START-UP - Forschungstransfer

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Im Forschungstransfer-Projekt „Lase4Life - Innovative Laserkonzepte als enabling technology für die Life Sciences“ werden kostengünstige und gleichzeitig benutzerfreundliche Lasersysteme realisiert, die z.B. für nichtlineare Mikroskopieverfahren schnell in der Wellenlänge schaltbar sind. Die verwendete patentierte Lasertechnologie ermöglicht erstmalig hohe Schaltgeschwindigkeiten, die eine verzögerungsfreie Reaktion auf Kontrollsignale erlauben, so dass neben einem hohen Automatisierungsgrad in wenigen Mikrosekunden zwischen unterschiedlichen Kontrastmechanismen in der zu untersuchenden Probe gewechselt werden kann, was einen erheblichen technologischen Vorteil bietet.

Spätestens mit dem Nobelpreis 2014 für lasergestützte hochauflösende Mikroskopie ist deutlich geworden, dass Lasersysteme nicht nur bedeutende Werkzeugen darstellen, sondern zu Innovationstreibern in den Lebenswissenschaften gehören, ohne die lasergestützte nichtlineare Mikroskopietechniken nicht die wertvollen und beeindruckenden Einblicke in biomolekulare Vorgänge liefern könnten. Solche Mikroskopieverfahren basieren typischerweise auf Lasersystemen, die in ihrer Wellenlänge verstimmbar sind, um möglichst viele und sich ergänzende Informationen z.B. aus einer komplexen Gewebeprobe gewinnen zu können. Alle konventionellen Lasersysteme benötigen allerdings mechanische oder thermische Stellglieder zur Auswahl der Wellenlänge, was zu nicht tolerierbaren zeitlichen Verzögerungen führt. Die Lasersysteme sind durch diese Stellglieder zusätzlich anfällig gegen äußere Einflüsse, was ein weiterer hemmender Faktor für die Verbreitung solcher aussagekräftiger Mikroskopieverfahren ist.

In den innovativen Lasersystemen von Lase4Life kommt ein eigens entwickelter und zum Patent angemeldeter Kontrollmechanismus zum Einsatz. Dieser Mechanismus erlaubt es, die Wellenlänge der Lasersysteme erstmals elektronisch, also losgelöst von mechanischer oder thermischer Trägheit, zu verstimmen. Darüber hinaus kommt eine patentierte modulare Aufbautechnik zum Einsatz, mit der die Lasersysteme komplett aus optischen Lichtwellenleitern aufgebaut werden können, um eine wartungsfreie, langzeitstabile und bedienerfreundliche Nutzung zu ermöglichen. Durch die damit mögliche Abschirmung von störenden Umwelteinflüssen werden die Lasersysteme in einer Vielzahl von sowohl klinischen als auch industriellen Umgebungen einsetzbar sein.

Die wissenschaftlich-technischen Arbeiten zum Forschungstransfer werden von dem Gründerteam Dr. Maximilian Brinkmann und Dr. Tim Hellwig in der Arbeitsgruppe „Optische Technologien“ des Mentors Prof. Dr. Carsten Fallnich an der Universität Münster mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des europäischen EFRE-Fonds im Rahmen des Förderprogramms START-UP-Hochschulausgründungen durchgeführt.

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