NATURSCHUTZ in den Niederlanden


VII. Die Nationalparks der Niederlande


Schiermonnikoog

Die Wattenmeerinsel Schiermonnikoog wurde 1989 zum Nationalpark ernannt. Der Park, der fast die gesamte Insel umfasst, hat eine Größe von 5400 Hektar und besteht vor allem aus Dünen und Deichvorland. Der größte Grundbesitzer ist die Organisation Natuurmonumenten, die Erbpachtverträge mit dem Staat abgeschlossen hat. Auf Schiermonnikoog lassen sich noch natürliche Dünenbildungen beobachten, was in Europa schon sehr selten geworden ist. Auf der Insel gibt es einen großen Artenreichtum, mit vielen selten gewordenen Pflanzen wie der Sumpf-Herzblatt, die man ausschließlich in feuchten Dünentälern findet. Die regelmäßige Überflutung der Insel durch die Nordsee sorgt für eine besondere Vegetation. So wächst hier unter anderem der Zeekraal, eine blattlose Pflanze mit stark verzweigten Stängeln. Queller wachsen im Deichvorland und hat einen salzigen Geschmack, da die Pflanze viel Seewasser aufnimmt. Das grasähnliche Gewächs bekommt eine herbstliche Färbung.

Schiermonnikoog ist ein wichtiger Rast- und Brutplatz für Vögel. Hier lassen sich Mantelmöwen beobachten und Austernfischer. Auch Bergenten, Löffler und die blaue Weihe gibt es hier. Durch die starke Dynamik der Nordsee ist Schiermonnikoog der Nationalpark mit dem höchsten Naturwert in den Niederlanden. Autos sind nicht zugelassen.

Dwingelderveld

Tief im Osten, in der Provinz Drente, da liegt das Dwingelderveld. Es wurde 1991 zum Nationalpark und zeichnet sich durch seine typischen Heidefelder, Wälder und Flugsande aus. Die 3700 Hektar werden von Staatsbosbeheer und Natuurmonumenten unterhalten. Vor allem die ausgedehnten feuchten Heidegebiete, die größten in Nordwesteuropa, machen den Park zu etwas Besonderem, denn es gibt nur noch wenige Gebiete, in denen die Heide so offen und markant zu Tage tritt. In der Heide wächst der Sonnentau, die Glockenheide oder der seltene Lungenenzian. Im Dwingelderveld lassen sich zahlreiche Brutvögel finden, darunter der sehr selten gewordene Steinschmätzer, der in Kaninchenlöchern brütet. Der Singvogel, der in Afrika überwintert, kommt ausschließlich in Dünengebieten vor. Die Zahl der Brutpaare ist sehr klein geworden. In den Feuchtwiesen des Dwingelderveldes tummeln sich auch viele Amphibien.

De Groote Peel

De Groote Peel liegt zwischen den Provinzen Limburg und Noord-Brabant und wurde 1993 als Nationalpark ausgebaut. Der 1340 Hektar große Park wird von Staatsbosbeheer unterhalten und bietet eine abwechslungsreiche Landschaft von Mooren, unzugänglichem Torfmorast, offenen Heidefeldern und Wäldern. Der Boden ist nährstoffarm und das ist in den überdüngten Niederlanden schon eine Besonderheit. De Groote Peel hat einen berüchtigten Namen, denn die Moore und der Torfmorast bilden von altersher ein Gebiet, in dem man sich besser nicht aufhält. Im 19. Jahrhundert wurden große Teile des Torfes abgebaut. Heute ist De Groote Peel einer der vogelreichsten Gebiete in West-Europa. Der Haubentaucher kann hier seine treibenden Wassernester bauen und auch die Lachmöwe brütet hier in großer Zahl.

Um das Gebiet feucht zu halten, wurden 1990 umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. In einem Radius von zwei Kilometern um De Groote Peel dürfen keine Drainagen oder andere Entwässerungsmaßnahmen getroffen werden. Denn De Groote Peel würde sonst austrocknen. Der Wasserstand wird durch zahlreiche Stauwehre in Wassergräben gehalten. Sie sorgen dafür, dass das Regenwasser nicht so schnell abfließt.

