Das WirtschaftsSystem


VII. Deutsch-niederländische Handelsbeziehungen


Die Niederlande und Deutschland unterhalten reiche Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, die sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich intensiviert haben. Es gibt einen umfassenden Austausch von Waren, Gütern, Dienstleistungen, Personen und Investitionen. Auf sehr hohem Niveau. Schon 2001 erreichte das Handelsvolumen der beiden Nachbarstaaten nach Angaben des Statistik Büros CBS über 100 Milliarden Euro. Und das war schon im internationalen Vergleich Spitze. Im Jahr 2006 wurden deutlich mehr Waren und Dienstleistungen ausgetauscht. Das Handelsvolumen betrug 134 Milliarden Euro und ist damit das weltweit Größte zwischen zwei Ländern.

2006 empfingen die Niederlande Güter im Wert von 55,5 Milliarden Euro von der Bundesrepublik, das ist mehr als doppelt so viel wie Großbritannien oder Frankreich. Die deutschen Güterimporte stiegen 2006 um 16,7 Prozent. Nach Deutschland exportierten die  Niederlande 2006 Güter im Wert von 78,9 Milliarden Euro, ein Wachstum von 17,9 Prozent.

Deutschland wichtigster Handelspartner

Deutschland ist für die Niederlande der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Die Niederländer setzen in Deutschland zwei Mal so viel ab wie in Frankreich oder Großbritannien. Vor allem Erdölprodukte, Erdgas und Computer werden nach Deutschland eingeführt. Auch landwirtschaftliche Produkte wie Tierfutter, Gartenbauartikel, Kakao und natürlich Käse und Tomaten werden nach Deutschland exportiert – im Jahr 2006 für insgesamt 7,4 Milliarden Euro.

Importiert werden vor allem Metall- und Chemieerzeugnisse. Und natürlich Autos: Volkswagen, BMW, Mercedes. Für die Deutschen sind die Handelsbeziehungen wichtig, aber nicht dominant. Auf der Exportrangliste liegen die Niederlande auf dem fünften Platz. Allerdings importieren die Deutschen nur von Frankreich noch mehr Güter, selbst die USA importieren weniger.
Die deutsch-niederländischen Handelsbeziehungen ergänzen sich also: Während die Niederländer eine starke Stellung bei der Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten und Energie haben, liefern die Deutschen vor allem industrielle Fabrikate.

Gut 40 Prozent der niederländischen Exporte gehen nach Nordrhein-Westfalen, das zu den Niederlanden ein sehr enges Verhältnis pflegt. Die Orientierung Richtung NRW liegt auf der Hand: die geografisch dichte Lage, der Rhein als wichtige Handelsstraße und der Hafen Rotterdam als wichtiger Umschlagplatz für Güter aus dem und für das Ruhrgebiet.

Austausch zwischen den Ländern

In den Niederlanden haben sich mehr als 1500 deutsche Firmen angesiedelt. Vor allem im Bereich der Biotechnologie scheinen die Niederlande ein interessantes Land zu sein. Niederländer unterhalten in Deutschland knapp 2000 Unternehmen. Die Direktinvestitionen niederländischer Unternehmen in Deutschland gingen deutlich zurück. Sie umfassten 2002 nur noch 16 Milliarden Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch über 33 Milliarden Euro. Wesentlich mehr wird in den Vereinigten Staaten (72 Mrd.), Belgien (41 Mrd.)  und Großbritannien (30 Mrd.) investiert. Deutsche Investitionen haben für die Niederlande eine größere Bedeutung: Sie betrugen 2002 über 47 Milliarden Euro. Eine Zunahme von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Austausch von Personen ist zwischen den Niederlanden und Deutschland kein europäischer Traum mehr, sondern Wirklichkeit. Durch die hohe Arbeitslosigkeit suchten Deutsche ihr Glück in den Niederlanden. Die Zahl der Arbeitsimmigranten hat stark zugenommen: 1990 waren 1450 in Deutschland wohnende Personen in den Niederlanden beschäftigt, 2006 waren es über 15.000.

Aber auch viele Niederländer arbeiten in Deutschland. 2006 waren es  9000. Täglich pendeln 25.000 Menschen über die Grenze.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt: Januar 2009


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