Jonas Furchert

Bild Jonas Furchert

Akademischer Werdegang
SoSe 2018 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, WWU Münster
WiSe 2015/16 Beginn der Individualpromotion
2013-2015 Masterstudium: Master of Education (Deutsch und Gesundheitswissenschaften), WWU und FH Münster
2008-2013 Bachelorstudium: Germanistik und Gesundheitswissenschaften, WWU und FH Münster
Universitäre/Wissenschaftliche Tätigkeiten
seit 04/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Prof. Dr. Matthis Kepser, Universität Bremen
10/2015-03/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sprachdidaktik, WWU Münster
2011-2015 Studentische Hilfskraft in der Bibliothek des germanistischen Instituts, WWU Münster
2010-2015 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Sprachdidaktik Prof. Dr. Klaus-Michael Köpcke, WWU Münster

Dissertationsprojekt

Zur Integration von Fremdwörtern in die deutsche Sprache

Gegenstand der Untersuchung sind Nomina des Deutschen, die fremde Merkmale aufweisen, genauer gesagt der Wandel und die auftretende Variation ihres Paradigmas. Dabei lauten zentrale Fragen: Welche Integrationsverläufe zeigen nicht-native Nomina hinsichtlich ihrer Einpassung ins native Deklinationssystem, welche Faktoren und Eigenschaften bestimmen den Verlauf dieses Prozesses und wie lassen sich etwaige Zielformen definieren? Als eine der wichtigsten Hypothesen gilt: Das Genus des Fremdworts fungiert als zentrale Schaltstelle für die jeweils einzuschlagenden Integrationswege. Nach Eisenberg (2011: 27) kann eine „fremde Eigenschaft [… eines Lexems] phonologischer, morphologischer oder orthographischer Natur sein“. Angenommen wird, dass sich ein fremdes Wort im Laufe der Zeit dem System fügt, in dem es gebraucht wird. Fremdartige Merkmale werden verschliffen oder ersetzt, sodass im Idealfall am Ende keine Auffälligkeiten mehr verbleiben, es also vollständig in das deutsche Sprachsystem assimiliert wurde.
Die untersuchten Nomina tragen bestimmte Eigenschaften, die sie als fremd ausweisen (vgl. Thieroff 2001: 270): Es handelt sich insbesondere um pänultimabetonte Substantive, die in ihrem Auslaut eine offene Vollsilbe aufweisen, z.B. Thema, Fresko, Taxi und Iglu. Eben dieses phonologische Merkmal markiert sie als Fremd, während gleichzeitig in Übereinstimmung mit dem nativen System eine trochäische Struktur am Wortausgang besteht, wie z.B. bei Blume, Affe, Segel etc. Zudem sind die meisten dieser Lexeme im alltäglichen Gebrauch und haben so ein möglicherweise vor Veränderung schützendes Register (Fachsprache o.ä.) verlassen, sodass das System wirken kann.
Der Datenerhebung dient ein aus dem Deutschen Referenzkorpus des IDS Mannheim zusammengestelltes Zeitungskorpus. Es umfasst Zeitungstexte der Nachkriegszeit aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) und beinhaltet ca. 5,7 Milliarden Tokens aus ca. 22,3 Millionen Texten. Die Daten können dadurch chronologisch sowie regional differenziert werden.
Ziel der Arbeit ist es, Zielparadigmen der Integration herauszuarbeiten und entsprechende Bewegungen innerhalb des Sprachsystems fundiert darlegen zu können. Die dabei betrachteten Nomina sind an anderen Stellen bereits Untersuchungsmaterial. Sie werden häufig in Verbindung mit dem s-Plural diskutiert (z.B. Paul 1959: 130f.; Köpcke 1993; Thieroff 2001; Eisenberg 2011, 2013: 158). Harnisch beschäftigen die unbetont, vollvokalisch und offen auslautenden Nomina in Zusammenhang mit der Frage, ob Grundform- oder Stammflexion eine systemdefinierende Struktureigenschaft des Deutschen ist (vgl. z.B. Harnisch 1994 uvm.). Außerdem stellt Wegener (z.B. 2004) die Integrationsvorgänge dieser Nomina mithilfe der Optimalitätstheorie dar.