III. Trends in Zahlen

Bio im Supermarkt floriert. Die Produktionssteigerung und die wachsenden Verkaufszahlen von biologischen Lebensmitteln in den Supermärkten ist zum einen auf die Ausweitung des Sortiments zurückzuführen und zum anderen dem verstärkten Einstieg großer Unternehmen in die Bio-Sparte zu verdanken. Handelsriese Albert Heijn war zwar von Anfang an dabei und verkaufte die Produkte unter eigenem Namen. Aber die Palette seiner Bio-Produkte wird immer vielseitiger. Andere Unternehmen ziehen nach. Zum Beispiel Olvarit (Babynahrung), Ritter Sport (Schokolade) oder Haribo (Süßigkeiten), die nun auch Biologisches liefern. Selbst der Lebensmittelgigant Unilever, der vor etwa zwei Jahren dem Markt mit biologischen Lebensmitteln kaum eine Chance einräumte, hat inzwischen reagiert und bietet in den Niederlanden unter dem Produktnamen „Knorr“ biologische Kost an.

lInwieweit diese Nahrungsmittel der Massenwarenhersteller  tatsächlich „biologisch“ sind, ist in den Niederlanden eine ähnliche kontroverse Diskussion wie in der Bundesrepublik Deutschland.
Ein weiterer Grund für den Boom von Bioprodukten in den Niederlanden sind die Vertragshändler. Bei ihnen kam es zu zahlreichen neuen Vertragsabschlüssen, durch die sich der Umsatz in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Die Zahl der biologischen Betriebe in den Niederlanden ist seit 2004 nahezu stabil. Damals lag sie bei 1.469 Unternehmen, heute bei 1.473. Von diesen Unternehmen haben 1.395 ein Zertifikat. Daneben gibt es 1.247 verarbeitende Unternehmen. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt liegt in den Niederlanden bei 75.152, die Gesamtanbaufläche im Land beträgt 1,9 Millionen Hektar. Und was die niederländische Regierung gar nicht gerne sieht, aber unbedingt verbessern möchte: Die biologische Anbaufläche macht an der Gesamtfläche immer noch einen sehr kleinen Teil aus: 50.435 Hektar.

Dennoch – wichtige Zuwächse gab es zuletzt in den Provinzen Drenthe an der deutschen Grenze und Noord-Holland im Westen des Landes. In Flevoland ging das biologische Areal dagegen leicht zurück. Allerdings liegt diese Provinz (auf dem Polder) mit 3.098 Hektar Anbaufläche für Kartoffeln, Gemüse und Obst sowie 1.703 Hektar für Getreide in beiden Bereichen landesweit immer noch deutlich an der Spitze.

Speziell das Biogemüse hat sich 2008 in den Niederlanden sehr gut verkauft. Die Konsumenten bescherten den Produzenten einen Umsatz von 87,9 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg von fünf Prozent zum Vorjahr. Zu den beliebtesten Gemüsesorten im niederländischen Bio-Sortiment gehören zurzeit Blumenkohl, Broccoli, Lauch, Spinat und (Brech-)Bohnen. Der Bio-Gemüse-Marktanteil von 4,8 Prozent blieb allerdings gleich zum Vorjahr, obwohl in vielen Supermärkten der Umsatz deutlich anstieg. Ursache dafür ist, dass die Händler andere Angebote wieder eingestellt hatten, da die Gemüsepreise im Winter 2007/2008 stark angestiegen waren. Was jedoch Hersteller wie Händler freut: Laut niederländischem Landwirtschaftsministerium kaufen derzeit bereits rund 30 Prozent der niederländischen Verbraucher regelmäßig biologische Produkte.


Autor: Martin Roos
Erstellt: Juni 2009