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Der deutsche Chemiker August Kekulé, geboren 1829 in Darmstadt, wechselte aufgrund einer Chemievorlesung von J. Liebig sein ursprüngliches Studienfach (Architektur) zu Chemie. 1858 wurde er nach seiner Habilitation in Heidelberg bei R. Bunsen zuerst Professor an der Universität in Gent, bevor er 1867 nach Bonn wechselte. Kekulé leistete Pionierarbeit bei der Entwicklung der Strukturchemie. Er behauptet selbst, die Idee mit der "Kohlenstoffkette" sei ihm eingefallen, als er in einem Londoner Bus vor sich hindöste. Seine zweite Traumvision hatte August Kekulé um 1864 (wobei diese Darstellung seiner "Eingebung" von manchen Wissenschaftshistorikern angezweifelt wird). Ihm erschienen die Atome wie eine sich windende Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Dies führte ihn zur Ringstruktur von Benzol. Dieses neue Modell stellte sich als Schatzkammer heraus, wie Adolf Baeyer begeistert äußerte. 1869 zeigte Kekulé die Gleichwertigkeit aller sechs Kohlenstoff-Bindungen und entwickelte bis 1872 die Vorstellung oszillierender Doppelbindungen. 1890 veranstaltete die Deutsche Chemische Gesellschaft das "Benzolfest" anlässlich des 25. Jahrestages der Erstveröffentlichung seiner Theorie. Eine Ehre wie sie nur wenigen Wissenschaftlern zu Lebzeiten erhalten. Am 13. Juli 1896 starb August Kekulé in Bonn.

Dr. Stefan Stucky, Institut für Didaktik der Chemie

Und hier noch einmal die Frage:

Traum und Wirklichkeit

Welcher Wissenschaftler "erträumte" sich nach eigenen Angaben zwei seiner zum Weltruhm führenden Ideen und prägte den Satz: "Lernen wir träumen meine Herren, aber hüten wir uns, unsere Träume zu veröffentlichen, ehe sie durch den wachen Verstand geprüft worden sind"?

Foto: manun / photocase.com
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Foto: WWU Münster - Dada Petrole