Niederlande-Lexikon



Hier finden Sie ein ausführliches Lexikon zu wichtigen Begriffen zu den Niederlanden. Durch folgende Angaben können Sie die angezeigte Auswahl anpassen:

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  • VARA-BNN

    Fusion der beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten VARA und BNN (Barts Neverending Network). Auch wenn die Unternehmen VARA und BNN im Januar 2014 in einer Rundfunkorganisation aufgingen, sind die gleichnamigen Vereine separat bestehen geblieben. Die VARA wurde am 1. November 1925 als Vereniging Arbeiders Radio Amateurs, abgekürzt mit V.A.R.A., gegründet. Diese Rundfunkanstalt sprach vorwiegend ein linkes, „progressives“ Publikum an. BNN wurde im Jahre 1997 von Bart de Graaff gegründet. Seit De Graaffs Tod im Jahre 2002 hieß BNN offiziell Barts Neverending Network. Diese Rundfunkanstalt wandte sich primär an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 34 Jahren. BNN begann ursprünglich als einzelnes Fernsehformat beim kommerziellen Anbieter Veronica. Dort moderierte Bart de Graaff die Sendung BNN, die als Persiflage auf den US-amerikanischen Nachrichtenkanal CNN konzipiert war (BNN hieß damals noch Barts News Network). Die Sendezeit bei Veronica wurde genutzt, um durch die dort wachsende Popularität Mitglieder zu werben. Im Anschluss erfolgte im Jahre 1998 der Wechsel in das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem. Laut eigenem Selbstverständnis wollte BNN ein junges, spielerisches, provokantes und schockierendes Profil transportieren. Allem voran durch die skandalträchtige De Grote Donorshow im Jahre 2007 konnte die Rundfunkanstalt diesem Anspruch gerecht werden. Zuletzt schockierte BNN Ende 2011 im Rahmen einer Ausgabe der populärwissenschaftlichen Reihe Proefkonijnen, in welcher die beiden Moderatoren vor laufenden Kameras Fleisch voneinander aßen. Zu den erfolgreichsten VARA-BNN-Programmen zählen gegenwärtig die Talkshows Pauw und De Wereld Draait Door.

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  • Verfassung (nl. Grondwet)

    Die niederländische Verfassung formt das wichtigste Gesetz der Niederlande. Sie enthält neben den Grundrechten der Bürger auch die Rechte von Staatsoberhaupt, Regierung und Parlament und ist nur auf die Niederlande anwendbar. Für das gesamte Königreich (die Niederlande, Aruba und die Niederländischen Antillen) gilt hingegen das Statut des Königreichs der Niederlande. Für Änderungen an der Verfassung gilt ein verschärfter Gesetzgebungsprozess. So müssen Anpassungen am Verfassungsdokument zweimal – in einer ersten und einer zweiten Lesung – angenommen werden: Dabei verläuft die erste Lesung nach demselben Prinzip des normalen Gesetzgebungsprozesses ab, bei dem sowohl die Erste Kammer wie auch die Zweite Kammer zustimmen müssen. Im Anschluss müssen verpflichtet Neuwahlen zur Zweiten Parlamentskammer abgehalten werden und die Änderung im Anschluss mit einer Zweidrittelmehrheit durch beide Parlamentskammern angenommen werden. Jene Klausel der Entbindung der Zweiten Kammer soll dem Wähler dabei die Gelegenheit bieten, seine Meinung über die Verfassungsänderung durch seine Stimme kenntlich zu machen. Im Lauf der Zeit wurde die Verfassung mehrmals geändert. Die wichtigste Änderung wurde dabei im Jahr 1848 vorgenommen, als König Willem II aufgrund der Revolutionen in Frankreich und Deutschland der der Meinung war, dass sich auch in den Niederlanden die politischen Ordnung ändern sollte, um eine mögliche Revolution zu verhindern. In den Niederlanden spricht man deswegen von einer „friedlichen Revolution“. Johan Rudolf Thorbecke war damals Leiter der Verfassungskommission und sollte eine neue, liberale Verfassung gestalten. Sie ist die Grundlage der heutigen niederländischen parlamentarischen Demokratie, bei der die Macht des Königs eingedämmt wurde und das Staatsoberhaupt nicht mehr für die Regierungspolitik zuständig ist. Die Aktuelle Fassung der niederländischen Verfassung stammt aus dem Jahr 1983, als neue Grundrechte wie der Schutz von Bürgern gegen Diskriminierung, die Unantastbarkeit der Privatsphäre und des menschlichen Körpers, die Meinungsfreiheit, die Verpflichtung der Regierung für eine Beschäftigungsgarantie sowie eine geschützte Umwelt in den Vertragstext integriert wurden. Zudem wurde im Jahr 1983 Amsterdam offiziell zur Hauptstadt der Niederlande, die Todesstrafe wurde verboten und die Wehrpflicht wurde abgeschafft.

