Juliane Schopf

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Akademischer Werdegang
10/2017 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
10/2014 – 11/2016 Masterstudium der Deutschen Philologie, Abschluss Master of Arts (MA), Universität Wien
04/2011 - 08/2014 Studium der Germanistik und Philosophie, Abschluss Bachelor of Arts (BA), Universität Augsburg
10/2010 - 03/2011 Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaft, Universität Bayreuth
Universitäre/Berufliche Tätigkeiten
05/2018 - Heute Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Institut der WWU in der Abteilung Sprachwissenschaft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Susanne Günthner
04/2018 - Heute Freie Mitarbeit/Trainings im Studienhospital bzw. Lernzentrum für individualisiertes medizinisches Tätigkeits-Training und Entwicklung („Limette“) an der Medizinischen Fakultät der WWU Münster
03/2017 - 04/2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im MIWF-Projekt „Plattform Gesprochenes Deutsch“, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Germanistik
12/2015 - Heute Tätigkeit als Autorin für den Fachbereich Deutsch, Westermann Verlagsgruppe, Braunschweig
10/2010 - 03/2011 Studentische Mitarbeiterin (HiWi), Universität Bayreuth

Dissertationsprojekt

Gespräche in der Impfsprechstunde. Analyse einer Gesprächsgattung und ihrer Fachsprache unter Einbezug des DaF-/DaZ-Kontextes

Obwohl das Thema Impfen gesellschaftlich, medial und politisch stark präsent ist und einen hohen diskursiven Stellenwert aufweist, sind Impfgespräche bis dato noch nicht linguistisch untersucht worden. Während Arzt-Patienten-Gespräche in anderen Fachbereichen wie beispielsweise der Onkologie (Ditz 2006), Gynäkologie (Neises/Ditz/Spranz-Fogasy 2005), oder Anästhesie (Hansen/Bejenke 2010) bereits eingehend beschrieben wurden, soll die Kommunikation in der Impfmedizin erstmals im vorliegenden Dissertationsprojekt sprachwissenschaftlich analysiert werden.
Methodisch der Gesprächsanalyse, Gattungsanalyse und Fachsprachenforschung verpflichtet wird anhand eines Korpus von Impfgesprächen aus unterschiedlichen Orten des deutschsprachigen Raumes der Forschungsfrage nachgegangen, wie die GesprächsteilnehmerInnen das Impfgespräch interaktional herstellen und die Impfentscheidung aushandeln. Außerdem ist von Interesse, welchen kommunikativen Herausforderungen ÄrztInnen und PatientInnen in der Impfsprechstunde begegnen und mit welchen sprachlichen Mitteln sie diese lösen. Da die spezifisch impfmedizinische Fachsprache für die Gesprächsgattung von zentraler Bedeutung ist, soll diese auf verschiedenen sprachlichen Ebenen herausgearbeitet und ihre jeweilige Funktion in der Interaktion untersucht werden.
Vor dem Hintergrund der kürzlich eingeführten Fachsprachenprüfung für ausländische MedizinerInnen werden die Ergebnisse anschließend didaktisiert, sodass Lehr- und Lernmaterialien auf Basis von authentischen Gesprächsdaten für den Bereich der Impfmedizin entstehen, welche die ApprobationsanwärterInnen adäquat auf diese neuartige Prüfungsform vorbereiten und insbesondere auf der Ebene der gesprochenen Sprache schulen. In Form von eLearning- und mLearning-Sequenzen können diese Materialien individuell in der Aus- und Weiterbildung von (nicht-)muttersprachlichen MedizinerInnen eingesetzt werden.

Schlüsselbegriffe: Gesprächsanalyse, Angewandte Gesprächsforschung, Gattungsanalyse, Medizinische Kommunikation, Fachsprachenforschung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Literatur
Becker, Maria (2015): Ärztliche Empfehlungen in Therapieplanungsgesprächen. Eine gesprächsanalytische Untersuchung. Mannheim: Verlag für Gesprächsforschung.
Betsch, C., Renkewitz, F. & Haase, N. (2013): Effect of narrative reports about vaccine adverse events and bias-awareness disclaimers on vaccine decisions: A simulation of an online patient social network. Medical Decision Making. doi: 10.1177/0272989X12452342. [Epub 2012 Aug 8].
Böhm, R., Meier, N., Korn, L. & Betsch, C. (2017): Behavioural consequences of vaccination recommendations: an experimental analysis. Health Economics, 26, 66-75.
Ditz, Susanne (2006): Diagnoseübermittlung, Entscheidungsfindung und präoperatives Aufklärungsgespräch. In: Ditz, S., Diegelmann, C., Isermann, M. (Hrsg.): Psychoonkologie – Schwerpunkt Brustkrebs. Stuttgart: Kohlhammer, S.167-174.
Farhan, Nabeel/ Baumgärtner, Christian (Hg.) (2015): Kommunikation für ausländische Ärzte: Vorbereitung auf den Patientenkommunikationstest in Deutschland. München: Elsevier, Urban & Fischer.
Günthner, Susanne / Knoblauch, Hubert (1994): „Forms are the food of faith“. Gattungen als Muster kommunikativen Handelns. In: Kölner Zeitschrift für Psychologie und Sozialpsy- chologie 46 (2), 693–723.
Hansen, Ernil / Bejenke, Christel (2010): Negative und positive Suggestionen in der Anästhesie: Verbesserte Kommunikation mit ängstlichen Patienten bei Operationen. Springer.
Neises, M. / Ditz, S. / Spranz-Fogasy, T. (Hg.) (2005): Psychosomatische Gesprächsführung in der Frauenheilkunde. Ein interdisziplinärer Ansatz zur verbalen Intervention. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
Peters, Tim (2015): „Sie können sich das quasi aussuchen, welches sie nehmen.“ Die interaktionale Aushandlung der therapeutischen Entscheidungsfindung in der medizinischen Ausbildung. Mannheim: Verlag für Gesprächsforschung.