, mit denen ein Marktplatz identifiziert werden kann, wenn weder Schriftquellen noch frühe Stadtgrundrisse vorliegen, zur Diskussion gestellt.

Claudia Lemmes (Tübingen), Auf Spurensuche in Schrift und Sediment. Die Akteure des Textilgewerbes und ihre Handlungsspielräume in Waldsee im 17. Jahrhundert
In diesem Vortrag wird eine wirtschaftshistorische Dissertation vorgestellt, bei der die Handlungsspielräume der Akteure der Textilproduktion und des Handels der oberschwäbischen Landstadt Waldsee im 17. Jahrhunderts in den Blick genommen werden. Die Arbeit entsteht im Rahmen des interdisziplinären DFG-Projekt Bad Waldsee, bei dem mittelalterliche bis frühneuzeitliche Mensch-Umwelt-Beziehungen anhand von Schrift- und Umweltarchiven in Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaften untersucht werden.

Linus Rügge (Basel), Die Stadt Luzern und 'das Grüne': Eine Geschichte urbaner Natur im 20. Jahrhundert
Während wir Landschaften als Orte der Natur wahrnehmen, sehen wir in Städten umgekehrt Orte der Kultur. Diese Wahrnehmung hat eine Geschichte. Mit der Stadt Luzern untersuche ich eine spezifische Konstellation in dieser Geschichte: Luzern stützte sein Wachstum ab den 1830er Jahren hauptsächlich auf den Tourismus. Hauptattraktion der Stadt war ihre Einbettung in die sie umgebende Landschaft: See, Hügel, Berge. Tourist:innen suchten gerade kein urbanes Erlebnis, sondern die Nähe zur Natur. Wie beeinflusste dies Entwicklung, Planung und Bau der Stadt, die trotz allem eine Stadt war und sich auch als solche verstand? Wie versuchte man Natur und Stadt unter einen Hut zu bringen und wie waren diese Naturen der Stadt verfasst?

Alle Interessierten sind um 14 Uhr c.t. herzlich ins Fürstenberghaus (Vorlesungssaal F3, Domplatz 20-22, 48143 Münster) eingeladen.

© IStG

Freitags-Kolloquium im Sommersemester 2023

Domplatz 20-22 | Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3 | 14 Uhr c.t.

Freitag, 14. April 2023 „Junge Städteforschung“  

  • Felix Lennart Rösch (Lübeck), Die Archäologie des mittelalterlichen Marktplatzes. Zur Genese eines urbanen Erfolgsmodells
  • Claudia Lemmes (Tübingen), Auf Spurensuche in Schrift und Sediment. Die Akteure des Textilgewerbes und ihre Handlungsspielräume in Waldsee im 17. Jahrhundert
  • Linus Rügge (Basel), Die Stadt Luzern und 'das Grüne': Eine Geschichte urbaner Natur im 20. Jahrhundert


Freitag, 28. April „Krieg – Alter – Hunger. Der Umgang mit existenziellen Gefährdungen als Thema der transkulturell vergleichenden Stadtforschung"
  • Philip Hoffmann-Rehnitz / Barbara Winckler: Die Präsenz des Kriegs in der Nachkriegszeit. Städte im Alten Reich nach 1648 und Beirut nach 1990
  • Colin Arnaud / Syrinx von Hees: Das Alter bewältigen (13.-16. Jahrhundert): Orte für eine gefährdete Bevölkerung in Ägypten und Syrien und in Westeuropa
  • Monique Nagel-Angermann / Ulrich Pfister: Stadt und Hunger in der Vormoderne: China und Deutschland im Vergleich


Freitags, 7. Juli „Münster nach 1648 - Konflikte und Alltag in einer städtischen Gesellschaft im Übergang"
  • Ulrike Ludwig / Philip Hoffmann-Rehnitz: Begrüßung und Einführung
  • Simon Müller: Die Münsteraner Stadtratsprotokolle als Fenster in die Nachkriegszeit
  • Markus Breyer: Durch das Kongressende zum Einkommenstief? Die Münsteraner Gruetamtsrechnungen als Spiegel der städtischen Finanzentwicklung  
  • Kommentar: Christof Jeggle (Wien)
  • Luca Bröckelmann: „wegen schlechter Zeitung aus Nürnberg“. Münsteraner Hochzeitsverordnungen und städtische Policey zwischen Krieg und Frieden
  • Ralf Bureck: Marodierende Soldaten oder straffällige Bürger? Der Münstersche Rat im Ringen um die lokale Nachkriegsordnung
  • Kommentar: Jutta Nowosadtko (Hamburg)

Alle Interessierten sind herzlich in den Vorlesungssaal F3 im Fürstenberghaus eingeladen!
 

