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Shell (Royal Dutch Shell plc)

Sitz: Den Haag/London- Gründung: 1907 - Energieunternehmen

Wenn man über Erdöl, Gas, Benzin und Windkraft spricht, kommt man schnell auf den Konzern Shell. Shell, das ist eigentlich eine Fusion der beiden Muttergesellschaften „Königliche Niederländische Petroleum Gesellschaft“ und der britischen „The Shell Transport and Trading Company“.  Seit 1907 sind diese beiden Unternehmen fest verbunden. Und in den Niederlanden hießen sie bis 2005 De Koninklijke/Shell – seitdem werden sie an den Börsen als Royal Dutch Shell gehandelt und gelten juristisch als ein britisches Unternehmen.

Shell ist auf allen fünf Gebieten der Energiegewinnung ein „großer Fisch im kleinen Teich“: Ob Erdölproduktion, Chemie, Gas und Elektronik, in der Erforschung von neuen Rohstoffen oder in erneuerbaren Energien: Shell gehört stets zu den größten Unternehmen und ist daher auch ein wichtiger Faktor für die gesamte niederländische Volkswirtschaft. In den Niederlanden arbeiteten im Jahr 2006 über 10.000 Menschen für Shell, das entspricht einem Zehntel aller Shell-Mitarbeiter weltweit. Das Unternehmen ist in 130 Ländern aktiv.

In Holland werden durchschnittlich 15 Prozent des Gesamtresultats der Shell Gruppe erwirtschaftet. Das Unternehmen ist juristisch in 300 Unternehmen aufgeteilt und partizipiert in vier Joint Ventures: NAM, Ellba, GasTerra und NoordzeeWind. Shell unterhält in Pernis eine Raffinerie und Chemiefabriken, es fördert weltweit 3,5 Millionen Fass Erdöl pro Tag und unterhält mit 45.000 Tankstellen das weltweit größte Netz.

Rekordgewinne 2006

De Royal Dutch Shell buchte im Jahr 2006 einen Rekordgewinn in Höhe von 26,3 Milliarden Dollar, eine Steigerung von 28 Prozent. Der niederländisch-britische Konzern profitierte von höheren Öl- und Gaspreisen und verbesserten Margen im Raffineriesektor. Shell-Vorstand Jeroen van der Veer freut sich im Jahresbericht über einen 68-prozentigen Gewinn im Gas- und Stromgeschäft: insgesamt 2,7 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Jahren hat sich das Marktgeschehen für Shell zugespitzt. Jeroen van der Veer versichert zwar, dass es noch genügend Erdölreserven auf der Welt gebe, aber es werde immer schwieriger diese anzuzapfen. „Investitionen im Ölgeschäft sind schwierig. Sie kosten viel Zeit und Geld“, sagte er in einem Interview mit der Volkskrant. Shell gibt jährlich 20 bis 30 Milliarden Dollar für neue Investitionen aus. Zwischen 2005 und 2007 sind die Projektkosten für neue Erdölfelder um 65 Prozent gestiegen – vor allem durch höhere Preise für Stahl, Kupfer und Arbeitskosten.

In den kommenden Jahren werden vor allem die Kosten der Erdölproduktion eine wichtige Rolle spielen, die Steuersysteme in den jeweiligen Förderländern und die Umweltauflagen. Diese drei Faktoren treiben den Preis in die Höhe. Als van der Veer in den 90er Jahren seinen Job antrat, kostete das Fass Öl noch zehn Dollar. Anfang 2008 kletterten die Preise auf über 100 Dollar.

Shell wird regelmäßig kritisiert, zu wenig Geld in umweltschonende Energieträger zu investieren und gleichzeitig Milliardenbeträge ins Ölgeschäft. Van der Veer relativiert: „Es geht bei der Entwicklung von neuen Energieträgern nicht um die großen Beträge, sondern um die richtigen „brains“, die umweltfreundliche Energien billiger machen.“ Selbst bei hohen Marktpreisen seien die alternativen Energieträger wie Wind, Sonne oder Wasser noch nicht wettbewerbsfähig.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt: Januar 2008


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