De Weerribben

WeerribbenDer Nationalpark De Weerribben (seit 1992) liegt in der Provinz Overijssel. Er umfasst 3500 Hektar und bildet zusammen mit dem Naturreservat De Wieden das wichtigste Morastgebiet in den Niederlanden. Schilfrohr und Wasser bestimmen das Bild, dementsprechend viele Vogelarten lassen sich hier finden. Die Graugans rastet hier jeden Winter. Der Namen Weerribben deutet auf die Landschaftshistorie hin. Ribben sind schmale Landstreifen, auf die man Torf zum Trocknen gelegt hat. Weren sind ausgegrabene Stücke Moorgrund, der mit Wasser geflutet wurde. Die Torfgewinnung hat das Landschaftsbild geprägt: Es ist ein Flickenteppich von Kolken, Gräben, Schilfrohrfeldern und Auwäldern. Sie bilden einen idealen Rückzugsort für viele Vogelarten und Insekten.

De Biesbosch

De Biesbosch ist der größte Nationalpark in den Niederlanden und umfasst 7100 Hektar. Der Park liegt zwischen Dordrecht und Sliedrecht.Biesbosch De Biesbosch war früher ein Süßwassergebiet, das stark von Ebbe und Flut geprägt wurde. Durch den Bau der Deltawerke und den Abschluss des Haringfliet 1970 ist der Einfluss des Meeres nahezu verschwunden. Das Gebiet wird heute vor allem von vielen Zugvogelarten angesteuert. De Biesbosch ist ein gutes Beispiel für die „neue Natur“, die in den Niederlanden angelegt wird. Ehemalige landwirtschaftliche Flächen wurden für den Naturschutz umfunktioniert. De Biesbosch ist ein riesiger Binnensee, mit zahlreichen Nebenflüssen und Seen. Schilfrohr und Weiden sind typisch für das Gebiet, in dem sich heute Biber, Füchse und Dachse wohlfühlen. Seltene Vögel, wie die Rohrdommel oder der kleine Siberreiher, sind hier zu finden.

De Meinweg

Der Nationalpark de Meinweg (seit 1990) liegt in der Provinz Limburg, dicht an der deutschen Grenze, und hat einen Umfang von 1700 Hektar. Auf der deutschen Seite schließt sich der doppelt so große Naturpark Schwalm-Nette an. De Meinweg ist gekennzeichnet von starken Bodenerosionen und Höhenunterschieden, die für die Niederlande einzigartig sind. Im Nationalpark gibt es zahlreiche Amphibien und Reptilien. Die bedrohte Natter trifft man hier an und auch die sehr seltene Grüne Jagdspinne, die im November 2007 an mehreren Stellen gesehen wurde. Die Spinne macht keine Netze, sondern frisst ihre Beute mit den Vorderbeinen. Bekannt ist der Meinweg auch für seine üppige Schmetterlingspopulation.

Zuid-Kennemerland

Zuid-KennemerlandZuid-Kennemerland liegt in der Provinz Noord-Holland zwischen Zandvoort und Ijmuiden. Es umfasst heute 3800 Hektar und ist im Besitz von Natuurmonumenten. Im Park gibt es einige Landgüter und einen langen Strandabschnitt. Die Dünen sind sehr kalkreich und liefern den Grund für seltene Pflanzen, etwa das Dünenkreuzkraut, das für Tiere sehr giftig ist. Die gelben Blüten und Stängel können ernsthafte Schäden in der Leber verursachen. Auch das Tausendgüldenkraut ist typisch für den Nationalpark. Das Kraut ist ein Halophyt und gehört zu jenen Pflanzen, die einen relativ salzhaltigen Boden mögen. Andere Halophyten, die man hier finden kann, sind das Englische Gras und Parnassia.

De Maasduinen

De Maasduinen sind ein schmaler Landstrich im nördlichen Teil der Provinz Limburg,  gelegen zwischen Maas und deutscher Grenze. Das Naturgebiet wurde 1996 – damals noch unter dem Namen De Hamert – zum Nationalpark. Eigentümer sind die Stiftung Het Limburgs Landschap, die Gemeinde Bergen und Staatsbosbeheer. In den Maasduinen gibt Wälder und Heidefelder und Moorgebiete. Kennzeichnend für die Maasduinen sind die parabelförmigen Dünen, die von der Maas geschaffen wurden. De Maasduinen scheinen eine sehr alte Kulturlandschaft zu sein, was sich durch archäologische Funde belegen lässt. Offensichtlich haben hier schon Menschen weit vor unserer Zeitrechnung gelebt. Kurioserweise hat der Park heute kaum noch eine Verbindung zum Fluss die Maas. Staatsbosbeheer möchte in den kommenden Jahren diese Verbindung durch Landzukäufe wieder herstellen. Der Park umfasst heute 4200 Hektar.