DFG-Förderung für Forschungsgruppe der Universität Münster

Das IStG gratuliert der wissenschaftlichen Vorständin des IStG und Vorsitzenden des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e.V., Prof. Dr. Ulrike Ludwig. Sie ist Sprecherin der neuen Forschungsgruppe "Xenokratie vor Ort. Administration und kulturelle Verflechtung in der Vormoderne", die für die kommenden vier Jahre mit rund 2,5 Millionen Euro durch die DFG gefördert wird.

Die Forschungsgruppe ist eine Kooperation zwischen der WWU, der Universität zu Köln und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Beteiligt von der Universität Münster sind – neben Ulrike Ludwig als Sprecherin – die Althistoriker Prof. Dr. Hans Beck und Prof. Dr. Patrick Sänger, die Koptologin Prof. Dr. Gesa Schenke, der Mittelalterhistoriker Prof. Dr. Wolfram Drews sowie Prof. Dr. Jens Niebaum und Prof. Dr. Eva-Bettina Krems aus der Kunstgeschichte.


 

Frühjahrskolloquium am 20. und 21. März

Änderungen im Programmablauf

Zur Frühjahrstagung "Der Stoffwechsel der vormodernen Stadt" gibt es krankheitsbedingt folgende Änderungen im Programm:
Der Vortrag von Ulrich Müller am Dienstag entfällt; stattdessen rückt Christina Spitzbart-Glasls Vortrag an seine Position.

upm/kn
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© Institut für vergleichende Städtegeschichte

Vortrag über mittelalterliche Städte zwischen Anmaßung und Verheißung

Experten diskutieren über die Umweltgeschichte und Nachhaltigkeit in der Vormoderne

Wofür stehen Städte des Mittelalters? Welche Funktionen nahmen sie in der damaligen Lebenswelt ein? Antworten auf diese und weitere Fragen möchte der Vortrag „Nimrods Turm. Katastrophen und die zweite Natur der Stadt“ liefern. Die öffentliche Veranstaltung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster beginnt am 20. März (Montag) um 19.30 Uhr im Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Domplatz 10 in Münster. Referent ist Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk vom Institut für Geschichte der Technischen Universität Darmstadt. Interessierte sind willkommen, der Eintritt ist frei.

„Im Mittelpunkt meines Vortrags stehen die Städte des Mittelalters, die sich zugleich als menschliche Anmaßung und göttliche Verheißung verorten lassen“, führt der Mittelalter-Historiker aus. „Als gebaute ‚zweite Natur‘ der Menschen unterlag die Stadt auch dem Verdikt Gottes.“ Zerstörte ein Unheil wie eine Überschwemmung, ein Erdbeben oder ein Brand eine Stadt ganz oder teilweise, konnte diese Katastrophe folglich als Strafe Gottes, aber indirekt auch als Aufforderung zum besseren Bauen gedeutet werden. „Beim Wiederaufbau und generell bei der Planung und dem Bau neuer Städte wurde verstärkt auf Gefahrenvorsorge und -abwehr geachtet“, schildert Gerrit Jasper Schenk. Bereits die Bibel berichtet vom Bau einer Stadt mit einem Turm nach den Zerstörungen der Sintflut durch den Urenkel Noahs und ersten König der Menschen Nimrod.

Der Vortrag wird im Rahmen des 48. Frühjahrskolloquiums des Instituts für vergleichende Städtegeschichte veranstaltet. Unter dem Titel „Der Stoffwechsel der vormodernen Stadt“ diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die bisherigen Forschungsergebnisse und Thesen zur Umweltgeschichte im urbanen Raum. Bislang wurde das Thema nur vereinzelt untersucht. „Einer der Gründe dafür ist das fehlende explizite Umweltbewusstsein der Menschen in Mittelalter und Frühneuzeit, auch wenn es durchaus Maßnahmen zum Schutz natürlicher Ressourcen oder zur Emissionsbegrenzung gab“, erklärt Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich vom Historischen Seminar der WWU, die zusammen mit Prof. Dr. Gabriel Zeilinger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Tagung inhaltlich vorbereitet hat.

