• Vita

    Beruflicher Werdegang

    seit 01/2017
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungskolleg "Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region" (RePliR)

    Freie Mitarbeiterin am Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze), Berlin/Freiburg

    08/2013 - 12/2016
    Leiterin der Geschäftsstelle des Zweiten Engagegementberichts der Bundesregierung am Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze), Freiburg im Breisgau

    11/2009 - 07/2013
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Interkulturelle Islamstudien (ZIIS) / Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück

    07/2012 - 10/2012
    Arbeitsaufenthalt in Istanbul

    06/2009 - 11/2009
    Ausbildung zur Fachreferentin für Kulturtourismus und Kulturmarketing; Tätigkeitsbereich: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museumspädagogik

    Akademische Ausbildung

    10/2003 - 04/2009
    Magisterstudium Literaturwissenschaft, Anglistik, Geschichte (Schwerpunkt Neuere Geschichte) an der Universität Osnabrück

    09/2005 - 12/2005
    Studium an der University of Hull, England

  • Projekt

    Muster und bedingende Faktoren zivilgesellschaftlichen Engagements von Migrantenselbstorganisationen in ausgewählten Kommunen Nordrhein-Westfalens unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Religion

    Vor dem Hintergrund eines in den letzten Jahren in Politik und Wissenschaft zu verzeichnenden Paradigmenwechsels werden Migrantenselbstorganisationen (kurz: MSO) in Deutschland zunehmend nicht mehr unter sicherheitspolitischen und defizitären, sondern unter potenzialorientierten Gesichtspunkten betrachtet. Insbesondere seit der sog. "Flüchtlingskrise" haben MSO scheinbar eine deutliche Aufwertung erfahren: Als wichtige Anlaufstellen und Kulturdolmetscher kommen ihnen für das Zusammenleben in einem ethnisch und religiös pluraler werdenden Deutschland potenziell wichtige brückenbauende Funktionen zu, sodass ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Einsatz verstärkt benötigt werden. In den Blick geraten damit die Bedeutung und Leistungsfähigkeit von MSO als zivilgesellschaftliche Akteure und Kooperationspartner "auf Augenhöhe". Allerdings haben Einschätzungen zur (neuen) Bedeutung des Engagements von MSO häufig den Charakter anekdotischer Evidenz und die Aktivitäten der MSO als Kollektivakteure sind empirisch bislang wenig erforscht. Hauptanliegen des Forschungsvorhabens ist es daher zur Schließung dieser Forschungslücke beizutragen, indem im Rahmen einer Totalerhebung in sieben Großstädten Nordrhein-Westfalens* die sehr heterogene Landschaft der MSO mit einem teilstandardisierten Fragebogen mehrsprachig zu ihren Aktivitäten und ihrer Situation befragt werden. Dabei soll auch ermittelt werden, welche konkreten Aufgaben die MSO in der Flüchtlingshilfe übernehmen und inwieweit für sie seit der Flucht vieler Menschen nach Deutschland Veränderungen zu verzeichnen sind (Fördermaßnahmen, Kooperationen).

    Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Identifizierung von relevanten internen, externen und relationalen Einflussfaktoren im Sinne fördernder und hemmender Faktoren auf das Engagement- und Kooperationsverhalten von religiösen und nicht-religiösen MSO unter besonderer Berücksichtigung der Effekte unterschiedlicher religiöser Orientierungen. Interne Faktoren betreffen die organisationsspezifischen Charakteristika der MSO (Ressourcen, Ziele, Selbstverständnis), externe Faktoren beziehen sich auf das Umfeld (Förderung, öffentliche Diskurse) und relationale Faktoren beschreiben die Beziehung zwischen Organisationen (Kommunikation, Konkurrenz, Motivation). Das Ziel der Analyse ist es, bestimmte Regelhaftigkeiten in den Tätigkeitsbereichen und im Kooperationsverhalten der MSO zu identifizieren, indem die Aktivitäten bzw. das Kooperations- und Beziehungsspektrum von MSO kategorisiert und in plausible (kausale) Begründungszusammenhänge im Sinne erklärender Faktorenbündel eingeordnet wird.

    Das dezidiert interdisziplinär und auf Wissenstransfer angelegte Promotionsvorhaben nimmt einen organisations-, religions- und migrationssoziologischen Fokus ein. Theoretisch und empirisch fundiert werden auf drei Analyseebenen Faktoren und Regulierungsdimensionen herausgearbeitet, die das Engagement- und Kooperationsverhalten der sehr vielfältig ausgerichteten und über disparate Ressourcenausstattungen verfügenden MSO beeinflussen. Dabei gilt es, die Relevanz von unterschiedlichen religiösen Glaubensüberzeugungen als Movens für organisatorisches Verhalten und als Indikatoren für spezifische Beziehungsverhältnisse zu eruieren und mit den Verhaltensweisen 'säkularer' MSO ins Verhältnis zu setzen.

    Mit ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung und der quantitativen Befragung von MSO in der Breite im Rahmen einer Totalerhebung in sieben nordrhein-westfälischen Großstädten kommt der Studie eine Pionierfunktion zu. Die Identifikation von Ressourcen und Barrieren für Engagement von und Kooperationen mit MSO auf lokaler Ebene zeigt politische Handlungsbedarfe auf, die letztlich einer effektiven Weiterentwicklung von kommunalen Strategien der Förderung und Einbindung von MSO dienlich sein können.

    * Dortmund, Essen, Bochum, Bielefeld, Oberhausen, Hagen, Hamm, Duisburg, Gelsenkirchen.

  • Forschung

    Arbeitsschwerpunkte

    • Geschichte, Theorie und Methode der Zivilgesellschaftsforschung
    • Migrationsforschung
    • Religionssoziologie
  • Publikationen

    Sammelbände

    • (zusammen mit Thomas Klie) Engagement und Zivilgesellschaft. Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung, Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie, Wiesbaden: Springer VS 2017.

    Aufsätze

    • (mit Thomas Klie) "Einleitung", in: Anna Wiebke Klie/Thomas Klie (Hg.), Engagement und Zivilgesellschaft. Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung, Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie, Wiesbaden: Springer VS 2017, S. 1-7.
    • "Migration und Engagement", in: Anna Wiebke Klie/Thomas Klie (Hg.), Engagement und Zivilgesellschaft. Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung, Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie, Wiesbaden: Springer VS 2017, S. 425-512.
    • (mit Adalbert Evers) "Flüchtlinge und Engagement", in: Anna Wiebke Klie/Thomas Klie (Hg.), Engagement und Zivilgesellschaft. Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung, Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie, Wiesbaden: Springer VS 2017, S. 513-546.
    • (mit Hacı-Halil Uslucan und Thomas Klie) "Engagement von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Fluchterfahrungen – Vielfalt, Potenziale, Desiderate. Essener Thesen", in: Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V., 96 (6) 2016, S. 264-272.
    • "Facettenreich: Zur Rolle zivilgesellschaftlichen Engagements in der Migrationsgesellschaft". Kurzdossiers "Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen", Mai 2016, URL: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/227526/engagement-in-der-migrationsgesellschaft?p=all
    • "Zur Vielfalt freiwilligen Engagements im Kontext eines mehrdimensionalen Konzepts von Zivilgesellschaft", in: Rauf Ceylan/Michael Kiefer (Hg.), Ökonomisierung und Säkularisierung – Neue Herausforderungen der konfessionellen Wohlfahrtspflege in Deutschland, Wiesbaden: Springer VS 2016, S. 97-122.

    Broschüren

    • (mit Silke Marzluff und Thomas Klie) Zweiter Engagementbericht 2016. Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung. Engagementmonitor 2016, hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2016.
    • (mit Silke Marzluff und Thomas Klie) Second Engagement Report 2016. Demopraphic Change and Civic Engagement: Civic Engagement and its Contribution to Local Development. Engagement Monitor 2016, übersetzt von Robert John Murphy, hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2017.