III. Niederländisches Erdöl

Erdöl wird auch in Zukunft für die Niederländer keine große Rolle spielen. Der Anteil am Energiemix liegt im kleinen einstelligen Prozentbereich. Aber vielleicht könnte das Erdöl bald eine wichtigere Position im Energiemix darstellen. So die Mutmaßung des bemerkenswerten Berichts des NAM (Nederlands Aardolie Maatschapij) bescheinigen ließ. Das Feld beinhalte angeblich eine Milliarde Barrel. Gefördert werden sollen in den nächsten 25 Jahren 120 Millionen Barrel.

Bis 1996 wurde in Schoonebeek auf dem größten festländischen Erdölfeld Nord-westeuropas produziert.[1] 1976 kam es zu einem Ölunfall, der umfangreiche Schäden verursachte. Die Gewinnung wurde eingestellt, weil mit dem Rohöl sehr viel Wasser mit nach oben gelangte. Das Verhältnis Rohöl-Wasser verschlechterte sich, laut dem Internet-Journal GeoPowers, ständig und der Ölpreis fiel immer weiter ab. Das in Schoonebeek geförderte Rohöl sei außerordentlich zäh- und dickflüssig gewesen. Seinerzeit hatte die Betreibergesellschaft, die Nederlandse Aardolie Maatschappij B.V. (NAM), beschlossen, die Erdölgewinnung einzustellen und neuartige Gewinnungsmethoden zu entwickeln, die die Nutzung der Lagerstätte zu einem späteren Zeitpunkt ermöglichen würden. Nachdem inzwischen ein geeignetes Verfahren entwickelt werden konnte, wurde 2008 entschieden, die Förderung im Bereich des Ölfeldes Schoonebeek, östlich von Coevorden und unmittelbar an der deutschen Grenze am Schoonebeeker Diep gelegen, wieder aufzunehmen.

Laut GeoPowers hat eine Studie belegt, dass die Erdölgewinnung mittels einge-pressten Heißdampfes rentabel durchgeführt werden kann. Bis zu 20.000 Barrel Öl sollen so pro Tag gewonnen werden. Mit der neuen Technologie könne erreicht werden, dass das 700 Meter unter der Erde in Schichten des Bentheimer Sandsteins lagernde Erdöl flüssiger wird. Durch den Einsatz von innovativen Techniken wie Schräg- und Horizontalbohrungen und eine verbesserte Infrastruktur sei es wahrscheinlich, die Ölförderung in Schoonebeek wieder rentabel zu machen.


[1] Vgl. www.geopowers.com

Autor: Martin Roos
Erstellt: Juli 2011