IV. Auf dem Weg zum gemeinsamen Gesundheitsraum

Geht es um die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor, nehmen Projekte in deutsch-niederländischer Kooperation den zweiten Platz im europäischen Vergleich ein. Aus einer Studie, die 2017 in einer EU-Expertengruppe zum Thema erstellt wurde, wird deutlich, dass nur Ungarn und Rumänien mehr Projekte anstoßen. [1]

„Wir sind auf dem Weg zu einem gemeinsamen Gesundheitsraum“. Das erklärte auch Jan Oostenbrink, stellvertretender Geschäftsführer der EUREGIO in Gronau, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).[2] Tatsächlich sind im deutsch-niederländischen Grenzraum Fortschritte erzielt worden, die diese optimistische Feststellung zu rechtfertigen scheinen. Eine genaue Übersicht über die Anzahl grenzüberschreitender Behandlungen existiert nicht. In Relation zur Gesamtzahl mögen sie sogar marginal sein; worauf es ankommt, ist, dass die Patienten überhaupt die Gesundheitseinrichtungen auf beiden Seiten der Grenze zu ihren Gunsten nutzen können, zum Beispiel um Wartezeiten und Anfahrtswege zu verkürzen. Solange im eigenen Land ausreichende Kapazitäten und Leistungen in der gewünschten Qualität vorgehalten werden, die von der Krankenkasse bezahlt werden, ergibt sich schließlich überhaupt kein Bedarf an Behandlungen im Ausland.

Annette Dwars von der Stiftung Euro Health Connect (dem Nachfolger des Euregionalen Servicezentrums für Gesundheit, ESG) blickt zuversichtlich auf die künftige Entwicklung des grenzüberschreitenden Gesundheitswesens; auch wenn eine strukturelle Komplettlösung für alle Gesundheitsbereiche im Grenzraum noch nicht zustande gebracht wurde. „Unserer Ausgangspunkt war, die Nachfrage und den Bedarf in den Mittelpunkt zu stellen“, sagt sie. Von diesem Ansatz aus galt es, möglichst unbürokratische Lösungen im Sinne der Patienten zu finden. Das Interreg-III-A-Projekt „Cross Border Patient Mobility“ des ESG (Projektlaufzeit 2006-2008) hat dabei einiges auf den Weg gebracht. Verschiedene Akteure – Vertreter von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken, Patientenorganisationen, Gesundheitsämtern, Unternehmen und Hochschulen – wurden zusammengebracht, und es wurde ein Netzwerk gebildet. „Das erforderte zunächst eine hohe Frequenz an Treffen mit viel Kaffee, Tee und Kuchen“, meint Dwars schmunzelnd. Durch die Zusammenkünfte und das gegenseitige Kennenlernen wuchs das Vertrauen bei den Akteuren in der Grenzregion. Sie hat festgestellt, dass die Teilnehmer an den Arbeitsgruppen und Task-Forces – immerhin sind mittlerweile 120 Organisationen an dem Netzwerk beteiligt – mit Idealismus versucht haben, für die Probleme patientengerechte Lösungen zu finden. „Strukturelle Lösungen werden jedoch oft durch zentralistisch organisierte Verwaltungsstellen gehemmt“, bedauert sie. Dabei sieht sie selbst das Dilemma: Die Fallzahlen sind im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Versicherten bei einer Krankenkasse gering, und landesweit organisierte Kassen müssten mit allen Nachbarländern Vereinbarungen treffen. Dennoch sind in der Grenzregion Schritte unternommen worden, pragmatisch mit der Situation umzugehen.

Ein Ziel des ESG-Projekts war die Bestandsaufnahme der Patientenwünsche und die Ermittlung des größten Bedarfs an medizinischen Leistungen, für die Bewohner der Euregio über die Grenze gehen würden. Bei den Niederländern erwiesen sich Orthopädie (Hüfte/Knie), Augenheilkunde (Grauer Star) und Urologie/Gefäßchirurgie als die Gebiete mit dem höchsten Bedarf, andersherum sind Deutsche an Rehabilitation/Physiotherapie, Kardiologie (Thoraxchirurgie) und Psycholgie/Geriatrie interessiert. In diesen Bereichen sind mittlerweile auch die größten Erfolge zu sehen.

