Niederlande-Lexikon



Hier finden Sie ein ausführliches Lexikon zu wichtigen Begriffen zu den Niederlanden. Durch folgende Angaben können Sie die angezeigte Auswahl anpassen:

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Name (D)    Name (NL)    Erklärung


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  • Demissionär (nl. Demissionair)

    Nach nationalen Wahlen zur Zweiten Kammer oder nach Kabinettskrisen bekommt das Kabinett den Status „demissionair“ zugewiesen, was so viel wie eine Art Übergangs- oder Schwebezustand bedeutet. Dieser Status tritt dann ein, wenn ein Kabinett beim Staatsoberhaupt – also bei der Königin oder dem König – seinen Rücktritt eingereicht hat. Bis zum Antritt eines neuen Kabinetts oder dem Ende der Kabinettskrise bleiben die Minister und Staatssekretäre mit dem Status „demissionair“ auf ihren Posten, um die laufende Arbeit fortzuführen. Nach Gewohnheitsrecht werden während dieser Übergangsperiode keine umstrittenen Projekte von der Regierung verabschiedet. Neben dem gesamten Kabinett kann auch ein einzelner Minister den Status „demissionair“ erlangen, sobald er nicht mehr über das Vertrauen einer Mehrheit der Zweiten Kammer verfügt und sodann seinen Rücktritt beim Staatsoberhaupt einreicht.

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  • Democraten 66 (D66)

    Auf den vorangegangenen Seiten wurde bereits darauf hingewiesen, dass in den Niederlanden ab den 1950er Jahren neue Themen auf die politische Ordnung gelangten und demokratische Reformen gefordert wurden. Die D66 ist die Partei, die seit ihrer Gründung die Realisierung entsprechender Schritte in das Zentrum ihrer Aktivitäten stellt. Das Hauptanliegen der Partei liegt dabei seit ihrer Gründung in der demokratischen Erneuerung der Niederlande. Auch wenn die Parteigründer eine ideologische Ausrichtung zunächst bewusst ablehnten, kann die D66, die in den vier Jahrzehnten seit ihrer Gründung auf eine äußerst wechselvolle Geschichte zurückblickt und aktuell etwa 18.500 Mitglieder hat, heute als linksliberal bzw. progressiv-liberal charakterisiert werden. Die Partei ist, obwohl sie im Lauf ihrer Geschichte mehrere tiefe Krisen zu durchschreiten hatte, seit nunmehr über vierzig Jahren im Parlament vertreten. Sie war in den letzten Jahren wiederholt, unter anderem in den beiden Kabinetten Kok (1994-2002) und im Kabinett Balkenende II (2003-2006), an der Regierungsarbeit beteiligt. Bei der Wahl 2006 erzielte sie mit einem Stimmanteil von 2,0 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Parteigeschichte, seither hat die Partei jedoch wieder deutlich an Zustimmung gewinnen können. 2010 errang sie 6,9 Prozent und bei der Wahl 2012 konnte sie noch einmal zulegen und ist seitdem mit 12 Sitzen (8,3 %) in der Zweiten Kammer vertreten.

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  • Democratisch Politiek Keerpunt (DPK)

    Der DPK ist aus der Zusammenfügung von Trots op Nederland (Trots) und der Onanfhankelijke Burger Partij (OBP) entstanden. Hero Brinkman gründete die OBP, nachdem er aus Unzufriedenheit über fehlende innerparteiliche Demokratie in der PVV die Fraktion im März 2012 verlassen hatte. Die Zusammenarbeit der beiden genannten Parteien im DPK wurde 2012 verkündet. Daran anschließend nahm die Partei auch an den Wahlen zur Zweiten Kammer teil, erreichte allerdings nicht genug Stimmen für ein Mandat. Wichtige Programmpunkte sind eine strengere Immigrations- und Integrations- sowie Sicherheitspolitik sowie eine Reduzierung von Verwaltungsebenen, Beamten und Behörden. Nach der für die Partei erfolglosen Wahl 2012, beschloss Trots sich wieder vom DPK zu lösen und erneut selbständig zu agieren.