 

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© Böhlau

Neuerscheinungen des IStG

Reihe Städteforschung

Die Frühjahrstagung des IStG 2021 beschäftigte sich mit dem Thema "Kurstadt". Hierzu ist nun in der Reihe Städteforschung der von Andrea Pühringer und Martin Scheutz herausgegebene Tagungsband "Die Kurstadt als urbanes Phänomen. Konsum, Idylle  und Modern" erschienen.

Kurstädte standen lange im Schatten der Stadtgeschichtsforschung: zu klein, zu idyllisch und in ihrer Bedeutsamkeit oszillierend. Eine vergleichende Perspektive auf Kurstädte enthüllt rasch, dass sie äußerst vielschichtige, ja sogar widersprüchliche Orte des entstehenden Tourismus waren. Kurstädte siedelten sich im Spannungsfeld von ländlicher Idylle und städtischer Moderne bzw. von Entsagung und Überfluss an: Kneippkuren standen neben rauschenden Theaterabenden, reiche Industrielle neben Armenbadbesuchern. Dieser Stadttypus galt als Experimentierfeld der urbanen Moderne, wo man bald zentralisierte Schlachthöfe, Fotografen und Telegrafen antraf. Kurstädte waren auch Orte der politischen Auseinandersetzung, des entstehenden Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit.

Dieser Band bietet ein breites interdisziplinäres Spektrum zum Thema Kurstadt und Diplomatie, Religion, Literatur, Theater, Musik, Presse, Kunst, Fotografie, Gärten & Parks, Sport, Moderne und Technikgeschichte. Darüber hinaus ordnen die einführenden Beiträge das Thema in den Kontext der interdisziplinären wie stadtgeschichtlichen Forschungslandschaft ein.

© HiKo/IStG

Neuerscheinungen des IStG

Historischer Atlas westfälischer Städte

Im "Historischen Atlas westfälischer Städte" ist nun Band 16 zu Bad Fredeburg erschienen. Wilfried Reininghaus zeichnet hier in einem 32-seitigen, reich bebilderten Textheft die Geschichte des Ortes nach, die zunächst durch die Herrschaftskonkurrenz verschiedener Territorialherren geprägt war, welche u.a. im Bau einer Burg durch die Bilsteiner Edelherren ihren Ausdruck fand. Zwischen 1310 und 1335 wurden dem Ort Stadtrechte verliehen. Nach der Soester Fehde fiel Fredeburg dann an den Kölner Erzbischof. Burg und Stadt lagen in einer kaum Erweiterungsmöglichkeiten bietenden Berglage. Eine Vorstadt entstand in Tallage wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Die Stadt entwickelte sich nur zögerlich, die wirtschaftlichen Grundlagen waren v.a. Land- und Forstwirtschaft sowie Wanderhandel. Das Stadtbild wurde durch den Stadtbrand 1810 entscheidend verändert, in dessen Gefolge eine Plansiedlung vor dem Burgberg errichtet wurde. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert gewann der Fremdenverkehr an Bedeutung. Heute prägen die im Norden gelegenen Kurkliniken das Stadtbild.

Neben dem gängigen Kartenkanon (Urkataster, Umrmesstischblatt, aktuelle Stadtkarte, Stadt- und Gemeindegrenzen) sind thematische Tafeln zu "Grubenfeldern und Schiefergruben im Raum Fredeburg" sowie zur "Territorialen Entwicklung der Grafschaft Arnsberg bis in das 14. Jh." enthalten.

© Routledge 2023

Neue Studien zur Geschichte von Stadt und Migration im vormodernen Russland

Mit der Rolle von Zugewanderten in der russlandischen Stadtgesellschaft der frühen Neuzeit befassen sich zwei neue Studien von Simon Dreher, Volontär am IStG.
In einem Beitrag in dem gemeinsam mit Wolfgang Mueller (Wien) herausgegeben Sammelband "Foreigners in Muscovy" untersucht Simon Dreher die Aktivitäten von Zugewanderten auf dem Moskauer Häusermarkt im zweiten Quartal des 17. Jahrhunderts. Während Hauserwerb und -besitz zunächst nur geringfügig nach wirtschaftlichen und fiskalischen Erwägungen reguliert wurden, führte die unmittelbare interkonfessionelle Nachbarschaft regelmäßig zu Konflikten, die ab den 1640er-Jahren mit staatlichen Restriktionen gegenüber den Zugewanderten und 1652 mit deren Umsiedlung in eine Vorstadt außerhalb der Stadtmauern beantwortet wurden.
Weiterhin befasst sich ein in der jüngsten Ausgabe der Reihe Moderne Stadtgeschichte (MSG) des Deutschen Instituts für Urbanistik erschienener Artikel mit einem bislang wenig beachteten Abschnitt in der Geschichte der nordrussländischen Stadt Archangelsk. Die Hafenstadt am Weißen Meer wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zugunsten eines beschleunigten Aufstiegs der neuen Hauptstadt St. Petersburg mit zahlreichen Handelsrestriktionen belegt, die vor allem die ausländischen Kaufleute und die beiden protestantischen Gemeinden trafen.