De Loonse und Drunense Duinen

Die Loonse und Drunense Duinen, das Landgut Plantloon und das Naturschutzgebiet De Brand wurden gemeinsam mit einigen umliegenden Wäldern 2002 als Nationalpark De Loonse en Drunense Duinen gegründet. Der Park wird von Natuurmonumenten und Brabants Landschap geführt, er zählt 3400 Hektar. Es ist die größte „lebende“ Wüste von Europa und wird auch die „Brabanter Sahara“ genannt. Der Sand und die Dünen wurden hier durch die letzte Eiszeit hinterlassen. Und auch heute noch sorgt der Wind dafür, dass die Landschaft sich kontinuierlich verändert. Vor allem Moose fühlen sich in der Dünenlandschaft wohl. Auch viele Insekten wie die Grille oder die Kakerlake leben in der Erde. Der Laubfrosch, eine  seltene, kleine Froschart, ist hier zu finden. Der grüne Frosch hat kleine Saugnäpfe an seinen Füßen, mit denen er klettern kann. Erfolgreich verläuft auch das Dachsprojekt in den Drunense Duinen. Natuurmonumenten hat hier 1999 22 Dachse ausgesetzt, mittlerweile umfasst die Population 55 Tiere. In den Niederlanden leben wieder über 4000 Dachse.

Drents-Friese Wold

Der Drents-Friese Wold ist 6100 Hektar groß und damit einer der größten Wald- und Naturschutzgebiete in den Niederlanden. Das Gebiet wird gekennzeichnet durch einen großen Waldbestand, Moore und Torfgebiete. Der Wald besteht aus Kiefern, Eichen, Birken und Buchen. Kennzeichnend sind auch die Kiefern, die vor gut 100 Jahren als Monokultur hier angebaut wurden, um die Sanddünen abzuwehren. Im Drents-Friese Wold gibt es Eulen und Spechte.

Dünen von Texel

Die Dünen von Texel werden jedes Jahr von vielen Touristen besucht, weil sie die Seehunde im Ecomare sehen wollen. Aber die Insel hat aus Naturschutzsicht viel mehr zu bieten: Seit 2002 ist die 4300 Hektar große Dünenlandschaft unter Naturschutz gestellt. Die Dünen liefern eine abwechslungsreiche Landschaft, mit vielen feuchten Dünentälern, Wäldern und Heidefeldern. Durch die starke Variation von Feuchtigkeit und kalkhaltigem Boden, ist die Zahl der Pflanzenarten sehr hoch. Die Dünen von Texel sind ein wichtiges Brutvogelgebiet. In den Dünenkolken De Muy und De Geul gibt es große Kolonien von Löffler, die im Februar aus dem Süden kommen, um hier zu brüten. Auch die Feldlerche, die früher häufig beobachtet werden konnte und heute im Bestand stark abgenommen hat, ist hier zu hören. Die Feldlerche fliegt singend über ihr Territorium.

De Alde Feanen

De Alde Feanen ist der jüngste Nationalpark in den Niederlanden und eigentlich kann man dieses 4000 Hektar große Gebiet nur vom Boot aus richtig wahrnehmen. De_Alde_FeanenDer Park, mitten in der Provinz Friesland gelegen, besteht aus großen Seen, Schilfrohrfeldern, Schwingmooren, Torfmoos und Sumpfwäldern. Hier gibt es mehr als 400 Pflanzenarten und 100 Brutvogelarten. Vor allem der Löffler, das Blaukehlchen, die Bartmeise und die braune Weihe sind typische Vögel dieser Region. Auch eine größere Kormoran-Kolonie gibt es hier. Der Kormoran wurde zum ersten Mal 1983 gesehen, heute gibt es über 600 Exemplare. Sie brüten dicht zusammen in den Bäumen des Prinsehof. Kormorane essen jeden Tag ein Pfund Fisch.

De Alde Feanen werden seit 1934 durch It Fryske Gea und die Provinz Friesland unterhalten. Besonders wichtig ist hier die Regulierung der Wasserstände, damit die Feuchtgebiete erhalten bleiben können. Die Alde Feanen liegen im tiefsten und damit auch im feuchtesten Teil von Friesland.

