Wirtschaft - Organisationen A-Z



Philips (Royal Philips Electronics N.V.)

Sitz: Amsterdam - Gründung: 1891 - Elektrotechnikunternehmen

Philips - Herstellung der ersten Radioapparate
Philips - Herstellung der ersten Radioapparate, Quelle: NA (053-0741)

Philips ist der größte Elektronikkonzern in den Niederlanden und einer der Größten weltweit. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in den Bereichen Beleuchtung, elektrische Rasierer, optische Speichermedien und LCDs. 1891 wurde Philips als Lampenfabrik in Eindhoven gegründet. Der Hauptsitz befindet sich heute in Amsterdam.

Forschungsgigant in Eindhoven

Für Philips arbeiten rund 128.000 Menschen in mehr als 60 Ländern. Sie erzielten 2006 einen Jahresumsatz von rund 26,9 Mrd. Euro. Das sind fast vier Milliarden weniger als noch im Jahr 2003. Die Schwierigkeiten hängen vor allem mit der Flaute in der Telekommunikations- und Computerindustrie zusammen. Auch die betrieblichen Gewinne gingen mit 1,3 Milliarden Euro deutlich zurück. Im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro Gewinn.

Zu den wichtigsten Sektoren bei Philips zählen die Konsumentenelektronik (10,5 Mrd. Euro Umsatz 2006) mit Sitz in Amsterdam, Beleuchtungen (5,4 Mrd. Euro), die zum größten Teil in Eindhoven verwaltet werden, Haushaltsapparaturen (2,2 Milliarden) sowie die medizinischen Systeme (6,3 Mrd. Euro) in Best bei Eindhoven. Die elektronischen Halbleiter werden in Nimwegen hergestellt.

Massenprodukt Glühbirne

Philips unterhält viele Forschungs- und Entwicklungszentren auf der Welt. Zu den Wichtigsten gehört das Philips Research in Eindhoven – eines der größten Forschungszentren weltweit. Philips hat in seiner langjährigen Geschichte unzählige Innovationen getätigt. Die Glühbirne gilt immer noch als das Massenprodukt von Philips. Aber auch das Grammofon, das Radio, der Fernseher, der elektrische Rasierer, CD-Player, der DVD-Rekorder und eine breite Palette der optischen Speichermedien zählen dazu.

Philips hat seine Kosten enorm reduziert. Unter den Unternehmensvorsitzenden Cor Boonstra (1996 bis 2001) und Gerard Kleisterlee (seit 2001) wurde die Mitarbeiterzahl zwischen 1996 und 2006 mehr als halbiert: von 273.989 auf 128.000. So wurden im Laufe der Jahre 2001 und 2002 über 40.000 Arbeitsplätze gestrichen, vor allem in der Beleuchtungsindustrie und der Konsumentenelektronik. Aber damit nicht genug: Ende Juli 2003 wurde angekündigt, dass zusätzliche 400 Millionen Euro im Bereich der Konsumentenelektronik gespart werden müssen. Die Produktpalette von Philips ging von 1996 bis 2006 deutlich zurück. Philips konzentriert sich heute auf die Kerngeschäfte Licht (seit 1891), medizinische Systeme (erstes Röntgengerät 1918), Konsumentenelektronik (seit 1925) und Haushaltsapparaturen – in allen Geschäftsfeldern hat Philips eine lange historische Tradition.

Ziel: Marktführerschaft

In zehn Jahren wurde Philips quasi auf den Kopf gestellt. Dabei war der Konzern in den 70er Jahren noch viel größer, hatte 450.000 Mitarbeiter, die zwischen WC-Brillen und Supercomputer so ziemlich alles produzierten. Philips gehörte weltweit zu den 15 größten Unternehmen. Börsenanalysten unkten, dass der Vorstand von Philips schon selbst nicht mehr wisse in welchen Bereichen man eigentlich gut ist und in welchen nicht.

Mit Cor Boonstra änderte sich das radikal. Er schnitt alte Zöpfe ab und trimmte das Unternehmen auf Rendite und auf eine einfache Strategie: Marktführer werden in ausgewählten Segmenten. Philips schloss zwischen 2003 und 2007 50 Produktionsstätten. 2003 besaß der Elektrokonzern 150 Fabriken – fünf Jahre zuvor waren es noch 270. Von der großen Computerchip-Produktion hat man sich ganz getrennt und auch von der Produktion von Hightech-Maschinen.

Durch die vielen Verkäufe hat Philips eine üppige Kriegskasse aufgebaut. Im Dezember 2007 kündigte Gerard Kleisterlee gleich zwei milliardenschwere Übernahmen an: Philips bietet 1,8 Milliarden Euro für das amerikanische Unternehmen Genlyte und 3,6 Milliarden für das amerikanische Unternehmen Respironics. Es ist die finanziell größte Übernahme, die Philips je getätigt hat. Zudem hat Philips vor Weihnachten 2007 auch fünf Milliarden Euro an eigenen Aktien zurückgekauft. Mit der Übernahme der Firma Respironics wird Philips zum Marktführer für Gesundheitselektronik. Respironics stellt Beatmungsgeräte her und hat einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.

Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen
Im September 2014 kam es zu einem tiefen Einschnitt in der über 120-jährigen Unternehmensgeschichte von Philips. Der Elektronikkonzern beschloss die Verschmelzung der Sparten Gesundheitstechnik und Konsumelektronik sowie die Ausgliederung der Lichtsparte in eine eigene Gesellschaft. Beide Unternehmen werden zunächst unter dem Markennamen Philips weiterbestehen. Wie die Zukunft der Lichtsparte genau aussieht, soll erst 2015 entschieden werden. Die Lichtbranche steht, vor allem wegen des tiefgreifenden Wandels hin zu Leuchtdioden, schon seit Jahren unter enormem Kostendruck. Frans van Houten, der seit 2011 Vorstandschef von Philips ist, sagte bei einem Treffen mit Investoren und Analysten in London dazu: „Ich habe Respekt vor der Größe unserer Entscheidung, aber die Zeit ist gekommen, den nächsten strategischen Schritt zu gehen.“ Die neue Firmenstruktur soll 2015 und 2016 jeweils zusätzliche Einsparungen von 100 Millionen Euro sicherstellen.

Autor: Andreas Gebbink und Online-Redaktion
Erstellt: Januar 2008
Aktualisiert: September 2014


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Das Wirtschaftssystem

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Wirtschafts- und Finanzkrise

Informationen zur Ausstellung(seröffnung) im Haus der Niederlande (07. Mai – 28. Juni 2009): Das Philips-Kommando im Konzentrationslager Vught - Licht in der Finsternis Haus der Niederlande

Offizielle Homepage Philips

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Wirtschaft finden Sie unter Bibliographie


Impressum | Datenschutzhinweis | © 2018 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel: +49 251 83-28516 · Fax: +49 251 83-28520
E-Mail: