Katrin Thelen

Katrin Thelen

Akademischer Werdegang
seit SoSe 2013 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft der WWU Münster, Hauptfach Psychologie
10/2003-02/2008 Diplom-Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen
10/2000-10/2003 Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin am Klinikum der Philipps-Universität Marburg
Universitäre/Berufliche Tätigkeiten
seit 2013 Angestellte Logopädin
seit 2012 Lehrauftrag an der Fachhochschule für Pflege und Gesundheit in Münster
2011-2012 Dozentin im Bachelorstudiengang Logopädie an der Fachhochschule Fresenius in Hamburg
seit 2009 Lehrlogopädin an Berufsfachschulen für Logopädie in Dortmund, Rheine und Münster
2009-2010 Angestellte Logopädin
2008-2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Cochlea-Implantat- Ambulanz der HNO-Klinik Aachen
02/2008 Studentische Hilfskraft in der Cochlea-Implantat-Ambulanz der HNO-Klinik Aachen
2004-2008 Angestellte Logopädin

Dissertationsprojekt

Kasus: Rezeption und Produktion bei Kindern mit spezifischer Sprachentwicklungsstörung (SSES) und bei Kindern mit unauffälligem Spracherwerb

Bei einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) werden Auffälligkeiten in Syntax und Morphologie häufig als Leitsymptome beschrieben. Ein häufig auftretendes Teilsymptom einer Grammatikerwerbsstörung sind dabei fehlerhafte Kasusmarkierungen, die lange persistieren. Da der Kasus im Deutschen am Artikel, am Adjektiv, an Pronomen und teilweise am Nomen markiert wird, haben Probleme im Kasuserwerb z. B. weitreichende Folgen für das Identifizieren syntaktischer Funktionen und damit verbundener semantischer Rollen.
Die Dissertation verfolgt das Ziel, die Verarbeitung und die Produktion von Akkusativ- und Dativmarkierungen bei sprachunauffälligen Kindern und Kinder mit SSES im Alter zwischen sechs und sieben Jahren quantitativ und qualitativ zu untersuchen. Da Kinder in diesem Alter eingeschult werden, sind Aussagen über den Kasuserwerb von hoher Relevanz für die korrekte Interpretation und Produktion von Sätzen. Die Leistungen der Kinder werden zu diesem Zweck mit einer Kontrollgruppe gleichaltriger Kinder und mit einer nach Sprachstand parallelisierten Gruppe verglichen. Als theoretische Grundlage dient das Competition model von Bates und MacWhinney, das den Spracherwerb als eine von cues gestützte distributionelle Analyse sieht.
Im Hinblick auf den Kasuserwerb bei Kindern mit SSES ergeben sich u.a. die folgenden Fragestellungen:

  • Können Kinder mit SSES cues für den Kasus unabhängig von weiteren syntaktischen, semantischen und morphologischen cues verarbeiten? Unterscheiden sich die Leistungen von denen jüngerer, sprachparallelisierter Kontrollkinder, so dass sich ein abweichender Erwerbsverlauf bei SSES zeigt?
  • Auf welchem Niveau produzieren Kinder mit SSES Kasus im Alter von sechs bis sieben Jahren? Welche Formen von Übergeneralisierungen zeigen sich? Unterscheiden sich die Leistungen der Kinder mit SSES von denen jüngerer, sprachparallelisierter Kontrollkinder?
  • Welche Beziehung ergibt sich zwischen rezeptiven und produktiven Fähigkeiten?
  • Korrelieren die Leistungen mit Fähigkeiten zur phonematischen Diskrimination und zum phonologischen Arbeitsgedächtnis?
  • Mit den Ergebnissen der Studie soll die Planung sprachtherapeutischer Maßnahmen im Bereich Kasus für Kinder mit Grammatikerwerbsstörungen bei SSES verbessert werden.