Auffallend sind auch die pittoresken Ferienwohnungen aus den 20er Jahren, die wie bunte Punkte in der Landschaft verteilt sind und oft nur mit einem Boot erreicht werden können.

De Utrechtse Heuvelrug

Der Utrechtse Heuvelrug, der Name sagt es schon, ist eine höher gelegene Hügelkette, die sich auf 6000 Hektar von Driebergen im Westen nach Rhenen im Osten erstreckt. Der höchste Punkt, der Amerongse Berg, liegt zirka 68 Meter über dem Meeresspiegel und entstand während der letzten Eiszeit. Der Nationalpark besteht fast ausschließlich aus Wäldern und wird von Staatsbosbeheer, Het Utrechts Landschap und Natuurmonumenten unterhalten. Zu den vertrauten Waldbewohnern gehören das Eichhörnchen, der Baummarder, der Schwarzspecht und die Zauneidechse, die allerdings auf dem Utrechtse Heuvelrug im Bestand stark zurückgegangen ist.

Der Heuvelrug wurde schon früh von Menschen bewohnt und bearbeitet. Was verständlich ist, war man doch hier sicher vor Hochwasser und den Gewalten der Flüsse. Von dem ursprünglichen Urwald ist nichts mehr übrig geblieben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Wald immer mehr gerodet und zu landwirtschaftlicher Fläche umfunktioniert. Auf dem Utrechtse Heuvelrug gibt es viele Nadelhölzer, die im 19. Jahrhundert gepflanzt wurden. Nach der Veluwe ist dies das größte Waldgebiet in den Niederlanden. Über den Nationalpark verteilt liegen fünf große Heidegebiete und zahlreiche kleine Heideflächen. Das Leersumse Veld ist die größte übrig gebliebene Heide. Ursprünglich verlief der Wald am Rhein entlang, so dass die Waldtiere am Wasser trinken konnten. Diese natürliche Verbindung gibt es heute nicht mehr.

Zwischen Amerongen und Elst sieht man heute noch einige Tabakscheunen, die daran erinnern, dass hier einst Tabak angebaut wurde.

De Sallandse Heuvelrug

Der Sallandse Heuvelrug in der Provinz Overijssel besteht aus einigen so genannten Bergen: der Hellendoornse Berg, der Haalerberg, der Holterberg und der Konigsbelt. Der Heuvelrug ist der einzige Ort in den Niederlanden, an dem es noch wilde Birkhühner gibt. Birkhühner sind sehr scheue Tiere, die vor allem Ruhe und abwechslungsreiche Heide benötigen. Um die Hennen zu locken, tragen die Hähne in den frühen Morgenstunden Scheingefechte aus – ein großes Spektakel.
Die Wälder des Sallandse Heuvelrug wurden zum großen Teil auf Heideflächen angepflanzt. Hier gibt es Rehe, Dachse, Füchse und Steinmarder. 75 Vogelarten hat man hier gezählt.

Lauwersmeer

Das Lauwersmeer liegt auf der Grenze zwischen Groningen und Friesland und wurde 2003 zum Nationalpark. Der 6000 Hektar große Park besteht aus dem Lauwersmeer, dem Ballastplaatwold und Grasland. In den Dünentälern wachsen verschiedene Orchideen und das Sumpf-Herzblatt. Der Nationalpark ist ein wichtiger Rast- und Brutplatz für Gänse, Enten und Raubvögel. Bis 1969 war das Lauwersmeer noch eine Lauwerssee – ein untiefer Seitenarm des Wattenmeeres, in dem Ebbe und Flut das Sagen hatten. Der Abschluss des Meers hatte große Folgen für die Natur. Salzwasser liebende Pflanzen, etwa das purpurfarbene „Lamsoor“, machten Platz für Süßwasserpflanzen. Die Weiden werden heute von schottischen Hochlandrindern offen gehalten.

De Hoge Veluwe

Die Hoge Veluwe ist der zweitälteste Nationalpark in den Niederlanden (1935). Der Park ist umzäunt und gehört der privaten Stiftung „Nationalpark De Hoge Veluwe“, der einst von Anton Kröller gegründet wurde. Auf der Hoge Veluwe wurden Mufflons, Hirsche und Wildschweine ausgesetzt. Das Gebiet zeichnet sich durch seine Heide und Sanddünen aus. In dem Park liegen das Jagdschloss Sankt Hubertus und das Rijksmuseum Kröller-Müller.