Augenklinik Ahaus

Die deutschen Kliniken im Grenzgebiet haben sich mittlerweile auf die Nachfrage aus dem Nachbarland eingestellt. „An der Augenklinik in Ahaus wurden im Jahr 2008 nach eigenen Angaben 2.000 niederländische Patienten behandelt“, schreibt die dpa im oben genannten Artikel und zitiert Kliniksprecherin Ruth Würz: „Das sind unter zehn Prozent des Gesamtaufkommens.“ Die Tendenz sei aber steigend. Ziel sei es, einen besseren Patientenservice zu bieten. Betreut werden die niederländischen Patienten in Ahaus in ihrer Muttersprache. Das gebe den Patienten ein großes Gefühl der Sicherheit.
Ein entscheidender Grund für die steigenden Patientenzahlen aus dem Nachbarland ist laut Würz der Faktor Wartezeit: „Während der Patient für eine Operation am Grauen Star in den Niederlanden eine Wartezeit von bis zu sechs Monaten in Kauf nehmen muss, kann er bei uns in der Regel innerhalb von sechs Wochen operiert werden.“

Bemühungen der EUREGIOs

Patienten in dünner besiedelten Landstrichen müssen häufig weite Anfahrtswege zur Behandlung ihrer Krankheiten in Kauf nehmen. Die erste deutsche Krankenkasse, die dieser Tatsache Rechnung trug, war die AOK Rheinland. Sie schloss schon 1997 einen Direktvertrag mit einem niederländischen Krankenhaus. Auslöser war der Fall einer Krebspatientin aus Kleve, die zur Strahlenbehandlung 60 Kilometer nach Duisburg oder Essen hätte fahren müssen. Dabei liegt Nimwegen mit seiner hochqualifizierten Klinik keine 20 Kilometer entfernt. Das Problem wurde pragmatisch gelöst, lediglich bei den ärztlichen Standesorganisationen regte sich zunächst Widerstand, wie Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland, erläutert.[3] Mittlerweile sind mehrere hundert Patienten aus Deutschland in Nimwegen behandelt worden. Außerdem wurde das erste gemeinsame europäische Brustzentrum NRW/Niederlande gegründet mit den Standorten Nimwegen, Goch, Moers und Duisburg-Rheinhausen. Es wurde 2007 vom Gesundheitsministerium NRW anerkannt.

In den drei Euregios Rhein-Waal, Rhein-Maas und Rhein-Maas-Nord wurde zwischen 2002 und 2005 das Projekt „Zorg op Maat“ mit dem Ziel etabliert, eine wohnort- und zeitnahe Behandlung einschließlich Arzneimittelversorgung und Krankenhausbehandlung unabhängig von der Landesgrenze zu ermöglichen und für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung größere Freiräume zu schaffen. Die Partner des Projekts sind die niedergelassenen Ärzte und Krankenhäuser und die Krankenversicherer in der Region.

Mittlerweise steht anstelle des Projekts ein selbstständiger Verein mit Sitz in Nordhorn. In diesem „Gesungeheitsregion EUREGIO“ genannten Verein haben sich Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen, Banken, Wirtschafts- und Marketingfachleute, Juristen und viele weitere Akteure zusammengeschlossen. Laut seiner Satzung strebt der Verein u. a. „die Förderung der öffentlichen Gesundheit durch die Vernetzung der Akteure des Gesundheitswesens aus den verschiedenen Sektoren […] und die Förderung des Gesundheitswesens in der Region Euregio“ an.[4]

Bereits seit Juli 2000 können Versicherte der AOK Rheinland und der niederländischen CZ Groep grenzüberschreitend fachärztliche Leistungen über eine eigene Versicherungskarte in Anspruch nehmen. Das bis dahin notwendige Verfahren mit dem Vordruck E112 entfiel dort. Wird also ein niederländischer Patient behandelt, rechnet der deutsche Arzt genauso ab wie bei einem deutschen. In einer gemeinsamen Service-Geschäftsstelle arbeiten Mitarbeiter der Kassen zusammen.

