XI. Unterhaltszahlungen

Die Unterhaltung der Betuweroute kostet die niederländischen Steuerzahler eine Menge Geld. Die niederländische Verkehrsministerin Karla Peijs (CDA) (2003-2007) teilte dem Parlament im Frühjahr 2004 mit, dass die jährlichen Kosten bis zu 27 Millionen Euro betragen würden. Die Regierung hatte lange Zeit von Unterhaltskosten zwischen 22 und 23 Millionen Euro im Jahr gesprochen.

Zwar ging das Ministerium davon aus, dass im Jahr 2015 zirka 30 Millionen Tonnen Güter bewegt werden, da sich in den vergangen zehn Jahren der Gütertransport zwischen den Niederlanden und Deutschland auf 17 Millionen Tonnen verdoppelt habe, doch auch langfristig werde die Betuwe ein dauerhaftes Zuschussgeschäft bleiben. Und damals konnte man natürlich noch nicht absehen, dass die Weltwirtschaft 2008 in eine große Krise stürzen würde.  Die Unterhaltskosten werden in den kommenden 30 Jahren zwischen 205 und 322 Millionen Euro betragen. Dies habe Folgen für die Rentabilität der Strecke (siehe auch Kapitel XIII. Rentabilität). Der jetzige Kilometerpreis in Höhe von 68 Cent, den Streckenbenutzer bezahlen müssen, sollte nach Auffassung der Ministerin im Februar 2004 stark steigen. Genauere Preisvorstellungen teilte sie damals nicht mit. Die Rotterdamer Hafenbetriebe und Betuwebauer Prorail sollen einen Unternehmensplan aufstellen, um Vorschläge zur Kostenreduzierung zu sammeln.

Zu Beginn des Jahres 2007 rechnete die Betreibergesellschaft Keyrail damit, dass Ende 2007 täglich fünfzig Güterzüge fahren werden. Doch damit ließe noch kein Geld verdienen. „2012 muss die Betuweroute aber auf jeden Fall kostendeckend betrieben werden“, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums im Januar 2007.

Das Magazin nrc.next recherchierte anlässlich des fünfjährigen Jubiläums ihrer Inbetriebnahme, ob die Betuwelinie sich inzwischen bezahlt macht. Es kam zu dem Schluss, dass weder die Bau- und Unterhaltskosten inzwischen eingespielt sind, noch das Ziel von 150 Zügen pro Tag erreicht wurde. Auch 10 Jahre nach offizieller Eröffnung sind die Zahlen noch nicht rosig. In der Realität ist man gut sechs Jahre hinter den damaligen Transportprognosen zurück.(Siehe auch Kapitel VI. Transportsprognose) Der niederländische Staat steckt immer noch ca. 37 Millionen Euro pro Jahr an Subventionen in die Strecke. Im jährlich erscheinenden MIRT Projectenboek 2018, ein jährlich erscheinendes Übersichtswerk des Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt, dass den Ausbau der Infrastruktur in den Niederlanden erläutert, werden auch in den nächste Jahren noch steigende Kosten prognostiziert.

Autor: Andreas Gebbink, Online-Redaktion und Katrin Uhlenbruck
Erstellt:
Dezember 2009
Aktualisiert: März 2013 und Februar 2018