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  • Deputiertenstaaten (nl. Gedeputeerde Staten)

    Das Kollegium der Deputiertenstaaten bildet die Exekutive der Provinzen. Diese Deputierten werden nach dem Provinzialgesetz von den Provinzialstaaten der Provinz für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt. Dabei dürfen sie seit der Provinzialreform 2003 nicht gleichzeitig Mitglied der Provinzialstaaten sein. Da über die Zusammensetzung im Provinzialgesetz hingegen nichts geschrieben steht, wird das Kollegium in der Praxis somit entsprechend dem Parteienproporz zusammengestellt. Die Anzahl der Deputierten hängt von der Einwohnerzahl ab und variiert demnach per Provinz. In der kleinsten Provinz Flevoland gibt es vier Deputierte, in den meisten anderen sechs oder sieben. Den Vorsitz über die Deputiertenstaaten nimmt der Kommissar der Königin wahr. Innerhalb des Kollegiums besteht eine Ressortaufteilung, bei dem Jeder Deputierte eine Reihe von Aufgaben wahrnimmt. Beispiele für Tätigkeitsfelder sind Raumordnung, Verkehr, Transport, Umwelt, Gesundheit oder Kultur. Die Deputierten vertreten ihre Ressorts im Namen der Deputiertenstaaten vor den Provinzialstaaten und der Öffentlichkeit. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Vorbereitung und Ausführung von Beschlüssen der Provinzialstaaten. Außerdem führen sie eine große Anzahl der nationalen Regelungen aus und überwachen deren Einhaltung. Ein Beispiel hierfür ist die Kontrolle der Gemeindehaushalte. Deputierte haben zudem planende und koordinierende Aufgaben innerhalb ihrer Ressorts inne. Alle Deputierten müssen sich gegenüber den Provinzialstaaten verantworten und diese vollständig über ihr Ressort informieren. Sollte diese Informationspflicht dem öffentlichen Interesse widersprechen, können die Deputierten die Auskunft verweigern. Verweigert ein Deputierter die Auskunft über einen Sachverhalt und entspricht diese Weigerung nicht dem öffentlichen Interesse, so kann er von den Provinzialstaaten entlassen werden.

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  • Der Grüne Amsterdammer (nl. De Groene Amsterdammer)

    Gegründet 1877 als De Amsterdammer. Bei diesem Titel, oft auch mit De Groene abgekürzt, handelt es sich um ein unabhängiges, politisch vorwiegend links ausgerichtetes Wochenmagazin (Auflage 2013: 19.757 laut HOI), das sich im Besitz der NV Weekblad De Groene Amsterdammer befindet. Es ist das älteste politische Meinungsblatt der Niederlande. Chefredakteurin ist Xandra Schutte. Zu den bekanntesten Kolumnisten zählt gegenwärtig H.J.A. Hofland, der im Jahre 1999 von seinen Berufskollegen zum „Journalisten des Jahrhunderts“ ausgerufen worden ist. Während der deutschen Besatzung erschien De Groene Amsterdammer lediglich zwischen Juni und Oktober 1940. Die Zeitschrift beschäftigte sich in diesen Monaten vor dem Hintergrund der vorherrschenden Zensur nicht mehr mit politischen, sondern nur noch mit kulturellen und wissenschaftlichen Themen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand zeitweilig eine Fusion mit dem anderen linken Meinungsblatt Vrij Nederland zur Debatte.

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  • Der Telegraf (nl. De Telegraaf)

    Gegründet 1893. Bei diesem Titel handelt es sich um die auflagenstärkste Tageszeitung der Niederlande (Auflage Inland 2013: 528.044 laut NDP Nieuwsmedia). Eigentümer ist die Telegraaf Media Groep. Chefredakteur dieser boulevardesk angehauchten, vorwiegend liberalkonservativ ausgerichteten Tageszeitung ist Sjuul Paradijs. Ein bekannter politischer Kommentator des Blattes ist gegenwärtig Rob Hoogland mit seiner Kolumne Kringen. Im Ersten Weltkrieg sympathisierte De Telegraaf mit England, Frankreich und Russland. Während des Zweiten Weltkrieges publizierte die Zeitung – im Gegensatz zu anderen niederländischen Blättern – unter  dem Druck der deutschen Besatzer anti-jüdische Artikel und Kriegsberichte von SS-Mitgliedern. Dies führte dazu, dass De Telegraaf nach der Befreiung zeitweilig verboten wurde. Danach entwickelte sich das Blatt jedoch wieder rasch zur auflagenstärksten Tageszeitung des Landes.

