„Deutsche als Fremde“

Cluster-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Heike Bungert über deutsche Migration in die USA

Heike Bungert

Prof. Dr. Heike Bungert

© Julia Holtkötter

Über die Migration von Deutschen in die USA spricht die Historikerin Prof. Dr. Heike Bungert vom Exzellenzcluster heute um 16.00 Uhr in der Aula am Aasee, Scharnhorststraße 100. „In der so genannten Massenmigration wanderten zwischen 1800 und 1914 fünf Millionen Deutsche in die USA ein. Dort siedelten sie sich in ländlichen Siedlungen oder urbanen Nachbarschaften gemeinsam an, kauften in deutsche Läden, lasen deutschsprachige Zeitungen, wurden Mitglieder in deutschen Vereinen und schickten ihre Kinder in deutsche Schulen“, erläutert die Forscherin, die am Exzellenzcluster das Forschungsprojekt B12 „Religion und ‚Civil Religion’ in US-amerikanischen patriotischen Feiertagen, 1945-1990/92“ leitet.

Der Vortrag soll zunächst einen Überblick über die deutsche Migration in die USA zwischen 1848 und 1914 geben. „Desweiteren möchte ich die Strategien zur Aufrechterhaltung einer deutschen Identität und später Konstruktion einer deutschamerikanischen Identität erläutern“, so Prof. Bungert. Dabei liege der Schwerpunkt auf Ethnizitätsbildung durch Feste, von Sänger- und Turnfesten über Krieger- und Schützenfeste bis zu Volksfesten und Arbeiterfesten sowie Feiern zur Erinnerung an deutsche, US-amerikanische und deutschamerikanische Menschen und Ereignisse. Der Vortrag ist Teil der öffentlichen Ringvorlesung „Fremd(e) – Interdisziplinäre Begegnungen“, die die Kontaktstelle Studium im Alter organisiert. (frö/vvm)