III. Chronologie der HSL

1986
Dezember 1986. Ministerkonferenz über eine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Politischer Kernbeschluss wird gefasst.

1991
März 1991. Erste HSL-Nota von Verkehrsministerin Maij-Weggen (CDA), sie wird im Juni im Parlament besprochen.

1994
März 1994. Neue HSL-Nota mit Einspruchsverfahren.

Juli 1994. Die Technische Universität Delft legt ihre TUD-Variante vor.

September 1994. Die Regierung der Provinz Süd-Holland möchte die HST über die bestehenden Gleise verwirklicht wissen. Ein zehn Kilometer langer Tunnel unter dem „Groene Hart“ der Randstad wird beschlossen.

Dezember 1994. Kommission M.E.R. legt Abschlussbericht vor.

1996
März 1996. Der Automobilclub ANWB, Natuurmonumenten und die Land-wirtschaftsorganisation LTO sprechen sich gegen eine HSL durch das „Groene Hart“ aus.

Mai 1996. Kabinett Kok beschließt den Bau eines „Groene-Hart-Tunnels“ und sichert 900 Millionen Euro zu.

Juni 1996. Parlament beschließt, die HSL-Zuid als Großprojekt in den Planungsprozess aufzunehmen.

Oktober 1996. Abkommen mit Belgien über die Verlängerung der HSL.

Oktober 1996. Erste Parlamentssitzung über die HSL.

November 1996. Zweite Parlamentssitzung über die HSL.

Dezember 1996. Dritte Parlamentssitzung über die HSL.

Dezember 1996. HSL-Vertrag zwischen den Niederlanden und Belgien.

1997
Juli 1997. Erstes HSL-Gutachten mit Projektbeschreibung erscheint.

Juli 1997. Planologischer Kernbeschluss (PKB) tritt in Kraft.

1998
April 1998. Tracébeschluss HSL-Zuid wird gefasst.

Oktober 1998. Vorstellung der Vertragsstrategien HSL-Zuid.

1999
Januar 1999.  Parlament beschließt Privatisierungsmodell HSL-Zuid.
Februar 1999. Start der Ausschreibungen

April 1999, erstes Gutachten von AT Kearney über den Projektverlauf

November 1999. Ministerin Netelenbos weist Berichte zurück, demnach das Budget bereits um Milliarden Gulden überschritten wurde.

2000
März 2000. Start des Baus der HSL-Zuid.

November 2000. Parlamentsdebatte über Projektbeschreibung Nr. 7, Kostenüberschreitungen.

2002
Juli 2002. Gutachten Algemene Rekenkamer über HSL-Zuid.

2003
Juni 2003. Gutachten der Algemene Rekenkamer über Risikobürgschaften für HSL-Zuid und Betuweroute.

November 2003. Tijdelijke Commissie Infrastructuurprojecten nimmt ihre Arbeit auf.

2004
Mai 2004. Zwölf neue Hochgeschwindigkeitszüge werden zusammen mit der belgischen NMBS gekauft.

Juni 2004. Start der Gleisarbeiten durch InfraSpeed.

2005
2005. Betonbauarbeiten und Unterbau der HSL-Zuid sind abgeschlossen.

2005. Die Kommission Duivestijn legt ihren Bericht vor.

2006
2006. Erste Testphase für die HSL-Zuid im Frühjahr.

Oktober 2006. Der südliche Teil der Strecke von Rotterdam bis zur belgischen Grenze wird fertig gestellt und übergeben.

Dezember 2006. Verkehrsministerin Karla Peijs teilt mit, dass die Strecke erst im Herbst 2008 an den Start gehen könne, da es Probleme mit dem Sicherheitssystem ERMTS gebe.

2007
Juli 2007. Der nördliche Teil der Strecke von Rotterdam nach Amster-dam wird fertig gestellt und übergeben.

2008
Januar 2008. Die ersten Tests mit der neuen Sicherheitstechnik ERTMS seien katastrophal ausgefallen. Die niederländische Bahn will sich daher auf kein Datum für die Einführung festlegen.

November 2008. Noch immer gibt es Probleme mit der Technik. Ver-kehrsminister Eurlings stellt erneut eine Inbetriebnahme aus.

2009
September 2009. Verkehrsminister Camiel Eurlings eröffnet die neue Strecke und startet den Betrieb für den ersten Zug Amsterdam - Rotterdam.

HSL-Oost

Neben einer Verbindung zwischen Amsterdam und Paris war kurze Zeit auch eine Verbindung von Amsterdam Richtung Deutschland im Gespräch. Die HSL-Oost sollte zwischen Utrecht und der deutschen Grenze als Teil einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Amsterdam nach Frankfurt angelegt werden. Die zweigleisige Strecke von Utrecht nach Arnheim sollte viergleisig ausgebaut werden. Von dieser Variante verabschiedete man sich allerdings sehr schnell. Das Centraal Planbureau errechnete, dass die HSL-Oost zwei bis drei Milliarden Euro kosten werde und nur einen Gewinn von 0,3 bis 0,6 Milliarden Euro einfahren werde. Die Fahrzeit würde sich nur um fünf Minuten verkürzen. Dies rechtfertige keine höheren Fahrpreise und locke keine zusätzlichen Fahrgäste an. Das Planungsverfahren für die HSL-Oost wurde eingestellt. Gleichwohl: Das Teilstück zwischen Utrecht und der deutschen Grenze wird für 454 Millionen Euro ausgebaut.


Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Dezember 2009