Entlegener Kultort in Nordsyrien

Byzantinist Prof. Dr. Michael Grünbart über Säulenheilige in der Spätantike

dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr, Hörsaal F1 Fürstenberghaus am Domplatz 20-22

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Prof. Dr. Michael Grünbart

Über das syrische Mönchstum im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus spricht Byzantinist Prof. Dr. Michael Grünbart am Dienstag, 7. Januar, in der öffentlichen Ringvorlesung „Heilige Orte“ des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ und des Centrums für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM). Dabei geht der Wissenschaftler besonders auf die sogenannten Säulenheiligen und den Kultort Qal‘at Sim‘an im nordsyrischen Kalksteinmassiv ein. Der Vortrag mit dem Titel „Entlegene Orte: Mönche, Einsiedler, Heilige und ihr Publikum“ ist von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaal F1 im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, zu hören.

Prof. Grünbart leitet am Exzellenzcluster das Forschungsprojekt B2-8 Moses und David: Ambige Typologien für Patriarchen und Kaiser in Byzanz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Selbstdarstellung der byzantinischen Aristokratie, Kaiser und Patriarch in Byzanz, die Kultur-, Religions- und Sozialgeschichte der römischen Kaiserzeit und der Spätantike sowie die Kulturgeschichte des frühen Hellenismus.

Plakat der Ringvorlesung

Plakat der Ringvorlesung

© Klearchos Kapoutsis

In der Ringvorlesung „Heilige Orte“ untersuchen namhafte Forscher im Wintersemester die historischen Ursprünge und Wandlungen religiöser Stätten wie Delphi, Jerusalem, Medina, Rom und Byzanz. Die Reihe geht auch den politischen und wirtschaftlichen Interessen sowie den Erinnerungskulturen nach, die sich mit den antiken Orten bis heute verbinden. Heilige Stätten entstanden oft an markanten Stellen in der Natur, an Quellen, auf Bergen oder in der Wüste. Religiöse Gemeinschaften verknüpften damit mythische Erzählungen und magische Rituale. Die Vorträge, die auch den Totenkult der Pharaonen, entlegene Orten von Mönchen und Einsiedlern und die ältesten Heiligtümer der Menschheit wie das Bergheiligtum Göbekli Tepe behandeln, eröffnen verschiedene Perspektiven auf die Religionsgeschichte der Menschheit. Zu Wort kommen Vertreter unterschiedlicher Fächer wie der Altorientalistik, Ur- und Frühgeschichte, Ägyptologie, Alten Geschichte, Klassischen Archäologie und Philologie, Bibelwissenschaften und Byzantinistik sowie Religions- und Islamwissenschaften. (han)