VI. Wind-Know-How in den Niederlanden

Die Niederlande sind Experten auf dem Gebiet der Windenergie-Nutzung und Windtechnologie. Zahlreiche namhafte Unternehmen und Institutionen haben in den Niederlanden ihren Sitz und sind weltweit führend in diesem Bereich. Zudem profitiert das Land von seiner strategisch guten Lage am Meer. Dem Innovationsreport[1] zufolge ist Hollands Onshore-Windpotenzial ausgezeichnet. Zurzeit betrage die Windenergie-Kapazität des Landes insgesamt 2.227 MW, von denen 228 MW offshore installiert sind. Die durchschnittliche Nennleistung der Windenergieanlagen an Land beträgt 1,06 MW, die der im Meer installierten Anlagen 2,375 MW.

Der Report nennt folgende Marktführer: Die Spitzenposition auf dem niederländischen Onshore-Windmarkt nehmen der dänische Hersteller Vestas und das deutsche Unternehmen Enercon ein. Für Enercon Benelux war 2008 ein entscheidendes Jahr, als der Windpark Eemshaven realisiert wurde. Er umfasst 64 Windenergieanlagen des neu entwickelten Typs 3 MW E-82 mit flüssigkeitsgekühltem Generator. Ein Meilenstein für Vestas war die Lieferung der Windenergieanlagen für die beiden Offshore-Windparks im niederländischen Teil der Nordsee – OWEZ (108 MW) und Princess Amalia (120 MW).

Auch deutsche Unternehmen wie Siemens Wind Power, REpower und Nordex kämpfen um den niederländischen Markt und nehmen am Wettbewerb um zukünftige Onshore- und Offshore-Projekte in den Niederlanden teil. Econcern, nach der Insolvenz seines ehemaligen niederländischen Mutterkonzerns 2009 in XEMC Darwind BV umbenannt, entwickelt weiterhin 5-MW-Offshore-Anlagen mit Direktantrieb.

Nur wenige Hersteller bieten heute noch neue Windenergieanlagen im Bereich 80 bis 350 kW – wie das niederländische Unternehmen World Wide Wind Turbines. Der Schwerpunkt liegt auf kommunalen und anderen relativ kleinen Anwendungen. In Zusammenarbeit mit dem spanischen Hersteller ACSA hat der niederländische Newcomer in der Windenergie-Branche mit dem Bau der alten V27-225-kW-Anlagen von Vestas begonnen und vertreibt diese nun unter der Bezeichnung A27-225 kW.[2]


[1] Vgl. www.innovations-report.de
[2] Vgl. ebd.

Autor: Martin Roos
Erstellt: Juli 2011