Kannten Sie die Antwort?

Moral, genauer die Ehe- und Familienmoral.

"Grund und Boden" war das wichtigste Produktionsmittel der vorbürgerlichen Gesellschaften. Bis ins 19. Jahrhundert arbeiteten die meisten Menschen in Europa in der Landwirtschaft. Da Ackerfläche aber nicht beliebig vermehrbar ist, wird Geburtenregelung ab einer gewissen Bevölkerungsdichte in allen bäuerlich geprägten Gesellschaften unverzichtbar. Zwar war die Kindersterblichkeit in vorbürgerlicher Zeit hoch, aber mehr als zwei überlebende Hoferben zu haben, konnte für einen bäuerlichen Betrieb schon ein Problem darstellen. In vorbürgerlicher Zeit heirateten Bauern deshalb vielfach sehr spät, oft erst zwischen 25 und 30 im Gefolge der Hofübergabe, Menschen ohne Land oft gar nicht. In Verbindung mit dem Virginitätsgebot und einer meist religiös unterfütterten Sexualmoral ergibt sich so eine wirkungsvolle Einschränkung der Fruchtbarkeitsphase, die die Zahl der Nachkommen, die sich vermehren durften, gewünscht niedrig halten konnte.

Dass Menschen die realen Gründe ihrer gelebten Moralkonstruktionen nicht immer kennen, verzerrt unseren Blick auf die Zusammenhänge.

Dr. Norbert Heimken, Institut für Soziologie

Und hier noch einmal die Frage:

Kinder, Kinder...

Welches war das am weitesten verbreitete und das am besten funktionierende Verhütungsmittel der letzten Jahrhunderte vor Erfindung der Pille?

Foto: manun / photocase.com
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Foto: WWU Münster - Dada Petrole