Bibliographische Angaben
Simon Dreher, Foreigners on Moscow’s Housing Market: Legislation, Practices, and Administrative Handling of Foreign Residence Ownership in the Decades before Its Prohibition in 1652, in: Ders. und Wolfgang Mueller (Hg.), Foreigners in Muscovy. Western Immigrants in Sixteenth- and Seventeenth-Century Russia, London 2023, S. 62-79.

www.routledge.com/Foreigners-in-Muscovy-Western-Immigrants-in-Sixteenth--and-Seventeenth-Century/Dreher-Mueller/p/book/9781032330914

Simon Dreher, Abgehängt? Die Ausländergemeinden in der Hafenstadt Archangelsk unter dem Eindruck der Handelsrestriktionen von 1721–1762, in: Boris Belge/Ulrich Hofmeister, Städte im Russländischen Imperium (= Moderne Stadtgeschichte 2/22), Berlin 2022, S. 28–41.

difu.de/publikationen/2022/staedte-im-russlaendischen-imperium

Institutsbibliothek Rosenmontag geschlossen

Am Rosenmontag (20. Februar 2023) bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen.
Wir wünschen allen Narren einen vergnüglichen Karneval und allen anderen einen guten Start in die Woche!

Aufzeichnungen des Freitagskolloquiums vom 27.01.2023 bei YouTube

Die Aufzeichnungen des letzten Freitagskolloquiums "Neue Stadtgeschichten III: Museumskonzepte" vom 27. Januar sind jetzt bei YouTube öffentlich zugänglich.

Link zum YouTube-Kanal des IStG

Folgende Vorträge sind nun dort verfügbar:

  • Stefan Lewejohann, Köln: Geschichte mit Gefühl(en). Einblicke in eine neue Art der musealen Präsentation von Stadtgeschichte im Kölnischen Stadtmuseum
  • Britta Kusch-Arnhold, Borken: Kleines Museum – viel(e) Geschichte(n)

| !!! BEGINN 15.30 UHR !!!

Freitags-Kolloquium am 27.01.2023: Neue Stadtgeschichten III: Museumskonzepte

Domplatz 20-22 | Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3 | 15.30 Uhr c.t.

Am Freitag, 27. Januar 2023, findet das letzte Freitagskolloquium des Wintersemesters statt. Unter dem Titel "Neue Stadtgeschichten III: Museumskonzepte" werden die folgenden Vorträge gehalten:

Stefan Lewejohann, Köln: Geschichte mit Gefühl(en). Einblicke in eine neue Art der musealen Präsentation von Stadtgeschichte im Kölnischen Stadtmuseum

Das Kölnische Stadtmuseum befindet sich gerade in den Vorbereitungen zu einer neuen Dauerausstellung. Nach einem Wasserschaden im ehemaligen Zeughaus musste das Museum in ein ehemaliges Kaufhaus als Interim ziehen. Hier plant man nun eine neue, innovative und moderne Stadtgeschichtserzählung. Der Vortrag gibt Einblicke in eine neue Art der Geschichtserzählung und weist auf Chancen und Herausforderungen hin, ein Museum in einer Bestandsarchitektur zu planen.

Britta Kusch-Arnhold, Borken: Kleines Museum – viel(e) Geschichte(n)

Der Vortrag stellt die 2020 neu eröffnete Präsentation der stadtgeschichtlichen Sammlung vor. Sie besteht aus drei Modulen und Spielangeboten für Kinder. Das neue interaktive Stadtmodell zeigt in 17 frei anwählbaren Animationsfilmen die Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Gebietsreform 1969 und versucht die Etappen und Ereignisse, mit der Entwicklung des Stadtbildes zu verknüpfen. In der „Bibliothek der Erinnerungen“ – einem Hörsofa mit Videobildschirm – berichten Menschen aus Borken ganz persönlich. Die Sammlungsobjekte zur Stadtgeschichte sind schließlich im Speicher versammelt, der durch einen digitalen Guide erschlossen ist. Besuchende haben die Möglichkeit sich zu einzelnen Objekten der Sammlung zu informieren oder aus acht hinterlegten Führungen um den Speicher auszuwählen. Alle Module sind für Aktualisierungen mal mehr oder weniger flexibel, mal mehr oder weniger digital oder setzen mal mehr oder weniger auf die neugierige Eigeninitiative der Besuchenden.

