• Vita

    Universitäre/Berufliche Tätigkeiten
    seit 01/2020               Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB ‚Recht und Literatur‘
    Seit 04/2013 Freiberufliche Privatlehrerin für DAF/DAZ
    Akademischer Werdegang
    10/2018 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    10/2014 - 11/2017   Masterstudium Sprache, Literatur, Kultur: Germanistische Linguistik und Galloromanistik, Justus-Liebig-Universität Gießen
    09/2011 - 09/2014 Bachelorstudium Germanistik und Romanistik, Goethe-Universität Frankfurt

     

  • Dissertationsprojekt

    Sprachprestige und Glaubwürdigkeitsattribution: Zum Einfluss bildungssprachlicher Merkmale auf die Aussagenbeurteilung bei der Vernehmung auf dem Schriftweg

    Ob eine Aussage bei einer polizeilichen Vernehmung als glaubwürdig oder als unglaubwürdig eingestuft wird, bleibt selbstredend nicht ohne Konsequenzen. Wie Studien belegen (z.B. O’Barr et al. 1979), sind es allerdings nicht nur fallbezogene Fakten, die die Bewertung von Zeugen, Beschuldigten und Geschädigten beeinflussen, sondern auch sprachliche Charakteristika. Einschlägige Arbeiten haben folgendes Ergebnis gemein: Kommunikatoren, deren Sprache Prestige (sprich u.a. Bildung, Erfolg, Status und Kompetenz) signalisiert, werden – ungeachtet des tatsächlichen Wahrheitsgehaltes ihrer Aussage – in der Regel als glaubwürdiger eingestuft.
    Mit linguistischen Einflussfaktoren auf Glaubwürdigkeitszuschreibungen befasst sich auch die geplante sozio- & forensisch-linguistische Dissertation, die den Fokus von den in bisherigen Studien analysierten Einflüssen gesprochener Sprache auf schriftsprachliche Merkmale verlagert. Unter der Hypothese, dass die Zuschreibungsmechanismen der gesprochenen Sprache sich auch in der Schriftsprache abzeichnen, wird die Variable der prestigereichen Schriftsprache als vermeintlich Intelligenz, Erfolg und Status suggerierendes Register der Bildungssprache operationalisiert.

    Zur Analyse des Einflusses von Bildungssprache auf die empfundene Glaubwürdigkeit bei der Vernehmung auf dem Schriftweg bedient sich die Arbeit einer zweischrittigen Methodik: In einer zunächst deskriptiven Annährung an die sprachliche Oberfläche der schriftlichen Aussagen erfolgt eine Bestandsaufnahme bildungssprachlicher Merkmale in einem Korpus aus 55 authentischen Fallschilderungen. Dem folgt eine Messung des Einflusses der bildungssprachlichen Merkmale auf die Glaubwürdigkeitsbewertung mittels eines Semantischen Differentials, in dem Polizistinnen und Polizisten um ihre Einschätzung der Aussagen gebeten werden.