Rezept des Monats: Oktober 2015


Hutspot

Hutspot
Hutspot: Farbenfrohe Mahlzeit für die dunkele Jahreszeit! Quelle: NBTC

Pünktlich zum Herbstanfang wollen wir euch dieses Mal eine deftige, niederländische Mahlzeit vorstellen. Während sich draußen in der Kälte die Blätter orange färben, färben sich drinnen in der warmen Küche auch unsere mit hutspot gefüllten Teller orange. Diese Variation des niederländischen Nationalgerichts stamppot, zu Deutsch: Stampftopf, besteht aus Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln. Glücklicherweise gibt es im Herbst und Winter von allem reichlich, so dass hutspot nicht nur ein sehr schmackhaftes, sondern auch noch ein sehr preiswertes Gericht ist.

Das untenstehende Rezept kommt von meiner Mutter, einer gebürtigen Niederländerin, die hutspot immer mit rookworst serviert. Als Alternative sind jedoch auch hachee oder gehaktballen üblich. Wer es lieber vegetarisch mag, kann auf vegetarische rookworsten zurückgreifen.

Hutspot mit rookworst wie bei Muttern (für 4 Personen)

Zutaten

1 kg mehligkochende Kartoffeln

600g Möhren

300g Zwiebeln

Etwas Milch und Butter

Salz und Pfeffer zum Würzen

2 große rookworsten (ersatzweiße eignen sich Räucherentchen sehr gut)

Zubereitung

Kartoffeln schälen und je nach Größe halbieren bis vierteln. Möhren schälen und in Stücke schneiden. Zwiebeln häuten und in Ringe schneiden.

Wasser in einem großen Topf mit etwas Salz zum Kochen bringen. Nacheinander die Kartoffeln, die Möhren und die Zwiebeln in den Topf geben und etwa 30 Minuten kochen lassen, bis alles gar ist. Das Gemüse muss dafür nicht vollständig mit Wasser bedeckt sein, die Möhren und Zwiebeln werden auch im Wasserdampf gar (und behalten dadurch mehr Biss und Geschmack). Je nach Größe des Kochtopfs kann man die rookworsten oben auf das Gemüse legen und mit garen lassen oder man erwärmt sie in einem separaten Topf mit heißem – NICHT kochendem – Wasser.

Anschließend das Kochwasser abgießen (vorher evtl. die rookworsten rausnehmen und warmhalten), etwas Milch zum Gemüse in den Topf geben und langsam erwärmen. Mit einem Stampfer das Gemüse zerstampfen und dabei gut vermischen. Wer es sich etwas leichter machen möchte oder wer seinen stamppot etwas feiner mag, kann hierfür auch einen Stabmixer nehmen.

Hutspot mit den rookworsten servieren.

Eet smakelijk!

Von historischer Bedeutung

Hutspot passt nicht nur farblich gut zum herbstlichen Oktober, sondern hat auch eine historische Verbindung, denn hutspot wird im südholländischen Leiden traditionell am 3. Oktober gegessen. An diesem Tag feiert die Stadt ihre Befreiung von den Spaniern im 80-jährigen Krieg (1568-1648).

Nachdem Leiden sich 1572 dem niederländischen Aufstand angeschlossen hatte, wurde sie durch den Herzog von Alba belagert. Je länger die Belagerung andauerte, desto schlechter wurde die Versorgung der Bewohner der Stadt. Unter Leitung von Willem van Oranje entschied man sich dafür die Gegend um Leiden im September 1574 zu überfluten. In der Nacht zum 3. Oktober sorgte ein Unwetter für einen steigenden Wasserpegel, der die Spanier dazu zwang ihre Belagerung aufzugeben.  

Laut einer Legende hatte ein kleiner Junge namens Cornelis Joppensz sich in der Nacht zu einer der Schanzen, Lammenschans, geschlichen und fand die Stellung verlassen vor. Die Spanier waren offensichtlich überhastet aufgebrochen, denn Cornelis fand in einem großen Kochtopf ein aus Möhren, Zwiebeln, Pastinaken und Fleisch bestehendes Gericht, welches er der ausgehungerten Bevölkerung brachte. Der Brauch am 3. Oktober hutspot zu essen war geboren.

Weitere Informationen zum 80- jährigen Krieg und der Niederlande im 16. Jahrhundert finden Sie in unserem Dossier Geschichte 16. bis 18. Jahrhundert 

Autorin: Stephanie Woldringh
Erstellt: Oktober 2015


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