Veluwezoom

Der Veluwezoom ist der älteste Nationalpark in den Niederlanden und wird von der Organisation Natuurmonumenten unterhalten. Der Veluwezoom ist zusammen mit dem Deelerwoud eines der größten Naturschutzgebiete in den Niederlanden. Die Heidelandschaft wird von schottischen Hochlandrindern begrast, die seit 1982 hier frei herumlaufen können. Einer der bekanntesten Punkte des Veluwezooms ist die Posbank in der Nähe von Rheden. Das Plateau liegt zirka 100 Meter über dem Meeresspiegel und bietet eine wunderbare Aussicht auf die Ijssel, den Liemers und den Achterhoek. Bekannt ist das Gebiet auch für seine Schafherden. Die Schafzucht wird auf der ganzen Veluwe seit vielen Jahrhunderten betrieben. Das hornlose Heideschaf war einst Symboltier für diese Region, allerdings hat die Population stark abgenommen. Heute gibt es neun Schafherden im Veluwezoom.

Drentsche Aa

In der Flusslandschaft „De Drentsche Aa“ gibt es viele kleine Bäche, die hier „loopjes“ oder „diepjes“ genannte werden. Im Sommer sind sie kleine Rinnsale, im Winter wachsen sie zu ansehnlichen Flüssen heran, die auch die Uferbereiche überströmen. Die Drentsche Aa umfasst 10.000 Hektar und ist eine uralte Bauernlandschaft, die typische, dichte Formation der Bauernhöfe gibt es bis heute. Die ersten Siedler lassen sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. So gibt es hier 5.000 Jahre alte Hühnengräber, die nach skandinavischem Vorbild für die Totenehrung gebaut wurden. Die Drentsche Aa zeichnet sich durch üppige Graslandschaften aus, in der viele Wiesenblüher, wie die Sumpfdotterblume, das Vergissmeinnicht oder die Rapunzel wachsen. Der typische Weißstorch ist hier zu beobachten und auch viele Libellenarten gibt es.

Oosterschelde

Die Oosterschelde ist der größte niederländische Nationalpark mit einer Oberfläche von 37.000 Hektar. Der größte Wert der Oosterschelde liegt in seinem reichen Vogelbestand, der Unterwasserflora und den Gezeiten, die trotz des Oosterscheldewehres sehr aktiv sind und eine dynamische Landschaft hinterlassen. Das Sturmflutwehr wird nur bei sehr starken Stürmen geschlossen, sodass die Gezeiten fortbestehen können.

Die Oosterschelde ist gekennzeichnet vom Eingreifen des Menschen in die Natur. Seit dem Bau der Deltawerke haben hohe Sandbänke und Schlick stark abgenommen. Vögel, die bei Ebbe Nahrung suchen, sind jetzt auf eingedeichte Gebiete angewiesen. Darum wird rund um die Oosterschelde viel neue Natur angelegt. Süß- und Salzwassersümpfe sind entstanden, die von überwinternden Zugvögeln genutzt werden. Durch die Gezeiten gibt es in der Oosterschelde eine reiche Unterwasserwelt: Den Seestern kann man hier finden, Anemonen, Austern und Muscheln.

De Zoom-Kalmhoutse Heide

Die Zoom-Kalmhoutse Heide ist ein grenzüberschreitender Nationalpark und liegt zum größten Teil auf belgischem Staatsgebiet. Der Park umfasst in den Niederlanden 3700 Hektar und besteht aus trockener und feuchter Heide, Nadelwäldern und großen Mooren. Vor allem die Insektenfauna sticht hier hervor: Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Libellen.
Die einst angepflanzten Nadelbäume werden heute zum Teil strategisch gerodet, um auf dem niederländischen Teil wieder offene Landschaften entstehen zu lassen. Der flämische Teil des Parks ist von großen Heideflächen gekennzeichnet. In der Heide leben viele Vögel, die Nachtschwalbe oder die Heidelerche. In den feuchten Gebieten sind der Kiebitz und die Rotschenkel zu finden. Die Zoom-Kalmhoutse Heide wurde 2001 zum Nationalpark.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Januar 2009


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