• Vita

    Universitäre/Berufliche Tätigkeiten
    seit 01/2020               Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB ‚Recht und Literatur‘
    Seit 04/2013 Freiberufliche Privatlehrerin für DAF/DAZ
    Akademischer Werdegang
    10/2018 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    10/2014 - 11/2017   Masterstudium Sprache, Literatur, Kultur: Germanistische Linguistik und Galloromanistik, Justus-Liebig-Universität Gießen
    09/2011 - 09/2014 Bachelorstudium Germanistik und Romanistik, Goethe-Universität Frankfurt

  • Dissertationsprojekt

    Sprachprestige und Glaubhaftigkeit: Zum Einfluss intralinguistischer Faktoren auf die Glaubhaftigkeit schriftlicher Zeugenaussagen.

    Kann Sprache allein den Eindruck von Glaubhaftigkeit beeinflussen? Ziel dieses Dissertationsprojektes ist die Analyse der Relation zwischen Sprachprestige und der Glaubhaftigkeit schriftlicher Zeugenaussagen. Die Studie bewegt sich damit im Schnittfeld der forensischen Linguistik und der Soziolinguistik und wird geleitet von der Hypothese einer höheren Glaubhaftigkeitszuschreibung bei hohem Sprachprestige und einer dementsprechend geringeren Attribuierung von Glaubhaftigkeit bei der Verwendung von fehlerhaftem bzw. von Migrantendeutsch. Die Genese dieser beiden Hypothesen ergründet sich u.a. in Anlehnung an das Faktormodell von Hovland et. al (1953), welches zwei Glaubhaftigkeit konstituierende Merkmale zusammenfasst: Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz. Letztere leiten Rezipienten wiederum, nebst extralinguistischen Aspekten, von der Prestigeträchtigkeit einer Sprache ab, die die Zuschreibung von Attributen wie Intelligenz, Kompetenz und sozialem Status wesentlich bedingt. Zur Analyse dieser Annahmen gliedert sich das Projekt zum einen in die Analyse der bisher unzureichend untersuchten Textsorte der schriftlichen Zeugenaussagen; zum anderen sollen schriftliche Zeugenaussagen von verschiedenen sprachlichen Niveaus Probanden zu einer subjektiven Glaubhaftigkeitsbewertung vorgelegt werden.

    Bisherige verwandte Studien tragen zwar Ergebnisse zur Glaubwürdigkeitskeitsforschung bei, jedoch sind diese entweder auf der Inhaltsebene oder der verhaltens-, quellen-, oder kontextorientierten Ebene (exemplarisch: Aussagepsychologie) anzusiedeln. Untersucht werden dabei verschiedenste Äußerungsmerkmale der Lüge, sowie exemplarisch auch ethnische und soziale Einflussfaktoren (wie Hautfarbe, Kleidungsstil) auf die Glaubwürdigkeit von Personen.Was dieses Dissertationsprojekt aus diesem Grund leisten möchte, ist eine Verschiebung des Blickwinkels von den bisher zentralen, mehrheitlich extralinguistischen Gesichtspunkten in der Glaubwürdigkeitsforschung auf tatsächlich linguistische Parameter.