Die Funktion von Geschlecht in den fundamentalistischen Bewegungen

Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christina von Braun in der Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Rvl-christina-von-braun

Prof. Dr. Christina von Braun

© P/F/H (B. Heinz)

Über das Verhältnis von Religion und Geschlecht in fundamentalistischen Bewegungen spricht die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christina von Braun am Dienstag in der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Der öffentliche Vortrag mit dem Titel „Die Funktion von Geschlecht in den fundamentalistischen Bewegungen“ beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22.

In ihrem Vortrag vergleicht die Kulturwissenschaftlerin fundamentalistische Bewegungen in den drei Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam. „Religiöse Eiferer verschiedener Glaubensrichtungen ähneln sich häufig in ihrer konservativen Einstellung zum Geschlecht“, sagt von Braun. Trotz der Gemeinsamkeiten berge gerade das Verhältnis von Religion und Geschlecht häufig das meiste Konfliktpotenzial zwischen den Religionen. Prof. von Braun erläutert in ihrem Vortrag, auf welchem Hintergrund solche Konflikte entstehen und welche religiösen Traditionen die moderne Gesellschaft gerade im Hinblick auf Geschlechterrollen weiterhin beeinflussen.

Die Referentin lehrt am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität (HU) Berlin. Neben dem Wechselverhältnis von Geistesgeschichte und Gender zählen Medien, Religion und Moderne sowie die Geschichte des Antisemitismus zu ihren Forschungsschwerpunkten. Die Kulturwissenschaftlerin ist auch als Autorin und Filmemacherin bekannt. Für ihr Buch „Verschleierte Wirklichkeit: Die Frau, der Islam und der Westen“ erhielt Prof. von Braun vom österreichischen Wissenschaftsministerium die Auszeichnung „Bestes wissenschaftliches Buch des Jahres 2008“ in der Kategorie Sozial- und Kulturwissenschaften. In Fernsehdokumentationen und Filmessays beschäftigte sie sich mit psychologischen, geschichtlichen und politischen Fragen, etwa in den Mehrteilern „Die Erben des Hakenkreuzes. Die Geschichte der Entnazifizierung in den beiden deutschen Staaten“ (1988) und „Der Ewige Judenhass“ (1990).

Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ befasst sich im Wintersemester 2011/2012 unter dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie“ mit dem Verhältnis von Religion und Geschlecht. Aus der Sicht verschiedener Fächer und Epochen geht sie der Frage nach, wie Religionen die Geschlechterordnung beeinflussten. Zu Wort kommen Historiker, Soziologen, Theologen, Juristen, Ethnologen und Literaturwissenschaftler. (bhe)


Ringvorlesung „,Als Mann und Frau schuf er sie.‘ Religion und Geschlecht“

Wintersemester 2011/2012
dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr
Hörsaal F2 im Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
48143 Münster