Die Betuweroute

III. Chronologie der Betuweroute

1993
April 1993. Das Kabinett der Regierung Lubbers spricht sich auf Grundlage der Trajectnota/MER erstmals für den Bau der Betuweroute aus.


18. Mai 1993. Das Kabinett formuliert einen Planologischen Feststellungsbeschluss (Planologische Kernbeslissing, PKB).


1994
April 1994. Nach parlamentarischer Beratung wird der Kabinettsplan von der Tweede Kamer angenommen.

Herbst 1994. Das neue Kabinett Kok lässt den Beschluss zum Bau der Betuweroute nochmals prüfen. Die Kommission Hermans wird eingerichtet.


1995
Januar 1995. Die Kommission Hermans hält den Bau der Betuweroute für notwendig, um den steigenden Gütertransport abzuwickeln.


21. April 1995. Das Kabinett Kok formuliert einen erneuten Kabinettsstandpunkt in Sachen Betuwe und nimmt die Ergebnisse der Kommission Hermans darin auf. Das Kabinett entscheidet sich für den Bau der Betuweroute.


Mitte 1995. Das niederländische Parlament stimmt nochmals für den Bau der Betuweroute.


1996
April 1996. Der Verkehrsminister informiert ab jetzt jedes Halbjahr das Parlament über den Verlauf des Projekts.


Nov. 1996. Die Verkehrs- und Infrastrukturminister beschließen den Verlauf der Strecke (Tracébesluit). Darin wird der Verlauf der Strecke bis auf einen Meter genau festgelegt.


1997
Januar 1997. Das Verwaltungsgericht Raad van State urteilt über Klagen und Beschwerden gegen den Planungsbeschluss zum Bau der Strecke. Fast alle Klagen werden abgewiesen.


1997. Der Tracébesluit wird nachgebessert. Weitere Tunnelbauten (etwa unter dem Pannerdensch Kanal) werden beschlossen.


1998
1998. Der Raad van State urteilt über Klagen gegen den Verlauf der Strecke. Einige Streckenabschnitte müssen daraufhin angepasst werden. Dies führt zu einer erneuten Nachbesserung des Tracébesluit.


Nov. 1998. Die Verkehrsministerin fasst noch einmal den Diskussionsstand über die Betuweroute in der „Notitie Betuweroute“ zusammen. Das zweite Kabinett Kok stimmt dem nochmals zu.


2004
Juni 2004. Verkehrsministerin Karla Peijs eröffnet das erste Teilstück im Rotterdamer Hafen.


2007
Jan. 2007. Der Start der Betuweroute wird verschoben. Grund: Die Sprinkleranlagen in den Tunnels funktionierten nicht richtig.

16. Juni 2007. Königin Beatrix eröffnet die Betuweroute in Rotterdam-Barendrecht. Genau eine Woche werden Güterzüge fahren, dann liegt die Strecke mehr oder weniger wieder still, weil die Feuerwehrleute nicht hinreichend mit der Sicherheitstechnik vertraut waren.

Am 15. November 2007 wird die Oberleitung unter Spannung gesetzt und die Strecke endlich in Gebrauch genommen.

Trotz Eröffnungsfeier, fertig ist die Strecke noch nicht! Als Teil einer europäischen Verbindung von Rotterdam bis Genau, macht die Betuweroute nur einen kleinen Teil aus – und auch dieser, in den Niederlanden gelegene Teil muss noch etwas warten, ehe er voll in Betrieb genommen werden kann.

Im Juni 2017 wurde mit dem Bau der letzten drei Kilometer (Kosten 140 Mio. Euro) von Zevenaar bis zur deutschen Grenze begonnen.

Danach folgt der Ausbau der Strecke von Emmerich nach Oberhausen. Streng genommen gehört dieser Abschnitt zwar nicht mehr zur Betuweroute, doch ohne europäische Anbindung ist diese nicht viel wert: Das viel zitierte dritte Gleis zwischen den beiden deutschen Städten, gebaut unter der Verantwortung der Deutschen Bahn, soll ca. 2025 fertig sein – gute 30 Jahre nach dem Vertrag von Warnemünde!

Autor: Andreas Gebbink und Online-Redaktion Katrin Uhlenbruck
Erstellt: Dezember 2009
Aktualisiert: März 2013, Februar 2018