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Koninklijke Ahold

Sitz: Amsterdam - Gründung: 1887 - Einzelhandel

Der Supermarktkonzern Koninklijke Ahold ist der größte  Handels- und Lebensmittelkonzern in den Niederlanden und gleichzeitig auch einer der größten der Welt. Ahold machte 2006 einen Umsatz von 44,9 Milliarden Euro und realisierte einen Gewinn von 1,3 Milliarden. In den Niederlanden besitzt Ahold die Supermarktketten Albert Heijn, C1000, Etos, Gall & Gall und Hypernova und unterhält 3480 Geschäfte. Auch auf dem amerikanischen Markt ist Ahold stark vertreten mit den Ketten Stop & Shop, Giant-Landover, Tops, Giant-Carlisle und Peapod. Von dem Tochterunternehmen U.S. Foodservice trennte man sich 2006.

Gefälschte Bilanzen

Aus gutem Grund. Jahrelang gehörte der Handels- und Lebensmittelkonzern Ahold zu den Vorzeigebetrieben in den Niederlanden: großer Marktanteil, in der ganzen Welt aktiv, gute Gewinne und ein hoher Aktienkurs. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Cees van der Hoeven, galt als der Beste unter Seinesgleichen. Aber der Glanz von Ahold erhielt um die Jahrtausendwende starke Kratzer. Ahold hatte in großem Umfang seine Bilanzen gefälscht. Bei der Präsentation des Jahresabschlusses 2001 wurde deutlich, dass die amerikanischen Regeln der Buchführung deutlich überschritten wurden. Die Einkommen wurden in den Jahren 2000, 2001 und 2002 um insgesamt 970 Millionen Dollar gepuscht. Der Fall Ahold hat Wellen geschlagen: „Enron aan de Zaan“ titelte NRC Handelsblad und rückte damit die Buchführungspraktiken des Konzerns aus Zaandam in eine Reihe mit Enron, Arthur Anderson und WorldCom.

Bei der Tochter U.S. Foodservice wurden die größten Unregelmäßigkeiten während der Betrugsaffäre aufgedeckt: 856 Millionen Dollar wurden hier zu viel an Einnahmen gebucht. In seinem Jahresbericht 2006 macht Präsident Anders Moberg gute Miene zum bösen Spiel: „Wir sind stolz, was wir mit U.S. Foodservice erreicht haben und wir sind zufrieden, dass wir das Unternehmen gut positioniert haben, für eine weitere Zukunft außerhalb unserer Gruppe.“

Neupositionierung

Im Jahr 2006 wurde Ahold schwer in die Mangel genommen von den Anteilseignern Centaurus und Paulson. Sie forderten, dass Ahold alle amerikanischen Unternehmen verkauft, um die Rendite zu erhöhen. Ahold kündigt 2006 an, die Kosten um 500 Millionen Euro zu senken und die Hälfte der Unternehmensverwaltung zu rationalisieren. Zudem sollen sich die Supermarktketten neu positionieren: mit günstigeren Preisen, mehr Fertig- und Frischprodukten. Das Retailgeschäft von Tops solle verkauft werden, hieß es in einem Strategiepapier.

Ahold ist aus dem Lebensmittelmarkt Albert Heijn entstanden. Bereits 1887 verkaufte Inhaber Heijn selbst gemachte Plätzchen, Kaffee, Erdnussbutter und Wein. Innerhalb von zehn Jahren gründete er 23 Geschäfte in Alkmaar, Den Haag und Amsterdam. 1955 wurde dann der erste „Albert Heijn“ (AH) eröffnet.  Die Entwicklung vollzog sich rasant. Seit 1977 ist Ahold stark auf dem amerikanischen Markt aktiv und hat dort in den 90er Jahren umfangreich investiert.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt: Januar 2008


Links

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