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  • Verhältniswahlrecht (nl. Evenredige vertegenwoordiging)

    Im System der Verhältniswahl, welches im Gegensatz zum Mehrheitswahlrecht in den Niederlanden seit 1917 gilt, fallen die Sitze in einem gewählten Volksorgan wie dem Gemeinderat, den Provinzialstaaten oder der Zweiten Kammer nach den Wahlen nicht dem Kandidat oder der Partei mit der relativ oder absolut höchsten Stimmenanzahl zu, sondern die Sitze werden proportional zu den erlangten Stimmen für die Partei verteilt. Ein Viertel der Stimmen bedeutet somit also auch ungefähr ein Viertel der Sitze. Im Gegensatz zum Mehrheitswahlrecht haben kleine Parteien in diesem System wesentlich bessere Chancen. Da es sehr selten vorkommt, dass eine Partei bei Wahlen alleine die Mehrheit auf sich vereinen kann, muss durch Verhandlungen eine Koalition von verschiedenen Parteien gebildet werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern mit einen Verhältniswahlsystem besteht in den Niederlanden keine künstlich erhöhte Sperrklausel wie etwa die Fünf-Prozent-Hürde in Deutschland, sodass auch kleine Parteien in den Niederlanden die Chance haben, Sitze im Parlament zu bekommen. Die natürliche Hürde bildet jedoch der Kiesdrempel, der sich aus dem natürlichen Stimmteiler ergibt und bei den Parlamentswahlen im Jahr 2003 beispielsweise bei 0,67 Prozent lag.

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  • Veronica TV

    Niederländischer kommerzieller Fernsehsender (Sendestart: 20. September 2003), der zur SBS-Sendergruppe gehört und seit Juli 2011 in den Händen von Sanoma Media (67 %) und Talpa Media (33 %) ist. Es werden vor allem US-amerikanische Unterhaltungssendungen und Action-Filme ausgestrahlt. Veronica erreichte im Jahre 2013 in der Gesamtbevölkerung einen Marktanteil von 3,1 Prozent.

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  • Versäulung (nl. Verzuiling)

    Dieser Begriff beschreibt die weltanschauliche Fragmentierung der niederländischen Gesellschaft, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Die maßgeblichen vier Säulen bildeten die katholische, die protestantische, die sozialistische und die liberale Säule. Daneben gab es auch noch kleinere Säulen, darunter die jüdische und die kommunistische Säule. Der Prozess der Entsäulung hat in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts eingesetzt und dauert bis zum heutigen Tage an. Das niederländische Mediensystem (Zeitungen, Radio, Fernsehen) ist entscheidend von der Versäulung geprägt worden.

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  • Versuchskaninchen (nl. Proefkonijnen )

    Populärwissenschaftliche Sendung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BNN (siehe VARA-BNN), ausgestrahlt auf dem Sender NPO 3. Im Dezember 2011 machte diese Sendung mit der so genannten „Kannibalen-Show“ Schlagzeilen: Die beiden Moderatoren Valerio Zeno und Dennis Storm aßen an einer festlich gedeckten Tafel (angeblich) ein kleines Stück Fleisch voneinander, welches zuvor im Studio vor laufenden Kameras von einem Koch des Amsterdamer Nobelrestaurants Le Garage zubereitet worden war.

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  • Villamedia.nl

    Online-Plattform des Journalismus- und Kommunikations-Fachmagazins Villamedia, zuvor bis September 2009 De Journalist. Auf dieser Seite finden sich zahlreiche Informationen rund um die Themen Journalismus, Radio und TV sowie Rundfunkpolitik. Villamedia.nl gehört qua Besucherzahlen zu den Top 1.000-Homepages der Niederlande (Platz 905, Stand: Oktober 2014).

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  • Volksbefragung (nl. Volksraadpleging)

    In den Niederlanden können nur innerhalb von Gemeinden Bürgerbefragungen abgehalten werden. Das landesweite Referendum, welches am 1. Juni 2005 über die gemeinsame Europäische Verfassung stattfand war dabei eine einmalige Ausnahme, für welche die Zweite Kammer ein spezielles Referendumsgesetz verabschieden musste. Eine generelle Einführung von Volksbegehren wird in den Niederlanden bereits seit Jahren diskutiert und treibt einen Spalt zwischen die großen Parteien. Referenden sind in den Niederlanden nicht bindend, politische Parteien können das Ergebnis aber übernehmen.

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  • Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD)

    Die Niederlande gelten gemeinhin als besonders liberales Land, daher scheint es nahe zu liegen, dass liberale Gruppierungen eine wichtige Rolle im niederländischen Parteienspektrum einnehmen. Die bedeutendste liberale Partei der Niederlande ist in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die VVD, die 1948 gegründet wurde. Die VVD war im Lauf der sechzig Jahre ihres Bestehens häufig an Regierungen beteiligt. Die Wahlen im Jahr 2006 verliefen für die Partei jedoch enttäuschend, die Partei erhielt nur 14,7 Prozent der Stimmen und zog sich in die Opposition zurück. Gegenüber den erfolgreichen 1990er Jahren, in denen die Partei Rekordergebnisse erzielen konnte, bedeutete dies, dass sich die VVD für einige Zeit in einer wesentlich schwierigeren Situation befand – ein Umstand, der sich auch daraus erklärte, dass die Partei in der jüngeren Vergangenheit interne Konflikte und mehrere Abspaltungen erleiden musste. Seit 2010 ist die VVD wieder Regierungspartei und verzeichnete mit 26,5 Prozent bei den Wahlen 2012 sogar einen historischen Sieg. Aktuell hat die Partei etwa 38.412 Mitglieder.

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  • Vollmachtstimme (nl. Volmachtstem)

    Wer am Wahltag beispielsweise durch Krankheit oder Reise verhindert ist, der darf in den Niederlanden einer anderen Person, welche das Aktive Wahlrecht besitzt, eine Vollmacht ausstellen. Diese bevollmächtigte Person darf dann im Stimmbüro für die Vollmacht gebende Person wählen.

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