Rezept des Monats: April 2015


Nasi Goreng mit Erdnusssoße

Nasi Goreng
Nasi Goreng gibt es in allerlei Variationen. Wir haben es mit Hühnerfleisch und Garnelen zubereitet und servieren es mit Sambal Oelek und Erdnusssauce, Quelle: NiederlandeNet/cc-by-nc-sa

Das Rezept des Monats klingt diesmal vom Namen her gar nicht so sehr niederländisch – ist auf der anderen Seite aber doch „echt hollands“. Um dies zu verstehen, muss man sich ein wenig in die Geschichte der Niederlande, und da vor allem in die Kolonialgeschichte des Landes vertiefen. Nasi Goreng – oder einfach nur Nasi wie man es im niederländischen Sprachraum gerne abkürzt – ist ursprünglich ein indonesisches Gericht und kommt somit aus dem Land, dass lange Zeit als „Niederländisch-Indien“ eine Kolonie unserer westlichen Nachbarn war.

„Nasi“ bedeutet dabei ursprünglich „gekochter Reis“ und „Goreng“ steht für „gebraten“. In Indonesien selbst steht es für eine ganze Reihe von Gerichten mit gebratenem Reis als Basis und ist auch dort eine Art Nationalgericht. In die Niederlande gelangte das Pfannengericht vor allem nach Ende des zweiten Weltkrieges und der Unabhängigkeit Indonesiens. Seinerzeit reiste eine große Zahl indonesische Niederländer mit dem Schiff zurück und brachten die dortige Art zu kochen mit in die alte Heimat. Richtig populär wurde Nasi Goreng, als in den Niederlanden in den folgenden Jahren viele chinesisch-indonesische Restaurants eröffneten und das Gericht dadurch zum Klassiker wurde.

Wir essen Nasi Goreng am liebsten mit Satésauce, einem ebenfalls typischen Bestandteil der indonesischen Küche. Die dickflüssige Sauce auf Basis von Erdnussbutter ist heute genauso wie auch Nasi in der niederländische Küche kaum wegzudenken und findet sich zum Beispiel an Imbissbuden als „Topping“ für Pommes – oft gemeinsam mit Mayonnaise und Zwiebeln als „Patatje Oorlog“.

Basisrezept für Nasi Goreng (für 4 Personen)

Zutaten Satésauce:

4 gr. EL Erdnussbutter
1 Tasse Wasser (ca. 180 ml)
2 EL Ketjap Manis (im Supermarkt auch „Indonesische Sojasauce süß“)
3 TL Sambal Manis
1 EL Tomatenketchup
2 EL Brauner Zucker oder Zuckerrübensirup
1 Schuss Essig

Zutaten Nasi:

2 EL Pflanzenöl (z.B. Erdnussöl)
1 kleiner Brühwürfel (für 200 ml), kleingekrümmelt
200 g Fleisch oder Fisch (z.B. Hühnerfleisch Streifen und Garnelen)
Gemüse (z.B. 2 kleine Stangen Porree in Ringen, 2 Möhren in Scheiben, eine große Hand voll Sojasprossen)
250 g gekochten, abgekühlten Reis (etwa Langkornreis)
2 Eier (evtl. 2 EL Milch)

Zutaten Boemboe:

4 Scharlotten, kleingeschnitten
2 Knoblauchzehen, kleingewürfelt
2 TL Sambal Oelek

Zubereitung:

Für die Satésauce alle Zutaten in einem kleinen Topf zusammenfügen und mit einem Schneebesen gut vermengen. Unter ständigem Rühren aufkochen und anschließend warm halten. Wenn die Masse zu sähmig ist, einfach etwas mehr Waser zufügen.

Die Boemboe-Zutaten in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten. Die Masse anschließend für etwa 3 Minuten in 1 EL Öl im Wok anbraten. Zwischendurch die Brühwürfelkrümmel hinzufügen.
Anschließend den Fisch oder das Fleisch hinzufügen und weitere 3 Minuten anbraten. Sodann nacheinander das Gemüse hinzufügen und mit garen lassen.

Jetzt portionsweise unter ständigem Rühren den fertigen Reis hinzufügen. De Reiskörner sollten dabei (falls sie zusammenkleben) vor dem hinzu mengen zunächst getrennt werden. Nun alles weiter gut durchrühren bis die gesamte Masse ausreichend heiß ist. Anschließend alles in einer warmen Schüssel servieren.

Im jetzt leeren Wok die Eier zubereiten; entweder als doppelseitig gebratene Spiegeleier oder als Omelette, wenn man sie vorher mit der Milch verquirlt. Spiegelei oder Omelette anschließend in kleine Streifen Schneiden und auf dem Nasi Goreng oder in ihm vermengt servieren.

Exotische Zutaten

Asiaprodukte im deutschen Supermarkt
Im deutschen Supermarkt bekommt man mittlerweile auch die indonesischen Exoten wie Ketjap Manis oder Sambal Manis, Quelle: NiederlandeNet/cc-by-nc-sa

Durch den indonesischen Ursprung des Gerichts werden für die Zubereitung einige für uns ungewöhnliche Zutaten – man könnte auch sagen koloniale Geschmacksverstärker – benötigt. Mittlerweile sind diese aber auch bei uns in den meisten Supermärkten oder Asialäden ohne Probleme zu bekommen. Als „Sambal“ bezeichnet man dabei dickflüssige indonesische Würzgemische auf Chilibasis. „Sambal Oelek“ ist dabei mehr eine Paste und „Sambal Manis“ eine süß-würzige Sauce, die mit „Ketjap Manis“ verfeinert wurde. Dies wiederum ist eine dickflüssige dunkle Sauce aus Indonesien und Malaysia und ist eine Basis-Würze dieser Küche. Sie schmeckt salzig mit mild-süßer bzw. herb-süßer Note und wird daher auch süße Sojasauce genannt.

In Indonesien selber isst man Nasi Goreng an Stelle von Fleisch und Garnelen am liebsten mit „Ikan Djambal“, einem gesalzenen und getrocknetem Fisch. Serviert wird das Gericht dort traditionell mit zusätzlichem Sambal, Stückchen Krabbenbrot (Kroepoek) und eingelegtem Gemüse.

Autor: Tim Mäkelburg
Erstellt: April 2015


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