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Gerard Leonard Frederik Philips

* Zaltbommel, 9. Oktober 1858 - † Den Haag, 26. Januar 1942 - Maschinenbauingenieur, Gründer der Philips Glühbirnenfabrik Eindhoven NV, dem heutigen Philips Konzern

Gerard Leonard Frederik Philips
Gerard Leonard Frederik Philips, Quelle: NA (119-0213)

Gerard Philips wird am 9. Oktober 1858 als Sohn des Unternehmers und Bankiers Benjamin Frederik Philips und Maria Elizabeth Heijligers in Zaltbommel geboren. Philips besucht zunächst dort, später in Arnhem die Hogere Burgerschool. Dieser Besuch ermöglicht ihm 1876 den Zugang zur Polytechnische School zu Delft, der heutigen TU Delft. Zunächst schreibt er sich für den Studiengang „Civiel- en bouwkundig ingenieur“ ein, wechselt später aber in den Bereich Maschinenbau, in dem er 1883 sein Diplom als Maschinenbauingenieur erhält. Danach arbeitet Philips in Vlissingen bei der „Koninklijke Maatschappij de Schelde“. Ab 1885 qualifiziert er sich bei einer Werft in Glasgow, dem damalig weltweiten Schiffbauzentrum, im Bereich Schiffsingenieurwesen weiter.

In dieser Zeit entwickelt sich auch sein zunehmendes Interesse für die Elektrotechnik. Philips besucht daraufhin das „Glasgow College of Science and Arts“ und absolviert bei Prof. A. Jamieson den Lehrgang „Electric lighting and transmission of power“. Schnell wird sein Talent erkannt und ihm eine Stelle in der „Forschungsgruppe 1886-1887“ des Natural Philosophy Department unter der Leitung des renommierten Naturwissenschaftlers Sir William Thomson angeboten. Philips wird 1887 für sein Prädikatsexamen mit der Silbernen Medaille ausgezeichnet – der Auszeichnung für die höchste Punktzahl. Im selben Jahr wird Philips bei der angloamerikanischen Brush Electric Light Corporation Lt. in London angestellt, zu dem Zeitpunkt das größte Unternehmen für elektrische Beleuchtung. Während dieser Zeit wächst bei Gerard Philips die Idee heran, eine Glühbirnenfabrik in den Niederlanden aufzubauen.

Nach Projekten für Brush und der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) in Berlin, gründet er 1891 zusammen mit seinem Vater einen Betrieb zur Herstellung von Glühbirnen – die Firma Philips & Co war geboren. Zwischen 1895 und 1905 kann Philips die Produktion von 400.000 auf 4 Millionen Lampen pro Jahr erhöhen und sollte schnell hinter AEG und Siemens & Halske zum drittgrößten Glühbirnenfabrikanten Europas aufsteigen. Es folgen Ausgründungen im Bereich Metalldrahtlampen, welche von Philips Bruder Anton Frederik geleitet werden und die Produktion der Kohledrahtlampen bald verdrängen werden.

Die Brüder Philips bauen das Unternehmen 1912 durch Zusammenlegen der Konzernaktivitäten zu einem modernen Großbetrieb mit Massenproduktion aus – einem Betrieb mit über 5500 Mitarbeitern. Expansionen ins Ausland sollten in den Folgejahren die Position des Unternehmens ausbauen. Gerard Philips erkennt schnell die signifikante Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Produktion und Absatz, was ab 1908 zur Errichtung diverser Labors und Forschungseinrichtungen führt. Betriebliche Wohnungsbauprogramme werden von Philips ebenso forciert, wie betriebliche Schulungsmaßnahmen. Und so unterrichtet Gerard Philips seine Lehrlinge anfangs noch persönlich in naturwissenschaftlichen Fächern und tüfteln die Lehrlinge teilweise bis in die Abendstunden an den Aufgaben, die ihnen „mijnheer Gerard“ aufgegeben hat.

Am 8. Januar 1917 wird Philips von der Technischen Hochschule Delft die Ehrendoktorwürde verliehen. Ein Jahr später wird sein Konzern seinen ersten Röntgenapparat vorstellen. 1928 erhält Philips für den Ausbau des einstigen mittelständigen Unternehmens zum Weltkonzern zudem die Ehrendoktorwürde in Handelswissenschaften von der Erasmus Universität Rotterdam. Philips bleibt ein bodenständiger, spendabler Mann, der es Zeit seines Lebens vermeidet, sich in den Vordergrund zu drängen.

Nach Aufgabe des Direktorpostens verbringt Philips seine Zeit mit Reisen und lebt bis zu seinem Tod in Den Haag. Hier kann er sich noch mehr auf seine Rolle als Stifter wissenschaftlicher und sozialer Einrichtungen konzentrieren, vor allem im Rahmen des bereits 1916 gegründeten Philips-van der Willigen Fonds. Gerard Philips stirbt 1942 in Den Haag. Der Philips-Konzern zählt heute zu den weltgrößten Elektronikherstellern und beschäftigte 2004 rund 160.900 Mitarbeiter in über 60 Ländern.

Autor: Boris Krause
Erstellt: November 2006


Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Wirtschaft finden Sie unter Bibliographie

Charité, J. (Hrsg.): Gerard Leonard Frederik Philips, in: Biografisch Woordenboek van Nederland (BWN). Deel III,'s Gravenhage 1989.

Blanken, I. J. : Geschiedenis van Philips Electronics N.V. De ontwikkeling van de N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken tot elektronisch concern, Leiden 1992.

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