VII. Die Organisation der Betuwelijn

Mit der Ausführung des Projektes Betuweroute wurde 1990 die Managementgroep Betuweroute (MgBr) beauftragt. Die MgBr war zu Beginn des Projektes Teil der niederländischen Bahn (Nederlandse Spoorwegen, NS). Ab 1995 gehörte die MgBr formell zur Gesellschaft Railinfrabeheer (RIB) – eine Tochtergesellschaft der niederländischen Bahn. Bis Mitte der 90er Jahre lag die Ausführung des Projektes allein bei der Bahn. Erst 1994 richtete das niederländische Verkehrsministerium eine Projektdirektion Betuweroute (PDBR) ein, die sich ganz auf die Ausführung der neuen Bahnstrecke konzentrieren sollte. Zuvor waren nur einige Beamte im Ministerium mit dem Projekt betraut.

Innerhalb der NS war die Abteilung Infrabeheer für den Bau, die Planung und den Unterhalt der Strecke verantwortlich. Die NS unterhielten ein eigenes Ingenieur- und Architektenbüro und richteten eine Abteilung für „Unterhaltung und Management“ ein. 1995 wurde die Abteilung Infrabeheer zur Gesellschaft Railinfrabeheer umbenannt.

Zwischen der RIB und dem Ministerium wurden jährliche Abkommen über die zu verrichtenden Arbeiten geschlossen. Grundsätzlich wurde die RIB mit dem Aufbau der Infrastruktur betraut und sie war verantwortlich für die Arbeiten an der Strecke. Ausschreibungen für Bauarbeiten wurden durch die MgBr ausgeführt. Die MgBr handelte im Auftrag der RIB.

Erst im Dezember 1997, also, nachdem mit dem tatsächlichen Bau der Strecke schon begonnen war, wurde zwischen dem niederländischen Staat und der RIB ein fester Vertrag geschlossen. In diesem Vertrag verpflichtete sich die RIB (MgBr), die Betuweroute in dem vom Verkehrsministerium vorgegebenen Rahmen zu bauen. Die einzelnen Zuständigkeiten, Aufgaben und Befugnisse wurden 1998 genauer festgelegt. MgBr und PDBR bekamen je eigene Aufträge:

  1. Die MgBr soll Ingenieurbüros damit beauftragen, Teile der Betuweroute zu planen und die Kosten zu veranschlagen. Die MgBr stellt dann für die jeweilige Teilplanung einen Subventionsantrag beim Ministerium.
  2. Das Ministerium entscheidet über die Anträge. Das MgBr soll dann die Aufträge vergeben.
  3. Die MgBr kontrolliert die Ausführung und Einhaltung der Verträge (Zeitrahmen und Kosten).

Der Direktor des PDBR ist verantwortlich für den Bau der Strecke und unterrichtet den MgBr im Namen des Ministers. Seit 1999 arbeiteten MgBr und PDBR unter dem Namen Projectorganisation Betuweroute zusammen, die im Jahr 2007 aufgehoben wurde.

Seitdem ist für die Bewirtschaftung der Strecke die Organisation Keyrail zuständig. Hinter Keyrail stehen als Anteilseigner der Rotterdamer Hafen (35 %), die Bahngesellschaft ProRail (50 %) und die Hafenbetriebe Amsterdam (15 %). Keyrail unterhält die Strecke, ist für die Leitung des Verkehrs verantwortlich und übernimmt das Management.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Dezember 2009
Aktualisiert: März 2013