Niederlande-Lexikon



Hier finden Sie ein ausführliches Lexikon zu wichtigen Begriffen zu den Niederlanden. Durch folgende Angaben können Sie die angezeigte Auswahl anpassen:

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  • Leefbaar Nederland

    Die Leefbaren waren ursprünglich eine „Graswurzel“-Bewegung in den Kommunen der Niederlande. Entstanden sind sie in den 1990er Jahren, als sich unzufriedene Bürger in lokalen Protestbewegungen zusammenschlossen. Die Unzufriedenheit mit dem Establishment ist dabei vielleicht der wichtigste Kernpunkt des Parteiprogrammes. Die Leefbaren waren nicht zwingend Rechte, die die Bewegung jedoch schnell dominierten. Die Leefbaren wuchsen sehr schnell. Bei den Gemeinderatswahlen 1998 holten die 82 „Sitze“, 2002 schickten die Leefbaren bereits 333 Vertreter in die Räte von Gemeinden und Kommunen. Anlässlich der Parlamentswahl 2002 schlossen sich die Leefbaren auf Initiative der Verbände in Hilversum und Utrecht erstmals zu dem losen nationalen Verband Leefbar Nederland zusammen. Ihren kurzzeitigen Populariätsschub verdanken die Leefbaren allerdings der Tatsache, dass sich Pim Fortuyn vor der Kommunalwahl in Rotterdam dem lokalen Sprengel der Leefbaren anschloss. Im Vorfeld der Wahl kam die „Partei“ landesweit in Umfragen immerhin auf zehn Prozent der Stimmen. In Rotterdam erlangte die Partei dann sogar 35 Prozent der Stimmen, vertrieb damit die Sozialdemokraten aus den Chefsesseln des Rathauses, die letztere aufgrund der langjährigen Regierungszeit beinahe als ihr Eigentum betrachtet hatten. Nach dem Rauswurf von Pim Fortuyn wegen dessen offen ausländerfeindlichen Bemerkungen, unter anderem gegen den Imam von Rotterdam, sank die Partei allerdings wieder unter die Wahrnehmungsschwelle. Die Leefbaren waren eben keine Partei, ihnen fehlte Programm, Konzept und eine nationale Leitungsstruktur, bei den Wahlen 2002 und 2003 blieben die Leefbaren daher eine vernachlässigenswerte Größe. Die Volkskrant bewertete das Programm so: „Die Linien der Partei sind diffus, geben die Vertretern der Partei größtmögliche Freiheiten, sind aber für ernsthafte Verhandlungen mit anderen Parteien völlig ungeeignet.“ Im Jahr 2007 schließlich wurde die Partei aufgelöst.

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  • Lijst Pim Fortuyn (LPF)

    Die rechtspopulistische Liste Pim Fortuyn existierte von 2002 bis 2008 und war bis Oktober 2006 im Parlament vertreten. Nach einem Streit innerhalb der Partei Leefbar Nederland (Lebenswerte Niederlande) beschloß Pim Fortuyn Anfang 2002 seine eigene Partei zu gründen. Am Abend des 6. Mai, nur wenige Tage vor den Parlamentswahlen, trafen Pim Fortuyn die Kugeln eines offenbar verwirrten Attentäters. Bei den Wahlen am 15. Mai erhielt Fortuyns Liste selbst ohne ihren populären Spitzenmann 26 der 150 Mandate und wurde zur zweitstärksten Kraft im Parlament. Doch schon nach wenigen Wochen kriselte es in der Partei. Die Umfragewerte gingen massiv zurück, Fraktionschef Mat Herben gab Anfang August 2006 nach Kritik aus den eigenen Reihen sein Amt auf. Bei den Neuwahlen am 22. Januar 2003 erhielt die Liste Pim Fortuyn nur noch 8 Sitze.

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  • Listendrücker (nl. Lijstduwer)

    Jene Personen, die ganz am Ende einer Kandidatenliste einer Wahl stehen, werden in den Niederlanden inoffiziell als „Listendrücker“ bezeichnet. Diese Position nehmen sehr oft bekannte Niederländer oder Altpolitiker ein, die selbst nicht gewählt werden wollen, sondern mit Ihrer Bekanntheit zur Wahl der Partei anregen sollen. So nahm der Rechtspolitiker Geert Wilders für die von ihm errichtete Partei PVV bei den Europawahlen 2009 beispielsweise die letzte Position auf der Liste ein, obwohl er selbst nicht vorhatte, in das Europaparlament einzuziehen. Nicht alle Parteien und Listen machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Am Anfang jeder Liste stehen die Spitzenkandidaten.

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  • Listenverbindung (nl. Lijstverbinding)

    Das niederländische Wahlrecht gewährt kleinen Parteien die Möglichkeit, ihre Chancen zur Erreichung eines Sitzes im Parlament zu erhöhen, indem sie sich zu gemeinsamen Listen zusammenschließen. Bei der Verteilung der Sitze im Anschluss an die Wahl werden diese Parteien als eine Partei angesehen und behandelt. Durch den Zusammenschluss sind kleinere Parteien somit in der Lage, mehr Restsitze zu erlangen als ohne die Verbindung. Von dieser Möglichkeit machen vor allem solche Parteien Gebrauch, die mehr oder weniger sowieso miteinander verwandt sind. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2003 erhofften sich vier Parteien, durch den Zusammenschluss zu zwei Bündnissen (SGP/ChristenUnie und SP/GroenLinks) einen Vorteil, welcher sich nach der Wahl allerdings nicht bestätigen konnte.

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  • LLiNK

    Niederländische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die am 21. Juni 2005 gegründet worden war und ihre Aktivitäten im August 2010 einstellen musste. LLiNK hatte ursprünglich den Anspruch, vor allem gesellschaftlich relevante Themen aus den Bereichen Ökonomie und Ökologie im Rahmen seiner Programmgestaltung zu beleuchten. Allerdings erhielt die Rundfunkanstalt nach dem Ablauf der Konzessionsperiode 2005-2010 keine Sendeerlaubnis mehr, weil sie laut des Urteils des Commissariaats voor de Media (CvdM) zum einen keinen inhaltlichen Mehrwert zum bestehenden Rundfunksystem hinzugefügt habe und sich zum anderen in gravierenden Finanznöten befand.

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  • Lokaler Rundfunk (nl. Lokale omroep)

    In den Niederlanden gibt es ungefähr 300 lokale Rundfunkanstalten. Die lokalen Radio- und TV-Sender produzieren gemäß ihrer gesetzlich festgelegten Aufgabe Sendungen, die für ihre jeweilige Gemeinde bestimmt sind. Die Länge der Sendezeit ist dabei unterschiedlich, da sie von der finanziellen Ausstattung abhängt, welche die lokalen Rundfunkanstalten von ihrer Gemeinde erhalten. Die Gemeinden müssen seit 2010 die lokalen Rundfunkanstalten finanzieren. Das Commissariaat voor de Media (CvdM) achtet darauf, dass die Lokalpolitik dieser Aufgabe auch in der Praxis im vorgesehenen Maße nachkommt.

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