NATURSCHUTZ in den Niederlanden


XI. Safari am Niederrhein


In der Gelderse Poort sollen freilebende Hirsche ausgesetzt werden, damit mehr Touristen in die Region kommen.

MILLINGEN A/D RIJN. Naturschutz muss nicht immer nur kosten. Mit Natur kann man auch Geld verdienen. Sie muss nur ursprünglich sein, authentisch und ein bisschen aufregend. In der Gelderse Poort hat man das in den vergangenen zwanzig Jahren versucht umzusetzen. Die Natur zwischen Arnheim-Nimwegen und Kleve-Emmerich wurde ein Stückchen weit sich selbst überlassen. Landwirtschaft machte dem Wildwuchs Platz und in der Millingerwaard wurden erstmals wildlebende Pferde und bullige Hochlandrinder angesiedelt – Nervenkitzel für den Naturfreund.

Was einst als Naturentwicklungsprojekt gestartet ist, scheint sich mehr und mehr auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten positiv zu entwickeln. In einer Studie der Universität Wageningen weisen vier Wissenschaftler nach, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Region überdurchschnittlich gestiegen ist, es mehr Übernachtungen gegeben hat und mehr Tagestouristen gekommen sind. Auch die Gastronomie und die Hotelbranche haben sich in der Gelderse Poort besser entwickelt, als im Rest des Landes.

Nicht zuletzt gewannen die Immobilien deutlich an Wert: „Es ist attraktiv im Grünen zu wohnen”, schreiben Joke Luttik, Tineke de Boer, Martin Goossen und Geert Groot Bruinderink.

Koniks in der Millingerwaard Im niederländischen Teil der Gelderse Poort leben Konik-Pferde, Gallowayrinder, Rehe und Biber. Sie sind für Touristen die größten Anziehungspunkte und machen einen Ausflug an den Niederrhein zu einer Art Safari-Erlebnis. „Ein weiterer Schritt in der Naturentwicklung der Gelderse Poort ist daher die Einführung von Hirschen”, schreiben die Autoren. Die Tiere sollen künftig vom Klever Reichswald zur Hoge Veluwe wandern können, mit der Gelderse Poort als Zwischenstation. Durch das Hochwild soll der Tourismus vorangetrieben werden.

„Hirsche sind große Wildtiere, die viel Raum benötigen und einen hohen Erlebnisfaktor haben”, so die Wissenschaftler. Nur müsse man den Tieren auch begegnen können. „Hufspuren alleine reichen nicht”. Durch Wasserstellen oder Futterplätze könnte man die Hirsche lenken. „Die Entwicklung der Tourismus- und Freizeitbranche in der Gelderse Poort ist eine Erfolgsgeschichte”, so die Autoren. „Vermutlich liegt das Geheimnis im Gesamtpaket aus Natur, Ruhe und Kulturhistorie”. Im Grenzort Millingen sei die Zahl der Arbeitsplätze um 160 gestiegen, obwohl viele Landwirte aufgegeben haben. Die Zahl der Hotels stieg sogar von drei auf sieben und 616 000 Tagestouristen haben die Region im Jahr 2004 besucht. Die Millinger Theetuinen, ein Ausflugslokal inmitten des Naturschutzgebietes, freuen sich jährlich über 35 000 Besucher.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Januar 2009


Links

Wichtige Links im Bereich Umwelt finden Sie unter Institutionen

Wissenswertes unter Das Deutsch-Niederländische Agrobusiness

Informationen zu den Infrastrukturprojekten erhalten Sie unter Infrastrukturprojekt Betuweroute

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Dossier Staudilemma

Informationen zum Thema Naturschutz Naturschutz NRW-BeNeLux

Informationen zur Tierseuchenbekämpfung in den Niederlanden und Deutschland

Wissenswertes zum Thema Die Niederlande und das Wasser

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Bereichs Umwelt finden Sie unter Bibliographie


  • RSS-Feed
  • Facebook
  • Twitter
  • RSS-Feed

Impressum | © 2015 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel.: +49 251 83285-16 · Fax: +49 251 83285-20
E-Mail: