Wirtschaft - Organisationen A-Z



Hunkemöller

Gründung: 1886 - Lingeriefachhandel

Hunkemoeller
Hunkemöller-Werbung auf einem Lastwagen im Jahr 2008, Quelle: FaceMePLS/cc-by

Wie ein kleines Korsettgeschäft aus Amsterdam zum weltweit agierenden Lingeriespezialisten und Marktführer im Raum BeNeLux wurde. Die Geschichte der niederländischen Firma Hunkemöller liest sich wie ein Lehrstück für erfolgreiche Einzelhandelsexpansion.

1886 gründeten Wilhelm Hunkemöller und seine Frau Josephine Lexis ein Korsett- und Tournürengeschäft in Amsterdam. Hunkemöller Lexis fertigte in einer eigenen Fabrik und eröffnete Filialen in Amsterdam, Rotterdam und Utrecht. Freche Reime erklärten den Kundinnen die Vorzüge der Korsette: „Hunkemöller Lexis macht konkav was konvex ist.“

Anfang der 1970er Jahren entschloss sich die Firmenleitung, den Betrieb zu erneuern und sich einem größeren Unternehmen anzuschließen. 1974 übernahm die Vendex-Tochter Confendex B.V., eine Tochtergesellschaft von Vroom & Dreesman B.V., die Geschäftsführung. Inzwischen ist Vendex mit dem Koninklijke Bijenkorf Beheer zu Maxeda fusioniert.

1977 eröffnete die erste Filiale in Belgien, zehn Jahre später gab es den ersten Hunkemöller-Store in Deutschland. Inzwischen gibt es rund 600 Hunkemöller-Filialen in 15 Ländern mit insgesamt fast 3.500 Mitarbeitern. Selbst in Marokko, Ägypten, Israel und Saudi Arabien gibt es Hunkemöllerfilialen. Und die Expansion soll weitergehen. Laut Firmenbericht 2014 ist geplant, in den nächsten drei Jahren 300 weitere Filialen zu eröffnen.

„In den Benelux-Ländern sind wir Marktführer und befinden uns jetzt auf dem Wege, unsere Geschäfte auf ganz Europa und darüber hinaus auszubreiten“, heißt es auf der Internetpräsenz der Firma. In den nächsten drei Jahren wolle man sich auf Deutschland, Österreich und Schweden konzentrieren. In der nächsten Expansionsphase dann will man die (restlichen) skandinavischen und asiatischen Märkte erobern.

Hunkemöller bietet neben einer Sportlinie, eine junge Kollektion, eine alltagstaugliche Linie, sowie eine „sexy“ und eine „premium“ Sub-Marke an. Doch auch Bademode und Nachtwäsche gehören zum Sortiment. Das Korsett, das Produkt mit dem Hunkemöller groß wurde, ist hingegen verschwunden. Formkorrigierende Wäsche, sogenannte Shapeware, gibt es natürlich sehr wohl zu kaufen. 85 Prozent der Produkte werden nach Entwürfen des hauseigenen Design-Teams gefertigt. Nach eigenen Angaben fertigt Hunkemöller nach ethischen Grundsätzen, das heißt unter anderem werden die Produkte nicht in Kinderarbeit hergestellt, die Angestellten erhalten den landesüblichen Mindestlohn und Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften werden eingehalten.

Hunkemöller-TV-Spot mit Sylvie Meis, Quelle: YouTube

Die Preise für die Produkte bewegen sich zwischen 15 Euro für einen Bügel-BH der Jugendlinie und rund 50 Euro für ein Modell der exklusiven Noir-Linie (Stand: September 2014). Das kommt vor allem bei Mittzwanzigern an. Die Mehrheit der deutschen Kundschaft (45 Prozent) ist zwischen 20 und 29 Jahren alt. Bei der Werbung setzt die Firma momentan auf Sylvie Meis, niederländisches Model, Moderatorin und Ex-Gattin des Fußballspielers Raphael van der Vaart.

Autorin: Angelika Fliegner
Erstellt: September 2014


Links

Wichtige Wirtschafts-Links finden Sie unter Institutionen

Offizielle Homepage des Unternehmens Hunkemöller.de

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Wirtschaft finden Sie unter Bibliographie


Impressum | Datenschutzhinweis | © 2018 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel: +49 251 83-28516 · Fax: +49 251 83-28520
E-Mail: