Kannten Sie die Antwort?

Wie man aus Fragmentfunden schließen kann, waren spätestens ab dem 10. Jahrhundert im arabisch-islamischen Raum illustrierte Manuskripte aus Naturwissenschaft, Versepik und Dichtung verbreitet. Zwar wurden auch menschliche Akteure abgebildet, doch scheuten muslimische Künstler offenbar vor der Visualisierung religiöser Sujets zurück. Seit dem 11. Jahrhundert etablierten sich im arabischen und persischen Teil der islamisch geprägten Welt turkstämmige und später mongolische Dynastien, die aus ihrer kulturellen Tradition keine Vorbehalte gegenüber religiösen Darstellungen mitbrachten. Aus der Zeit der mongolischen Ilkhanherrschaft in Iran (1256-1335) sind erste Illustrationen von Episoden aus der Vita Muhammads bekannt. Die abgebildete Miniatur ist Teil einer Handschrift der Weltgeschichte des Wesirs und Mäzens Rashid ad-Din (1247-1318), die zwischen 1314 und 1318 in den von ihm selbst gestifteten Ateliers in Tabriz in Nordiran entstand. Deutlich erkennbar ist der Einfluss byzantinischer Ikonographie der Geburt Christi, aber auch Parallelen zu Darstellungen des Weihnachtsgeschehens in der italienischen Frührenaissance sind zu erkennen. Andere Miniaturen der Handschrift weisen Stilmerkmale chinesischer Zeichnungen auf.

Dr. Monika Springberg-Hinsen, Institut für Arabistik und Islamwissenschaft

Und hier noch einmal die Frage:

Ein Bildnis des Propheten

Eine Universalchronik aus dem 14. Jahrhundert enthält die erste bekannte Darstellung der Geburt des Propheten Muhammad. Wie hieß der Wesir, der diese Weltgeschichte verfasste und in zahlreichen Manuskripten verbreiten ließ?

Foto: manun / photocase.com
Foto: manun / photocase.com
Foto: WWU Münster - Dada Petrole