Der geplante Beitrag von Jan Willem Huntebrinker muss leider entfallen.

Alle Interessierten sind ab 15.30 Uhr herzlich in den Raum F3 des Fürstenberghauses eingeladen!

    Link zum Download des Programm-Flyers im PDF Format
 

| Bewerbungsschluss am 15.03.2023

IStG - Bibliotheksstipendium 2023

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster (IStG) vergibt für das Förderjahr 2023 Stipendien zur Unterstützung von Arbeiten im Bereich der historischen Städteforschung.

Die Ausschreibung richtet sich an Doktorand*innen aus dem In- und Ausland und bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit den Beständen der Forschungsbibliothek des IStG auseinanderzusetzen. Der Forschungsaufenthalt kann am Beginn eines Promotionsvorhabens stehen, er kann aber auch dazu dienen, ein bestehendes Projekt zu Ende zu führen.

Der Spezialisierung des IStG entsprechend werden Bewerbungen mit Forschungsprojekten zur historischen Städteforschung aus den unterschiedlichen Bereichen dieses interdisziplinären Forschungsfeldes (Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte etc.) gefördert. Besonders willkommen sind innovative Forschungsvorhaben, die sich intensiv mit den Schwerpunkten der Institutsarbeit und den Beständen der Forschungsbibliothek auseinandersetzen: Vergleichende Städteforschung, Stadtplanung und Stadtmorphologie, historische Kartografie, thematische Kartografie, bildliche Stadtdarstellungen (Ansichtskarten, Stadtansichten).

Die Forschungsstipendien werden für maximal 4 Monate gewährt, die Höhe des Stipendiums beträgt 1.300 € monatlich. Das IStG ist ein attraktiver Ort für konzentriertes Forschen und kreatives Schreiben: Wir stellen Ihnen einen Arbeitsplatz zur Verfügung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IStG unterstützen Sie gern bei der Literatur- und Quellenrecherche.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 15.03.2023!

Link zu den Informationen zur Bewerbung und den Voraussetzungen

© Vandenhoeck & Ruprecht

Neuerscheinung am IStG: "Pfalzen in Westfalen"

Die Deutschen Königspfalzen. Bd. 6: Nordrhein-Westfalen – Teilband 3: Westfalen, hg. v. Manfred Balzer/Peter Johanek/Angelika Lampen, Göttingen 2023.

Kurz vor Weihnachten 2022 wurde der Teilband „Westfalen“ des „Repertoriums der Deutschen Königspfalzen“ ausgeliefert, womit ein langjähriges Forschungsvorhaben des IStG erfolgreich abgeschlossen werden konnte. In dem durch das Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Göttingen herausgegebenen Gesamt-Werk werden alle Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters behandelt. Mit „Westfalen“ liegt nun der erste von drei Teilbänden Nordrhein-Westfalens vor und enthält Einträge zu 15 Aufenthalts-Orten: Corvey, Dortmund, Eresburg, Erwitte, Herford, Herstelle, Lippspringe, Lügde, Minden, Münster, Paderborn, Rösebeck, Soest, Vreden und Wiedenbrück. 10 Autor*innen haben an diesem durch die LWL-Kulturstiftung geförderten Band mitgearbeitet, wobei die wissenschaftliche Redaktion durch Dr. Christian Helbich und Dr. Christof Spannhoff erfolgte. Um die einzelnen Forschungsergebnisse für die Gesamtregion zu bündeln und in einen größeren Kontext einzuordnen, ist diesem Band eine Zwischenbilanz von Manfred Balzer beigegeben, der zusammen mit Peter Johanek und Angelika Lampen die Herausgabe übernahm. Zudem wurde am IStG ein digitales Angebot zu den Königsaufenthalten in Westfalen erstellt, das unter folgendem Link abgerufen werden kann:

Link zum digitalen Angebot zu Königsaufenthalten in Westfalen