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  • Der Zauberspiegel (nl. De Toverspiegel )

    Bei diesem anderthalbstündigen Fernsehspiel (ausgestrahlt am 2. Oktober 1951) handelt es sich um das erste reguläre Programm, das im niederländischen Fernsehen ausgestrahlt worden ist. De Toverspiegel wurde von zwei kürzeren Reportagen, unter anderem über die Geschichte des Fernsehens, eingeleitet. Experimentelle Fernseh-Sendungen hatten bereits in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts stattgefunden.

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  • Dezentralisierter Einheitsstaat (nl. Gedecentraliseerde eenheidsstaat)

    Die Niederlande bilden einen dezentral organisierten Einheitsstaat, welcher in mehrere Verwaltungsbezirke, die Provinzen, aufgeteilt ist. Sie sind als Körperschaften mit eigenen Volksvertretungen zu verstehen, die vom Einheitsstaat eingerichtet wurden und seiner Rechtsaufsicht unterliegen. Die zentrale Regierung hat ihre Befugnisse in den Niederlanden somit teilweise auf die unteren regionalen Ebenen abgetreten – sie ist jedoch befugt, diese zu jedem Zeitpunkt wieder aufzuheben. Die Provinzen sind dabei für die Raumordnung und das Gesundheitswesen innerhalb der vom Staat errichteten Grenzen verantwortlich. Auch kontrollieren sie die Finanzpolitik der unterschiedlichen Gemeinden und die Waterschappen. Die exekutive Macht auf der regionalen Ebene wird vom Kommissar der Königin oder des Königs und den Deputiertenstaaten gebildet. Auf lokaler Ebene sind die Gemeinden und Waterschappen für die Politik verantwortlich. Sie sind zuständig für Bildung, Raumordnung und soziale Sicherheit. Die exekutive Macht wird hier vom Kollegium des Bürgermeisters und der Beigeordneten gebildet.

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  • Die Große Organspende-Show (nl. De Grote Donorshow)

    Reality-Show, produziert von der Firma Endemol und ausgestrahlt am 1. Juni 2007 (BNN – s. VARA/BNN –, damals Nederland 3). Die 80-minütige Sendung wurde von Patrick Lodiers moderiert. Im Mittelpunkt der Sendung standen drei Nierenpatienten, die sich um eine Spenderniere „bewarben“. Dieses Organ sollte von der totkranken Lisa stammen, die an einem Hirntumor litt und sich dazu entschieden hatte, noch zu Lebzeiten eine ihrer gesunden Nieren abzugeben. Im Studio stand sie vor der Aufgabe, sich für einen der drei Kandidaten zu entscheiden, die es in die Endrunde geschafft hatten. Das Publikum konnte sie dabei unter anderem per SMS beraten. Es stellte sich letztendlich heraus, dass die gesamte Sendung inszeniert war, um mehr Aufmerksamkeit für den Mangel an Spenderorganen zu erreichen. Die Nierenpatienten waren zwar echt, Lisa jedoch eine Schauspielerin und gesund. BNN lag das Thema laut eigener Aussage besonders am Herzen, weil der Gründer dieser èöffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, Bart de Graaff (1967-2002), an Nierenversagen verstorben war. Die Auflösung der TV-Show, die gut 1,2 Millionen Menschen live verfolgten, wurde zum TV-Moment des Jahres 2007 gewählt. De Grote Donorshow erhielt darüber hinaus im November 2008 den renommierten US-amerikanischen Fernsehpreis Emmy.

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  • Die Pressegruppe Niederlande (nl. De Persgroep Nederland)

    Gehört zu 58,5% dem belgischen Medienkonzern De Persgroep. De Persgroep ist unter anderem Mehrheitseigner (jeweils 58,5%) der niederländischen Tageszeitungen de Volkskrant, Trouw, Algemeen Dagblad (AD) sowie Het Parool (62,8%). Darüber hinaus gehört De Persgroep der Radiosender Q-Music (100%, alle Daten Stand: 31. Dezember 2013).

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