I. Einführung

In den sogenannten langen 1960er Jahren verloren die Kirchen in den Niederlanden immer stärker an Bedeutung. Die Nachkriegszeit war überwunden und die Wirtschaft florierte. Eine kulturelle Revolution spielte sich ab, die zu Wertewandel und gesellschaftlicher Öffnung führte. Das System der Versäulung wankte. Die Niederländer entdeckten ihre Umwelt – und den Protest. (Kapitel II)

Auch in Deutschland boomte in dieser Phase die Ökonomie. Die Regierung befand sich in der Lage, sich auf ein neues, wenig Aufsehen erregendes Politikfeld zu wagen: Die Umweltpolitik. Erst nach der Ölkrise und umweltpolitischen Rückschritten entdeckten plötzlich immer mehr Bürger den Umweltschutz für sich. Und formierten sich im Widerstand vor allem gegen die Kernkraft. 1983 zogen Die Grünen in den Bundestag ein. (Kapitel III)

In den Niederlanden wurde GroenLinks erst 1990 gegründet. Die etablierten Parteien hatten Umweltpolitik bereits seit den 1970er Jahren lagerübergreifend zu ihrem Thema gemacht, sodass der Bedarf nach einer Partei mit dem Alleinstellungsmerkmal „Umweltpolitik“ vorher recht überschaubar war- und das trotz niedriger Sperrklausel Dafür hatten nicht zuletzt engagierte Umweltorganisationen gesorgt.. (Kapitel IV)

Die Niederlande gelten als Vorreiter in der Entwicklung von nationalen Umweltplänen. Der erste wurde 1989 verabschiedet und führte zum Sturz der Regierung. Umweltpolitik genoss hohe Bedeutung und dementsprechend groß waren die Ziele. Mit der Verabschiedung des vierten nationalen Umweltplans musste eingestanden werden, dass viele Ziele nicht erreicht wurden. Seit 2001 heißt der Ansatz für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise „Transition Management". Auch hier sind die Niederlande Vorreiter – und die Ergebnisse bislang eher bescheiden. (Kapitel V)


Autor: Ralf Kalscheur
Erstellt: Juli 2011, aktualisiert Februar 2018 von Katrin Uhlenbruck