Der Versorgungsstand in der EUREGIO

2006 erstellte die Arbeitsgruppe „Stationäre und ambulante Versorgung“ des damaligen Euregionalen Servicezentrums für Gesundheit (ESG) 2006 eine umfassende Studie zur Versorgungslage in der EUREGIO. Anhand der Daten, so die Absicht der Initiatoren, ließen sich eventuelle Versorgungslücken aufdecken und grenzübergreifend schließen.

Die Ergebnisse beantworten Fragen, wie: Über welche Fachabteilungen verfügen die Krankenhäuser? Welche medizinischen Großgeräte sind in den Facharztpraxen und Kliniken anzutreffen? Deutlich wurde zum einen, dass die Zahl der Krankenhäuser im deutschen Teil der EUREGIO wesentlich höher liegt als im niederländischen, zum andern, dass deutsche niedergelassene Fachärzte über deutlich mehr teure medizinische Geräte zur Diagnose und Therapie in ihren Praxen verfügen als niederländische.

Probleme bei der Patientenversorgung

Im Rahmen der Datenerhebung wurden die Krankenhäuser auch nach Problemen in der grenzüberschreitenden Patientenversorgung gefragt. Die Liste ist noch immer lang: Vor allem unzureichende Sprachkenntnisse erschweren eine Kooperation. Nicht nur die Verständigung mit dem Patienten stellt sich gegebenenfalls als schwierig heraus; die Anamnese und die Behandlungsformen und Ergebnisse müssen schließlich dokumentiert werden. Ein weiterer Punkt betrifft die Schwierigkeiten hinsichtlich der Versicherung und Kostenübernahme. In dem Bereich fehlt es trotz spürbarer Fortschritte noch stets an leicht zugänglichen Informationen. Der Punkt ist: An wen soll man sich mit all den Fragen wenden, die im Hinblick auf die Behandlung eines Patienten aus dem Nachbarland entstehen? Der hohe formale und organisatorische Aufwand wurde kritisiert. Die Notwendigkeit, deutsche Patienten wegen der MRSA-Gefahr in niederländischen Krankenhäusern isolieren zu müssen, stellte zusätzlichen Aufwand für die Verantwortlichen dar. Schließlich ergeben sich fast profan erscheinende Hürden: Zum Beispiel in Bezug auf die Medikamente. Wird der Patient nach der Behandlung mit einem Rezept nach Hause geschickt – bekommt er die notwendigen Arzneien auch in seinem Heimatland? Und was ist mit der Nachbehandlung nach einer Operation? Kann die in einem heimischen Krankenhaus erfolgen oder muss der Patient jedes Mal wieder zurück?

Vorbild Niederlande

Bei der Befragung kristallisierte sich heraus, dass die deutschen Krankenhausverantwortlichen das Prinzip des Hausarztes als „gate-keeper“, den der Patient als erstes aufsuchen muss, positiv einschätzen. Auch das nationale Demenzprogramm und die Versorgung mit Hilfsmitteln durch das „grüne Kreuz“ bei ambulanter Rehabilitation wären Punkte, die die Befragten in Deutschland gerne einführen würden. Andererseits schätzen die befragten Deutschen gleichzeitig auch die breite fachärztliche Versorgung, wie sie in Deutschland vorgehalten wird und den flächendeckenden notärztlichen Dienst. Die niederländischen Kollegen merkten an, dass in Deutschland die Wartezeiten für Untersuchungen an Computertomografen oder auch in der Orthopädie geringer sind als im eigenen Land.

Dass auch bei Krankenhäusern und Ärzten hoher Informationsbedarf über die Angebote und Organisations- sowie Finanzierungsstrukturen jenseits der Grenze herrscht, wurde ebenfalls deutlich. „Das Gesundheitswesen in den Niederlanden ist weitgehend unbekannt“, lautete ein Kommentar.[5]

Eurohealthconnect

Dass aus dem mit Interreg-Mitteln finanzierte ESG mittlerweile eine unabhängige Beratungsstelle unter dem Namen „Eurohealtconnect“ hervorgegangen ist, zeigt den hohen Bedarf an Informationsaustausch – und dass es den Beteiligten ernst ist mit der Zusammenarbeit. Die Organisation soll vermitteln und moderieren, informieren und forcieren. Denn das bisher Erreichte ist zwar beachtenswert, kann aber nur der Anfang größerer Umwälzungen sein. So wird die Forderung laut, den grenzübergreifenden Patientenverkehr grundsätzlich auf den stationären Bereich zu erweitern.

Der Euregionale medizinische Verein

In die Hunderte geht die Zahl der niederländischen Patienten in den elf münsterländischen und niedersächsischen Kliniken, die dem Euregionalen medizinischen Verein e.V. (EmV) angeschlossen sind. Winfried Beilmann, Vorsitzender des Vereins und Mitglied der Geschäftsleitung des Mathias-Spitals in Rheine, nennt die operierenden Fachabteilungen, die Vorsorge und die Radiologie als Schwerpunkte der Behandlungen, die Patienten von jenseits der Grenze in Rheine in Anspruch nehmen. Die langen Wartezeiten sind auch für die niederländischen Patienten des Mathias-Spitals ein Grund für ihre Entscheidung, ins Ausland zu gehen. In den niederländischen Krankenhäusern fehle es oft schlicht und einfach an Kapazitäten.

Die dem EmV angeschlossenen Häuser zählten bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsfürsorge zu den Pionieren: Bei ihnen können nämlich niederländische Patienten auch stationär aufgenommen und behandelt werden. Möglich machen das Verträge mit dem großen niederländischen Krankenversicherer Menzis und einigen weiteren kleineren Versicherungen.

Seit 2002 arbeiten der EmV und Menzis zusammen. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, betont Beilmann. Es bestehe im Einzelfall schon mal Klärungsbedarf – aber im Vergleich nicht häufiger als bei deutschen Krankenkassen. Die Kontaktstelle des „Zorgmakelaars“ von Menzis koordiniert die Nachfragen der Patienten und knüpft die Kontakte zu den angeschlossenen Häusern des EmV.

Menzis berät seine etwa 2 Millionen Kunden, welches Krankenhaus für welche Behandlung in Frage kommt. Einen Automatismus, in eine deutsche Klinik überwiesen zu werden, gibt es nicht. Es betrifft jeweils individuelle Entscheidungen nach Rücksprache mit den Beratern der Versicherung. „Wer auf einer Warteliste steht, kann sich bei unseren Beratern darüber informieren, ob es an einer anderen Klinik eine schnellere Behandlungsmöglichkeit gibt“, heißt es bei Menzis. Die deutschen Partnerkliniken gehören wie die niederländischen zum potenziellen Angebot.

St.-Antonius-Hospital Gronau

Auch das St.-Antonius-Hospital in Gronau hat langjährige Erfahrungen mit niederländischen Patienten und gehört zum Netzwerk des Euregionalen medizinischen Vereins. Mit rund 400 jährlich gibt Henning Michael, Assistent der Geschäftsleitung, die Zahl der Niederländer an, die sich dort stationär behandeln lassen. Das Hospital ist Mitglied des EmV. Darüber hinaus kooperiert das Haus mit kleineren niederländischen Kassen. Außerdem vermittelt ein unabhängiges niederländisches Unternehmen, Prescan, Patienten an das Krankenhaus, das nur zwei Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Auch aus grenzferneren Regionen, bis hin zum Raum Amsterdam, reisen Patienten an. Die urologische Abteilung mit dem Prostata-Zentrum Nord-West, hat sich mittlerweile auch in den Niederlanden einen guten Namen gemacht. Neben der Urologie nehmen Niederländer auch das Angebot der Knie- und Hüftprothetik in Gronau gern in Anspruch, in geringerem Maße auch die Innere Abteilung.

Neben dem selbstverständlichen berufsethischen Grund der Mediziner, den Menschen helfen zu wollen, verfolgt das Antonius-Hospital auch finanzielle Interessen: „Wir wollen zusätzliche Deckungsbeiträge erwirtschaften“, sagt Michael. Die hochwertige Ausstattung des Prostata-Zentrums mit der da-Vinci-Technik, die minimal-invasive Operationen erlaubt, wird durch die niederländischen Patienten refinanziert, was indirekt also auch den deutschen Patienten zugutekommt.

