Landwirtschaft in den Niederlanden


I. Landwirtschaft: Wirtschaftsfaktor oder Umweltbelastung?

Die Landwirtschaft stellt für die Niederlande einen besonders wichtigen Arbeitszweig dar. Und dies schon seit sehr langer Zeit. Eine ideologische und strategische Bedeutung, wie es in Deutschland früher der Fall war, hat sie in den Niederlanden jedoch nie gehabt. Immer wurde die wirtschaftliche Bedeutung betont: der Bauer war jedoch nie “die Lebensquelle der Nation” und wurde fast nie zur Wahrung der nationalen Identität missbraucht. Zudem wurde die niederländische Landwirtschaft nur in wirklichen Notzeiten zur Sicherung der nationalen Selbstversorgung eingesetzt, was bei der großen Bevölkerungsdichte des Landes recht auffallend ist. Die stark exportorientierte Landwirtschaft der Niederlande ist ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor. Heute machen landwirtschaftliche Produkte etwa 20% des Gesamtwertes des niederländischen Exportvolumens aus. Nach den USA sind die Niederlande zweitwichtigster Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in der Welt. Wichtige Exportprodukte sind Gartenbauprodukte (Gemüse, Kräuter, Schnittblumen, Topfpflanzen) und Produkte der Viehzucht (Milch, Molkereierzeugnisse, Fleisch, Schinken, Eier). Rund 60% des Exportwertes wird nach Deutschland exportiert. Selbstverständlich werden in die dichtbesiedelten Niederlande auch viele landwirtschaftliche Produkte importiert. Sie betragen insgesamt jedoch nur etwa 10% des Gesamtwerts an Importprodukten und bestehen insbesondere aus Getreide und Futtermittel für die intensive Viehwirtschaft.

Die starke Exportorientierung der niederländischen Landwirtschaft wird durch mehrere Faktoren ermöglicht. Aufgrund der schon seit langem existierenden Marktabhängigkeit der niederländischen Landwirtschaft haben die Landwirte einen optimalen Einsatz von Produktionsfaktoren angestrebt. Die Zahl an Arbeitskräften ist deswegen im Vergleich zu vergleichbaren Betrieben in Deutschland sehr gering, aber auch der Besitz von Maschinen ist meistens geringer, vieles wird von Lohnarbeitsbetrieben durchgeführt. Ein Lohnarbeitsbetrieb ist meistens ebenfalls ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Besitz vieler Maschinen. Auf Vertragsbasis werden von diesen Lohnarbeitern Arbeiten für Landwirte, wie z.B. Säh-, Pflug- oder Erntearbeiten ausgeführt. Die dafür benötigten Maschinen braucht der entsprechende Landwirt nicht selber zu beschaffen. Die Produktivität der niederländischen Landwirtschaft ist dementsprechend hoch, die Abhängigkeit von Partnern im Vergleich zu deutschen Betrieben groß.

Autor: Jan Smit
Erstellt:
Januar 2004


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