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Alfred „Freddy“ Heineken

* Amsterdam, 4. November 1923 - † Noordwijk, 3. Januar 2002 - Unternehmer und Bierbrauer

Heineken
Alfred Freddy Heineken, Quelle: Ronald Hoeben

„Ich verkaufe kein Bier, ich verkaufe 'gezelligheid’“ sagte Alfred (Freddy) Heineken (1923-2002) einst über sich selbst. Mit Erfolg: Unter seiner Leitung entwickelte sich die Amsterdamer Brauerei seines Großvaters zu einem der größten Bierproduzenten der Welt. Auch die Familie machte mit dem Erfolg des Unternehmens kein schlechtes Geschäft: Die Heinekens gehören zu den fünf reichsten Familien der Niederlande. Alfred Heineken war ein gern gesehener Gast der niederländischen Society und ein persönlicher Freund von Königin Beatrix und ihrem Vater Prinz Bernhard. 1983 wurde Heineken zusammen mit seinem Chauffeur Opfer einer gewalttätigen Entführung, um die viel Aufhebens in den niederländischen Medien gemacht wurde.

Heineken stammte aus einer Brauereifamilie. Mit seinem Nachnamen war er nach eigener Aussage sehr zufrieden: der Name Heineken habe einen deutschen Klang, der an die Biertradition in Deutschland erinnere. Nachdem Heineken die Leitung des Familienbetriebes übernommen hatte, begann er mit dem erfolgreichen Ausbau seines Betriebes. Nicht zuletzt durch kluge Werbekampagnen, an denen Heineken selbst intensiv beteiligt war, entwickelte sich die Brauerei zum Marktführer in den Niederlanden. Der berühmte Werbeslogan „Heerlijk Helder Heineken“ („Herrlich Helles Heineken“) soll von Heineken selbst erfunden worden sein. „Wenn ich kein Bierbrauer geworden wäre, wäre ich in die Werbebranche gegangen“, sagte er während eines Interviews. Mit Erfolg expandierte Heineken weltweit. In Amerika schaffte es das Unternehmen, den Marktanteil der durch den Krieg stark getroffenen deutschen Bierindustrie großteils zu übernehmen.

Heineken war mit dem niederländischen Königshaus befreundet. Königin Beatrix, Prinz Claus und ihre Kinder waren mehrmals in einer seiner Villen zu Gast. Auch beim monegassischen Prinzenpaar Rainier und Gracia (Grace Kelly) war er ein gern gesehener Gast. Heineken setzte sein Vermögen für außergewöhnliche Initiativen ein, wie die Filmproduktion und die Einführung des Dr. A.H. Heinekenpreises, der von der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften an niederländische Wissenschaftler und Künstler verliehen wird.

1983 wurde Heineken zusammen mit seinem Chauffeur Ab Doder entführt, als er sich abends auf dem Rückweg von seinem Amsterdamer Büro zu seiner Villa in den Dünen bei Noordwijk befand. Die Entführer, angeführt von Cor van Hout und Willem Holleeder, hatte die Operation gut vorbereitet und einen alten Schuppen zu einem Zellenkomplex umgebaut. Wochenlang wurden Heineken und Doderer in diesem festgehalten, bis die Polizei den Entführern durch einen Hinweis auf die Spur kam. Ein Lösegeld von mehr als 20 Millionen Gulden (9,1 Millionen Euro) war zu diesem Zeitpunkt bereits gezahlt. Der Großteil des Betrags wurde später in einem Waldgebiet bei Zeist (Provinz Utrecht) wiedergefunden. Bis heute gehört die Entführung Heinekens zu den Aufsehen erregendsten Straftaten in der niederländischen Geschichte. Die Entführer wurden gefasst und verurteilt. Cor van Hout blickte in einem Buch des auf Kriminalfälle spezialisierten Fernsehreporters Peter R. De Vries  auf die Entführung zurück und äußerte sich darin besonders lobend über Heineken: „Der Mann hatte echt Charakter, er war eine Art Psychologe.“

Alfred Heineken starb 2002. Die Leitung des Unternehmens hatte er bereits einige Jahre zuvor an seine Tochter übertragen. Er legte viel Wert darauf, dass der Betrieb in den Händen der Familie blieb. Auf die Frage eines Journalisten zu einer möglichen Übernahme reagierte Heineken wie so oft mit einem zynischen Witz: „Sie müssen mich erst erschlagen.“

Autor: Lennert Savenije
Erstellt: Dezember 2008


Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Wirtschaft finden Sie unter Bibliographie

Smit, B.: Heineken. Een leven in de brouwerij, Nijmegen 1997.

Links

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Offizielle Homepage der Brauerei Heineken


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