Speziell für die niederländischen Patienten und Interessenten arbeitet das Prostatazentrum mit der Firma Top Medical Care in Hengelo zusammen, die wiederum mit dem niederländischen Unternehmen Prescan kooperiert. Prescan vermittelt vor allem Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups, die unter anderem am Antonius-Hospital vorgenommen werden. Wer dieses Angebot nutzt, dem wird von Prescan ein Begleiter zur Seite gestellt, der sich um den Ablauf kümmert und, wenn es gewünscht ist, zwischen Arzt und Patient vermittelt.

Für diesen Service kommen die niederländischen Krankenkassen nicht auf, stellt Michael klar. Gesetzlich Krankenversicherte können in den Niederlanden nur in geringem Umfang bezahlte Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen. Doch es gibt Selbstzahler, die sich Vorsorgeprogramme zusammenstellen lassen und durchlaufen.

Und wenn es keinen Vermittler gibt? Wie klappt es dann mit der Verständigung zwischen Arzt und Patienten? „Wir verfügen über niederländisches Personal. Außerdem wurden Mitarbeiter in Sprachkursen geschult.“ Die obligatorischen schriftlichen Dokumentationen über Eingriffe und Behandlungen werden allerdings auf Deutsch abgefasst. Doch die mit lateinischen Fachausdrücken gespickten Arztbriefe stellen offenbar kein Problem für die behandelnden Hausärzte in den Niederlanden dar. Michael zumindest sind bisher noch keine Klagen zu Ohren gekommen.

Die organisatorische Abwicklung verläuft meistens genauso problemlos. „Die Voruntersuchung wird bei uns gemacht, auch die erste Nachuntersuchung. Danach erfolgt die gegebenenfalls notwendige weitere Nachsorge im Regelfall durch den Hausarzt.“ Vor allem in der Urologie sind die Krankheitsbilder und die Behandlungsmethoden meist klar definiert. Lediglich bei Zusatzleistungen kann es vereinzelt zu Unstimmigkeiten kommen, wenn Patienten mit einer Basisversicherung nicht klar ist, dass beispielsweise eine Chefarztbehandlung mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Kein Nachteil für die „eigenen“ Patienten

Geraten durch die Behandlung niederländischer Patienten nun die deutschen ins Hintertreffen? Nehmen die Niederländer den Deutschen womöglich die Krankenhausbetten weg? „Nein“, betont Winfried Beilmann vom Mathias-Spital. „Es kommt kein deutscher Patient zu kurz.“ Die Kapazitäten in den angeschlossenen Häusern seien in ausreichendem Maß vorhanden und würden lediglich intensiver genutzt – unter Kostenbeteiligung der niederländischen Versicherungen. Auch Michael betont, dass in den durch Niederländer stark frequentierten Fachabteilungen des Antonius-Hospitals keine Wartezeiten herrschen.

Als Konkurrenten zu den niederländischen Kliniken sieht Henning Michael das Antonius-Hospital nicht. Aber auch nicht unbedingt als Kooperationspartner. Es komme lediglich sporadisch zu Kontakten mit niederländischen Kliniken.

Autor
: Martin Borck
Erstellt: Dezember 2009
Aktualisiert: 2018, Katrin Uhlenbruck


[1] Vgl. Feichter, Alexanra et al.: Cross-border.Care – Study on cross-border cooperation: capitalising on existing initiatives for cooperation in cross-border regions. Brüssel 2017. Zusammenfassung online unter https://ec.europa.eu/health/sites/health/files/cross_border_care/docs/ev_20171019_co04_en.pdf.
[2] Vgl. Westfälische Nachrichten vom 9. November 2009.
[3] Vgl. „AOK im Dialog“, Band 17, Berlin 2005.
[4] Vgl. Website des Vereins: http://www.gesundheitsregion-euregio.eu/de/
[5] Vgl. Schäfer, Thomas; Beck, Jochen: Stationäre und ambulante Versorgung in der Euregio Gronau/Enschede. November 2006, online unter https://www.w-hs.de/fileadmin/public/dokumente/erkunden/fachbereiche/FB5-Wirtschaft_und_Informationtechnik/Personen/Schaefer/ESG_Versorgungsatlas_Euregio.pdf.