Mission in Ozeanien

Internationale Tagung über christliche Missionstätigkeit in deutschen Kolonien

Plakat
© Tomasz Samek, Stadtmuseum Münster

Mit der christlichen Missionstätigkeit in den deutschen Kolonien Ozeaniens befasst sich eine internationale Tagung am Exzellenzcluster „Religion und Politik“, zu der die Historikerin Prof. Dr. Silke Hensel gemeinsam mit der Direktorin des Stadtmuseums Münster, Dr. Barbara Rommé, vom 5. bis 7. Oktober einlädt. In einem öffentlichen Abendvortrag am 5. Oktober spricht der österreichische Ethnologe Prof. Dr. Hermann Mückler von der Universität Wien zum Thema „Katholische und evangelische Missionsbestrebungen in Ozeanien von den 1850er-Jahren bis 1918“. In einem weiteren öffentlichen Abendvortrag am 6. Oktober spricht der Historiker Prof. Dr. Reinhard Wendt von der Fernuniversität Hagen zum Thema „Heidenmission in der Heimat. Ihre Bedeutung für Menschenbilder und Weltsichten in Deutschland“. Beide Vorträge sind jeweils ab 18.15 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum JO 101, Johannisstraße 4 in Münster zu hören. Zum Thema der Tagung „Mission in Ozeanien während der deutschen Kolonialzeit“ erläutern die Veranstalterinnen:

Christliche Mission war seit dem 15. Jahrhundert ein Teil der europäischen Expansion und der Kolonisierung weiter Teile der Welt durch europäische Mächte. In Deutschland intensivierte sich diese Verbindung zwischen Kolonialbestrebungen und christlicher Mission im 19. Jahrhundert mit dem Erwerb formaler Kolonien durch das Deutsche Kaiserreich. Deutsche Ordensprovinzen übernahmen die Missionstätigkeit in deutschen Kolonien und es wurden in Deutschland Orden eigens für die Mission gegründet.

Dies war auch in Münster/Westfalen der Fall, von wo aus vor allem katholische Missionare in die Welt zogen. Neben Afrika stellte Ozeanien eine wichtige Zielregion der Missionare dar. Die Tagung beleuchtet diese beiden Welten, die über die Missionare miteinander verbunden wurden. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie die europäischen Missionare die ozeanischen Gesellschaften beeinflussten, sondern auch darum, welchen Einfluss der Kontakt der Missionare mit diesen Gesellschaften in Deutschland bewirkte. (exc/dak)

Tagung Mission in Ozeanien während der deutschen Kolonialzeit

05.-07.10.2017
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters
Raum JO 101
Johannisstraße 4
48143 Münster

Öffentlicher Vortrag Katholische und evangelische Missionsbestrebungen in Ozeanien von den 1850er-Jahren bis 1918 des Ethnologen Prof. Dr. Prof. Dr. Hermann Mückler von der Universität Wien.

05.10.2017, 18.15-19.30 Uhr
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum JO 101

Öffentlicher Vortrag Heidenmission in der Heimat. Ihre Bedeutung für Menschenbilder und Weltsichten in Deutschland des Historikers Prof. Dr. Reinhard Wendt von der Fernuniversität Hagen.

06.10.2017, 18.15-19.30 Uhr
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum JO 101

Anmeldung bis 01.10.2017 bei

Maren Thölking | maren.thoelking@uni-muenster.de

Programm

Donnerstag, 05.10.2017
12:45–13:00 Begrüßung und Einführung
I. Mission und Kolonialismus
13:00–15:15

Mission und Kolonialismus – eine transnationale und transimperiale Verflechtungsgeschichte
Thoralf Klein, Leicestershire

Missionszeitungen: Verbreitung und Rolle in der deutschen Öffentlichkeit
Felicity Jensz, Münster

Die Anfänge der Missionswissenschaft: Josef Schmidlin in Münster
Georg Evers, Raeren

15:45–18:00 Die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in Papua Neuguinea
Livia Loosen, Mainz

Die Herz-Jesu-Missionare in Ozeanien
Barbara Rommé, Münster

Die Kapuzinermission in Mikronesien
Silke Hensel, Münster
18:15 Öffentlicher Abendvortrag

Katholische und evangelische Missionsbestrebungen in Ozeanien von den 1850er- Jahren bis 1918
Hermann Mückler, Wien
Freitag, 06.10.2017
II. Ländliche Gesellschaften im Vergleich: Westfalen – Ozeanien
09:00–10:50 Religiöses Leben in Westfalen im 19. Jahrhundert
Thomas Flammer, Münster

Glaubensvorstellungen in Mikronesien am Beispiel von Chuuk. Eine ethnologischlinguistische Perspektive
Lothar Käser, Freiburg
11:20–13:10 Konfrontation, Konsens und Implementationsprobleme. Die politisch-administrative Ordnung in Westfalen als Ergebnis inkrementalistischer Politik?
Constanze Sieger, Münster

Die politischen Verhältnisse in Ozeanien in der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft
Peter Hempenstall, Newcastle
14:20–15:40 Familie, Haushalt und Verwandtschaft in Westfalen im 19. Jahrhundert
Christine Fertig, Münster

Soziale Beziehungen in Neuirland (Papua Neuguinea) im Spiegel der Malangan-Feiern
Alexis von Poser, Hannover
16:00–17:50 Wirtschaft in Westfalen in der Ära des Kaiserreichs
Ulrich Pfister, Münster

Kontinuität und Wandel der Wirtschaft in Ozeanien während der deutschen Kolonialzeit
Gerd Hardach, Marburg
18:15 Öffentlicher Abendvortrag

Heidenmission in der Heimat. Ihre Bedeutung für Menschenbilder und Weltsichten in Deutschland
Reinhard Wendt, Hagen
Samstag, 07.10.2017
III. Verflechtungen zwischen Deutschland und Ozeanien
09:00–11:00 Wissenschaftliche Expeditionen nach Ozeanien
Marion Melk-Koch, Leipzig

Rotes Tuch und Ahnenmasken: Der Handel mit Ethnographica aus Ozeanien
Markus Schindlbeck, Berlin

Frühe naturkundliche Nachrichten, Funde und Exponate von den Hiltruper Missionsstationen aus Ozeanien
Bernd Tenbergen und Heinz-Otto Rehage, Münster
11:30–13:30

Samoaner in Münster: die „Völkerschau“ 1896 im Zoo
Hilke Thode-Arora, München

Die Verwendung der Fotografien der Kapuziner in der dt. Öffentlichkeit
Andrea Gawlytta, Münster

Spuren des deutschen Kolonialismus auf Palau und ihre heutige Interpretation
Constanze Dupont, Frankfurt